Beklemmung

Letzte Aktualisierung am 5. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Beklemmung oder ein Beklemmungsgefühl können Formen von Angstzuständen sein. Der Zustand von Beklemmungen kann daher wie folgt beschrieben werden: Ein tief sitzendes Gefühl von flauer Verkrampfung innerhalb des Bauchraumes und um Lunge und Herz. Es schwächt die Glieder, das Gefühl einer nahenden Ohnmacht kommt auf und kann zur Atemnot bis hin zur Todesangst kommen. Begleitet von Übelkeit, Schweißausbrüchen, Zittern und Herzrasen ist die Beklemmun Bestandteil eines Angstzustandes. Oft kann der Betroffene keinen klaren Gedanken mehr fassen und wird panisch.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Beklemmungen?

Beklemmung drückt zunächst einmal Angst in Form von beklemmenden und einengenden Gefühlen aus. Beklemmung kann sich in der Form von Verkrampfungen im Bauchraum, in der Herzgegend oder im Brustkorb zeigen.

Auch eine Schwäche in den Gliedmaßen oder Gefühle, in Ohnmacht zu fallen, Atemnot oder Todesangst können erlebt werden.

Beklemmung kann sich in Schweißausbrüchen oder Herzrasen, in Übelkeit oder Zittern äußern. Wer das Gefühl der Beklemmung erlebt, kann oft nicht klar denken und gerät in Panik oder erlebt Erstickungssymptome.

Ursachen

Die Ursache einer Beklemmung kann durch viele Einflüsse hervorgerufen werden, die meist psychischer Art sind. Eine Beklemmung entsteht meist durch Ängste, die nicht mehr kontrolliert werden können. Ursprünglich ist die Angst ein Schutzmechanismus des Körpers vor lauernder Gefahr.

Ein erhöhter Ausstoß von Adrenalin versetzt den Körper in die Lage, ohne Umschweife auf Gefahren zu regieren und zur Not die Flucht anzutreten. Heute entstehen Ängste, und die damit verbundene Vorstufe von Beklemmungen, oft schon im Ansatz von Gedankenführungen, inneren Werteinstellungen oder äußerer Bedrängnis. Ursache kann zum Beispiel die Angst vor engen Räumen (Platzangst (Klaustrophobie)) oder Flug- Höhenangst sein.

Oft liegen die Beklemmungen aber im Zusammenschluss mehrere Befürchtungen, Alltagssorgen und Ängste, die sich komprimieren und in einem großen Volumenknäuel zusammenballt. Die darauf folgenden Panikattacken innerhalb einer Beklemmung führen zur unausweichlichen Angstphobie, einer Krankheit, die nachdem sie erkannt wurde heilbar ist. Beklemmung kann aber auch im Rahmen von Herzkrankheiten wie Angina pectoris auftreten und bedarf dann dringender medizinischer Hilfe.

Es gibt weitere verschiedene physische und psychische Ursachen, die eine Beklemmung auslösen können. Bei psychischen Hintergründen für Beklemmung helfen Therapien, bei Symptomen der Beklemmung durch organische Ursachen ist medizinische Hilfe nötig.

Der Zustand von Beklemmungen kann daher wie folgt beschrieben werden: Ein tief sitzendes Gefühl von flauer Verkrampfung innerhalb des Bauchraumes und um Lunge und Herz.

Zu den möglichen Erkrankungen, die hinter dem Symptom Beklemmung stehen könnten, zählen Angina pectoris, koronare Herzkrankheiten, Angststörungen, Lungenembolien, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Arteriosklerose. Es gibt daneben jedoch unzählige Hintergründe, die eine Diagnose recht schwierig gestalten.

Beklemmung und diffuse Angstzustände nehmen immer mehr zu, immer mehr Menschen leiden unter Stress, Alltagssorgen und Ängsten. In unserer Gesellschaft lauern viele Einflüsse psychischer Natur, gedankliche Strukturen und eigene Wertvorstellungen oder äußere Beeinflussungen, die unkontrollierte Ängste entstehen lassen. Klaustrophobie, Höhen- oder Flugangst und Panikattacken zählen dazu. Die Palette der Ursachen, die hinter dem Symptom Beklemmung stecken, ist nicht eindeutig. Die Prozesse, die das Symptom Beklemmung erkennen lassen, sind schleichende Prozesse, die nicht sofort wahrgenommen werden.

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Angststörungen

Angststörungen zählen grundsätzlich zu den psychosomatischen Erkrankungen. Die Beklemmung ist eine häufige Begleiterscheinung. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Verschiedene Faktoren und Einflüsse lösen in Wechselwirkung oder in Kombination Angststörungen und Beklemmung aus.

Oft entstehen verschiedene Symptome, die auch bei gründlicher Untersuchung zunächst nicht sofort auf Angststörungen hinweisen. Da Menschen, die unter Angststörungen leiden, oft nicht mehr wissen, wie sie überhaupt mit dem Phänomen Angst umgehen können, ist auch das Erkennen nicht ganz einfach. Vor allem dann nicht, wenn sich die Ängste als körperliche Symptome zeigen.

Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Beklemmungen setzen sich gefühlsmäßig meist auf der Brust fest, haben ihre Ursache aber meist in psychischen Belastungen. Insofern sollte der Arzt neben der Untersuchung ebenso Fragen zu Stresssituationen oder Konflikten stellen.

Um körperliche Ursachen auszuschließen, werden Herz und Lunge geprüft. Verspannungen können die Beschwerden verschlimmern, denn ein angespannter, ängstlicher Mensch krümmt sich im wahrsten Wortsinn und sorgt für zusätzliche Muskelverspannungen.

Neben Massagen, Krankengymnastik, einem leichten Sportprogramm sowie Entspannungstechniken aller Art kann je nach Schwere der Beklemmungen auch ein Psychotherapeut hinzugezogen werden. Er klärt die Grundübel, denn alle anderen Maßnahmen wirken an den Symptomen, beseitigen aber selten die Ursache der Beklemmungen.

Komplikationen

Beklemmung tritt als Folge von Angststörungen, Phobien und seelischen Belastungen auf und kann zu zahlreichen gesundheitlichen Komplikationen führen. So führt Beklemmung in erster Linie zu Symptomen wie Zittern, Übelkeit und Schweißausbrüchen bis hin zu Herzrasen und Atemnot. Als weitere Symptome kommen Muskelverspannungen, Brustschmerzen und typische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes hinzu.

Dauerhafte Beklemmung, oft ausgelöst durch Stress und Ängste im Alltag, führt bei Nichtbehandlung zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Burn-Out, und darüber hinaus zu weitergehenden Phobien. In extremen Fällen wächst die Beklemmung im Laufe der Zeit zu einer Todesangst an. Es kommt zu Erstickungsgefühlen, starken Angstgefühlen und weiteren Komplikationen. Da das psychische und körperliche Wohlbefinden bei Beklemmungsgefühlen stark sinkt, kann es im Laufe der Zeit zu einer Vielzahl von Folgesymptomen und Erkrankungen kommen. Körperliche Folgen andauernder Beklemmung sind Herzinfarkt, Kreislaufzusammenbruch, Pleuritis, Lungenembolie und andere Herz-, Kreislauf- und Lungen-Erkrankungen.

Ebenso koronare Herzerkrankungen und Entzündungen im Bereich des Brustfells. Auch die Glieder werden durch Beklemmungsgefühle stark beansprucht; es kommt zu Schwächeanfällen bis hin zur Ohnmacht. Im weiteren Verlauf der Symptome können weitere leichte Beschwerden bis hin zu einer Psychose auftreten. Eine frühzeitige Therapie, die je nach Ursache von einfacher Ernährung bis hin zur medikamentösen Behandlung variieren kann, ist bei Gefühlen der Beklemmung also essentiell.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beklemmung hat viele Gesichter. Gemeinsam ist allen Beklemmungszuständen ein Gefühl der Angst. Dieses Angstgefühl erstreckt sich über eine Skala von diffus bis panisch. Es beginnt mit einem flauen Gefühl im Bauch, was sich bei Zunahme der Beklemmung weiter im Körper ausbreitet. Dabei beeinflusst die Beklemmung auch die Herz- und Lungenfunktion. Höchste Beklemmung wird zur Todesangst. Bereits vor diesem Gipfel der Beklemmungsempfindung kann die Angst zur Ohnmacht führen.

Bei Beklemmung handelt es sich stets um ein Symptom, dem verschiedene körperliche oder psychische Ursachen zugrunde liegen. Als körperliche Grunderkrankungen sind hier vor allem Angina pectoris und andere Herzkrankheiten zu nennen. Häufiger als körperliche Erkrankungen sind jedoch psychische Ursachen einer Beklemmung. Neben Platzangst, Höhenangst oder Flugangst als situationsbedingte Auslöser von Beklemmungen sind es vor allem psychosomatische sowie psychische Erkrankungen, die sich durch Beklemmungsgefühle äußern. Angstzustände durch Alltagsprobleme und Stress können sich zu behandlungsbedürftigen Angststörungen entwickeln.

Die Diagnose gestaltet sich oft schwierig. Neben dem Hausarzt kommen Kardiologen, Pulmologen, Neurologen, Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater zur Diagnosefindung und Therapie infrage. Ist der Auslöser für die Beklemmung gefunden, bestehen insbesondere bei psychischen Ursachen durchaus gute Chancen, das Leiden zu beheben.

Behandlung & Therapie

Eine Beklemmung kann man durch ruhiges Atmen und Körperbewegung sowie spartanische Ablenkung lösen. Auch Autogenes Training kann sehr hilfreich und vorbeugend sein. In der Regel legt sich dieser beklemmende Zustand dann nach kurzer Zeit. Dennoch sollte im Zweifelsfall immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wenn Beklemmung zu den Symptomen zählt und verschiedene andere Symptome bereits bekannt wurden, so liegt es nahe, dass sich eine ärztliche Behandlung mit einer psychotherapeutischen Behandlung ergänzt. Denn gegen Angststörungen und Beklemmung hilft nur eine tiefgründige Arbeit im Inneren der Psyche. Erst im Bewusstwerden der Symptomatik liegt die Heilung. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die mit der Beklemmung infolge zugrundeliegender Angststörungen wertvolle Hilfe bieten können. Ganz sicher ist, dass es sich um einen längeren Therapieprozess handeln wird. Bei Beklemmung wird als Psychotherapie gerne die kognitive Therapie eingesetzt.

Zur Therapie der Angststörungen dienen auch Medikamente, die im akuten Fall sofortige Erfolge anstreben. Medikamentöse Therapien verwenden Antidepressiva und Benzodiazepine, die jedoch langfristig die Gefahr bergen, dass sie zu Abhängigkeiten führen können.

Die Krankheiten zu erkennen, deren Teilsymptome Beklemmungen sind, ist oft nicht einfach, weil der Betroffene Augenscheinlich keinen Grund für derartige Beklemmungen sieht. Durch eine psychologische Behandlung jedoch können Beklemmungen gut therapiert werden, so dass der Betroffene bereits vor Ausbruch der Beklemmungen gegen anwirken kann. Wenn alle medizinischen Ursachen wie Beispielsweise Angina pectoris ausgeschlossen sind, beruht die Krankheit auf eine meist psychosomatische Quelle.

Aussicht & Prognose

Die Aussichten bei einer Beklemmung sind in der Regel mit der Ausprägung des Symptoms verbunden. In den meisten Fällen verspüren die Patienten ein Gefühl von Enge und Angst und können damit keinen gewöhnlichen Alltag mehr führen. Durch die Beklemmung nimmt die Lebensqualität erheblich ab. Es kommt oft zu Depressionen und anderen psychischen Problemen. Diese müssen zwingend von behandelt werden.

Obwohl es sich bei der Beklemmung um ein psychisches Problem handelt, kommt es nicht selten auch zu physischen Beschwerden. Dazu gehören Atemnot, Krämpfe im Brustbereich oder Herzrasen. Oft führt die Beklemmung auch zur Ohnmacht oder zur Todesangst und kann damit in eignen Fällen auch einen Herzinfarkt einleiten.

Wird die Beklemmung nicht behandelt, kann sie zu starken Durchblutungsproblemen und Herzproblemen führen. Durch Stress wird die Beklemmung nur verstärkt. Eine Behandlung findet in der Regel durch Gespräche beim Psychologen und durch Entspannungstechniken statt. In den meisten Fällen dauert es allerdings mehrere Monate, bis die Beklemmung komplett eingedämmt werden kann.

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Vorbeugung

Bei Angststörungen und Beklemmung helfen Autogenes Training und andere Entspannungsmethoden. Unterstützend wirken Kräuter wie Baldrian, Johanniskraut oder Melisse, Akupunktur, Homöopathie, Bachblüten oder Schüssler-Salze. Genau wie bei der Vorbeugung gegen Beklemmung bei oben angeführten Erkrankungen ist die Lebensweise ein wichtiger Faktor. Dazu zählt eine gesunde ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren und regelmäßige Bewegung. Beide Maßnahmen helfen auch, das Übergewicht zu reduzieren und sich generell wohler zu fühlen. Konsequenz in der Lebensweise wirkt der Beklemmung entgegen.

Das können Sie selbst tun

Beklemmung kann in vielen Fällen bereits durch körperliche Betätigung und ruhige Atmung gelindert werden. Bewegung an der frischen Luft reduziert das Gefühl der Enge und lenkt von den Beschwerden ab. Akut kann ein warmes Bad mit Lavendelöl und ähnlichen pflanzlichen Heilmitteln helfen, Blockaden zu lösen, und Körper und Psyche zu entspannen. Auch eine Massage löst Beklemmungsgefühle oftmals auf. Hausmittel, die ebenso wirksam sind, sind unter anderem Milch, Baldrian, Hopfen oder Katzenminze.

Betroffene sollten außerdem Tagebuch führen, um herauszufinden, was die Beklemmung auslöst und welche Maßnahmen die Engegefühle tatsächlich reduzieren. Oft genügt eine Veränderung des Umfelds, um psychische Blockaden zu lösen und die Beklemmung langfristig zu reduzieren. Grundsätzlich muss zunächst die Ursache der Beklemmung ermittelt werden, bevor eine effektive Selbsthilfe möglich ist, weshalb zur ersten Abklärung in jedem Fall ein Therapeut eingeschaltet werden muss.

Durch Autogenes Training können Beklemmungsgefühle langfristig reduziert und so auch das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden. Länger anhaltende Beschwerden sollten mit dem Hausarzt oder einem Psychiater besprochen werden, abhängig von der vermuteten Ursache und der Ausprägung der Beklemmung.

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lasogga, F., Gasch, B.: Notfallpsychologie: Lehrbuch für die Praxis. Springer, Berlin 2007
  • Möller, H.-J.: Therapie psychischer Erkrankungen. Thieme, Stuttgart 2006

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