Angina pectoris

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. Dezember 2017
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Angina pectoris bzw. Brustenge ist eine Herzerkrankung, die zur Gruppe der koronaren Herzkrankheiten (KHK) gehört. Die Symptome ähneln häufig jenen des Herzinfarktes. Angina pectoris sollte bei Verdacht sofort vom Arzt untersucht werden. Der Ruf des Notarztes bzw. dringenden medizinischen Hilfe ist demnach mehr als ratsam.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris ist eine ernst zunehmende Erkrankung die zu den konoraren Herzerkrankungen gehört.

Man übersetzt diese auch mit "Brustenge" und damit wird deutlich, um was es sich handelt. Symptome, die im Rahmen einer Angina pectoris auftreten bezeichnet man als "pectanginöse Beschwerden".

Um eine Angina pectoris von dem noch ernsteren Herzinfarkt abzugrenzen, muss man die Zeit betrachten, in der die Symptome auftreten, denn die unangenehmen Symptome einer Angina pectoris treten meist nur kurzfristig auf, bedürfen aber in jedem Fall einer raschen medizinischen Abklärung.

Ursachen

Die Ursachen der Angina pectoris sind verengte Herzkranzgefässe und daraus resultierende Durchblutungsstörungen der Gefäße und in Konsequenz eine Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff.

Diese Problematik tritt gehäuft unter körperlicher und seelischer Belastung auf und nahezu immer Begleiterscheinung der Koronaren Herzkrankheit.

Da aber nicht jeder Fall der Koronaren Herzkrankheit mit diesen Symptomen einhergeht, ist sie ziemlich heimtückisch, denn sie bleibt daher häufig lang unerkannt und je früher die Ursachen behoben werden, desto günstiger sind die Heilungschancen.

Weitere Ursachen können sein: Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose, Stress und Rauchen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptomatik einer Angina Pectoris kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Häufig kommt es gar nicht zu den meist beschriebenen stechenden Brustschmerzen. In vielen Fällen klagen die Patienten lediglich über ein Unwohlsein, welches hinter dem Brustbein lokalisiert ist. Hier werden solche Symptome wie Druck, dumpfer Schmerz, Brennen oder Schweregefühl beschrieben.

Häufig treten Atemnot und das Gefühl der Brustkorbverengung auf. Vielfach strahlen die Schmerzen in den Rücken, den Nacken, die Schultern oder den Magen aus. Manchmal kann sogar die Kieferngegend vom Schmerz betroffen sein. So ist es sogar möglich, dass der Ursprung der Schmerzen nicht mehr realisiert wird, wenn diese in der ausgestrahlten Körpergegend dominieren.

Wenn der Kiefer betroffen ist, können oft als einziges Symptom sehr starke Zahnschmerzen wahrgenommen werden. Hier wird der Patient häufig statt eines Kardiologen einen Zahnarzt aufsuchen. Die Angina Pectoris kann stabil oder instabil sein. Bei der stabilen Form treten die Beschwerden immer bei bestimmten Belastungssituationen mit der gleichen Intensität auf und klingen bei Ruhe ab.

Eine instabile Angina Pectoris tritt bereits bei geringer Belastung auf, wird bei jedem Anfall stärker und hält immer länger an. Außerdem klingen die Schmerzen oft auch bei Ruhe nicht ab und die medikamentöse Behandlung mit Nitroglyzerin schlägt oft nicht an. Des Weiteren ist das Risiko für einen Herzinfarkt bei einer instabilen Angina Pectoris deutlich erhöht.

Krankheitsverlauf

Stechende oder reißende Herzschmerzen werden von den meisten Patienten während eines Herzinfarktes beschrieben. Die Schmerzen können in die Arme, Hals, Schulter, Oberbauch und in den Rücken ausstrahlen. Begleitende Symptome sind meist: Atemnot, Übelkeit und Angstgefühl („Todesangst“) einhergeht.

Bei Verdacht auf Angina pectoris sollte umgehend ein Arzt gerufen werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Bei einer dann einsetzenden ärztlichen Behandlung können die Herzkranzgefäße durch moderne medizinische Therapieverfahren nachhaltig behandelt werden, sodass die Gefahr für einen Herzinfarkt oder andere Herzerkrankungen gesenkt werden kann.

Dennoch sollte gerade bei der Angina pectoris der Patient selbst aktiv werden. Das heisst unbedingter Verzicht auf Rauchen, Alkohol und fettes Essen. Zudem sollte der Betroffene unter äztlicher Anleitung beginnen sich mehr zu bewegen oder gar Sport zu treiben. Ebenso sollte Stress vermieden werden. Leidet der Patient zudem an Übergewicht, so ist dieses durch zusätzliche Diätmaßnahmen zu behandeln.

Wird eine koronare Herzerkranung, zu der die Angina pectoris zählt, nicht behandelt, so ist ein hohes Risiko gegeben durch einen Herzinfarkt zu sterben.

Komplikationen

Treten bei einer Angina pectoris Komplikationen auf, so gehören diese ärztlich abgeklärt. Sobald sich bereits bei geringer Belastung ein Enge- beziehungsweise Beklemmungsgefühl im Brustkorb bemerkbar macht, Atembeschwerden oder Herz-Rhythmus-Störungen auftreten, besteht akute Lebensgefahr. Der plötzliche Sauerstoffmangel kann die Durchblutung des Herzmuskels nicht mehr garantieren und ein Infarkt droht.

Zeitweise äußern sich die Komplikationen auch als Brustschmerzen, Taubheitsgefühl in den Armen, Schwindelgefühlen und Schweißausbrüchen. Ratsam ist es, bei jeder Form der Angina diese gut auszukurieren. Nach überstandener Symptomatik gehört der Patient einer Risikogruppe an und sollte seinen Lebenswandel im Rahmen einer Therapie korrigieren.

Wird das Symptom verschleppt und werden die Anzeichen einer eintretenden Problematik ignoriert, kann sich das Krankheitsbild in einen chronischen Dauerzustand wandeln. Ist der Herzmuskel durch eine Angina pectoris erst geschwächt, schlägt sich dies auf die allgemeine Lebensqualität und Lebenserwartung nieder. Ferner reduzieren sich die Heilungschancen.

Als Folge kann sich eine therapieresistente Angina pectoris oder sogar eine Instabile Agina pectoris bilden, die auch während der Ruhephasen plötzlich Kreislaufprobleme auslöst. Erkrankte Patienten müssen die Warnhinweise ihres Körpers daher verstärkt beobachten, damit es nicht zum Extremfall kommt. Insbesondere Menschen in der Lebensmitte, die einem hohen Stresspotential ausgesetzt sind sowie ältere Patienten können unerwartet einem Infarkt erliegen.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Falle des Auftretens von anfallartigem Schmerz in der Brust ist im Erstfall immer ein Notarzt zu verständigen. Betroffene müssen auf die Ursache des Anfalls hin untersucht werden. Koronarsklerosen, Herzfehler, Herzrhythmusstörungen und weitere koronale Ursachen müssen erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Auch die umliegenden Gefäße können eine Rolle spielen. Zudem kann eine Angina pectoris auf einen Herzinfarkt hindeuten oder ein Symptom eines solchen sein.

Patienten mit einer stabilen Angina pectoris erleben sich gleichende Anfälle der Brustenge mit gleichbleibenden Schmerzen in verschiedenen Situationen. Sie können sich dank verschriebener Medikamente selbst versorgen. Hilft dies nicht, ist ein Notarzt zu verständigen.

Zwei weitere Faktoren entscheiden zudem, ob ein ein Notarzt verständigt werden muss. Zum einen sollte dieser gerufen werden, wenn der Anfall sich von bisher erlebten Anfällen unterscheidet. Unter Umständen handelt es sich um einen Herzinfarkt. Auch ist ein Arzt immer dann zu konsultieren, wenn sich die Anfälle häufen - also schon bei geringerer Belastung als üblich auftreten.

Eine instabile Angina pectoris ist bei jeder einzelnen Verschlechterung, die der Betroffene feststellt, ein Fall für den Arzt. Regelmäßige Untersuchungen des Herzens und der umliegenden Gefäße sind für alle Menschen, die diese Anfälle erleben, unumgänglich.

Behandlung & Therapie

Oftmals liegt einem Herzinfarkt eine Verengung der Herzkranzgefäße zugrunde, die man als Arteriosklerose bezeichnet. Wird eine solche Engstelle durch ein Blutgerinnsel verstopft, werden alle darauf folgenden Herzmuskelareale nicht mehr mit Blut und Saueratoff versorgt. Der Herzmuskel stribt dann innerhalb weniger Stunden ab. Klicken, um zu vergrößern.

Wer penctanginöse Beschwerden verspürt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um eine mögliche Angina pectoris rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, denn hier zählt der Zeitfaktor. Am Besten ist es, wenn man sofort den Rettungsdienst ruft. Dieser wird vermutlich mit dem Notarzt kommen, da die Erkrankung lebensgefährlich sein kann.

Auf jeden Fall sollte man den Oberkörper hochlagern und keinen Schritt mehr gehen. Es kann passieren dass man erbrechen muss oder es sogar zu einem Kreislaufzusammenbruch kommt. Die Erstmaßnahmen des Rettungsdienst werden darin bestehen, durch eine Nasensonde hochdosierten Sauerstoff zuzuführen, die Vitalfunktionen, also Atmung, Puls und Blutdruck zu überprüfen und eine oder mehrere venöse Zugänge (Infusionsnadeln) zu legen, damit schnell Medikamente wie Schmerzmittel etc. verabreicht werden können.

Halten die Angina pectoris Beschwerden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes an, handelt es sich vermutlich um einen Herzinfarkt, der unbehandelt zum Tode führen kann. Das ist der Grund, weshalb man diese Brustenge sehr ernst nehmen sollte und lieber einmal mehr den Rettungsdienst rufen sollte als einmal zu wenig. Erst anhand des angelegten und ausgewerteten EKG´s kann man eventuell feststellen, ob es sich "nur" um eine Angina pectoris oder um einen Herzinfarkt handelt. Selbst bei einem unauffälligen EKG kann ein Herzinfarkt vorliegen, deshalb gehören Menschen mit Herzbeschwerden, egal welcher Art, immer in Behandlung eines Arztes, damit ihnen schnell geholfen werden kann.

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Aussicht & Prognose

Im schlimmsten Falle kann es durch die Angina pectoris zu einem plötzlichen Herztod kommen. Dieser tritt in der Regel ohne besonderer Symptome auf und kann damit zum Tode des Patienten führen. Die Betroffenen leiden an starken Schmerzen in der Brust und nicht selten an einer Atemnot. Durch die Atemnot kann es dabei auch zu einer Panikattacke kommen, die mit einem Schweißausbruch verbunden ist. Weiterhin kommt es zu einer starken Abgeschlagenheit und zu einem beklemmenden Gefühl in der Brust. Nicht selten leiden die Patienten auch an Todesangst und an starken Bauchschmerzen. Die Belastbarkeit des Patienten wird verringert und es kommt zu Schwierigkeiten im Alltag.

Weiterhin kann es auch zu Lähmungen oder zu anderen Gefühlsstörungen kommen, die die Lebensqualität deutlich verringern. Bei dieser Krankheit kommt es auch nicht zu einer Selbstheilung, sodass der Betroffene auf eine Behandlung durch einen Arzt auf jeden Fall angewiesen ist.

Die Behandlung selbst geschieht mit Hilfe von Medikamenten oder durch operative Eingriffe. Im Falle eines Herzinfarktes ist die Behandlung durch einen Notarzt notwendig, damit der Patient nicht verstirbt. Gegebenenfalls ist die Lebenserwartung durch die Angina pectoris eingeschränkt.

Vorbeugung

Die Beste Vorbeugung gegen Angina pectoris ist natürlich, wenn man es erst gar nicht zu den Ursachen kommen lässt und regelmäßig vom Arzt eingehend untersucht wird. Das gilt vor allem dann, wenn man ein sogenannter Risikopatient ist. Hierzu gehören Menschen, die an Übergewicht, Bluthochdruck und hohen Blutfettwerten leiden; Menschen bei denen eine familiäre Belastung vorliegt, was Herzerkrankungen anbelangt und natürlich auch Menschen, die schon früher Herzbeschwerden hatten.

Auch wenn nur leichte Beschwerden bestehen, sollte man sofort zum Facharzt (Kardiologe)gehen oder zumindest zum Hausarzt, der dann entscheiden kann ob die Konsultation eines Facharztes notwendig ist. Angina pectoris trifft aber nicht nur Menschen, die rein augenscheinlich dafür prädestiniert sind, also übergewichtig sind oder erhöhte Blutfettwerte haben. Auch Menschen, die viel unter physischem oder psychischem Stress stehen, gehören auch zu dem gefährdeten Personenkreis.

Nicht selten sieht man das Bild des gestressten Managers, der versucht seinen Krawattenknoten zu lockern und nach Luft schnappt. Auch seelische Last kann zu den Symptomen der Angina pectoris führen. Grunderkrankungen müssen behandelt werden und wer ständig unter Leistungsdruck steht, egal in welcher Form, muss einen Gang zurückschalten und seiner Gesundheit zu liebe etwas langsamer treten, denn man hat nur ein Herz und dieses Herz ist lebensnotwendig.

Das können Sie selbst tun

Für Menschen, die unter Angina Pectoris – oder anderen Herzerkrankungen – leiden, gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die ihnen bei der Krankheitsbewältigung helfen können.

In sogenannten Herzgruppen können sich die Patienten untereinander austauschen und gemeinsam Sport treiben. Bewegung ist essenziell bei der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem kann der Austausch mit anderen Patienten die Angst vor einem Herzinfarkt mindern. Sollte dies nicht ausreichen, kann eine Therapie bei einem Facharzt oder Psychologen in Erwägung gezogen werden. Auch Entspannungstechniken können gegen die Angst helfen. Fachärzte und Psychologen haben beobachtet, dass Patienten, die regelmäßig Techniken wie Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training oder Yoga praktizieren, seltener unter Anfällen von Angina Pectoris leiden. Für Patienten, die Entspannungstechniken skeptisch gegenüberstehen, empfiehlt sich das sogenannte Biofeedback als Einsteigertechnik. Hier stellt sich der oder die Betroffene ein Bild vor (zum Beispiel eine angenehme Landschaft oder Situation) und konzentriert sich gänzlich darauf.

Neben regelmäßiger Bewegung und Entspannung spielen weitere Faktoren eine Rolle. Empfehlenswert sind: fettarme, gesunde Ernährung, Gewichtsnormalisierung bei Adipositas und Verzicht auf Nikotin. Bei regelmäßigen ärztlichen Kontrollen können Risikofaktoren für Angina Pectoris ermittelt werden (zum Beispiel Arteriosklerose). Gesetzlich versicherte Patienten können sich ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos untersuchen lassen. Dies ist besonders Diabetikern und Rauchern sowie Patienten mit Blutdruckproblemen zu empfehlen.

Während eines Anfalls ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Der Patient sollte eine aufrechte Haltung einnehmen und versuchen ruhig zu atmen. Meist vergeht der Schmerz binnen weniger Minuten. Die Betroffenen führen ein Nitrospray oder Nitrokapseln mit sich, welche die Symptome beseitigen. Sollte dies nicht der Fall sein, und sollten die Beschwerden länger als fünfzehn Minuten anhalten, ist der Rettungsdienst zu alarmieren.

Bücher über Angina pectoris

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kindermann, W., et al.: Sportkardiologie. Steinkopff, Darmstadt 2007
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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