Rauchen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2014
Symptomat.deLexikon Rauchen

Wissen sie, dass mehr Männer rauchen und davon 75 Prozent Gewohnheitsraucher sind? In manchen Gegenden und Ländern sind gar nur 40 Prozent Nichtraucher. Auch die Zahl der Zigaretten rauchenden Frauen nimmt ständig zu. Vielleicht rauchen sie ja sogar selbst viel oder sind sie bereits erfolgreicher Nichtraucher?

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Statistiken über das Rauchen

Als Kolumbus im Jahre 1492 als erster Europäer Zigarren rauchende Indianer sah, ahnte er sicher nicht, welche Bedeutung diese Gepflogenheit für die Weltwirtschaft, das Privatleben und für die Gesundheit erlangen sollte. Alexander von Humboldt sagte einmal: „Zwei Pflanzen von großer Bedeutung sind von Amerika zu uns herübergekommen, die eine zum Segen – die Kartoffel, die andere zum Verderben – der Tabak!“ 1930 betrug die Jahresweltproduktion schon ungefähr 2800 Millionen Tonnen Rohtabak, das sind etwa 50.000 Tonnen reines Nikotin. Jedoch sind diese Zahlen heute bereits um ein vielfaches angestiegen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren Zigaretten und Tabakwaren sogar ein wichtiges Zahlungsmittel, die beinahe einen Währungsersatz darstellten. Im April 2008 wurden allein in Deutschland 3,3 Milliarden Zigaretten versteuert. Der Jahresverbrauch stieg auf 46 Milliarden Zigaretten an. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Deutsche 1000 Zigaretten geraucht hat. Der zunehmende Nikotingenuss stellt ein ernstes Problem dar.

Gefahren und Krankheiten durch Rauchen

Das Vorbeugen von Raucherkrankheiten und die Bekämpfung des Zigarettenmissbrauchs werden immer wichtigere medizinische und volksgesundheitliche Bedeutung erlangen bzw. sind es bereits seit Jahren. Die Gefahr des gewohnheitsmäßigen Missbrauchs ist beim Nikotingenuss besonders groß, welch sich der richtige Genuss erst beim regelmäßigen Rauchen einstellt. Regelmäßiges Rauchen aber führt schnell zur Sucht.

Die akute Vergiftung nach der ersten Zigarette mit ihren unangenehmen Erscheinungen, wie Übelkeit, Schwindelgefühl und Herzbeschwerden, ist nur zu schnell überwunden und bald wird das Rauchen zu einem geistigen, seelischen und körperlichen Anregungsmittel bzw. Droge. Fast alle Sinne (Geschmack, Geruch, Tastsinn) werden zunächst angeregt. Die Müden werden erfrischt, die Nervösen entspannt, die Ängstlichen mutig – das glauben zumindest die Raucher – und der Ausweg aus vielen Schwierigkeiten ist der Griff in die Tasche nach der Zigarette.

Die Schädlichkeit des Rauchens kann im Tierexperiment kaum bewiesen werden, da der Rauchvorgang durch das Tier schlecht nachgeahmt werden kann. Daher kann man immer nur jeweils einen der den Raucher schädigenden Faktoren, wie die Teerprodukte oder das flüchtige Alkaloid Nikotin oder das Kohlenoxyd, im Tierversuch ausprobieren.

Doch sollte das große Experiment am Menschen vollauf genügen, um die nötigen Schlüsse zu ziehen. Seit einigen Jahrzehnten nimmt der Bronchialkrebs ungeheuer stark zu, und zwar entsprechend dem steigenden Zigarettenverbrauch. Die Teerprodukte, die bei der Verbrennung frei werden, lösen Entzündungen aus, verhindern die Heilung, und damit ist der Boden für eine Geschwulst vorbereitet.

Die beschriebenen Schäden finden wir immer wieder bei unseren Patienten in der Klinik und beim Arzt. Seit mehreren Jahren beobachten wir besonders aufmerksam erkrankte Raucher auf solche Erscheinungen hin. Bei etwa 45 Prozent aller Raucherkranken werden die Leiden durch das Rauchen ausgelöst, verschlimmert oder in der Heilung behindert. Gerade Krankheitserscheinungen wie Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen und am Herz (Angina pectoris, Herzinfarkt), Raucherentzündung, Bronchitis, Bronchialkrebs, Magen- und Zwölffingerdarmentzündungen und Geschwüre, einige chronische Verstopfungen sind typische Raucherleiden.

Eingehende Untersuchungen haben auch den schädlichen Einfluss auf die Geschlechtsorgane nachgewiesen. Öfter erleben wir, dass Patienten auf Grund ihrer chronischen Magenschleimhautentzündung immer wieder Magengeschwüre bekommen, bis sie eines Tages beim Chirurgen landen, der den halben Magen wegoperieren muss. Das Schädliche Rauchen wirkt weiter ein, die Gastritis wird wieder schlimmer, und es entstehen neue Störungen, die sich dann bald auf die Nachbarorgane auswirken.

Das Nikotin ist vor allem ein Gefäßnervengift. Während die Teerprodukte Entzündungen auslösen, sie als chronisch werden lassen und damit den Boden für eine Geschwulst vorbereiten, muss die besondere Wirkung des Nikotins auf Herz und Gefäße immer wieder hervorgehoben werden.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Nikotin und das Rauchen das gefährlichste Gift für den Kreislauf unter den üblichen Genussmitteln darstellt. Die Durchblutungsstörungen an den Beinen wirken sich so aus, dass allmählich nach immer kürzeren Strecken Krämpfe auftreten, die Patienten vorübergehend stehenbleiben müssen und erst dann weitergehen können. Der Volksmund spricht vom Raucherbein.

Diese Tatsachen bleiben bestehen, auch wenn es Menschen gibt, die angeblich ohne Schaden bis ins hohe Alter hinein täglich rauchen. Die Empfindlichkeit jedes einzelnen für Gifte ist äußerst unterschiedlich. Dennoch kann es jeden treffen, da eine Vorhersage niemals möglich ist.

Rezeptfreie Medikamente gegen Rauchen und Nikotinsucht

Hier Informieren:



Bücher über Rauchen und Nikotin

Weitere Infos

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Rauchen?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Schlumpf kommentierte am 24.11.2013 um 22:08 Uhr

Ich habe vor einem halben Jahr mit dem Rauchen aufgehört und davor etwa 15 Zigaretten täglich geraucht. Für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist nicht nur das Nikotin in den Zigaretten verantwortlich, sondern auch all die anderen Zusätze des Tabaks. Rauchen ist schädlich!