Rauchen
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Wissen sie, dass mehr Männer rauchen und davon 75 Prozent Gewohnheitsraucher sind? In manchen Gegenden und Ländern sind gar nur 40 Prozent Nichtraucher. Auch die Zahl der Zigaretten rauchenden Frauen nimmt ständig zu. Vielleicht rauchen sie ja sogar selbst viel oder sind sie bereits erfolgreicher Nichtraucher?
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Geschichte und Statistiken über das Rauchen
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren Zigaretten und Tabakwaren sogar ein wichtiges Zahlungsmittel, die beinahe einen Währungsersatz darstellten. Im April 2008 wurden allein in Deutschland 3,3 Milliarden Zigaretten versteuert. Der Jahresverbrauch stieg auf 46 Milliarden Zigaretten an. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Deutsche 1000 Zigaretten geraucht hat. Der zunehmende Nikotingenuss stellt ein ernstes Problem dar.
Gefahren und Krankheiten durch Rauchen
Die akute Vergiftung nach der ersten Zigarette mit ihren unangenehmen Erscheinungen, wie Übelkeit, Schwindelgefühl und Herzbeschwerden, ist nur zu schnell überwunden und bald wird das Rauchen zu einem geistigen, seelischen und körperlichen Anregungsmittel bzw. Droge. Fast alle Sinne (Geschmack, Geruch, Tastsinn) werden zunächst angeregt. Die Müden werden erfrischt, die Nervösen entspannt, die Ängstlichen mutig – das glauben zumindest die Raucher – und der Ausweg aus vielen Schwierigkeiten ist der Griff in die Tasche nach der Zigarette.
Die Schädlichkeit des Rauchens kann im Tierexperiment kaum bewiesen werden, da der Rauchvorgang durch das Tier schlecht nachgeahmt werden kann. Daher kann man immer nur jeweils einen der den Raucher schädigenden Faktoren, wie die Teerprodukte oder das flüchtige Alkaloid Nikotin oder das Kohlenoxyd, im Tierversuch ausprobieren.
Doch sollte das große Experiment am Menschen vollauf genügen, um die nötigen Schlüsse zu ziehen. Seit einigen Jahrzehnten nimmt der Bronchialkrebs ungeheuer stark zu, und zwar entsprechend dem steigenden Zigarettenverbrauch. Die Teerprodukte, die bei der Verbrennung frei werden, lösen Entzündungen aus, verhindern die Heilung, und damit ist der Boden für eine Geschwulst vorbereitet.
Die beschriebenen Schäden finden wir immer wieder bei unseren Patienten in der Klinik und beim Arzt. Seit mehreren Jahren beobachten wir besonders aufmerksam erkrankte Raucher auf solche Erscheinungen hin. Bei etwa 45 Prozent aller Raucherkranken werden die Leiden durch das Rauchen ausgelöst, verschlimmert oder in der Heilung behindert. Gerade Krankheitserscheinungen wie Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen und am Herz (Angina pectoris, Herzinfarkt), Raucherentzündung, Bronchitis, Bronchialkrebs, Magen- und Zwölffingerdarmentzündungen und Geschwüre, einige chronische Verstopfungen sind typische Raucherleiden.
Eingehende Untersuchungen haben auch den schädlichen Einfluss auf die Geschlechtsorgane nachgewiesen. Öfter erleben wir, dass Patienten auf Grund ihrer chronischen Magenschleimhautentzündung immer wieder Magengeschwüre bekommen, bis sie eines Tages beim Chirurgen landen, der den halben Magen wegoperieren muss. Das Schädliche Rauchen wirkt weiter ein, die Gastritis wird wieder schlimmer, und es entstehen neue Störungen, die sich dann bald auf die Nachbarorgane auswirken.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Nikotin und das Rauchen das gefährlichste Gift für den Kreislauf unter den üblichen Genussmitteln darstellt. Die Durchblutungsstörungen an den Beinen wirken sich so aus, dass allmählich nach immer kürzeren Strecken Krämpfe auftreten, die Patienten vorübergehend stehenbleiben müssen und erst dann weitergehen können. Der Volksmund spricht vom Raucherbein.
Diese Tatsachen bleiben bestehen, auch wenn es Menschen gibt, die angeblich ohne Schaden bis ins hohe Alter hinein täglich rauchen. Die Empfindlichkeit jedes einzelnen für Gifte ist äußerst unterschiedlich. Dennoch kann es jeden treffen, da eine Vorhersage niemals möglich ist.
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Weitere Infos
- Lungenkrebs Behandlung und Vorbeugung
- Lungenkrebs
- Nikotinsucht (Nikotinabhängigkeit)
- Raucherbein (Schaufensterkrankheit)
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
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