Hämoglobin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Dezember 2016
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Die Bezeichnung des Hämoglobins leitet sich von den griechischen Begriffen für Blut und Kugel ab. Somit ist Hämoglobin ein kugelförmiger Bestandteil des menschlichen Blutes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hämoglobin?

Hämoglobin befindet sich als Bestandteil des menschlichen Blutes in den roten Blutkörperchen (den sogenannten Erythrozyten) und wird auch als roter Blutfarbstoff bezeichnet.

Diese Titulierung verdankt das Hämoglobin der Tatsache, dass es für die Rotfärbung des Blutes verantwortlich ist. In einem einzelnen roten Blutkörperchen finden sich ca. 280 Millionen Moleküle des roten Blutfarbstoffes. Ein entsprechendes Molekül des Hämoglobins setzt sich dabei sowohl aus Eiweißen als auch aus Farbstoff zusammen, der in der Medizin auch Häm genannt wird.

In seiner Entwicklung verfügt der menschliche Organismus über unterschiedliche Formen des Hämoglobins - während das Hämoglobin ungeborener Kinder im Mutterleib etwa als embryonaler oder fetaler roter Blutfarbstoff bezeichnet wird, findet sich im Blut eines gesunden Erwachsenen sogenanntes adultes Hämoglobin. Embryonales beziehungsweise fetales Hämoglobin zeichnet sich vor allem durch eine vergleichsweise höhere Kapazität der Sauerstoffaufnahme aus.

Medizinische & gesundheitliche Funktionen, Aufgaben & Bedeutungen

Das Hämoglobin enthält unter anderem sauerstofftransportierende Eiweiße, die Sauerstoff aus der Atemluft aufnehmen und dieses zu verschiedenen Bestimmungsorten innerhalb des Körpers befördern.

Das Hämoglobin bindet den entsprechenden Sauerstoff mithilfe von Eisen, das im roten Blutfarbstoff vorhanden ist. Darüber hinaus übernimmt das Hämoglobin den Transport von Kohlendioxid - mithilfe des roten Blutfarbstoffes gelangt das Kohlendioxid aus dem Gewebe in die Lunge, von wo aus es schließlich abgeatmet werden kann.

Auch Blutfluss und Blutdruck werden durch das Hämoglobin beeinflusst; so ist das Hämoglobin beispielsweise in der Lage, durch Freisetzung chemischer Verbindungen eine Weitung der Blutgefäße herbeizuführen. Diese Blutgefäßweitung kann sich in einem nächsten Schritt in einem Sinken des Blutdrucks bzw. einer gesteigerten Durchblutung äußern.

In der Medizin dient das Hämoglobin unter anderem diagnostischen Zwecken - so kann die Laboruntersuchung des Hämoglobins eines Patienten Hinweise auf eventuell vorliegende Störungen/Erkrankungen geben. Der Hämoglobinspiegel eines Mannes liegt dabei im Durchschnitt über dem einer Frau.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Zu den Krankheiten bzw. Störungen, die unter anderem mithilfe der Untersuchung von Hämoglobin zu bestimmen sind, zählen beispielsweise die Anämie (Blutarmut, die beispielsweise mit Schwäche, Müdigkeit und/oder Schwindel einhergeht), Beeinträchtigungen des intakten Wasserhaushaltes oder die sogenannte Polyglobulie - anders als bei der Anämie (die Hämoglobin-Werte fallen beim Betroffenen zu niedrig aus) ist die Polyglobulie durch einen Überschuss an roten Blutkörperchen gekennzeichnet.

Ein niedriger Hämoglobin-Level ist allerdings nicht immer auf Blutarmut im Rahmen einer Anämie zurückzuführen; auch ein akuter Blutverlust (beispielsweise infolge schwerer Verletzungen oder Operationen), eine den Organismus betreffende Überwässerung, Blutbildungsstörungen sowie Erkrankungen von Niere und/oder Darm ziehen häufig einen sinkenden Spiegel des Hämoglobins nach sich.

Fällt der Hämoglobin-Spiegel bei Betroffenen zu hoch aus, so kann dies beispielsweise eine Folge sehr starken Rauchens oder eines längerfristigen Aufhaltens in ausgeprägten Höhen sein. Auch bei Vorliegen verschiedenen Lungenkrankheiten oder einer als Polycythämia rubra vera bezeichneten Erkrankung finden sich beim Patienten in der Regel erhöhte Werte des Hämoglobins.

Die intakte Funktionsfähigkeit des Hämoglobins kann unter anderem durch Eisenmangel beeinträchtigt werden - da Eisen zur Produktion des im Hämoglobin enthaltenen Farbstoffes benötigt wird, ist die Farbstoffkonzentration in der Folge geringer. Ohne ausreichendes Eisen ist der Organismus darüber hinaus auch nicht in der Lage, Hämoglobin zu bilden. Ist der Ausgleich eines entsprechenden Eisenmangels über die Ernährung nicht in ausreichendem Maße möglich, so kann der Einsatz von durch Mediziner verordneten Eisen-Präparaten medizinisch notwendig sein.

Auch verschiedene genetische Defekte können die Farbstoffproduktion (auch als sogenannte Häm-Synthese bezeichnet) des Hämoglobins beeinträchtigen - kommt es in der Folge zu einer Anreicherung an Vorstufen des Blutfarbstoffes, so kann dies bei Betroffenen unter anderem zu übermäßiger Lichtempfindlichkeit, Bauchschmerzen oder auch neurologischen Beschwerden führen. Erreger der Malaria-Erkrankung greifen Moleküle des Hämoglobins an und spalten dessen Eiweiße ab. Entsprechende Proteine dienen dann dem Stoffwechsel der Krankheitserreger.

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