Lichtempfindlichkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 30. Oktober 2016
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Lichtempfindlichkeit bezeichnet eine erhöhte Empfindlichkeit des Auges gegenüber Lichteinflüssen. In Folge der Sensibilität kommt es zu Symptomen wie Kopf- oder Augenschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lichtempfindlichkeit?

Lichtempfindlichkeit, auch Lichtscheu oder Photophobie genannt, ist ein medizinischer Sammelbegriff für gesteigerte Empfindlichkeit der Augen, die durch Einfluss von natürlichem oder künstlichem Licht ausgelöst werden.

Das Licht, an dessen Absorption das Sehvermögen gebunden ist, wird von Nervenzellen im Auge aufgenommen. Nervenzellen setzen die Lichtimpulse um und leiten sie an das Gehirn weiter. Läuft der Umsetzungs- und Übertragungsvorgang nicht reibungslos ab, kommt es zu Beeinträchtigungen, u.a. zu Lichtempfindlichkeit.

Neurologisch ist Lichtempfindlichkeit gleichbedeutend mit Photosensibilität, der erhöhten Reaktionsbereitschaft des Gehirns auf Lichteinstrahlung. Insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste wie beim Fernsehen, bei Videospielen oder in der Disco lösen beim Gehirn eine erhöhte Reaktionsbereitschaft aus. Bei Epileptikern kann es, wenn sie solchen Lichtquellen ausgesetzt sind, im schlimmsten Fall zu einem epileptischen Anfall kommen.

Dermatologisch spricht man zuweilen ebenfalls von einer Lichtempfindlichkeit. Bei einer Lichtempfindlichkeit der Haut kommt es zu abnormalen Reaktionen auf UVA und UVB—Licht. Es kommt zu Läsionsbildungen auf der Haut, ähnlich den Symptomen einer Dermatitis. Bei manchen Medikamenten kommt es als Nebenwirkung zu gesteigerter Lichtempfindlichkeit.

Ursachen

Was genau die Ursache der Lichtempfindlichkeit ist, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich kommt es zu vermehrten Nervenimpulsen im Augapfelnerv. Einen eindeutigen Grund dafür gibt es nicht, vielmehr kann Lichtempfindlichkeit zahlreiche verschiedene Ursachen haben, darunter vor allem Augenerkrankungen oder -verletzungen und auch neurologische Erkrankungen.

Kurzzeitige Lichtempfindlichkeit kann durch Reizungen auf Grund von Fremdkörpern im Auge ausgelöst werden oder die Begleiterscheinung einer Erkältung sein.

Unter den Augenerkrankungen ist Hornhautentzündung (Keratitis) eine häufige Ursache für Lichtempfindlichkeit, da die sensiblen Nervenenden in der Hornhaut hochempfindlich auf Entzündungen reagieren. Bei so gereizter Hornhaut genügen bereits geringe Lichteinflüsse um starke Schmerzen zu verursachen.

Weitere Ursache kann eine vordere Uveitis sein, eine Regenbogenhautentzündung. Betroffen sind neben der Regenbogenhaut (Iris) auch die Ziliarkörper. Da hier Sensoren liegen, die Lichtintensität messen und über den Pupillenreflex einfallende Lichtmengen geregelt werden, führen Entzündungen zu einer Lichtempfindlichkeit.

Weitere Augenerkrankungen die zu Lichtempfindlichkeit führen können, sind:

Auch neurologische Erkrankungen oder Folgen von Verletzungen kommen für eine Lichtempfindlichkeit in Frage. Erkrankungen, die mit einer Lichtempfindlichkeit einhergehen, sind:

Weitere, wenn auch seltene Gründe für Lichtempfindlichkeit können sein:

Diagnose & Verlauf

Lichtempfindlichkeit bezeichnet eine erhöhte Empfindlichkeit des Auges gegenüber Lichteinflüssen. In Folge der Sensibilität kommt es zu Symptomen wie Kopf- oder Augenschmerzen.

Lichtempfindliche Menschen meiden meist intuitiv direkte Sonneneinstrahlung. Schmerzende Augen und womöglich durch Lichteinwirkung hervorgerufene Kopfschmerzen sind Hinweise für eine Lichtempfindlichkeit.

Die Vermeidung der direkten Lichteinstrahlung, beispielsweise mittels einer Sonnenbrille, führt zu einer geringeren Lichtintensität und kann kurzzeitige Linderung verschaffen. Handelt es sich um eine schwerwiegendere Krankheit, die hinter der Lichtempfindlichkeit steht, wird diese Maßnahme jedoch keine dauerhafte Linderung verschaffen. Die Konsultation eines Augenarztes kann nähere Erkenntnisse bringen, ob das Auge direkt erkrankt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen weitere Fachärzte hinzugezogen werden.

Da Lichtempfindlichkeit in der Regel nicht als isoliertes Phänomen auftritt, sondern als Begleitsymptom, muss die eigentliche Ursache ermittelt werden um sie entsprechend zu behandeln.

Behandlung & Therapie

Oberflächlich hilft bei Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille. Jedoch ist das Ausblenden der Symptome keine Behandlung. Um die Lichtempfindlichkeit wirklich zu behandeln, muss man unbedingt die eigentliche Ursache der Beschwerden herausfinden und diese entsprechend behandeln.

Sollte die Lichtempfindlichkeit nicht auf Schlafmangel oder Stress zurückzuführen sein und nach kurzer Zeit wieder verschwinden, muss durch einen Augenarzt eine mögliche Erkrankung oder Dysfunktion des Auges abgeklärt werden. Mit entsprechender medikamentöser Behandlung besteht eine gute Chance auf schnelle Linderung.

Bei neurologischen Ursachen der Lichtempfindlichkeit, wie z.B. bei einer Epilepsieerkrankung, helfen Medikamente die Sensibilität gegenüber dem Licht zu unterdrücken.

Die Begleiterscheinungen starker Lichtempfindlichkeit, z.B. starke Kopfschmerzen, können zudem mit Schmerzmitteln behandelt werden. Sollten andere Medikamente Auslöser der Sensibilität sein, können diese nach Abspreche mit dem Arzt eventuell ausgewechselt werden.




Vorbeugung

Da Lichtempfindlichkeit variable Ursachen haben kann, gibt es verschiedene prophylaktische Maßnahmen. Generell sollten lichtsensible Menschen eine Sonnenbrille tragen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Die Beachtung von Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßigem Händewaschen, vor allem vor dem Kontakt mit dem Auge, schützt vor einem Großteil der direkten Augeninfektionen. Für Epileptiker und Menschen mit neuronal verursachter Lichtempfindlichkeit gilt schädliche Lichtquellen, wie etwa Stroboskop-Licht zu vermeiden.

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