Lichtempfindlichkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. Juni 2017
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Lichtempfindlichkeit bezeichnet eine erhöhte Empfindlichkeit des Auges gegenüber Lichteinflüssen. In Folge der Sensibilität kommt es zu Symptomen wie Kopf- oder Augenschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lichtempfindlichkeit?

Lichtempfindlichkeit, auch Lichtscheu oder Photophobie genannt, ist ein medizinischer Sammelbegriff für gesteigerte Empfindlichkeit der Augen, die durch Einfluss von natürlichem oder künstlichem Licht ausgelöst werden.

Das Licht, an dessen Absorption das Sehvermögen gebunden ist, wird von Nervenzellen im Auge aufgenommen. Nervenzellen setzen die Lichtimpulse um und leiten sie an das Gehirn weiter. Läuft der Umsetzungs- und Übertragungsvorgang nicht reibungslos ab, kommt es zu Beeinträchtigungen, u.a. zu Lichtempfindlichkeit.

Neurologisch ist Lichtempfindlichkeit gleichbedeutend mit Photosensibilität, der erhöhten Reaktionsbereitschaft des Gehirns auf Lichteinstrahlung. Insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste wie beim Fernsehen, bei Videospielen oder in der Disco lösen beim Gehirn eine erhöhte Reaktionsbereitschaft aus. Bei Epileptikern kann es, wenn sie solchen Lichtquellen ausgesetzt sind, im schlimmsten Fall zu einem epileptischen Anfall kommen.

Dermatologisch spricht man zuweilen ebenfalls von einer Lichtempfindlichkeit. Bei einer Lichtempfindlichkeit der Haut kommt es zu abnormalen Reaktionen auf UVA und UVB—Licht. Es kommt zu Läsionsbildungen auf der Haut, ähnlich den Symptomen einer Dermatitis. Bei manchen Medikamenten kommt es als Nebenwirkung zu gesteigerter Lichtempfindlichkeit.

Ursachen

Was genau die Ursache der Lichtempfindlichkeit ist, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich kommt es zu vermehrten Nervenimpulsen im Augapfelnerv. Einen eindeutigen Grund dafür gibt es nicht, vielmehr kann Lichtempfindlichkeit zahlreiche verschiedene Ursachen haben, darunter vor allem Augenerkrankungen oder -verletzungen und auch neurologische Erkrankungen.

Kurzzeitige Lichtempfindlichkeit kann durch Reizungen auf Grund von Fremdkörpern im Auge ausgelöst werden oder die Begleiterscheinung einer Erkältung sein.

Unter den Augenerkrankungen ist Hornhautentzündung (Keratitis) eine häufige Ursache für Lichtempfindlichkeit, da die sensiblen Nervenenden in der Hornhaut hochempfindlich auf Entzündungen reagieren. Bei so gereizter Hornhaut genügen bereits geringe Lichteinflüsse um starke Schmerzen zu verursachen.

Weitere Ursache kann eine vordere Uveitis sein, eine Regenbogenhautentzündung. Betroffen sind neben der Regenbogenhaut (Iris) auch die Ziliarkörper. Da hier Sensoren liegen, die Lichtintensität messen und über den Pupillenreflex einfallende Lichtmengen geregelt werden, führen Entzündungen zu einer Lichtempfindlichkeit.

Weitere Augenerkrankungen die zu Lichtempfindlichkeit führen können, sind:

Auch neurologische Erkrankungen oder Folgen von Verletzungen kommen für eine Lichtempfindlichkeit in Frage. Erkrankungen, die mit einer Lichtempfindlichkeit einhergehen, sind:

Weitere, wenn auch seltene Gründe für Lichtempfindlichkeit können sein:

Diagnose & Verlauf

Lichtempfindlichkeit bezeichnet eine erhöhte Empfindlichkeit des Auges gegenüber Lichteinflüssen. In Folge der Sensibilität kommt es zu Symptomen wie Kopf- oder Augenschmerzen.

Lichtempfindliche Menschen meiden meist intuitiv direkte Sonneneinstrahlung. Schmerzende Augen und womöglich durch Lichteinwirkung hervorgerufene Kopfschmerzen sind Hinweise für eine Lichtempfindlichkeit.

Die Vermeidung der direkten Lichteinstrahlung, beispielsweise mittels einer Sonnenbrille, führt zu einer geringeren Lichtintensität und kann kurzzeitige Linderung verschaffen. Handelt es sich um eine schwerwiegendere Krankheit, die hinter der Lichtempfindlichkeit steht, wird diese Maßnahme jedoch keine dauerhafte Linderung verschaffen. Die Konsultation eines Augenarztes kann nähere Erkenntnisse bringen, ob das Auge direkt erkrankt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen weitere Fachärzte hinzugezogen werden.

Da Lichtempfindlichkeit in der Regel nicht als isoliertes Phänomen auftritt, sondern als Begleitsymptom, muss die eigentliche Ursache ermittelt werden um sie entsprechend zu behandeln.

Komplikationen

Eine Lichtempfindlichkeit (Photophobie) kann sowohl durch äußere Einflüsse als auch durch Erkrankungen des Auges, welche verschieden Komplikationen haben. Auch eine Erweiterung der Pupillen, die bei Migräne oder einer Okulomotoriusparese geschehen kann, verursacht Kopfschmerzen aufgrund des vermehrten Lichteinfalls und es kommt zu einer Einschränkung der Sehkraft.

So kann beispielsweise ein Sonnenbrand eine Photophobie auslösen, dieser heilt bei leichten Fällen nach ein bis zwei Wochen ohne jegliche Komplikationen ab. Bei manchen Sonnenbränden können Narben zurückbleiben. Außerdem altert dadurch die Haut viel schneller und das Risiko an einem Hautkrebs zu erkranken ist bei häufig auftretenden Sonnenbränden drastisch erhöht.

Auch eine Hornhautentzündung (Keratitis) kann ernsthafte Komplikationen mit sich tragen. Mit entsprechender Behandlung heilt diese schnell wieder ab. Unbehandelt kann eine Superinfektion entstehen, indem zusätzliche Krankheitserreger das Auge infizieren. In den schlimmsten Fällen kann es eine Vernarbung der Hornhaut auslösen, die eine Einschränkung der Sehkraft mit sich trägt und zu einer Erblindung führen kann.

Ein Grauer Star (Katarakt) kann ebenfalls unbehandelt bis zur Erblindung führen. Auch ein epileptischer Anfall kann zur Lichtempfindlichkeit führen. Die gefürchtetste Komplikation einer Epilepsie ist der Status epilepticus, einem lang andauernden Krampfanfall, der mit einer Bewusstlosigkeit einhergeht. Dieser Notfall sollte sofort behandelt werden, da die Sterblichkeit des Staus epilepticus cica zehn Prozent beträgt.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Lichtempfindlichkeit ist nur in manchen Fällen ein Problem, das von einem Arzt untersucht werden muss. Relevant ist, wann die Empfindlichkeit gegen Licht auftritt. Lichtempfindlichkeit bei sehr hellem Tageslicht oder grellem künstlichen Licht ist normal. Diese Reaktion ist eine Schutzfunktion des menschlichen Körpers, um die Sinnesorgane vor Schädigungen zu bewahren. Daher muss kein Arzt aufgesucht werden, wenn das Symptom in diesem Zusammenhang auftritt.

Bei einigen Erkrankungen tritt Lichtempfindlichkeit als Begleiterscheinung auf. Das ist zum Beispiel bei Migräne der Fall. Verschwindet das Symptom mit dem Abklingen der Grunderkrankung, ist ein Arztbesuch nicht notwendig. Wenn die Lichtempfindlichkeit bestehen bleibt, sollte zur Sicherheit ein Termin vereinbart werden. Hinter Lichtempfindlichkeit können jedoch auch ernstzunehmende Erkrankungen stecken, die behandelt werden müssen. Lichtempfindlichkeit bei normalen oder sogar dunklen Lichtverhältnissen sollte von einem Arzt untersucht werden. Möglicherweise liegt eine Schädigung an den Augen vor.

Kommt es neben der Lichtempfindlichkeit zu weiteren Beschwerden, sollte zudem ein Mediziner konsultiert werden. Zu diesen Beschwerden zählen Kopfschmerzen, verschwommenes oder eingeschränktes Sehen oder starke Anspannungen in den Muskeln des Gesichts. Treten zusätzlich zur Lichtempfindlichkeit Schmerzen beim Sehen oder tränende Augen auf, sollte unverzüglich ein Augenarzt aufgesucht werden. In diesem Fall ist eine Schädigung des Auges nicht auszuschließen und es sollte zeitnah behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Oberflächlich hilft bei Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille. Jedoch ist das Ausblenden der Symptome keine Behandlung. Um die Lichtempfindlichkeit wirklich zu behandeln, muss man unbedingt die eigentliche Ursache der Beschwerden herausfinden und diese entsprechend behandeln.

Sollte die Lichtempfindlichkeit nicht auf Schlafmangel oder Stress zurückzuführen sein und nach kurzer Zeit wieder verschwinden, muss durch einen Augenarzt eine mögliche Erkrankung oder Dysfunktion des Auges abgeklärt werden. Mit entsprechender medikamentöser Behandlung besteht eine gute Chance auf schnelle Linderung.

Bei neurologischen Ursachen der Lichtempfindlichkeit, wie z.B. bei einer Epilepsieerkrankung, helfen Medikamente die Sensibilität gegenüber dem Licht zu unterdrücken.

Die Begleiterscheinungen starker Lichtempfindlichkeit, z.B. starke Kopfschmerzen, können zudem mit Schmerzmitteln behandelt werden. Sollten andere Medikamente Auslöser der Sensibilität sein, können diese nach Abspreche mit dem Arzt eventuell ausgewechselt werden.

Aussicht & Prognose

Augenkrankheiten, die durch Licht entstehen, werden unter dem Begriff Lichtempfindlichkeit zusammengefasst. Betroffene behelfen sich in der Regel durch das Tragen einer Sonnenbrille. Ob künstliches oder natürliches Licht, die Erkrankten empfinden es als unangenehm oder schmerzhaft.

Da Lichtempfindlichkeit viele Ursachen haben kann, hängt die Prognose von der Behandlungsmöglichkeit des Auslösers ab. Häufig ist eine Hornhautentzündung Grund für Lichtempfindlichkeit. Diese kann durch Augentropfen oder medizinische Salben behandelt werden. Die Hornhaut ist mit vielen sensiblen Nerven durchsetzt, die besonders stark auf Reize reagieren. Fremdkörper, welche die Hornhaut verletzen, können erhebliche Beschwerden verursachen. Intuitiv meidet der Erkrankte helles Licht. Ist die Entzündung abgeklungen, stellt sich wieder eine normale Verträglichkeit ein.

Migräne, organische Erkrankungen des Auges oder des Gehirns können ebenfalls Lichtempfindlichkeit auslösen. Abhängig vom Schweregrad ist die Prognose unterschiedlich. Auch Allergien wie Heuschnupfen lösen bei vielen Betroffenen Unverträglichkeit von Licht aus. Sonne verstärkt die allergische Reaktion, so dass der Kranke noch mehr unter tränenden Augen oder Niesanfällen leidet.

Auch Erkältungen sind typische Auslöser für Lichtempfindlichkeit. Weil sich die Beschwerden durch Licht verstärken, meidet der Patient helle Lichtquellen. Ist die Erkältung abgeklungen oder der Migräneanfall vorbei, hat auch Sonnenlicht keine unangenehmen Folgen mehr. Augentropfen, welche das gereizte Auge befeuchten, sind hilfreich.

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Vorbeugung

Da Lichtempfindlichkeit variable Ursachen haben kann, gibt es verschiedene prophylaktische Maßnahmen. Generell sollten lichtsensible Menschen eine Sonnenbrille tragen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Die Beachtung von Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßigem Händewaschen, vor allem vor dem Kontakt mit dem Auge, schützt vor einem Großteil der direkten Augeninfektionen. Für Epileptiker und Menschen mit neuronal verursachter Lichtempfindlichkeit gilt schädliche Lichtquellen, wie etwa Stroboskop-Licht zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

In vielen Fällen ist es relativ schwierig festzustellen, weswegen die Lichtempfindlichkeit bei einem Menschen auftritt. Sie kann durch psychische oder durch chronische Symptome auftreten, weswegen die Methoden zur Selbsthilfe auch relativ stark eingeschränkt sind. In den meisten Fällen ist es allerdings ratsam, eine psychologische Beratung aufzusuchen. Dabei können die Ursachen für die Lichtempfindlichkeit geklärt werden und damit das Symptom behandelt werden.

Wer an einer Lichtempfindlichkeit leidet, muss seine Augen vor der Sonneneinstrahlung schützen. Dadurch ergeben sich oft Komplikationen im eigenen Leben. Der Patient muss eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen und allgemein Stress und Schlafmangel vermeiden, da diese Symptome die Lichtempfindlichkeit nur verstärken. Auf abgedunkelte Räume sollte auch stets geachtet werden. Falls die Lichtempfindlichkeit sehr stark auftritt oder zu starken Schmerzen führt, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Die Methoden zur Selbsthilfe sind bei der Lichtempfindlichkeit relativ stark eingeschränkt und können dazu führen, dass sich die Lichtempfindlichkeit nur verschlimmert.

Oft wirkt sich ein gesunder Lebensstil positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Dazu gehört auf jeden Fall eine gesunde Ernährung und die Aufnahme einer sportlichen Aktivität. Ob das Symptom dadurch eingeschränkt werden kann, kann allerdings nicht universell vorausgesagt werden.

Bücher über Lichtscheu & Lichtempfindlichkeit

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Verstehen – Lernen – Anwenden. Thieme, Stuttgart 2008
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage, de Gruyter, Berlin 2014

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