Superinfektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016Geprüfte Qualität
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Unter einer Superinfektion wird in der Medizin eine Sekundärinfektion verstanden. Dabei folgt in der Regel ein bakterieller Infekt auf einen viralen Infekt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Superinfektion?

Die Bezeichnung Superinfektion stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Überinfektion. In der Virologie dient der Begriff für eine Virusinfektionsform einer Zelle. Dabei zeigt sich die Zweitinfektion durch einen unterschiedlichen Stamm des gleichen Erregers. Ebenso ist eine Co-Infektion mit einem anderen Virus möglich.

Die Medizin verwendet die Bezeichnung Superinfektion zumeist für eine Sekundärinfektion. Dabei handelt es sich im Regelfall um einen Virusinfekt, dem sich ein bakterieller Infekt anschließt. Mitunter dient der Begriff Superinfektion auch für Infekte, deren Förderung durch nichtinfektiöse chronische Erkrankungen geschieht.

Zu den typischen Beispielen einer Superinfektion gehört die bakterielle Sekundärinfektion im Anschluss an eine virale Bronchitis. Dabei besteht die Gefahr, dass die Bronchitis in eine lebensbedrohliche Lungenentzündung übergeht. Aber auch chronische Durchblutungsstörungen, die im Rahmen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auftreten und eine Ischämie des Fußes hervorrufen, können zu einer Superinfektion wie einem diabetischen Fuß führen.

Als weiteres Beispiel für eine Superinfektion gilt die atopische Dermatitis. Bei dieser Erkrankung, die mit einer Ausdünnung und Schwächung der Haut einhergeht, ist eine Sekundärinfektion mit Pilzen wie [[[Trichophyton]] rubrum oder Bakterien wie Staphylokokken denkbar.

Ursachen

Verursacht wird eine Superinfektion durch eine andere Infektion. So stellt eine bakterielle Superinfektion die Komplikation einer viralen Infektion wie einem grippalen Infekt oder einer Grippe (Influenza) dar. Die Erkältung wird stets von Viren ausgelöst.

Die Bakterien können jedoch die Schwäche des menschlichen Immunsystems während dieses Infektes ausnutzen und das erkrankte Gewebe ein weiteres Mal infizieren, was dann zu einer Sekundär- beziehungsweise Superinfektion führt.

Als typische Superinfektionen bei einem grippalen Infekt gelten die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sowie die Mittelohrentzündung (Otitis media). Dabei gelangen die Krankheitserreger aus der Nase in die Nebenhöhlen oder aus der eustachischen Röhre (Ohrtrompete) in das Mittelohr. Außerdem kann es zu weiteren Folgeinfektionen wie einer Bronchitis, Mandelentzündung, Rippenfellentzündung oder Lungenentzündung kommen.

Durch die Erkältungs- oder Grippeviren wird das Abwehrsystem des Menschen stark belastet. So muss das Immunsystem eine passende Reaktion auf die Krankheitserreger finden. Den Bakterien werden dadurch ihre Angriffe jedoch erleichtert, weil sich die Immunzellen mit der Abwehr der Viren befassen. Zum Beispiel werden die Immunbotenstoffe neu gebildet und andere Faktoren der Immunabwehr leiden unter Erschöpfung.

Vor allem Schleimhäute in Nase und Bronchien sind ein leichtes Ziel für Bakterien, da die Flimmerhärchen an den oberen Schleimhautzellen bereits durch die Viren vernichtet wurden. Im Normalfall befördern die kleinen Härchen eindringende Mikroben wieder aus dem Organismus. Bei ihrer Zerstörung können die Bakterien jedoch haften bleiben und die zweite Zelllinie attackieren, wodurch es zu einer Entzündung kommt.

Ein Kontakt mit Bakterien aus der Umwelt ist für den Ausbruch einer Superinfektion nicht nötig. So können sich die Keime bereits im Körper aufhalten, wurden bislang jedoch vom Abwehrsystem erfolgreich in Schach gehalten. Die Virusinfektion führt dann zu einer Störung des Gleichgewichts.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Beschwerden bei einer grippalen Superinfektion beginnen stets mit den typischen Symptomen einer Erkältung. Dazu gehören Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Niesreiz. Im weiteren Verlauf können weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Druckgefühle in den Nasennebenhöhlen oder eine Bronchitis hinzukommen.

Als typisches Anzeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion gilt eine grün-gelbliche Sekretion der befallenen Schleimhaut. Außerdem leiden die betroffenen Personen häufig unter Fieber. Im Falle einer Mittelohrentzündung zeigen sich Ohrenschmerzen oder Tinnitus. Außerdem verstärkt sich das Krankheitsgefühl des Patienten und das Abhusten fällt ihm schwer.

Andere Sekundärinfektionen treten deutlich seltener auf, können aber dramatische Folgen haben. So besteht bei der Zuckerkrankheit das Risiko eines diabetischen Fußes, der sich aus schlecht heilenden Wunden entwickelt. Im schlimmsten Fall können dann eine Operation oder sogar eine Amputation erforderlich sein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zeigen sich Anzeichen wie eitriger Schnupfen oder eine eitrige Mandelentzündung, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Dieser nimmt eine körperliche Untersuchung vor und befasst sich mit der Krankengeschichte des Patienten. Außerdem werden die Mandeln auf eventuelle weiße Beläge überprüft, die ein Hinweis auf eine bakterielle Tonsillitis (Mandelentzündung) sind.

Als hilfreich gelten zudem Blutuntersuchungen, bei denen nach Entzündungsmarkern gesucht wird. Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung kann eine Röntgenuntersuchung erfolgen. Selten bedarf es auch einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) oder einer Computertomographie. Durch eine Superinfektion besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Darüber hinaus verzögert sich der Heilungsprozess, wodurch die Erkrankung länger dauert.

Behandlung & Therapie

Eine Superinfektion muss konsequent behandelt werden. Zu den Therapiemaßnahmen zählen Ruhe, leichte vitaminhaltige Kost, eine reichliche Flüssigkeitszufuhr und Wärme. Darüber hinaus verordnet der Arzt Antibiotika, die die auslösenden Bakterien abtöten und das Abwehrsystem gegen die Doppelbelastung unterstützen.

Als hilfreich gilt außerdem die Einnahme von pflanzlichen Präparaten wie Salbeitee, Holundertee, Seifenkraut, Sternanis, Schlehe und Jujube. So haben die Wirkstoffe eine entzündungshemmende, schweißtreibende und schleimlösende Wirkung. Ebenfalls sinnvoll sind Einreibungen mit Pfefferminz, Fenchel, Eukalyptus, Thymian und Anis.

Handelt es sich um eine Superinfektion durch Hautverletzungen oder bei einer Neurodermitis, muss für eine konsequente Wundbehandlung gesorgt werden. Dazu gehören der tägliche Verbandswechsel und Bäder.

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Vorbeugung

Um einer Superinfektion vorzubeugen, empfiehlt es sich, im Krankheitsfall reichlich zu trinken, viel zu schlafen sowie Obst und Gemüse zu verzehren. Auf den Genuss von Tabak, Alkohol und Süßigkeiten sollte während eines grippalen Infekts dagegen verzichtet werden, um zusätzliche Anstrengungen des Immunsystems zu vermeiden.

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