Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Juni 2017
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Von einer Allergie spricht man, wenn das Immunsystem des Körpers außerordentlich stark auf bestimmte Stoffe und Umwelteinwirkungen reagiert. Man spricht hierbei auch von einer Überreaktion. Typische Allergien sind Heuschnupfen, Hausstauballergie und Sonnenallergie. Die Anzeichen der meisten Allergien sind meist deutlich sichtbar. So sind Schnupfen, Tränende Augen, Schwellungen, Juckreize und Atemnot nicht selten und sollten von einem Arzt untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Allergien?

Eine Allergie ist im Grunde nichts anderes als die Folge eines übereifrigen Immunsystems. In der Regel dient das Immunsystem dazu, Krankheitserreger und Schädlinge abzuwehren, um den Körper zu schützen.

Bei manchen Menschen werden jedoch auch harmlose Eindringlinge, wie zum Beispiel Bestandteile von Nahrungsmitteln oder Blütenpollen, als schädlich eingestuft, sodass der Körper auf die jeweiligen Fremdlinge allergisch reagiert.

Eine Allergie kann jedoch nicht nur gegen Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel bestehen, auch Hausstaub, Bestandteile von Kosmetika, Tierhaare oder andere Dinge, mit denen man im Alltag in Berührung kommt, können zu einer Überempfindlichkeitsreaktion führen. Da es für eine Allergie viele Auslöser gibt, können sowohl Kinder als auch ältere Menschen betroffen sein.

Ursachen

Warum manche Menschen eine Allergie entwickeln ist bisher noch nicht restlos geklärt, denn es gibt sehr viele Ursachen, die allergische Reaktionen auslösen können. Grundsätzlich ist es so, dass das Immunsystem einen eigentlich harmlosen Fremdkörper für schädlich hält und diesen abwehrt, sodass der Körper mit Hautreizungen, tränenden Augen und ähnlichen Symptomen reagiert.

Die Gründe für die Überempfindlichkeit bei manchen Menschen sind vielfältig. So kann es zum Beispiel sein, dass die Neigung zu einer Allergie über die Gene vererbt wird. Wer in seiner Familie mehrere Allergiker hat, wird selbst wahrscheinlich auch empfindlicher auf bestimmte Stoffe reagieren.

Dass Allergien in den Industrieländern wesentlich häufiger auftreten als in anderen Ländern, lässt zudem auch darauf schließen, dass der Körper ein gewisses Maß an Schmutz und Keimen braucht, um seine Abwehrkräfte auszubilden. Wer zu viel Wert auf Hygiene legt und seine Wohnung eher steril hält, ist dann nur selten gegen die Schadstoffe aus der Umwelt gewappnet, die man jedoch nicht umgehen kann.

Aus diesem Grund sollten Kleinkinder bzw. Babys auch nicht zu steril gereinigt werden. Mit Schmutz und Ungeziefer sollten sie jedoch auch nicht in Kontakt kommen. Das gesunde Mittelmaß ist immer noch das Natürlichste, um eine spätere Allergie vorzubeugen.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

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Der Krankheitsverlauf einer Allergie richtet sich vor allem danach, auf welche Allergene überempfindlich reagiert wird. Betroffen sind häufig die Augen, die mit Rötungen und Juckreiz reagieren. Auch Bindehautentzündungen und eine starke Tränenproduktion sind bei einer Allergie nicht selten. Zudem treten häufig Schwellungen der Bindehäute und der Lider auf.

Allergische Reaktionen können sich jedoch auch auf die Bronchien auswirken. Anders als bei Reaktionen der Augen, können diese Auswirkungen auch bleibende Schäden hervorrufen und sind somit als gefährlicher einzustufen. Bei einer Überempfindlichkeit verengen sich die Bronchien, während gleichzeitig zu viel Bronchialsekret produziert wird, sodass es zu Entzündungen kommt. Als Folge kann die Bronchialschleimhaut beschädigt werden.

Zu Atemproblemen kann eine Allergie auch führen, wenn die Nase betroffen ist. Die Nasenschleimhäute schwellen an, während gleichzeitig zu viel Secret produziert wird. Die Folge einer Allergie ist ein starker Juckreiz, vermehrtes Niesen und im schlimmsten Fall Entzündungen in den Nebenhöhlen.

Komplikationen

Eine Allergie führt zu einer charakteristischen Symptomatik, die zu entsprechenden Komplikationen führt. Zunächst kann gegen nahezu jeden Stoff eine Sensibilisierung erfolgen, so dass es kaum gegen etwas nicht allergisch sein kann. Dies kann entsprechend bei häufigem Kontakt mit dem Allergen zu schweren Einschränkungen der Lebensqualität führen.

In einigen Fällen kann ein Allergen ein Quincke-Ödem auslösen. Dabei kommt es zur Schwellung vor allem der tieferen Hautschichten, was schwerwiegender ist. Es kommt dabei vor allem zur Schwellung der Genitale, Hände, Füße und dem Gesicht. Im Gesicht kann dies zu starken Schwellungen in den Atemwegen führen, so dass es zu starker Atemnot kommen kann und der drohenden Angst zu ersticken.

Außerdem kommt es dadurch zur Einengung der Speiseröhre, so dass Schluckbeschwerden hinzukommen können. In den schlimmsten Fällen führt eine allergische Reaktion in einen anaphylaktischen Schock. Dabei kommt es zum starken Blutdruckabfall des Betroffenen und wichtige Organe werden nicht mehr genügend mit Blut versorgt, worauf diese absterben und ihre Funktion verlieren können.

Dieser Zustand ist lebensgefährlich und sollte notfallmedizinisch überwacht werden. Des Weiteren können sogenannte Kreuzreaktionen entstehen, bei denen dem Allergen molekular ähnlich aussehende Stoffe ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen können und für die gleichen Komplikationen sorgen können wie das ursprüngliche Allergen.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Allergien haben leichte und schwere Verläufe, doch unabhängig von der Ausprägung der ersten Symptome ist eine ärztliche Diagnose wichtig. Auffällige Schwellungen und Rötungen, Quaddeln auf der Haut, tränende Augen sowie Atemnot bei schweren allergischen Reaktionen sind typisch für eine Allergie und sollten untersucht werden. Bei einigen Allergien ist die Ursache für den Betroffenen ersichtlich, denn die mutmaßlich allergische Reaktion tritt immer in der gleichen Situation auf - beispielsweise bei Verzehr von Nüssen oder anderen Lebensmitteln.

In diesem Fall sollte der Patient beim ersten Arztbesuch den Verdacht äußern, wogegen eine Allergie besteht. Ein Arztbesuch ist aber auch dann sinnvoll, wenn allergische Symptome ohne eine klar erkennbare Ursache auftreten, denn dann könnte es sich um Pollen oder andere Umwelteinflüsse in der Atemluft handeln. Allergiker mit bekannter Diagnose sollten auf die Ausprägung ihrer Symptome achten.

Werden sie schwerer und handelt es sich dabei nicht um eine einmalige Ausnahme, sollten Betroffene einen erneuten Arzttermin vereinbaren. Allergien können sich verschlimmern - in diesem Fall sollte der Patient wissen, was er im Fall einer schweren allergischen Reaktion tun muss. Ein erneuter Arztbesuch ist auch dann wichtig, wenn bei Allergikern eine Reaktion gegen eine Substanz auftritt, die bisher keine Probleme verursacht hat. Auch neue Allergien können auftreten und sollten rechtzeitig erkannt werden.

Behandlung & Therapie

Eine wirkliche Heilung aller Allergien ist bisher noch nicht möglich. In vielen Fällen reicht es jedoch aus, wenn der Betroffene die jeweiligen Allergene meidet, sodass er auch nicht darauf reagiert.

Wenn dies jedoch nicht möglich ist, müssen je nach Stärke der Allergie weitere Maßnahmen ergriffen werden. So gibt es zum Beispiel Medikamente, die die Symptome lindern können. Aber auch Hilfsmittel, wie zum Beispiel spezielle Filter oder für Allergiker geeignete Bettwäsche, können sinnvoll sein.

In manchen Fällen kann auch eine Sensibilisierung mit den Allergie auslösenden Stoffen dazu führen, dass die Symptome deutlich schwächer werden.

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Bücher über Allergien

Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Grevers, G. et al.: Taschenatlas Allergologie. Thieme, Stuttgart 2008
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Santiano kommentierte am 06.03.2016 um 11:23 Uhr

Folgende Symptome sind bei mir über längere Zeit hinweg nach und nach entstanden: Es begann mit heftigem Halsjucken, das zu starken Hustenanfällen führte, die mich in der Nacht aufwachen ließen. Es hörte nur auf, wenn ich einen Schluck Wasser nahm, sonst wurde es richtig quälend. Dann immer wieder mal Zungenbrennen. Hinzu kamen danach Schnupfensymptome, am Tag als laufende Nase, in der Nacht sehr stark verstopfte Nasenlöcher. Dazu auch noch Augenbrennen und Augentränen. Und das alles nicht nur im Frühjahr sondern auch im Winter. Es fing übrigens erst an, als ich in die Wechseljahre kam, ich weiß natürlich nicht, ob das überhaupt einen Zusammenhang hat. Was kann es sein und was kann ich machen?

Hugo kommentierte am 01.08.2011 um 12:00 Uhr

Ich leide schon seit meiner Kindheit an Pollenallergie. Trotzdem will ich nicht auf Gartenarbeit im Frühjahr und Sommer verzichten. Als Lösung habe ich für mich entdeckt, Pflanzen anzubauen, deren Pollen nicht durch den Wind verteilt werden, sondern durch Bienen und andere Insekten. Beispielsweise Clematis, Iris und Geranien eignen sich hierzu hervorragend.

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