Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Von einer Lebensmittelallergie oder Nahrungsmittelallergie spricht man, wenn der Körper des Betroffenen überempfindlich auf diverse Nahrungsmittel bzw. Lebensmittel reagiert. Dabei kommt es zu allergischen Reaktionen mit typischen Anzeichen und Symptomen. Bauchschmerzen, Atemnot, asthmatische Anfälle, Hautrötungen, Niesen und Dauerschnupfen sind besonders charkateristisch. Da eine Lebensmitteallergie auch zu einem Kreislaufschock führen kann, sollte immer frühzeitig bei Verdacht ein Arzt aufgesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Von Lebensmittelallergie oder Nahrungsmittelallergie spricht man, wenn bestimmte Nahrungsmittel oder Bestandteile der Nahrung eine Unverträglichkeitsreaktion hervorrufen. Diese kann von einem leichten Hautausschlag bis zu einer schweren allergischen Schockreaktion reichen.

Dabei gehören aber nicht alle Lebensmittelunverträglichkeiten zu den Allergien. Circa ein Drittel der Erwachsenen glauben, auf ein bestimmtes Lebensmittel allergisch zu reagieren. Bei genauerer Untersuchung stellt man aber nur bei 2 % der Erwachsenen eine Nahrungsmittelallergie fest. Bei den übrigen 31 % handelt es sich um eine Unverträglichkeit, ausgelöst durch eine Lebensmittelvergiftung, eine psychologische Aversion gegenüber dem Lebensmittel oder eine Lebensmittelintoleranz.

Ursachen für Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Im Vergleich zu den anderen Unverträglichkeitsreaktionen muss bei einer Nahrungsmittelallergie das Immunsystem an der Abwehrreaktion beteiligt sein. Ein normalerweise harmloser Bestandteil des Nahrungsmittels, meist ein Eiweiß, wird vom Körper als vermeintliche Bedrohung angesehen und löst eine immunologische Gegenreaktion aus. Daraufhin werden Antikörper und Botenstoffe wie Histamin produziert. Sie sind für die Symptome der Allergie wie Juckreiz von Haut und Augen, Anschwellen von Mund- und Nasenschleimhaut, Fließschnupfen, allergisches Asthma, Übelkeit oder Durchfall verantwortlich.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln, ist abhängig von der familiären Vorbelastung. Leidet eines der Elternteile an einer Allergie, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind eine Allergie entwickelt, etwa doppelt so groß. Wenn beide Elternteile Allergiker sind, steigt das Risiko sogar auf das Vier- bis Sechsfache an. Stillen scheint vor der Ausprägung von Nahrungsmittelallergien zu schützen. Studien zeigen, dass während der ersten 4‒6 Monate gestillte Säuglinge ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Allergien haben als Säuglinge, die mit Fertignahrung gefüttert wurden.

Typische Symptome und Anzeichen bei Lebensmittelallergie

Krankheitsverlauf Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Die heftigste Form von Komplikationen können bei einer Lebensmittelallergie in Form einer schweren allergischen Reaktion oder gar als anaphylaktischer Schock auftreten. Hierbei handelt es sich um einen totalen Kreislaufzusammenbruch, der lebensbedrohlich wird und eine sofortige medizinische Behandlung nötig macht.

Ein Beispiel für ein Lebensmittel, welches in der Lage ist, einen anaphylaktischen Schock auszulösen, ist die Erdnuss. Zu den häufigsten allergieauslösenden Nahrungsmitteln zählen Nüsse, Milch, Eier, Getreide, Schalentiere, Fisch und Soja. Aber auch Steinobst, Sellerie und Buchweizen führen bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen.

Bei Lebensmittelintoleranzen, wie zum Beispiel der Laktoseintoleranz, bleibt das Immunsystem dagegen unbeteiligt. Bei der Laktoseintoleranz wird die Unverträglichkeitsreaktion durch das fehlende Verdauungsenzym Laktase ausgelöst. Dieses Enzym ist für die Aufspaltung des Milchzuckers verantwortlich. Fehlt es, gelangt der Milchzucker unverdaut in tiefere Darmabschnitte und löst dort Blähungen und Durchfall aus.

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Behandlung von Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie)

Diagnostiziert wird eine Nahrungsmittelallergie über einen Hauttest oder einen oralen Provokationstest. Bei einem Hauttest wird die angeblich allergieauslösende Substanz in die Haut eingebracht. Bei Vorliegen einer Allergie kommt es an der entsprechenden Stelle zu Rötung, Juckreiz und Schwellung. Der Aussagewert dieses Tests ist aber nicht hundertprozentig zuverlässig.

Bei dem oralen Provokationstest muss der Patient eine Kapsel schlucken, die entweder die allergieauslösende Substanz oder ein Placebo enthält. Über die Placebokontrolle werden subjektive Fehleinschätzungen vermieden. Allerdings muss für diesen Test das allergieauslösende Lebensmittel bekannt sein. Meist ist dies nicht der Fall. Ein Nahrungsmittelausschlussverfahren hilft, das entsprechende Lebensmittel zu identifizieren. Dabei werden infrage kommende Lebensmittel für etwa zwei Wochen vom Speiseplan gestrichen. Kommt es bei Wiedereinführung der Lebensmittel zu erneuten Unverträglichkeitsreaktionen, ist dies ein sicherer Hinweis auf das Vorliegen einer Allergie.

Nach gestellter Diagnose gibt es allerdings bisher keine Therapie- oder Heilungsmöglichkeiten. Einzig das Meiden des entsprechenden Lebensmittels schützt vor einer erneuten Unverträglichkeitsreaktion. Wichtig ist, trotz eines Verzichts auf betreffende Lebensmittel für eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu sorgen. So ist bei einer Kuhmilchallergie auf die ausreichende Calcium-, Vitamin D- und Eiweißzufuhr durch alternative Lebensmittel zu achten.

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