Kalzium (Calcium)

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der menschliche Körper benötigt zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente zum Leben. Da er die meisten für ihn lebensnotwendigen Wirkstoffe nicht selbst bilden kann, müssen sie dem Körper mit der Ernährung zugeführt werden. Dazu zählt auch Kalzium (Calcium).

Inhaltsverzeichnis

Wofür braucht der Körper Kalzium

Eine Blutuntersuchung der Kalziumwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Kalzium ist ein essenzielles Mineral, das eine Schlüsselrolle in vielen Körperfunktionen spielt und für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Gesundheit unerlässlich ist. Hier sind einige der wichtigsten Gründe, warum der Körper Kalzium benötigt:

  • Knochen- und Zahnstruktur: Kalzium ist ein entscheidender Baustein für Knochen und Zähne, wobei etwa 99% des im Körper vorhandenen Kalziums in diesen Strukturen gespeichert sind. Es hilft, Knochen und Zähne stark und gesund zu halten, was besonders wichtig ist, um Osteoporose und Zahnprobleme im späteren Leben zu verhindern.
  • Muskelfunktion: Kalzium spielt eine zentrale Rolle bei der Kontraktion der Muskeln. Es ermöglicht den Muskelfasern, sich zu verkürzen und zu entspannen, was für alle Bewegungen des Körpers, einschließlich des Herzschlags, entscheidend ist.
  • Nervensystem: Kalzium ist wichtig für die Funktion des Nervensystems. Es unterstützt die Übertragung von Signalen zwischen den Nervenzellen, was für die Kommunikation innerhalb des Nervensystems notwendig ist.
  • Blutgerinnung: Das Mineral ist auch an der Blutgerinnung beteiligt. Es spielt eine Rolle bei verschiedenen Schritten des Gerinnungsprozesses, was entscheidend ist, um Blutungen nach Verletzungen zu stoppen.

Eine unzureichende Zufuhr von Kalzium kann zu gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich einer verminderten Knochendichte, was das Risiko von Frakturen erhöht, sowie zu Muskelschwäche und Krämpfen. Daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Ernährung genügend Kalzium enthält, um die Knochengesundheit und die Funktionsfähigkeit des Muskels- und Nervensystems zu unterstützen.

Wirkungsweise von Kalzium (Calcium)

Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb ist das richtige Zusammenspiel all dieser Wirkstoffe notwendig, damit sie dem Körper optimal zur Verfügung stehen.

Kalzium (Calcium) ist ein Mineralstoff, der in der Natur häufig vorkommt und in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist. Er ist unverzichtbar für den Menschen, aber auch für Pflanzen und Tiere. Kalzium wird über den Darm aufgenommen und unter anderem durch Vitamin D in den Körper eingebaut.

Dabei helfen körpereigene Hormone. Der tägliche Kalziumbedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 800 Milligramm. Ein erhöhter Bedarf besteht in der Schwangerschaft und während der Stillzeit.

Bedeutung

Unverzichtbar ist Kalzium für den Aufbau der Knochen und Zähne. Schon bei Säulingen und kleinen Kindern wird im allgemeinen darauf geachtet, dass die Ernährung genügend Kalzium enthält und dass Kinder sich ausreichend im Freien bewegen.

Der Mineralstoff sollte das ganze Leben über für den Körper verfügbar sein. Ebenso ist körperliche Aktivität an der frischen Luft lebenslang wichtig. Eine hohe Kalziumzufuhr allein genügt nicht. Moderate, dem jeweiligen Lebensalter angepasste, Bewegung ist daher unerlässlich.

Damit der Mineralstoff optimal in den Körper eingebaut werden kann, benötigt er unter anderem das Vitamin D. Dieses zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine gehörende Vitamin, kann der Körper selbst herstellen. Unter Einwirkung von körperlicher Bewegung im Sonnenschein entsteht Vitamin D im menschlichen Körper.

Bei lang anhaltendem Kalzium-Mangel droht im Alter Osteoporose. Auch andere Krankheiten werden durch den Mangel an Kalzium verursacht. Wenn der Körper in der Wachstumsphase zu wenig Kalzium bekommt, können beispielsweise Knochenerweichung und Rachitis weitere Folgen des Kalzium-Mangels sein. Eine Übererregbarkeit des Nervensystems und der Muskulatur (Tetanie) können auftreten. Auch die Zahngesundheit leidet, wenn der Körper zu wenig Kalzium bekommt.

Die Kalziumaufnahme kann zeitweise erschwert sein. Kaffee, Alkohol und zuckerhaltige Getränke (z.B. Cola) verhindern einige Zeit die Aufnahme des Mineralstoffes. Auch Magnesium hat diese Funktion. Oft genügt es schon, kalziumhaltige Nahrungsmittel mit einem zeitlichen Abstand zu denen zu konsumieren, welche die Aufnahme von Kalzium behindern.

Deshalb sollte wer viel Sport treibt und deshalb zusätzlich Magnesium zu sich nimmt, auch an das Kalzium denken und beide Mineralstoffe mit einem zeitlichen Abstand zueinander einnehmen. Ein anderer Gegenspieler des Kalziums ist das Kalium. Es ist unter anderem für die Wasserausscheidung im Körper zuständig. Je mehr Wasser der Körper verliert, umso mehr Kalzium wird auch mit ausgeschieden.

Wie hoch sind normale Referenzwerte

Die empfohlenen Tagesmengen für Kalzium variieren je nach Alter, Geschlecht und Lebensphase, um eine optimale Knochengesundheit und andere lebenswichtige Funktionen zu unterstützen. Hier ist ein Überblick über die allgemeinen Referenzwerte:

Kinder: Der Kalziumbedarf steigt in der Kindheit und Jugend, um das Knochenwachstum zu unterstützen.

  • 1-3 Jahre: 700 mg pro Tag
  • 4-8 Jahre: 1.000 mg pro Tag
  • 9-18 Jahre: 1.300 mg pro Tag

Erwachsene:

  • 19-50 Jahre: Männer und Frauen benötigen 1.000 mg pro Tag.
  • Über 50 Jahre: Der Bedarf steigt, da das Risiko für Osteoporose mit dem Alter zunimmt. Frauen ab 51 Jahren und Männer ab 71 Jahren sollten 1.200 mg pro Tag aufnehmen.

Schwangere und stillende Frauen:

  • Schwangere und stillende Frauen im Alter von 14 bis 50 Jahren sollten 1.000 mg (14-18 Jahre) bzw. 1.000 mg (19-50 Jahre) pro Tag aufnehmen, um den Bedarf des Fötus bzw. des Säuglings sowie ihren eigenen Bedarf zu decken.

Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist besonders wichtig für die Aufrechterhaltung starker Knochen und Zähne. Lebensmittel, die reich an Kalzium sind, umfassen Milchprodukte wie Milch, Käse und Joghurt, grünes Blattgemüse, Fisch mit weichen Knochen (wie Sardinen und Lachs) und kalziumangereicherte Lebensmittel.

Für Menschen, die nicht genügend Kalzium über die Ernährung aufnehmen können oder bestimmte diätetische Einschränkungen haben, können Kalziumsupplemente eine Alternative darstellen, allerdings sollte dies unter Aufsicht eines Gesundheitsdienstleisters erfolgen.

Kann zu viel Kalzium schaden?

Eine übermäßige Zufuhr von Kalzium kann gesundheitliche Probleme verursachen. Obwohl Kalzium für viele Körperfunktionen essentiell ist, kann eine zu hohe Aufnahme, insbesondere durch Supplemente, zu einem Zustand führen, der als Hyperkalzämie bekannt ist.

Hyperkalzämie bezeichnet einen zu hohen Kalziumspiegel im Blut und kann verschiedene Ursachen haben, darunter übermäßige Supplementierung und bestimmte medizinische Zustände.

Mögliche gesundheitliche Probleme durch zu viel Kalzium umfassen:

  • Nierensteine: Eine der häufigsten Komplikationen einer hohen Kalziumaufnahme ist die Bildung von Nierensteinen, da überschüssiges Kalzium im Urin zur Steinbildung beitragen kann.
  • Nierenfunktion: Zu viel Kalzium kann auch die Nierenfunktion beeinträchtigen und in seltenen Fällen zu Nierenversagen führen.
  • Herz-Kreislauf-Risiken: Einige Studien deuten darauf hin, dass eine hohe Kalziumzufuhr, insbesondere aus Supplementen, mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein könnte.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Hohe Kalziumspiegel können die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinflussen.

Es ist wichtig, Kalzium hauptsächlich aus der Nahrung zu beziehen und Supplemente nur nach Rücksprache mit einem Gesundheitsdienstleister zu verwenden. Die Balance ist der Schlüssel, da sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss an Kalzium gesundheitliche Probleme verursachen können.

Vorkommen in Lebensmitteln

Kalzium (Calcium) ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Es steckt vor allem in Milchprodukten. Lang gereifte Käsesorten wie Parmesan, Emmentaler, Gouda mittelalt oder alt enthalten besonders viel Kalzium.

Natürlich ist es in Voll- und in Magermilch enthalten sowie in Joghurt und in Quark. Wer sein Gewicht reduzieren möchte und deshalb weniger Kalorien zu sich nimmt, ist besonders gefährdet, zu wenig Kalzium zu bekommen.

Aber auch Menschen, die unter einer Laktoseintoleranz oder unter einer Allergie gegen Kuhmilch leiden, müssen dem Körper das Kalzium anderweitig zuführen. Beispielsweise durch ein kalziumhaltiges Mineralwasser.

In kleinen Mengen ist Kalzium fast in jedem Gemüse und in Obst enthalten. Gemüse welches reichlich Kalzium enthält ist Grünkohl, Brokkoli, Endivien, Mangold, Porree und Spinat.


Tipps für eine optimale Versorgung mit Kalzium

Eine optimale Versorgung mit Kalzium ist für die Knochengesundheit und viele andere Körperfunktionen wesentlich. Hier sind einige Tipps, um sicherzustellen, dass Sie genügend Kalzium erhalten:

  • Diversifizieren Sie Ihre Kalziumquellen: Integrieren Sie eine Vielzahl von kalziumreichen Lebensmitteln in Ihre Ernährung. Dazu gehören Milchprodukte wie Milch, Joghurt und Käse, aber auch nicht-milchbasierte Quellen wie grünes Blattgemüse (z.B. Brokkoli und Grünkohl), Mandeln, Sesamsamen, Tofu, Sardinen und Lachs mit Knochen sowie kalziumangereicherte Lebensmittel wie einige Pflanzenmilchsorten und Frühstückszerealien.
  • Beachten Sie die Vitamin D-Aufnahme: Vitamin D ist entscheidend für die Kalziumabsorption im Körper. Stellen Sie sicher, dass Sie genügend Vitamin D über Sonnenlichtexposition, Lebensmittel oder gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel erhalten.
  • Limitieren Sie kalziumhemmende Substanzen: Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke können die Kalziumaufnahme hemmen. Dazu gehören hohe Mengen an Spinat, Rhabarber und Schokolade, die Oxalate enthalten, sowie übermäßiger Kaffee- oder Salzkonsum, die die Kalziumausscheidung erhöhen können.
  • Kalzium über den Tag verteilt aufnehmen: Der Körper kann auf einmal nur eine begrenzte Menge Kalzium absorbieren. Verteilen Sie daher die Kalziumaufnahme über den Tag, um die Absorption zu maximieren.
  • Überwachung der Kalziumaufnahme bei bestimmten Bedingungen: Personen mit bestimmten gesundheitlichen Bedingungen, wie Nierensteinen oder Hyperkalzämie, sollten ihre Kalziumaufnahme sorgfältig überwachen und gegebenenfalls anpassen.
  • Berücksichtigung von Nahrungsergänzungsmitteln: Wenn es schwierig ist, genügend Kalzium durch die Ernährung zu erhalten, kann eine Supplementierung in Betracht gezogen werden. Dies sollte jedoch immer in Absprache mit einem Gesundheitsdienstleister erfolgen, um Überdosierungen zu vermeiden.

Durch die Beachtung dieser Tipps können Sie dazu beitragen, eine ausreichende Versorgung mit Kalzium sicherzustellen, was für die Aufrechterhaltung starker Knochen und die Unterstützung anderer lebenswichtiger Funktionen im Körper entscheidend ist.

Quellen

  • Ebermann, R., Elmadfa, I.: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer, Wien 2011
  • Gressner, A. M., Arndt, T.: Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik. Springer Verlag, Berlin 2007
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2015

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