Nierensteine

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Als Nierensteine (Nephrolithiasis) wird eine Harnwegs- bzw. Nierenerkranung bezeichnet, bei der es im Verlauf zur Bildung von kleinen bis größeren kristalinen Steinen kommt, die nur mit großen Schmerzen ausgeschieden werden können. Typische erste Anzeichen sind starke Schmerzen in der Leistengegend bzw. Unterbauch. Am Anfang einer Nierensteinerkrankung spüren die Betroffenen jedoch noch keine Beschwerden, da die Nierensteine meist noch klein sind.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nierensteine

Nierensteine sind feste Gebilde, welche bei der Nierensteinkrankheit (Nephrolithiasis) in der Niere sowie in den ableitenden Harnwegen (Harnblase, Harnleiter) entstehen. Meistens bestehen Nierensteine aus Kalziumsalzen, können jedoch auch aus Harnsäure, Zystin oder Magnesium-Ammonium-Phosphat zusammengesetzt sein.

Der Häufigkeitsgipfel liegt bei Erwachsenen, die 30 bis 60 Jahre alt sind. Dabei betrifft es Männer ungefähr doppelt so oft wie Frauen. Die Größe der gebildeten Nierensteine kann sehr unterschiedlich sein.

Sie reicht von einigen Millimetern (ca. Reiskorngröße) bis zu vielen Zentimetern (sogenannte Nierenbeckenausgusssteine, welche das Nierenbecken völlig ausfüllen können). In etwa 80% der Fälle treten diese Ablagerungen einseitig auf.

Ursachen von Nierensteine

Nierensteine bilden sich durch eine erhöhte Konzentration bestimmter Stoffe im Urin. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von Ernährungsfaktoren und von einer zu niedrigen Flüssigkeitszufuhr über mangelnde Bewegung bis hin zu gewissen Stoffwechselerkrankungen und genetischen Faktoren. Bei der Mehrheit von Nierensteinen Betroffenen bleiben die Ursachen ungeklärt.

Die Stoffe, die sich an der Entstehung von Nierensteinen beteiligen, sind Bestandteile des Harns, welche normalerweise gelöst über die Niere ausgeschieden werden. Zu diesen Stoffen gehören Kalzium, Phosphat, Harnsäure, Zystin und Oxalat. Wenn sie im Harn so reichlich vorhanden sind und sich nicht mehr lösen können, kristallisieren sie aus. Bei entsprechender Harnkonzentration lagern sich folglich immer neue Stoffschichten an die entstandenen Kristalle an, sodass sich ständig wachsende zwiebelschalenartige Nierensteine bilden.

Symptome

Krankheitsverlauf Nierensteine

Werden Nierensteine heutzutage behandelt, so ist fast immer mit einem günstigen Verlauf zu rechnen. Je nach Therapieverfahren ist der Betroffene meist schon nach kurzer Zeit von den Beschwerden befreit. Dennoch kann es auch zu Komplikationen kommen, wenn beispielsweise die Nierensteine die Harnwege blockieren und der Urin bzw. Harn nicht ausgeschieden werden kann. In der Folge können so auch leichter Bakterien in das Nierenbecken eindringen und für Entzündungen sorgen.

Werden die Nierensteine gar nicht behandelt, werden die typischen Schmerzen beim Urinieren immer stärker. Außerdem kann es zu weiteren Symptomen, wie starken Rückenschmerzen, Fieber und Schüttelfrost kommen. In seltenen Fällen kann es gar zum kompletten Versagen der Nierentätigkeit kommen. Die daraus resultierende Blutvergiftung kann dann zu lebensbedrohlichen Erscheinungen führen.

Behandlung von Nierensteinen

Gegen akute Nierenkoliken und Nierensteine helfen vor allem eine angemessene Schmerztherapie sowie die Beseitigung einer eventuellen Harnstauung. Meistens gehen Nierensteine von selbst mit dem Harn ab. Der Betroffene kann einen solchen Spontanabgang der Steine wahrscheinlich selber unterstützen, indem er viel Flüssigkeit zu sich nimmt, krampflösende Medikamente einnimmt und sich viel bewegt. Ist der Spontanabgang nicht der Fall, kann der Nierenstein auf unterschiedliche Weise beseitigt werden.

Bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) zertrümmert der Arzt die Nierensteine von außen durch die Stoßwellentherapie unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle. Die dabei entstehenden Steinbruchteile gehen dann normalerweise in den folgenden 3 Monaten von allein mit dem Urin ab.

Die perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) wird vor allem bei größeren Steinen eingesetzt. Dabei wird durch einen winzigen Hautschnitt ein Endoskop eingeführt, über welches der Stein anschließend zerkleinert und entfernt wird.

Die Schlingenextraktion erfolgt ausschließlich bei Nierensteinen, die im unteren Harnleiterdrittel liegen. Dabei führt der Arzt über eine Blasenspiegelung eine spezielle Schlinge in den Harnleiter ein, mit deren Hilfe der Nierenstein herausgezogen wird.

Operativ (durch eine Bauchspiegelung oder offene Operationen) werden Nierensteine heutzutage nur noch bei weniger als 5% der Betroffenen entfernt.

Einige Nierensteine (Harnsäure- und Zystinsteine) können unter Umständen durch medikamentöse Therapie aufgelöst werden (sogenannte Chemolitholyse). Außerdem kann der Harnsäurespiegel mithilfe des Medikamentes Allopurinol gesunken werden.

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Vorbeugung gegen Nierensteine

Zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen gegen Nierensteine gehört in erster Linie der ausreichende Flüssigkeitszufuhr (etwa 3 Liter täglich).

So wird der Urin verdünnt und seine Übersättigung mit steinbildenden Stoffen verhindert.

Dabei sollte das Trinken über den ganzen Tag gleichmäßig verteilt werden, weil die Konzentration von steinbildenden Stoffen ebenso nachts erhöht sein kann.

Das Risiko für Nierensteine kann zudem durch regelmäßige Bewegung, Verhinderung des Übergewichts beziehungsweise durch den Abbau überschüssiger Pfunde gesenkt werden.

Die positiven Effekte werden dank einer ausgewogenen und ballaststoffreichen Ernährung unterstützt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gerhard kommentierte am 12.12.2011 um 08:00 Uhr

Bei mir haben sich in der linken Niere ein großer Nierenstein und in der rechten Niere ein etwas kleinerer Stein gebildet. Der große Stein wurde mit der ESWL in einer zweimaligen OP zertrümmert. Der kleinere verblieb. Nach dieser OP gingen keine Stücke ab, seit dieser OP. Ich habe starke Schmerzen in der rechten Niere. Nun kommt mein Problem: Als ich mit meiner Parterin schlief und es zum Sammenerguß kam, war dieser total schwarz. Der Schreck sitzt mir noch heute in den Knochen. Seit diesem Vorfall habe ich nicht mehr mit meiner Partnerin gaschlafen. Was soll ich tun?

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