Übelkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Übelkeit, flaues Gefühl oder medizinisch Nausea ist eine Befindlichkeitsstörungen bzw. Symptom, dass vor allem im Magenraum spürbar ist. Übelkeit ist ein häufig auftretendes Symptom und wird nicht selten von Erbrechen oder Bauchschmerzen begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Übelkeit?

Übelkeit tritt zumeist als Vorzeichen von Erbrechen auf. Nicht immer muss sich der Betroffene dann jedoch auch zwangsweise übergeben. Das Gefühl der Übelkeit wird im Brechzentrum des Gehirns eingeleitet, wenn zuvor besondere Reize im Magen stimuliert wurden.

Übelkeit wird nicht Selten von anderen Symptomen, wie Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen und Schweißausbrüchen begleitet. Oftmals geht der Übelkeit auch Magenschmerzen, Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Krämpfe voraus oder interagieren mit diesen.

Normalerweise ist Übelkeit eher harmlos und vergeht nach einigen Stunden wieder von selbst. Hält die Übelkeit jedoch länger an (über mehrere Tage), so sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Ursachen

Übelkeit kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Die häuftigste Ursache ist eine Überreaktion des Magens auf giftige Stoffe, die durch die Nahrung aufgenommen wurden. Zu diesen Giften zählen auch verschimmelte Nahrungsmittel, Giftpilze (Lebensmittelvergiftung) und Alkohol (Alkoholvergiftung). Ausserdem können auch Krankheitserreger, wie Bakterien, zu Übelkeit führen.

Das Gefühl der Übelkeit kann aber auch vom Gehirn selbst ausgelöst werden. Dies ist zum Beispiel oft bei Reisekrankheit, Stoffwechselstörungen und Schwangerschaft der Fall.

Neben zahlreichen Krankheiten, die ebenso für Übelkeit in Betracht kommen (siehe unten), zählen auch Medikamente, Chemotherapie und Narkose zu den Ursachen.

Krankheiten

Diagnose & Verlauf

Übelkeit tritt zumeist als Vorzeichen von Erbrechen auf. Nicht immer muss sich der Betroffene dann jedoch auch zwangsweise übergeben.

Wie bei anderen Symptomen auch, kann der Arzt aus dem Zusammenspiel von Befragung und körperlicher Untersuchung Hinweise gewinnen, die ihn zu einer korrekten Diagnose führen.

Fragen zu Vorerkrankungen oder möglichen Auslösern (Alkohol, Drogen) sind notwendig, um potentielle Krankheiten erahnen zu können. Bauch- und Darmuntersuchungen leiten die physischen Untersuchungen ein und sollten von Urin- sowie Blutuntersuchungen begleitet werden. Eine Computertomographie des Kopfes und eine Magenspiegelung sind ebenfalls möglich.

Die Übelkeit zeigt sich im Verlauf meist in einem unangenehmen Gefühl in der Magengegend. Häufig wird dieses als "flaues Gefühl" beschrieben. Begleitend ist ein sich mit der Zeit verstärkender Brechreiz, der das Hauptmerkmal von Übelkeit darstellt.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R11 Übelkeit und Erbrechen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Trotz ihrer Funktion als Schutzmechanismus kann Übelkeit zu verschiedenen Komplikationen führen. Zunächst reizt Übelkeit den Magen-Darm-Trakt und führt so oft zu weiteren Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung. Langfristig erhöht Übelkeit das Risiko einer Entzündung in den belasteten Körperregionen. Die Übelkeit selbst kann außerdem zu Magenkrämpfen, Schüttelfrost und Schmerzattacken führen.

Kommt es in der Folge der Übelkeit zu Erbrechen, kann daraus ein Mangel an Flüssigkeit und Nährstoffen wie zum Beispiel Elektrolyten folgen. Auch wird die Speiseröhre übermäßig gereizt, wodurch das Risiko eines Mallory-Weiss-Syndroms oder eines Boerhaave-Syndroms steigt.

Bei häufiger Übelkeit mit Erbrechen werden neben dem Rachenraum auch die Zähne geschädigt. Auch die Übertragung von Krankheitserregern ist eine mögliche Komplikationen von Übelkeit mit Erbrechen. Akut kann Übelkeit mit Erbrechen zu Aspiration und in der Folge zu einer respiratorischen Insuffizienz, also einem chronischen Sauerstoffmangel, führen.

Bei der Behandlung von Übelkeit können Hausmittel und Medikamente die Beschwerden zunächst verstärken. Liegt der Übelkeit eine ernste Erkrankung des Magen-Darm-Traktes zugrunde, können bei einer möglichen Operation verschiedenste Komplikationen auftreten, immer abhängig von der Ursache und der Konstitution des Patienten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Übelkeit kann aus vielen verschiedenen Gründen auftreten. Allerdings muss nicht immer sofort ein Arzt aufgesucht werden, sofern die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmt werden kann. Tritt jedoch die Übelkeit wiederholt oder über einen sehr langen Zeitraum auf, so sollte definitiv der Gang zum Arzt erfolgen. In so einem Fall sollte die Ursache für die Übelkeit durch einen Arzt herausgefunden werden, damit eine ernsthafte Grunderkrankung ausgeschlossen werden kann.

In vielen Fällen ist ein Magen-Darm-Infekt für starke Übelkeit verantwortlich. Hinzu kommen dann auch noch weitere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel eine erhöhte Temperatur, Erbrechen und Schwindel. Liegen diese Symptome vor, so sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Ein Facharzt kann in so einem Fall entsprechende Medikamente verschreiben, die den bestehenden Infekt schnell und effektiv lindern. Wer allerdings auf eine medikamentöse Behandlung durch einen Facharzt verzichtet, der setzt sich einem großen Risiko aus. Die einzelnen Symptome werden sich womöglich erheblich verschlimmern, sodass ein Besuch beim Arzt zwingend notwendig wird.

Somit gilt: Wer unter dauerhafter Übelkeit leidet, der sollte definitiv einen Arzt aufsuchen. Nur so kann die genaue Ursache und eine eventuell ernsthafte Grunderkrankung frühzeitig erkannt werden. Andernfalls besteht unter Umständen akute Lebensgefahr, falls auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet wird.

Behandlung & Therapie

Übelkeit muss in der Regel nicht behandelt werden, da zumeist Völlerei oder zu viel Alkohol die Ursache für einen verstimmten Magen ist. Hierbei vergeht die Übelkeit nach einigen Stunden wieder von allein und bedarf in der Regel keiner ärztlichen Behandlung.

Tritt die Übelkeit jedoch über mehrere Tage oder im Rahmen von weiteren Krankheitssymptomen auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser wird eine genaue Befragung durchführen, wobei besonders auf Dauer und Intensität der Übelkeit eingegangen wird. Zur weiteren Untersuchung gehört dann die körperliche Diagnose, bei der Darmgeräusche und Magenschmerzen gegebenenfalls genauer untersucht werden.

Zur Diagnostik gehört in aller Regel eine Urinuntersuchung und eine Blutuntersuchung. Ebenfalls kann bei Übelkeit eine Ultraschalluntersuchung und Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt werden. Auch eine Magenspiegelung und Röntgenuntersuchung des Magen- und Bauchraumes sind sinnvoll.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen muss eine Übelkeit nicht durch einen Arzt behandelt werden. Sie tritt oft nur temporär auf und verschwindet danach wieder von alleine, ohne dass es zu weiteren Beschwerden oder Komplikationen kommt. Die Übelkeit selbst tritt meist nur als Begleitsymptom einer Krankheit auf, weswegen immer gezielt die Grunderkrankung behandelt werden sollte.

Es ist ratsam einen Arzt aufzusuchen, wenn das Symptom über einen längeren Zeitraum auftritt und nicht mit einer bestimmten Krankheit in Verbindung gebracht werden kann.

Sollte es zur Übelkeit durch die Einnahme von Alkohol und anderen Drogen kommen, so verschwindet das Symptom meist von selbst, wenn die jeweilige Droge vom Körper abgebaut wurde. Auch bei gewöhnlichen Grippen oder Erkältungen und bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kommt es häufig zu Übelkeit und Erbrechen. In diesen Fällen können auch Medikamente eingesetzt werden, die das Symptom abschwächen, da der Patient durch die Übelkeit stark in seinem Alltag eingeschränkt ist. Ebenso ist es nicht möglich, sich körperlich oder sportlich zu betätigen.

Falls das Symptom und die Grunderkrankung erfolgreich behandelt werden, treten meist keine weiteren Komplikationen auf.

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Hausmittel & Kräuter gegen Übelkeit

Liegt der Übelkeit keine Krankheit zugrunde kann man mit Kräutern und Hausmitteln sehr gut diese selbst behandeln. Vor allem Magen-Darm Tees, die aus Pfefferminze oder Kamille sind, leisten einen schonenden Beitrag zur Genesung. Ebenso wirken sich auch Ingwerprodukte günstig auf das Wohlbefinden bei Übelkeit aus.

Das können Sie selbst tun

Übelkeit hat meistens harmlose Ursachen und lässt sich mit Hilfe einiger Selbstmaßnahmen und Hausmittel effektiv behandeln. Bei Verdauungsbeschwerden helfen vor allem Tees aus Salbei, Ingwer oder Kamille. Zudem sollte bei Übelkeit vorübergehend auf reizende und scharfe Lebensmittel verzichtet werden. Stattdessen empfehlen sich magenschonende Speisen wie Zwieback und Tee oder Salzstangen und Cola.

Weiterhin sollten Betroffene darauf achten, dass sie viele, kleinere Mahlzeiten einnehmen, über den Tag verteilt viel trinken und den Blutzuckerspiegel stabil halten. Wer unter Übelkeit leidet, sollte sich außerdem viel an der frischen Luft bewegen und darauf achten, dass die Kleidung locker am Körper liegt. Bei Schwangerschaftsübelkeit kann auch ein Eisenmangel zugrunde liegen, der sich durch die Einnahme entsprechender Präparate beheben lässt.

Alternative Behandlungsmethoden wie die Aromatherapie oder Homöopathie können ebenfalls zur Linderung der Beschwerden beitragen. Mitunter helfen bereits einfache Massagen, ein warmes Bad oder Präparate aus der Apotheke gegen die Übelkeit. Womöglich liegt der Übelkeit auch eine Unverträglichkeit oder Allergie zugrunde, die sich am besten mit Hilfe eines Beschwerdetagebuchs ermitteln lässt. Abhängig von der Ursache können dann gemeinsam mit dem Arzt weitere Behandlungsschritte festgelegt werden.

Bücher über Übelkeit

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Baenkler, H.-W., et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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