Nährstoffmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. August 2017
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Ein Nährstoffmangel kann auf unterschiedliche Weise zustande kommen. Nicht immer steckt die Ernährung hinter den Symptomen. Unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache ist eine Behandlung jedoch notwendig, um Folgeschäden zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nährstoffmangel?

Bei einem Nährstoffmangel handelt es sich um eine Unterversorgung des Körpers mit unterschiedlichen Stoffen. Der Organismus benötigt neben Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten auch verschiedenen Vitamine und Mineralstoffe. Diese kommen in differenzierter Zusammensetzung in Nahrungsmitteln vor.

Wird zu wenig Obst und Gemüse gegessen oder liegt eine Funktionsstörung des Darms vor, gelangt der Organismus nicht an ausreichend Nährstoffe. Weil diese jedoch sämtliche Prozesse beeinflussen, entstehen Symptome. Welche Symptome sich letztendlich bemerkbar machen, hängt von der Art des jeweiligen Mangels ab. Einige können schwerer ausfallen, während andere einen eher milden Verlauf annehmen. Häufig wird ein Nährstoffmangel zudem erst relativ spät festgestellt.

Insbesondere bei älteren Personen werden die Erscheinungen vermehrt dem generellen Altern zugeordnet. Dabei kann die Behandlung eines Nährstoffmangels die Gesundheit teilweise stark verbessern. Ansonsten drohen Krankheiten und eine Anfälligkeit für Infekte.

Ursachen

Die Ursachen für einen Nährstoffmangel lassen sich nicht verallgemeinern. Deswegen ist eine genaue Untersuchung bei einem negativen Blutbild von großer Bedeutung. Entstehen kann ein Nährstoffmangel zum Beispiel bei einem unausgewogenen Speiseplan. Immerhin müssen die Substanzen von außen hin zugeführt werden. Werden Obst und Gemüse oder andere elementare Produkte nur selten konsumiert, macht sich eine Mangelerscheinung bemerkbar.

Aber nicht immer ist der Speisplan für die Beschwerden verantwortlich. Aufgenommen werden die Nährstoffe schließlich über den Darm. Liegt hier eine Funktionsstörung vor, nimmt das Organ nur einen kleinen Teil der Stoffe auf, obwohl diese in ausreichender Menge hinzu geführt wurden. Eine solche Störung kann zum Beispiel durch eine Entzündung von Magen, Dünn- oder Dickdarm hervorgerufen werden.

Insbesondere abseits der Industrienationen lassen sich in dem Zusammenhang vermehrt Erkrankungen der Speiseröhre diagnostizieren, die in einer Schluckstörung resultieren. Eine schlechtere Verarbeitung von Nährstoffen liegt bei Diabetes oder Krebs vor. Nicht zu vergessen ist zudem die psychische Komponente. Stress und belastende Situationen können zu Appetitlosigkeit führen. Andere Menschen neigen vermehrt zu Durchfall, wodurch ebenfalls wichtige Substanzen ausgeschwemmt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome eines Nährstoffmangels sind sehr unterschiedlich. Häufig leiden Betroffene unter Müdigkeit und einer Antriebslosigkeit. Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, Verstopfungen und eine vermehrte Nervosität weisen unter Umständen auf einen Magnesiummangel hin.

Ein Kaliummangel äußert sich durch Erschöpfung, muskuläre Schwäche, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Wird nicht genügend Eisen aufgenommen, beeinflusst dies verschiedene Prozesse im Körper. Eisen wird nämlich für die Herstellung des Hämoglobin benötigt. Dieses steckt nicht nur hinter der roten Farbe des Bluts, sondern spielt darüber hinaus eine entscheidende Rolle bei dem Sauerstofftransport. Kommt es zu einer Unterversorgung einzelner Zellen mit Sauerstoff, so fühlen sich die Patienten häufig müde und schwach.

Desorientierung und Verwirrung weisen auf einen Mangel von B-Vitaminen hin. Insbesondere ein Vitamin B12 Mangel kann sich negativ auswirken. Entgegen vieler Vorurteile erkranken nicht nur Veganer/Veganerinnen und Vegetarier/Vegetarierinnen an einer solchen Erscheinung. Funktionsstörungen des Darms führen ebenfalls bei Menschen mit Fleischanteil im Speiseplan zu den Beschwerden. Darüber hinaus ist das Vorkommen des Vitamin B12 in vielen tierischen Produkten geringer als vermutet.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Ein Nährstoffmangel wird in der Regel durch ein Blutbild diagnostiziert. Zuvor erfolgt jedoch ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem alle Beschwerden geschildert werden sollten. Viele der Symptome deuten auf einen unterschiedlichen Mangel hin. Die Analyse des Bluts liefert schließlich den Beweis. Der Verlauf eines Nährstoffmangels kann nicht verallgemeinert werden.

Generell verschwinden die meisten Symptome jedoch durch die Einnahme spezifischer Präparate. Hat der Mangel bereits stärkere Schäden hinterlassen, bedürfen diese ebenfalls einer medizinischen Aufmerksamkeit.

Komplikationen

Welche Komplikationen bei einem Nährstoffmangel zu erwarten sind, hängt von der Art des Defizits ab. Bei allgemeiner Unterernährung ist mit beständigem Gewichtsverlust, einer Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Konzentrationsfähigkeit, Erschöpfungszuständen und Kreislaufschwäche zu rechnen. In schweren Fällen, wenn zum Beispiel aufgrund einer Magersucht die Nahrungsaufnahme längere Zeit nahezu vollständig verweigert wird, kann es zu Organversagen mit Todesfolge kommen.

Bei Kindern und Jugendlichen kann ein dauerhafter Nährstoffmangel mit verzögertem Wachstum, Fehlbildungen an der Wirbelsäule und dem Skelett, Hirnschäden und einer verzögerten Geschlechtsreife einhergehen. Ein weit verbreitetes spezifisches Nährstoffdefizit ist Eisenmangel, an dem vor allem Frauen leiden. Eisenmangel äußert sich zum Beispiel durch permanente Müdigkeit, brüchige Nägel, Mundwinkelhagaden und Haarausfall.

In schweren Fällen kann der Körper nicht mehr genug Hämoglobin bilden, was zu einer Eisenmangelanämie führt. Bei Menschen, die sich überwiegend oder ausschließlich pflanzenbasiert ernähren, besteht das Risiko eines Mangels an Vitamin B 12, da dieser Stoff natürlicher Weise nur in tierischen Produkten vorkommt. Bei einer veganen Lebensweise muss Vitamin B12 deshalb substituiert werden.

Andernfalls drohen chronische Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Konzentrations- und Muskelschwäche. In einem fortgeschrittenen Stadium ist auch mit Nervenschäden, insbesondere Lähmungen, Koordinationsstörungen und einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses zu rechnen. Bei Kleinkindern kann ein schwerer Mangel an Vitamin B 12 zu dauerhaften Gehirnschäden führen.

Therapie & Behandlung

Die Therapie eines Nährstoffmangels ist darauf angelegt, die Ursache für die Erscheinung zu beseitigen. Deswegen ist es wichtig, dass nicht ausschließlich die Symptome untersucht, sondern ebenfalls die zugrunde liegende Ursache diagnostiziert wird. Ansonsten würde die Behandlung unter Umständen nur einen temporären Erfolg aufweisen. Weiterhin soll das Defizit an Nährstoffen reguliert werden, damit gleichzeitig die Begleiterscheinungen verschwinden.

Welche Maßnahme zum Einsatz kommt, bestimmt insbesondere der Zustand des Patienten/ der Patientin. Ist dieser/diese bei Bewusstsein und leidet unter keinen Schluckstörungen, erfolgt die Behandlung über die Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollte die Kost vollwertig sein. Zusätzlich werden spezielle Präparate verschrieben, in denen das Vitamin oder Mineral in hoher Dosierung vorkommt.

Bei einigen Mängeln ist darüber hinaus die Verabreichung der Substanz über eine Injektion sinnvoll. Dies trifft zum Beispiel bei einem Vitamin B12 Mangel zu. Sobald dieser stärkere Ausmaße angenommen hat, wird er häufig mit einer Spritze gelindert. Psychische Ursachen müssen eventuell durch eine Therapie behandelt werden, bei Magersucht führt manchmal kein Weg an einer stationären Aufnahme vorbei.

Entzündungen von Magen und Darm werden zunächst im Rahmen einer Spiegelung festgestellt und anschließend differenziert therapiert. Bei einer Dickdarmentzündung kommen zum Beispiel eher selten Antibiotika zum Einsatz und vermehrt Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.

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Vorbeugung

Ein Nährstoffmangel kann begrenzt vorgebeugt werden. Die Ernährung sollte aus viel Obst und Gemüse bestehen, das im besten Fall roh verzehrt wird. Je bunter der Speiseplan ist, desto wahrscheinlicher ist die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen. Koffeinhaltige Getränke, Alkohol und Tabak sollte die Ausnahme bilden.

Bücher über Mangelernährung

Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg.) Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße 2015
  • Elmadfa, I., Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. Ulmer, Stuttgart 2004

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