Magenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Mai 2017
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Als Magenschmerzen bezeichnet man allgemein verschiedene Arten von Beschwerden und Schmerzen im Magen- und Darmbereich. Der medizinische Begriff für Magenschmerzen ist Gastralgie. Neben den Magenschmerzen leiden Betroffene aber auch häufig an Bauchschmerzen oder Unterleibsschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Magenschmerzen?

Magenschmerzen ist ein Symptom, welches den meisten Menschen seit ihrer Kindheit bekannt ist. Dabei gehen die Schmerzen, wie der Name es selbst treffend ausdrückt, vom Magen- bzw. von der Bauchregion aus.

Nicht immer muss hinter Magenschmerzen gleich eine schwere Krankheit stecken. Meist sind Magenschmerzen ziemlich harmlos und vergehen nach kurzer Zeit wieder. Oft sind Magenschmerzen von Durchfall, Erbrechen und Übelkeit begleitet.

Magenschmerzen können auch in Form von Magenkrämpfen auftreten, bei denen die Magenschmerzen dann zyklisch und in kurzer Zeit vermehrt auftreten. Magenschmerzen fühlen sich zumeist brennend, stechend oder scharf an. Bauch- und Magenschmerzen können dabei nur kurz oder über eine längere Zeit hinweg auftreten.

Magenschmerzen lassen sich nach ihrer Zone hin lokal einordnen. So gesehen gibt es dann Magenschmerzen im Oberbauch, im Unterbauch sowie links und rechts. Angemerkt sei, dass Magenschmerzen nicht zwangsweise im Magen selbst entstehen müssen. Auch andere Organe können dafür verantwortlich sein, sodass der Schmerzreiz dann in die Bauch- bzw. Magenregion hin ausstrahlt. Mögliche Organe hierfür wären zumeist der Darm, die Bauchspeicheldrüse und seltener auch das Herz.

Ursachen

Da Magenschmerzen häufig bei und mit den verschiedensten Krankheiten auftreten, sind auch ihre Ursachen ebenso zahlreich.

Meistens sind Magenschmerzen aber eher harmlos in Folge einer Magenverstimmung anzusehen.

Wie bereits erwähnt können auch Störungen anderer Organe, wie Bauchspeicheldrüse, Darm und Herz für die Magenschmerzen als Ursache in Betracht kommen. Eine Liste mit möglichen Krankheiten als Ursache findet sich weiter unten.

Andere Ursachen für Magenschmerzen sind auch: Rauchen, Sodbrennen, Magengeschwür, Medikamente, zu viel Alkohol, Vergiftung (z.B. Pilzvergiftung), Stress, Essstörungen, psychosomatische Probleme, zu viel Nahrung im Magen und Autoimmunkrankheiten.

Krankheiten

Diagnose & Verlauf

Magenschmerzen fühlen sich zumeist brennend, stechend oder scharf an. Bauch- und Magenschmerzen können dabei nur kurz oder über eine längere Zeit hinweg auftreten.

Magenschmerzen, auch Gastralgie genannt, sind keine eigenständige Krankheit, können aber variantenreich und vielgestaltig auftreten und lassen sich erst nach einem ausführlichen Gespräch mit dem betroffenen Patienten korrekt einordnen.

Dazu muss der Arzt einige Fragen zu den möglichen Vorerkrankungen, Lebensumständen oder der Dauer und dem genauen Ort der Magenschmerzen stellen. Die Physis des Patienten muss ebenfalls untersucht werden. Dies geschieht mit Blut- und Ultraschalluntersuchungen sowie Magenspiegelungen.

Magenschmerzen äußern sich auf verschiedene Art. Ein Ziehen, Drücken oder Stechen in der Bauchregion kann ebenso vorkommen wie Krämpfe, die in bestimmten Intervallen auftreten. Verstopfung, Erbrechen oder Durchfall können die Magenschmerzen begleiten und auf eine ernstere Krankheit hinweisen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R10.1 Schmerzen im Bereich des Oberbauches) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)


Komplikationen

In den meisten Fällen sind Magenschmerzen unproblematisch und klingen nach wenigen Tagen von selbst wieder ab, etwa bei einer Magen-Darm-Infektion oder falscher Ernährung. Liegt eine schwere Grunderkrankung vor, kann es jedoch auch zu ernsthaften Komplikationen kommen. In seltenen Fällen kann etwa ein akutes Abdomen vorliegen, welches bei Nichtbehandlung lebensbedrohlich sein kann.

Auch ein Blinddarm- oder Magendurchbruch oder ein Darmverschluss bringt schwerwiegende Komplikationen mit sich, insofern das Grundleiden nicht zeitnah behandelt wird. Magenschmerzen als Folge einer Refluxerkrankung können zu einer Veränderung der Zellen in der Speiseröhre führen und dadurch einen sogenannten Barret-Ulkus bedingen. Ein Barrett-Ösophagus erhöht das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken und erschwert überdies die Nahrungsaufnahme.

Magenschmerzen mit Durchfall kann neben weiteren Magendarmbeschwerden, auch Dehydration und diverse Mangelerscheinungen bedingen, insofern er länger als zwei bis drei Tage bestehen bleibt. Bei der Behandlung von Magenschmerzen sind Komplikationen in der Regel auszuschließen. Diätische Maßnahmen sollten allerdings zunächst mit einem Arzt abgesprochen werden, damit die Grunderkrankung zielgerichtet und ohne Komplikationen behandelt werden kann. Vereinzelt können Medikamente zu einer Verstärkung der Magenschmerzen führen, etwa dann, wenn eine Allergie oder eine Unverträglichkeit vorliegt.

Ab wann sollte man zu einem Arzt gehen?

Leichte Magenschmerzen sind möglicherweise ein Anlass, seine Essgewohnheiten zu überdenken. Im akuten Fall kann basische Kost oder Schonkost den schmerzenden Magen wieder beruhigen. Auf kohlensäurehaltige Szenegetränke oder Kaffee sollte verzichtet werden. Halten die Schmerzen im Magen jedoch an oder werden sie stündlich stärker, sollte zeitnah ein Arzt konsultiert werden. Auf keinen Fall sollten die Betroffenen Sodbrennen, Völlegefühl und Magenschmerzen über lange Zeit bagatellisieren.

Leichte Magenschmerzen, die nach übermäßigem Alkoholgenuss, Nikotinabusus oder ähnlichen Sünden akut auftreten, können selbst behandelt werden. Wärme, Entspannung, Massagen und leichte Kost sind hilfreich. Unbehandelt über längere Zeit bestehende Magenprobleme können chronifizieren. Starke, plötzlich auftretende Magenschmerzen sind immer ein Alarmsignal. Sie erfordern einen Arztbesuch. Der Mediziner wird nach einer Befragung über mögliche Auslöser, Ess- und Trinkgewohnheiten einige Untersuchungen vornehmen. Die vom Arzt veranlassten Laborergebnisse, Sonografien oder Röntgenaufnahmen klären die Ursache der Schmerzen oft ab. Gegebenenfalls sollte ein Test auf das Magenbakterium Helicobacter Pylori unternommen werden.

Ein sogenannter Reizmagen kann ebenfalls Magenschmerzen verursachen. Diese kann der Betroffene selbst behandeln. Zuvor sollten jedoch andere Magenfunktionsstörungen durch eine sorgfältige Differenzialdiagnostik als Verursacher der Schmerzen ausgeschlossen werden. Wenn seelische Belastungen Magenschmerzen verursachen, ist gegebenenfalls eine Konsultation beim Psychotherapeuten angezeigt. Auch Massage- oder Entspannungstechniken können bei einer Neigung zu Magenschmerzen hilfreich sein.

Behandlung & Therapie

Da die Magenschmerzen viele Ursachen haben können, ist der Besuch beim Arzt vorteilhaft. Halten die Schmerzen länger an oder sind sie sehr stark, muss ohnehin sofort ein Arzt aufgesucht werden, da dann eventuell lebensbedrohliche Erkrankungen dahinter stecken können.

Der Arzt wird dann eine genaue Befragung der Magenbeschwerden durchführen. Hierzu zählen dann Fragen wie: Wie lange die Magenschmerzen schon anhalten, wo genau die Schmerzen auftreten und in welcher Intensität, Sind die Magenschmerzen von äußeren oder inneren Faktoren abhängig (z.B. bei bestimmten Speisen oder körperlichen Bewegungen), Welche Medikamente werden genommen, Wird Alkohol gehäuft konsumiert und Gibt es Vorerkrankungen, wie Magengeschwür.

Danach wird der Arzt den betroffenen Patienten ganzheitlich untersuchen. Bauch- und Magengegend wird er mit einem Stethoskop abhören und den Bauch abtasten. Eine Magenspiegelung, Ultraschalluntersuchung und Blutuntersuchung sind nur bei unklarer Anamnese erforderlich oder wenn eine Verdachtsursache genauer untersucht werden muss.

Wird keine krankheitsbedingte Ursache gefunden, so kann zumeist von harmlosen Magenschmerzen ausgegangen werden. Hierbei sollten zur Behandlung und Schmerzlinderung dann Schmerzmittel, wie Analgetika, krampflösende Medikamente wie Spasmolytika und Magensäure-lindernde Mittel vom Arzt verschrieben werden. Weiterhin könnte eine Umstellung der Ernährung, ein Verbot von Alkohol und Tabakprodukten sinnvoll sein. Je nach individueller Symptomatik kann auch eine weitere Behandlung durch Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Der Patient kann in Selbstbehandlung oft eine Linderung durch Magen-Darm-Tees, die Kräuter wie Melisse und Kamille enthalten, Wärmflaschen auf dem Bauch und Entspannungsübungen, wie progressive Muskelentspannung und autogenes Training günstig unterstützen.

Aussicht & Prognose

Bei Magenschmerzen kann keine universelle Prognose abgegeben werden. Der weitere Verlauf dieser Krankheit hängt sehr stark von den Schmerzen selbst und dem restlichen gesundheitlichen Zustand des Patienten ab.

In den meisten Fällen weisen die Magenschmerzen auf eine Unverträglichkeit oder ein verdorbenes Lebensmittel hin und verschwinden wieder, wenn der Inhaltsstoff aus dem Körper abgebaut wurde. Dies kann mehrere Stunden dauern. Nicht selten werden die Magenschmerzen auch von Durchfall und Erbrechen begleitet, dabei handelt es sich in der Regel um einen Infekt in der Magen-Darm-Region. Diese Infekte müssen nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden und verschwinden meistens von selbst wieder.

Der Magen sollten geschont werden. Zur Unterstützung der Behandlung können Mittel aus der Apotheke verwendet werden. Sollten die Magenschmerzen allerdings sehr stark sein und auch nach einigen Tagen nicht nachlassen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Hierbei kann es sich um einen schweren Infekt handeln, mit welchem der Körper alleine nicht fertig wird.

Bei Unverträglichkeiten oder Allergien sollte auf den jeweiligen Inhaltsstoff verzichtet werden, um den Magenschmerzen vorzubeugen. Die meisten Magenschmerzen müssen allerdings nicht behandelt werden und verschwinden wieder von selbst.

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Vorbeugung

Stress und Nervosität sollten unbedingt vermieden werden. Auch Rauchen und ein starker Alkoholkonsum sollte eingestellt werden. Völlerei und Maßlosigkeit beim Essen führen ebenso oft zu Magenschmerzen und können daher gut vorgebeugt werden.

Viel Bewegung an frischer Luft und in der Natur regt zu einem gesunden und guten Stoffwechsel an, sodass die Chance an Magenschmerzen oder Darmproblemen zu erkrankung minimiert wird. Trinken sie vorbeugend Kräutertees und unterstützen sie ihre allgemeine Stressresistenz und Vitalität durch vorbeugendes autogenes Training oder mit Hilfe progressiver Muskelentspannung.

Hausmittel & Kräuter gegen Magenschmerzen

  • Fenchel hat roh und gedünstet eine günstige Wirkung auf Magen und Darm. Außerdem hat Fenchel einen hohen Vitamin-C-Gehalt.
  • Bei Magenschmerzen, Magenentzündung und Magenkrämpfen ungesüßten Kamillentee trinken. Er hilft auch bei Bauchschmerzen und Blasenschmerzen.
  • Bei Magenschmerzen können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden: eine Tasse Wermuttee trinken und einige Kümmelkörner schlucken. Für einen Tag nur Zwieback essen und Kamillentee trinken und eine heiße Wärmflasche auf den Bauch legen.

Das können Sie selbst tun

Oft können Magenschmerzen durch das mehrtägige Einhalten einer magenschonenden Diät gelindert werden. Zwieback und Weißbrot sind leicht verdaulich, in Reis- und Haferschleimsuppe enthaltene Schleimstoffe beruhigen die angegriffene Magenschleimhaut. Nach einigen Tagen Schonkost dürfen fettarme und mild gewürzte Gerichte den Speiseplan bereichern, auch geriebener Apfel, [[Banane] und andere milde Obstsorten werden meist gut vertragen. Alkohol, Kaffee und Nikotin sollten dagegen noch für einige Zeit gemieden werden, auf kohlensäurehaltige Getränke reagiert ein empfindlicher Magen ebenfalls oft gereizt.

Kamillentee oder eine Kräuterteemischung aus Melissenblättern, Kamillenblüten und Pfefferminzeblättern hilft dem schmerzenden Magen, sich zu erholen. Dafür sollten über den Tag verteilt mehrere Tassen warmer Tee ohne Zucker getrunken werden – zu heiße oder eiskalte Speisen und Getränke belasten den Magen und können die Schmerzen verstärken.

Krampfartige Magenschmerzen mildert in vielen Fällen das Auflegen einer Wärmflasche. Schlagen Stress oder große psychische Belastungen auf den Magen, tragen regelmäßige Ruhepausen und Entspannung zur Besserung bei. Hektisches Essen unter Zeitdruck kann ebenfalls zu Magenschmerzen führen: Hier hilft das langsame, bewusste Genießen der Mahlzeit ohne Ablenkung von außen durch Handy, Computer oder Fernseher. Bleiben die Magenschmerzen trotz Selbstbehandlung über mehrere Tage unvermindert bestehen oder verstärken sich sogar, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Bücher über Magenschmerzen

Quellen

  • Battegay, E.: Siegenthalers Differenzialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, 2006

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

conga kommentierte am 17.12.2011 um 18:32 Uhr

Meine Schmerzen fingen direkt unter den Rippen an und zogen die ganze rechte Seite hoch bis zur Schulter. Mein Arzt stellte nach gründlicher Untersuchung fest, dass der Auslöser der Magen ist. Die Tabletten die ich bekam habe ich jetzt 2x eingenommen, aber es keine Schmerzmilderung bisher spürbar. Woran liegt es?

king ralf kommentierte am 27.11.2011 um 23:44 Uhr

Erst hatte ich im Bereich der Leber drei Tage lang starke Schmerzen und ab und zu im Bauch. Jetzt sind die Schmerzen nur noch im Bauch, so als wenn ich auf Toilette müsste aber nicht könnte. Was kann das sein? Kann es sein, dass ich mich bei Oralverkehr infiziert habe und jetzt Pilze im magen habe? Bitte helft mir. Ich habe Angst vor einer Magenspieglung.

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