Tee (Heilpflanze)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die ursprünglich aus China stammende Teepflanze zählt als immergrüner Strauch oder Baum zur Gattung der Kamelien aus der Familie der Teestrauchgewächse. Aus den Blättern der Camellia Sinensis und Camellia Assamica werden für den weltweiten Markt zahlreiche Teesorten hergestellt. Der Anbau der Teepflanze erfolgt vorwiegend im subtropischen Monsunklima.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Teepflanze

Die beiden Unterarten der Teepflanze, Camellia Sinensis und Camellia Assamica bilden die Grundlage für die weitaus größte Menge der weltweiten Teeproduktion. Die Camellia Sinensis wird seit Jahrtausenden angebaut und als Teegetränk genutzt. Sinensis ist die lateinische Übersetzung für „aus China“. Die strauchartige Pflanze erreicht eine Höhe von drei bis vier Metern. Sie muss daher während des Anbaus gestutzt werden, um eine für die Ernte praktische Höhe zu erreichen.

Außerdem soll dadurch das Blühen sowie die Fruchtbildung verhindert werden. Die dunkelgrünen Blätter sind glänzend und glatt. Sie erreichen eine Länge von circa zwölf Zentimetern und eine Breite von ungefähr drei Zentimetern. Außer in subtropischen und tropischen Gebieten kann die Camellia Sinensis auch unter raueren Bedingungen im Hochland angebaut werden. Durch das langsamere Wachstum wird dort eine hochwertige Qualität erreicht.

Hauptanbaugebiete der Camellia Sinensis sind China, Indien und Japan sowie Sri Lanka, im ostasiatischen Raum und in der Türkei. Die Camellia Assamica wurde vor 150 Jahren in der indischen Provinz Assam entdeckt. Der Teebaum kann bis zu 20 Meter hoch wachsen und hat große Blätter. Er benötigt viel Feuchtigkeit und verträgt keinen Frost. Besonders gut gedeiht er in ebenem, sumpfigem Gebiet. Der aus den Blättern gewonnene Tee ist besonders würzig und gehaltvoll.

Wirkung & Anwendung

Die kleinen Blätter der Camellia Sinensis enthalten nur einen geringen Gerbstoffanteil und verfügen über ein feines blumiges Aroma. Diese Pflanze ist zur Herstellung von grünem Tee und leichten hellen Tees besonders geeignet. Von der Teepflanzenart Camellia Sinensis werden auch noch die sogenannten Varietäten Camellia Sinensis Dehungensis und Camellia Sinensis Pubilimba im Südwesten beziehungsweise Südosten Chinas angebaut.

Der Teecharakter wird neben den Eigenschaften der Teepflanze durch die Bodenbeschaffenheit, klimatische Bedingungen sowie der Verarbeitung der Teeblätter bestimmt. Neben der maschinellen Ernte werden viele der hochwertigen Tees noch handgepflückt. Die Camellia Assamica hat einen höheren Gerbstoffgehalt als die Camellia Sinensis und eignet sich besonders für würzige, gehaltvolle Tees.

Der Teecharakter wird neben den Eigenschaften der Teepflanze durch die Bodenbeschaffenheit, klimatische Bedingungen sowie der Verarbeitung der Teeblätter bestimmt.

Heute werden überwiegend Teesorten angebaut, die aus Kreuzungen dieser beiden Unterarten der Teepflanze gezüchtet wurden. Diese gelten als besonders widerstandsfähig und ertragreich. Bei der Ernte werden ausschließlich junge Blätter gepflückt. Im weiteren Verfahren werden die Blätter durch Welken, Rollen, Fermentieren und Trocknen zur Endproduktion vorbereitet.

Ein wichtiger Bearbeitungsschritt ist dabei das Fermentieren, wobei vor allem beim schwarzen Tee Geschmack, Aroma und Aussehen beeinflusst werden. Durch die Verbindung der Pflanzenstoffe mit Sauerstoff verringert sich der bittere Geschmack. Durch die verschiedenen Herstellungsmethoden können aus der Teepflanze unterschiedliche Teesorten gewonnen werden:

  • Weißer Tee: Bei dieser Teesorte werden die Blätter in einem besonders schonenden Verfahren verarbeitet, wodurch der Tee seinen ursprünglichen Geschmack und die Inhaltsstoffe weitgehend behält. Weißer Tee wurde erstmalig in der chinesischen Provinz Fujian angebaut. Heutzutage werden hochwertige weiße Tees auch in Indien, Sri Lanka und Afrika hergestellt. Weißer Tee zeigt einen frischen und angenehm süßlichen Geschmack.
  • Grüner Tee: Die vielzähligen Sorten des grünen Tees werden hauptsächlich in China und Japan hergestellt. In China wird durch das Herstellungsverfahren ein blumiger und leicht herber Geschmack durch ein leichtes Rösten erzielt. Dagegen wird in Japan eine grasig-frische Geschmacksnote bevorzugt. Dazu wird der grüne Tee mit Wasserdampf behandelt.
  • Gelber Tee: Der aus der Teepflanze gewonnene gelbe Tee wird im Unterschied zum grünen Tee zuerst ruhen gelassen und erst danach verarbeitet. Die erhitzten Teeblätter werden dazu vorübergehend in Papier oder Stoff gelagert und anschließend je nach der Sorte verschieden getrocknet.
  • Oolong: Die Herstellung dieser attraktiven und vielseitigen Teesorte ist aufwendig und verlangt Erfahrung. Die unterschiedlichen Geschmacksvariationen werden durch den jeweiligen Grad der Fermentation erzeugt.
  • Schwarzer Tee: Zur Herstellung werden die frischen Blätter für einen Tag auf Gitternetzen ausgebreitet. Die geschmeidigen Blätter werden nach dem anschließend Rollen und Welken fermentiert. Dabei verfärbt sich das Blatt und es bilden sich wertvolle Aromen. Qualität und Geschmack werden durch die Fermentierungstechnik entscheidend geprägt.
  • Pu Erh: Der traditionelle chinesische Tee wird aus den großen Blättern von alten, wildwachsenden Teebäumen in Südwest China sowie in Burma, Vietnam und Laos gewonnen. Die chemische Zusammensetzung unterscheidet sich deutlich von anderen Teepflanzenblättern. Im Gegensatz zum üblichen Herstellungsverfahren werden die Blätter nach dem Welken und Anrösten ohne Fermentierung in Formen gepresst und gelagert. Später wird daraus grüner und dunkler Pu Erh Tee hergestellt.
  • Matcha Tee: Diese japanische Spezialität ist kein üblicher Teeaufguss, sondern ein Extrakt aus frischen, gemahlenen Grünteeblättern.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Tee bietet nicht nur einen wohltuenden Geschmack, sondern verfügt auch über unterschiedliche Wirkungen. Schwarzer Tee enthält Koffein, wodurch die Konzentrationsfähigkeit gesteigert wird. Außerdem sind noch weitere Nährstoffe wie Vitamin B, Kalium, Fluorid und Mangan enthalten. Diese Wirkstoffe sollen unter anderem vorteilhaft für die Nerven und den Blutdruck sein.

Ebenfalls sind im schwarzen Tee Polyphenole und Tannine mit angeblich entzündungshemmenden und krebsvorbeugenden Eigenschaften enthalten. Die Bestandteile Theobromin und Theophyllin sind gut für die Bronchien. Grüner Tee ist nicht nur in Asien beliebt, da ihm eine vielfältig gesunde Wirkung zugeschrieben wird. Zu den Inhaltsstoffen zählen unter anderem Koffein, Aminosäuren und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) sowie Polysaccharide (Vielfachzucker) und Fettsäuren.

Ebenso sind zahlreiche Vitamine, Mineralien und Spurenelemente im grünen Tee enthalten. Diese Kombination wertvoller Inhaltsstoffe soll entgiftend, entzündungshemmend und verdauungsfördernd wirken. Außerdem soll dadurch das Immunsystem gestärkt und der Cholesterinspiegel gesenkt werden. Zu den Eigenschaften des grünen Tees zählen auch angeblich die krebsvorbeugende Neutralisierung freier Radikaler sowie die Stärkung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Da er den Fettstoffwechsel verbessert und die Fettverbrennung beschleunigen soll wird der Tee auch häufig bei der Durchführung von Diäten verwendet. Im weißen Tee sind neben Koffein Polyphenole und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die zur Stärkung des Immunsystems und des Bindegewebes der Haut beitragen sollen. Ebenso wie beim grünen Tee soll dadurch auch der Fettstoffwechsel angeregt werden.

Der Pu Erh Tee soll gesundheitsfördernd auf das Immunsystem, den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel einwirken und eine entzündungshemmende und cholesterinsenkende Wirkung haben. Der Oolong Tee soll wertvolle Antioxidantien enthalten und daher krebsvorbeugend wirken.

Außerdem soll er außer Koffein über die Mineralien Selen, Kalium und Carotin sowie über die Vitamine A, B, C, E und K verfügen. Daher soll der Oolong Tee auch den Stoffwechsel und die Konzentration erhöhen, das Immunsystem stärken und hilfreich beim Abnehmen sein.

Aus der Teepflanze werden ungefähr 3000 verschiedene Teesorten in unterschiedlichen Anbauvarianten und Herstellungsverfahren gewonnen. Neben vielen Hinweisen auf eine gesundheitsfördernde Wirkung werden allerdings teilweise auch kritisch die Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln thematisiert.

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