Sodbrennen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Als ein schmerzhaftes Brennen äußert sich zumeist das Sodbrennen, welches sich in der Regel vom oberen Bauch bis zum Hals erstreckt. Ursache für Sodbrennen ist ein Rückfluss von Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre, der dann im Verlauf für eine Reizung durch die Magensäure sorgt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sodbrennen?

Ein leichtes, manchmal unerträgliches Brennen, ein störender Druck hinter dem Brustbein deutet auf Sodbrennen hin. Diese Beschwerden werden durch den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre verursacht. Gelegentliches Sodbrennen ist harmlos, wenn auch nicht gerade angenehm. Treten die Beschwerden jedoch häufiger auf, werden sie sogar chronisch, spricht man von einer Refluxerkrankung oder Refluxoesophagitis.

Reflux bedeutet zurückfließen, das heißt, die ätzende Magensäure fließt immer wieder in die Speiseröhre zurück. Das Sodbrennen kann dann beträchtlichen Schaden anrichten. Eine unbehandelte Refluxerkrankung führt unter Umständen zu Geschwüren, die im schlimmsten Fall zum Speiseröhrenkrebs entarten können. Sodbrennen sollte also nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Ursachen

Was sind nun die Ursachen von Sodbrennen? Wie bereits erwähnt, fließt beim Sodbrennen die Magensäure, anstatt im Magen zu verbleiben, in die Speiseröhre zurück. Es handelt sich hier um eine krankhafte Störung, die verschiedene Ursachen haben kann. Normalerweise wird das Zurückfließen der Magensäure durch den Schließmuskel verhindert, der dafür sorgt, dass der Magen zur Speiseröhre hin abgedichtet wird und somit keine extrem ätzende Säure, die das Sodbrennen verursacht, entweichen kann.

Menschen jenseits des 40. Lebensjahres leiden eher unter Sodbrennen, denn das Erschlaffen des Schließmuskels ist mit zunehmendem Alter eine Ursache der Refluxerkrankung. Auch zu fettes oder zu süßes Essen, Zigarettenkonsum oder Stress kann zu Sodbrennen führen. Da Alkoholkonsum die Spannung des Schließmuskels reduziert, kann auch er für das Sodbrennen verantwortlich gemacht werden. Übergewicht erzeugt einen höheren Druck im Bauchraum und somit auf den Magen. Die Magensäure kann daher leichter in die Speiseröhre zurückfließen. Ebenso kann der Schwangerschaftsbauch eine der Ursachen für das Sodbrennen sein.

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Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland
(ICD-10: K20-K31 Krankheiten des Ösophagus, des Magens und des Duodenums) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Krankheiten

Komplikationen

Sodbrennen kommt sehr häufig vor. In der Regel ist es auch nicht problematisch. Besonders bei sehr zucker- und fettreichen Speisen verstärkt sich die Säurebildung im Magen. Nach einer Ernährungsumstellung verschwindet aber normalerweise das Sodbrennen schnell wieder. Es gibt jedoch Erkrankungen, die mit chronischem Sodbrennen verbunden sind.

Besonders häufig tritt es bei Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündungen auf. Hier stehen die möglichen Komplikationen, die sich aus den Magenerkrankungen ergeben, im Vordergrund. Langfristig kann es zu Magenkrebs kommen. Bei schweren Magengeschwüren droht auch ein Magendurchbruch.

Allerdings kann lang andauerndes Sodbrennen selber auch zu schweren Komplikationen und Folgekrankheiten führen. Wenn die Speiseröhre ständig durch zurückfließende Magensäure gereizt wird, bilden sich dort dauerhaft Entzündungen, die nie vollständig ausheilen können. Es kommt zunächst zu brennenden Schmerzen in der Brust sowie Schluckbeschwerden. Besonders beim Essen verstärken sich die Schmerzen.

Bei chronischem Sodbrennen wird auch von Refluxkrankheit gesprochen. Eine langfristige Komplikation der Refluxkrankheit stellt unter anderem der Barrett-Ösophagus dar. Dabei handelt es sich um Zellveränderungen, die zu Geschwüren oder gar Krebs in der Speiseröhre führen können.

Ein einmal entstandener Speiseröhrenkrebs wächst sehr schnell und verschließt im Endstadium den Ösophagus vollständig, sodass keine Nahrungsaufnahme mehr möglich ist. Chronisches Sodbrennen kann auch mit einem seltenen Bauchspeicheldrüsentumor, welcher die Magensäureproduktion anregt, in Verbindung stehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sodbrennen kann bei vielen Menschen auftreten und muss nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden. Falls das Sodbrennen nur sehr selten oder nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln auftritt, so ist kein Besuch beim Arzt notwendig. Dabei kann schon eine einfache Diät oder Nahrungsumstellung helfen, das Sodbrennen zu verringern oder komplett zu vermeiden. In der Regel sollte der Betroffene den Magen schonen und auf süße und fettige Speisen verzichten. Es stehen auch verschiedene Mittel zur Selbsthilfe bei einem gelegentlichen Sodbrennen zur Verfügung.

Ein Arzt sollte allerdings dann aufgesucht werden, wenn das Sodbrennen permanent auftritt und mit starken Schmerzen verbunden ist. Dabei kann es sich um eine ernsthafte Erkrankung handeln. Ebenso kann das Sodbrennen den Körper auf lange Sicht irreversibel beschädigen. Um Folgeschäden und weitere Komplikationen zu vermeiden, sollte daher bei einem starken Sodbrennen ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel erfolgt der erste Besuch beim Allgemeinarzt. Dieser kann dem Patienten Medikamente gegen das Sodbrennen verschreiben. Sollte das Symptom auch mit Einnahme der Medikamente nicht verschwinden, so ist der Besuch eines Facharztes notwendig.

Behandlung & Therapie

Schematische Darstellung zur Anatomie bei Refluxkrankheit bzw. Sodbrennen. Klicken, um zu vergrößern.

Wie behandelt man Sodbrennen? Bei nur gelegentlich auftretendem Sodbrennen sollte man sich keine Gedanken machen. Vielleicht ist ja eine kompakte, zu fetthaltige Mahlzeit schuld an den Beschwerden. Diese können relativ schnell durch ein rezeptfreies Mittel, das Natriumhydrogencarbonat enthält, gelindert werden. Es neutralisiert die Magensäure und kann bedenkenlos eingenommen werden. Wünschenswert wäre natürlich dennoch ihren Arzt oder Apotheker eingehend zu konsultieren.

Sollte jedoch das Sodbrennen häufiger auftreten, wird es Zeit, die Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen. Fette und reichhaltige Mahlzeiten sollten am Abend unterbleiben. Empfehlenswert sind vier bis sechs Mahlzeiten über den Tag verteilt. Ebenso sollte man möglichst Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke einschränken. Und Finger weg von zu hohem Alkoholkonsum. Korpulentere Menschen, die an Sodbrennen leiden, sollten ihr Übergewicht abbauen. Bei häufig auftretendem Sodbrennen sollte ein Facharzt für Magen- und Darmerkrankungen aufgesucht werden.

Aussicht & Prognose

Bei leichtem und mittelschwerem Sodbrennen ist die Aussicht auf Heilung gut. Vorausgesetzt die medikamentöse Behandlung erfolgt zeitnah und bevor größere Verletzungen an der Speiseröhre entstanden sind, kann die Refluxkrankheit in aller Regel innerhalb weniger Tage auskuriert werden. Die Ursache wird dabei jedoch nicht behoben, so dass die Krankheit immer wieder auftreten kann.

Betroffene können die Symptome lindern, indem bestimmte Verhaltens- und Ernährungsregeln eingehalten werden. Bis zur Genesung treten dann allenfalls Heiserkeit, leichte Halsschmerzen und andere typische Symptome auf.

In seltenen Fällen kann sich aus dem Sodbrennen jedoch ein Barret-Ösophagu bilden, der bei einem schweren Verlauf zu Speiseröhrenkrebs führen kann. Eine chronische Erkrankung kann überdies zu schweren Speiseröhren-Entzündungen führen und dadurch auch die Schleimhaut schädigen.

Selten kann es auch zu spezifischen Entzündungen wie Laryngitis gastrica oder einer Lungenentzündung kommen. Chronische Blutungen in Folge einer Schleimhautschädigung können zu Blutarmut führen und die Prognose ebenfalls verschlechtern. Bei chronischen Beschwerden sollte das Sodbrennen deshalb in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Dieser kann den Grad der Erkrankung feststellen und dadurch eine genaue Prognose bezüglich des Genesungsprozesses geben.

Eine Magenspiegelung wird bei krankhaftem Sodbrennen unerlässlich sein. Dieses Diagnoseverfahren zeigt mögliche krankhafte Veränderungen der Speiseröhre. Eine Biopsie, also eine Gewebeprobe ist notwendig, um den Grad der Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut nachweisen zu können. Durch eine längerfristige Medikation mit verschreibungspflichtigen Säureblockern kann der Arzt das Sodbrennen meist in den Griff bekommen.

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Vorbeugung

Wie kann man nun Sodbrennen vorbeugen? Eine gesunde Lebensweise ist immer eine gute Vorbeugung gegen etliche Krankheiten, so auch gegen das Sodbrennen. Der Verzehr natürlicher, kalorien- und fettarmer Lebensmittel trägt dazu bei, dass nicht ein Übermaß an Magensäure produziert wird, die für das Sodbrennen verantwortlich ist. Viele kleine, mit Genuss und in Ruhe verzehrte Mahlzeiten können das Zurückfließen der Magensäure in die Speiseröhre verhindern.

Das unangenehme, schmerzhafte Sodbrennen wird unterbunden. Viel Bewegung durch Sport, Wandern oder Tanz beugen Übergewichtigkeit vor, eine der Hauptursachen für das Sodbrennen. Da bei einer Refluxerkrankung die Magensäure die Angewohnheit hat, nach oben zu steigen, sollte man nachts mit Hilfe eines zusätzlichen Kopfkissens etwas erhöhter schlafen. So stört kein unangenehmes Sodbrennen die Nachtruhe.

Das können Sie selbst tun

Bei Sodbrennen sollte der Patient auf jeden Fall auf ungesundes Essen verzichten. Hierzu gehört vor allem fettiges, süßes und saures Essen. Auch scharfe und stechende Gewürze sollten vermieden werden, da diese das Sodbrennen fördern können. Ebenso muss der Betroffene auf Süßgetränke und Alkohol verzichten. Säfte können in der milden Form mit weniger Säure getrunken werden. Ebenso sollte Kaffee vermieden werden.

Um das Sodbrennen akut zu reduzieren, kann ein wenig warmes Wasser getrunken werden. Dieses sollte keine Kohlensäure beinhalten. Auch Brot und Milch können dem Sodbrennen entgegenwirken. Nüsse helfen nicht nur gegen Sodbrennen, sondern sind für den Körper sehr gesund und eine optimale Energiequelle. Aber auch Hausmittel wie Kamillentee können helfen.

Beim Schlafen sollte der Patient mit erhöhtem Kopf schlafen, damit der Magensaft im Liegen zurückfließen kann. Auch sollte vor dem Schlafengehen selbst ungefähr zwei bis drei Stunden vorher keine Nahrung mehr eingenommen werden. Beim Essen muss der Betroffene darauf achten, das Essen gut zu zerkauen und nicht in großen Bissen hinunterzuschlucken. Auch sollten lieber kleinere Mahlzeiten eingelegt werden, anstatt eine große Mahlzeit durchzuführen.

Um das Sodbrennen zu vermeiden kann auch ein Sodbrennentagebuch geführt werden. Dort notiert sich der Patient immer, wenn das Sodbrennen aufgetreten ist und welche Speisen oder Getränke davor eingenommen wurden. Damit kann das Sodbrennen langfristig verhindert werden.

Bücher über Sodbrennen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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