Barrett-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Dezember 2017
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Eine Vielzahl von Erkrankungen geht mit mehreren Krankheitszeichen einher, welche unter der Bezeichnung Syndrom zusammengefasst werden. Eine dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist das sogenannte Barrett-Syndrom beziehungsweise Barrett-Ösophagus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Barrett-Syndrom?

Der Verdauungsapparat des Menschen ist ein kompliziertes System, welches aus teilweise äußerst empfindlichen Gewebsarten besteht. Entzündliche Vorgänge, die in der Speiseröhre stattfinden, sind deshalb wie beim Barrett-Syndrom keine Seltenheit.

Das Barrett-Syndrom ist eine gesundheitliche Abnormität, welche als Folgeerscheinung der sogenannten Refluxkrankheit auftritt und als einer der typischen Komplikationen behandelt wird. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer leiden unter dem Barrett-Syndrom, welches meist chronisch verläuft und daher ständig wiederkehren kann.

Die wissenschaftliche Bezeichnung für das Barrett-Syndrom ist nach dem Arzt Norman Rupert Barrett gewählt worden.

Ursachen

Ein Barrett-Syndrom kann dann entstehen, wenn eine Refluxkrankheit vorliegt, die zu einer Schädigung von Gewebsarealen im oberen Ösophagusbereich führt.

Die eigentliche Ursache für das Barrett-Syndrom ist der Einfluss von Magensäure, welche aus dem Magen in die Speiseröhre zurück fließt. Bei der Refluxkrankheit oder Refluxösophagitis wird die gesunde DNS der Schleimhautzellen so beeinträchtigt, dass sich Geschwüre bilden, die oftmals einen krebsähnlichen Verlauf nehmen.

Zu den weiteren Ursachen, welche einem Barrett-Syndrom zugrunde liegen, gehören asthmatische Erkrankungen, eine Schwangerschaft, psychische Krankheiten, verschiedene negative Stresssoren und einzelne Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus. Es gibt zudem einige Arzneimittel, welche ein Barrett-Syndrom begünstigen.

Organisch bedingte Verengungen am Magenausgang tragen ebenso zu zur Erkrankung bei. Die Klärung, welche differenzierten Ursachen im Detail am Barrett-Syndrom beteiligt sind, obliegt noch der medizinischen Forschung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den typischen Symptomen der Barrett-Syndroms zählt das ursächliche Sodbrennen. Reflux äußert sich unter anderem durch ein Brennen im Bereich der Speiseröhre, meist mit einem relativ starken Druck- oder Hitzegefühl im Nasenrachenraum verbunden, das vom Oberbauch bis in das Brustbein ausstrahlen kann. Begleitend dazu kommt es zu einem Engegefühl hinter dem Brustbein.

Viele Betroffene leiden außerdem an Übelkeit und Erbrechen. Auch Heiserkeit kann auftreten. Des Weiteren kann das Barrett-Syndrom in seinem Verlauf zu Husten und Aufstoßen führen. Ein typisches Anzeichen für das Syndrom ist die belegte Stimme, die sich vor allem mit dem Fortschreiten der Erkrankung bemerkbar macht. Auch Luftnot und Asthma sind typische Anzeichen.

Einige Patienten entwickeln außerdem eine chronische Bronchitis. Weiterhin kann das Barrett-Syndrom zu Schluckbeschwerden und daraus resultierend zu einem Gewichtsverlust führen. Betroffene haben einen Räusperzwang, der die Heiserkeit noch verstärkt und weitere Beschwerden wie Reizungen und Blutungen hervorrufen kann.

Es kann sich eine Speiseröhrenentzündung entwickeln, die sich unter anderem durch starke Halsschmerzen, schleimigen bis blutigen Auswurf und Atembeschwerden äußert. Anhand der genannten Symptome und Beschwerden kann das Barrett-Syndrom von anderen Leiden abgegrenzt und eindeutig diagnostiziert werden.

Diagnose & Verlauf

Refluxkrankheit und Barrett-Syndrom gehen Hand in Hand.

Der Verlauf des Barrett-Syndroms ist durch das Wachstum von abnormen Zellstrukturen charakterisiert. In diesem Zusammenhang kann auch von Speiseröhrenkrebs gesprochen werden, welcher zunächst durch Beschwerden beim Schlucken in Erscheinung treten kann.

Das Barrett-Syndrom äußert sich zudem durch ein permanentes Sodbrennen und später durch schmerzhafte Auffälligkeiten in der oberen Speiseröhrenregion. Die Schmerzen werden meist hinter dem Sternum (Brustbein) oder dem oberen Rückenbereich wahrgenommen. Die Betroffenen leiden außerdem unter einem Rückgang des normalen Körpergewichts und können nur unter großer Mühe dünnflüssige Mahlzeiten aufnehmen.

Patientinnen und Patienten, welche bereits durch eine Refluxkrankheit und das Zurückfließen von Magensäure gesundheitlich eingeschränkt sind, sollten besonders gut auf diese Symptome achten, um das Krebsrisiko rechtzeitig auszuschalten.

Für die Diagnostik beim Barrett-Syndrom sind die Angaben der Risikogruppen wie permanentes Aufstoßen mit saurem Geschmack, Erbrochenes mit Blut, schwarzer Kot sowie Schluckbeschwerden wichtig. Diese werden beim Barrett-Syndrom durch komplexe medizinisch-technische Untersuchungen wie eine Endoskopie des Ösophagus, eine sogenannte Chromoendoskopie Endoskopie mit Farbstoffen) und ein Narrow Band Imaging Endoskopie mit blau und grün gefärbten Lichtstrahlen) erweitert. Auch Biopsien werden beim Barrett-Syndrom ausgewertet.

Komplikationen

Da unter dem Barrett-Syndrom verschiedene Erkrankungen zusammengefasst werden, kommt es dabei auch zu unterschiedlichen Komplikationen. In den meisten Fällen tritt beim Patienten das sogenannte Sodbrennen auf. Das Sodbrennen kann die Lebensqualität stark verringern.

So ist eine gewöhnliche Nahrungszufuhr nicht mehr möglich, oft kommt es direkt nach dem Essen zu einem starken Brennen im Magen und in der Speiseröhre. Durch das Sodbrennen kann es auch zu Tumorerkrankungen und Geschwüren kommen, welche lebensgefährlich sind. Der Magen ist gereizt, es ist in der Regel auch nicht mehr möglich, saure oder salzige Nahrungsmittel zu essen.

Dadurch wird der Alltag des Patienten eingeschränkt, was oft zu sozialen Schwierigkeiten führt, wenn bestimmte Events vermieden werden. Nicht selten kommt es beim Barrett-Syndrom auch zu einer Atemnot oder zu einer Entzündung in der Speiseröhre. Bei einer Einnahme von Alkohol wird das Barrett-Syndrom weiterhin verstärkt.

Die Behandlung basiert daher auf der kompletten Absetzung von Alkohol und anderen ungesunden Lebensmitteln und Getränken. Die Symptome werden mit Hilfe von Medikamenten bekämpft. Dabei kommt es in der Regel zu keinen weiteren Komplikationen. Schwerwiegendere Fälle werden durch einen operativen Eingriff behandelt. Durch die Refluxkrankheit kann es ebenso zu Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten kommen, sodass eine Ausführung ohne Schmerzen nicht mehr möglich ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schon bei den ersten Beschwerden und Symptomen des Barrett-Syndroms sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Krankheit kann sich sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirken und dabei zu irreversiblen Schäden oder sogar zu einer Krebserkrankung führen. Aus diesem Grund sollte der Betroffene dann einen Arzt aufsuchen, wenn es oft zu Sodbrennen kommt oder wenn die Refluxkrankheit vorherrscht. Auch bei einem dauerhaften Aufstoßen oder Husten sollte ein Mediziner um Rat gefragt werden. Nicht selten kann das Barrett-Syndrom auch mit einer Entzündung der Speiseröhre oder mit einer Atemnot verbunden sein.

Diese Beschwerden deuten ebenso auf das Barrett-Syndrom hin und sollten durch einen Arzt untersucht werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Auch Schluckbeschwerden oder andere Beschwerden bei der Einnahme von Nahrung oder Flüssigkeiten können auf dieses Syndrom hindeuten und sollten untersucht werden. Ebenso kann das Barrett-Syndrom zu einem dunklen Stuhl und damit zu einem blutigen Stuhlgang führen. In erster Linie wird beim Barrett-Syndrom der Allgemeinarzt aufgesucht. Die weiteren Untersuchungen oder Behandlungen werden dann durch den Internisten oder Gastroenterologen durchgeführt. In akuten Notfällen kann der Patient auch direkt ein Krankenhaus aufsuchen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Barrett-Syndroms sollte so zeitig wie möglich eingeleitet werden. Die Grundlagen der Therapie stellen spezielle Eingriffe, eine Änderung der Lebensweise und eine dauerhafte medizinische Kontrolle dar.

Um dem Sodbrennen entgegen zu wirken, werden rezeptfreie Medikamente verabreicht. Kommt es dennoch zu den klassischen Symptomen beim Barrett-Syndrom, werden rezeptierungspflichtige pharmazeutische Substanzen verordnet. Diese werden als sogenannte H2-Blocker bezeichnet und werden in der Regel über vier bis acht Wochen eingenommen. Mit dieser Behandlung sollte eine Umstellung der Nahrungszusammensetzung einhergehen.

Um die Produktion von Magensäure zu hemmen, sollten Nikotin und Alkohol reduziert werden. Stark würzige, scharfe Speisen provozieren ebenfalls eine hohe Ausschüttung von Magensäure.

Mit einer operativen Maßnahme, die als Fundoplication bekannt ist, kann der Verschlussmechanismus der Speiseröhre verbessert werden, sodass keine Magensäure in den Ösophagus gelangen kann. Ohne Medikamente kommen die Patientinnen und Patienten in der Mehrheit der operierten Fälle trotzdem nicht aus.

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Aussicht & Prognose

Das Barrett-Syndrom entwickeln zehn Prozent aller Reflux-Patienten. Bei Männern tritt es aufgrund ihres höheren Tabak- und Alkoholkonsums vier Mal häufiger auf als bei Frauen.

Unbehandelt kann sich durch die ständige Reizung Narbengewebe bilden und die Speiseröhre einengen. Dauert dieser Zustand über mehrere Jahre an, besteht darüber hinaus die Gefahr, dass sich aus den krankhaften Veränderungen an der Schleimhaut ein Speiseröhrenkrebs entwickelt. Je höher sich der Bereich der Barrett-Schleimhaut in der Speiseröhre ausbreitet, desto höher ist das Risiko für eine Krebserkrankung. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, ist es ratsam, ein diagnostiziertes Barrett-Syndrom durch einen Gastroenterologen engmaschig überwachen zu lassen. Er wird mithilfe von endoskopischen Verlaufskontrollen die Entwicklung der Krankheit überwachen und gegebenenfalls geeignete Therapiemethoden vorschlagen.

Vorbeugend sollte der Patient auf Alkohol, Nikotin sowie scharfe und säurebildende Speisen verzichten und sich proteinreich ernähren. Es empfiehlt sich, bestehendes Übergewicht abzubauen und Stress möglichst zu vermeiden. Zur Reduzierung der Magensäure wird der Arzt Medikamente wie Protonenpumpenhemmer oder H2-Blocker verschreiben. Unter regelmäßiger medizinischer Betreuung bestehen gute Aussichten auf ein verhältnismäßig beschwerdefreies Leben mit der Prognose, dass sich ein Tumorleiden in den meisten Fällen verhindern lässt.

Vorbeugung

Bei der Prophylaxe des Barrett-Syndroms stehen nur wenige Anhaltspunkte zur Verfügung. Diese zielen weitgehend darauf ab, die ungünstigen äußeren Faktoren in Bezug auf die Nahrungszusammensetzung zu optimieren und auf Nikotin und Alkohol zu verzichten. Auch das Abbauen von Übergewicht ist als vorbeugende Maßnahme gegen ein Barrett-Syndrom empfehlenswert. Ein erhöhtes Lagern des Oberkörpers beim Liegen kann en Rückfluss von Magensäure und das damit verbundene Barrett-Syndrom ebenfalls verhindern.

Das können Sie selbst tun

Beim Verdacht auf das Barrett-Syndrom sollte zunächst mit einem Mediziner gesprochen werden. Gemeinsam mit dem Arzt können eine Reihe von Selbsthilfe-Maßnahmen ausgearbeitet werden, durch die sich die Speiseröhrenerkrankung oft wieder rückgängig machen lässt.

Nach der Diagnose wird zunächst eine Umstellung der Lebensgewohnheiten empfohlen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist das wirksamste Mittel gegen das Syndrom. Außerdem sollten Verdauungsspaziergänge in die tägliche Routine eingebaut werden. Patienten, die unter Übergewicht leiden, sollten dies durch sportliche Maßnahmen und eine Umstellung der Diät ändern. Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder Kaffee sollten nach der Diagnose von Barrett Ösophagus gemieden werden. Ebenso Speisen und Getränke, die viel Säure enthalten, besonders scharf sind oder die Speiseröhre in anderer Weise reizen könnten. Ein detaillierter Ernährungsplan sollte in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt ausgearbeitet werden.

Zur Reduzierung der akuten Beschwerden sollten Betroffene nachts mit erhöhtem Oberkörper schlafen. Barret-Ösophagus-Patienten sollten außerdem keine allzu enge Kleidung tragen und den Hals immer warm halten, um Komplikationen durch Erkältungskrankheiten zu vermeiden. Weitere Tipps zur Behandlung des Barrett-Syndroms liefern Infobroschüren und Gespräche mit anderen Betroffenen.

Bücher über Refluxkrankheit

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K. (Hrsg.): Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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