Entzündung

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)

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Eine Entzündung ist, neben den Infektionen, eine der häufigsten Krankheitsbilder beim Menschen. Praktisch jedes Körperteil oder inneres Organ kann von einer Entzündung befallen werden. Bekannte Entzündungen sind Sehnenscheidenentzündung, Hirnhautentzündung, Blinddarmentzündung und Lungenentzündung. Da Entzündungen schwere Krankheiten auslösen können oder gar selbst lebensbedrohliche Zustände verursachen, ist der Besuch bei einem Arzt immer ratsam.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Entzündung?

Eine Entzündung (medizinisch auch Inflammation) bezeichnet im Prinzip eine Reaktion des Körpers auf schädigende Einflüsse. Die Entzündung dient der Beseitigung der ursächlichen Schädigung, der Verhinderung einer Ausbreitung im Körper und auch den ersten Reparaturvorgängen.

Die klassischen Symptome werden dabei durch eine ausgeprägte Aktivierung des Immunsystems verursacht. Es werden Botenstoffe (Zytokine) ausgeschüttet, welche die Abwehrzellen über das Blutsystem zu dem Ort des Geschehens locken. Durch die Weitstellung der Gefäße gelangen Flüssigkeit, Abwehrzellen und Abwehrstoffe direkt in das entzündete Gewebe.

Je nach Ausprägung werden lokale und systemische (also den ganzen Körper betreffende) Entzündungen unterschieden, die Übergänge sind dabei fließend.

Ursachen für Entzündungen

Die häufigste Ursache für eine Entzündung ist eine nicht selten banale Verletzung, durch die Krankheitserreger in die Weichteile eindringen. Gefürchtet sind ebenfalls Entzündungen nach Operationen, wobei Bakterien durch die Wunde oder schon während der Operation in das Operationsgebiet gelangen können. Meist sind die Erreger Bakterien (z.B. eiterbildende Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken), deutlich seltener entsteht eine Entzündung durch Viren oder Pilze.

Aber auch andere Barriereverletzungen, mechanische, chemische oder physikalische Einflüsse können zu Entzündungen führen. Typische Beispiele sind der Sonnenbrand (Hautentzündung durch UV-Strahlen), Verätzungen, Darmentzündungen (vor allem Blinddarm- oder Divertikelentzündungen, wenn Kotballen oder Fremdkörper zu einer Reizung führen und so das Gebiet sekundär bakteriell besiedelt werden kann) oder Lungenentzündungen (durch Inhalation von krankheitsauslösenden Erregern).

Wird nun die Abwehrreaktion in Gang gesetzt, resultieren daraus die typischen Entzündungszeichen: Rötung (Rubor), Schwellung (Tumor), Schmerzen (Dolor), Überwärmung (Calor) und Bewegungseinschränkung (functio laesa), welche besonders stark bei Haut- oder Weichteilentzündungen sichtbar werden. Deutlich häufiger treten jegliche Art von Entzündungen auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist, z.B. im Rahmen von Diabetes mellitus oder AIDS.

Häufige Entzündungserkrankungen

Behandlung und Therapie von Entzündungen

Die Therapie und Behandlung ist bei kleinen lokalen Entzündungen in der Regel konservativ. Desinfizierende Umschläge (z.B. mit getränkten Kompressen) sind dabei sehr effektiv. Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. Diclofenac oder Ibuprofen) haben neben dem schmerzstillenden Effekt auch eine leichte entzündungshemmende Komponente und können gut ergänzend eingesetzt werden. Lindernd wirkt ebenfalls eine konsequente Kälteanwendung, z.B. durch Coolpacks.

Um eine Ausbreitung zu Verhindern, sollte der betroffene Körperteil wenn möglich ruhig gestellt werden. Ist es jedoch zu einem Ausbruch bzw. Bildung von Eiter (z.B. einem Abszess) gekommen, sollte dieser aufgeschnitten werden, damit der Eiter abfließen kann. Liegt eine ausgeprägte lokale Entzündung vor, ist die Lokalisation innerlich (z.B. Blinddarmentzündung) oder ist es bereits zu einer systemischen Infektion (als Maximalvariante gilt hierbei die Blutvergiftung, medizinisch auch Sepsis) gekommen, ist die Gabe von Antibiotika in der Regel unvermeidbar. Diese sollte nach vermutetem Erreger auf Verdacht begonnen werden, um keine Zeit zu verlieren.

Nach den entsprechenden Untersuchungsergebnissen muss das Antibiotikum ggf. im Verlauf gewechselt oder angepasst werden. Ergänzend werden Allgemeinmaßnahmen (z.B. Schonung, Fiebersenkung, Schmerzmedikation, Kühlung) eingesetzt. Eine größere operative Therapie von Entzündungen ist meist nur bei Komplikationen nötig.

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Vorbeugung von Entzündungen

Die wichtigste Vorbeugung gegen Entzündungen ist ein hygienischer Umgang, vor allem nach kleinen Hautverletzungen. Diese sollten mit klarem Wasser ausgespült und ggf. desinfiziert werden. Ein sauberer Pflasterverband kann das nachträgliche Eindringen von Krankheitserreger vermindern. Nach Operationen ist ein regelmäßiger und vor allem steriler Verbandswechsel unabdingbar, nicht selten werden bereits prophylaktisch Antibiotika während der Operation verabreicht.

Sinnvoll ist es ebenfalls, den Kontakt mit infizierten Menschen, Tieren oder Gegenständen zu meiden. Auch durch eine Stärkung des Immunsystems, z.B. durch viel Obst und Gemüse, frische Luft, Sport und kalte Bäder können Entzündungen vermindert werden.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. (Facharzt für Innere Medizin).

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