Ibuprofen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum bzw. Analgetikum, das heißt, ein Arzneimittel mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkweise. Bei bestimmten Erkrankungen handelt es sich nicht mehr um eine Schutz- oder Warnfunktion von Schmerzen und Entzündungen. In solchen Fällen ist der Einsatz von Schmerzmitteln, z.B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen, sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Medizinische Wirkung & Anwendung

Schmerzen und Entzündungen sind äußerst unangenehm, dennoch haben sie auch schützende und warnende Funktionen, welche unter Umständen von lebenswichtiger Bedeutung sein können. Die dabei freigesetzten Botenstoffe (Prostaglandine) übertragen Schmerzsignale an das Gehirn bzw. aktivieren Immunzellen, wodurch eindringende Krankheitserreger bekämpft werden.

Ibuprofen wird zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen, bei akuten Gelenkentzündungen (Arthritiden) einschließlich Gichtanfällen sowie chronischen Gelenkentzündungen, insbesondere rheumatoider Arthritis und chronischer Polyarthritis, Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen (degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen), entzündlichen rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule, z.B. Morbus Bechterew, entzündlichen Erkrankungen bei Weichteilrheumatismus sowie schmerzhaften verletzungsbedingten Entzündungen und Schwellungen angewendet.

Ibuprofen ist in verschiedenen Darreichungsformen, wie Tabletten, Kapseln, Granulat, Kindersäften, Zäpfchen oder Salben auf dem Markt. Der Wirkstoff Ibuprofen unterliegt der Apothekenpflicht und kann bis zu einer bestimmten Dosierung rezeptfrei in Apotheken erworben werden. Präparate mit einem höherem Wirkstoffanteil von Ibuprofen, z.B. zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, sind vom Arzt verschreibungspflichtig.

Wechselwirkungen

Ibuprofen ist ein Arzneimittel mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkweise.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Ibuprofen und anderen Medikamenten ist unter Umständen besondere Vorsicht geboten, insbesondere kann Ibuprofen die Wirkung anderer Medikamente entweder verstärken oder abschwächen. Eine Kombination mit anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika bzw. Analgetika ist zu vermeiden. Mit der zeitgleichen Gabe von Ibuprofen und oralen Kortikosteroiden, blutgerinnungshemmenden Medikamenten, z.B. Marcumar, SSRI (zur Behandlung von Depressionen) oder Thrombozytenaggregationshemmern, z.B. ASS, besteht die Gefahr von Blutungen oder einer Geschwürbildung im Magen-Darm-Trakt.

Beim Auftreten dieser Faktoren ist die Therapie mit Ibuprofen sofort zu beenden. Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Ibuprofen und von Schmerzmitteln im allgemeinen, insbesondere eine Kombination von Präparaten mit verschiedenen schmerzlindernden Wirkstoffen kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung und zum Nierenversagen führen.

Ibuprofen darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen weiteren Bestandteil von Ibuprofen, bei in der Vergangenheit erlittenen Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen oder allergischen Reaktionen der Haut nach der Anwendung, bei bestimmten Blutbildungsstörungen, Hirnblutungen, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder -Blutungen, Magen-Darm-Blutung oder Magendurchbruch in der Vergangenheit unter der Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika oder Antirheumatika (NSAR), bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, schwerer Herzmuskelschwäche, im letzten Drittel einer bestehenden Schwangerschaft, in der Stillzeit sowie von Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren.

Eine Behandlung mit Ibuprofen von Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, hohen Cholesterinwerten, Rauchern und älteren Patienten sollte in begründeten Fällen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Nur unter strenger Abwägung des Verhältnisses von Nutzen und Risiko ist Ibuprofen bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Lupus erythematodes und Mischkollagenose, oder einigen angeborenen Störungen der Blutbildung, wie etwa der akuten intermittierenden Porphyrie, anzuwenden.

Nach größeren Operationen, bei bekannten Allergien, wie z.B. früheren Hautreaktionen auf andere Arzneimittel, Heuschnupfen, chronischen Schwellungen der Nasenschleimhaut, Asthma bronchiale, chronischen Atemwegserkrankungen, bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und der Einnahme von Ibuprofen ist eine besondere ärztliche Betreuung erforderlich.

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Risiken & Nebenwirkungen

Unter der Einnahme von Ibuprofen kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Magenschmerzen, Magenschleimhautblutungen, Magen-Darm-Geschwüren, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung kommen. Insbesondere die Anwendung von Ibuprofen in Zäpfchenform kann zu Schleimhautreizungen, Schmerzen beim Stuhlgang und blutigen Schleimabsonderungen führen.

Beim Auftreten schwerer allergischer Reaktionen, wie Hautausschlägen, Rötungen und Juckreiz der Haut, Schleimhautläsionen oder selten auftretender schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Atemnot bis hin zu Herz-Kreislauf-Versagen und Schock, muss die Behandlung mit Ibuprofen sofort abgebrochen und umgehend der behandelnde Arzt darüber in Kenntnis gesetzt werden, welcher entsprechende medizinische Maßnahmen einleiten wird.

Besonders höher dosierte Einnahmen von Ibuprofen können zentralnervöse Störungen mit Müdigkeit, Reizbarkeit und Schwindel hervorrufen. Im Einzelfall ist das Reaktionsvermögen so stark verändert, dass eine aktive Teilnahme im Straßenverkehr sowie die Fähigkeit zum Arbeiten an und mit Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere bei gleichzeitigem Konsumieren von Alkohol. Während einer Behandlung mit Ibuprofen sollte Alkohol generell vermieden werden, da dies zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen führen kann.

Die genannten Risiken und Nebenwirkungen können, müssen jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten. Bei einer längeren Einnahme von Ibuprofen sind regelmäßige ärztliche Kontrollen des Blutbildes, der Nierenfunktion sowie der Leberwerte erforderlich. Insbesondere bei älteren Personen sind auf Grund des häufigeren Eintretens von Nebenwirkungen eine ärztliche Überwachung und ggf. Dosisanpassung von Ibuprofen erforderlich.

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