Zwölffingerdarmgeschwür
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist eine Schädigung der Darminnenwand. Im Detail liegt hierbei eine triefgreifende und übermäßige Magensaft-Sekretion vor, die die Wand des Zwölffingerdarms angreift. Neben Rauchen, Stress und Medikamenten kann auch das Bakterium Bakterium Helicobacter pylori für die Erkrankung eines Zwölffingerdarmgeschwür verantwortlich sein.
Definition Zwölffingerdarmgeschwür
Ein Geschwür ist die häufigste Erkrankung des Duodenums und ist circa fünf Mal so oft wie ein Magengeschwür. Ist nur die Schleimhaut betroffen, spricht man von einer Erosion. Bis zu zwei Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Zwölffingerdarmgeschwür, Männer dabei deutlich häufiger als Frauen. Der Häufigkeitsgipfel liegt dabei im mittleren Lebensalter.
Ursachen für Zwölffingerdarmgeschwür
Zusätzliche schädigende Faktoren sind der Gebrauch bestimmter Medikamente (z.B. Diclofenac und Aspirin), Stress (körperlich und psychisch) sowie Durchblutungsstörungen. Seltene Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist eine Tumor-Erkrankung, bei der die Produktion von Magensäure massiv gesteigert wird (durch so genannte gastrinproduzierende Tumore). Auch konnte gezeigt werden, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 deutlich häufiger an einem Zwölffingerdarmgeschwür erkranken, die Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
Symptome
- Magenschmerzen
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Aufstoßen
- Blähungen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
Krankheitsverlauf Zwölffingerdarmgeschwür
Die Symptome eines Zwölffingerdarmgeschwürs sind zum Anfang der Erkrankung völlig unspezifisch, daher wird die Diagnose oft erst spät gestellt. Typische Beschwerden sind dabei Appetitlosigkeit (mit Abneigung gegen bestimmte Speisen), Übelkeit und Druck in der Magengegend oder Völlegefühl im mittleren Oberbauch. Ungewollter Gewichtsverlust und Stuhlauffälligkeiten können ebenfalls auftreten.
Fängt das Zwölffingerdarmgeschwür an zu bluten, kommt es nicht selten zu schwarzgefärbtem Stuhlgang (so genannter Teerstuhl). Dies kommt daher, da sich Blut im Kontakt mit der aggressiven Magensäure schwarz verfärbt (Hämatinbildung). Teerstuhl ist immer abklärungsbedürftig und sollte daher zu weiterer Ursachenforschung Anlass geben. Bei einem plötzlichen Vernichtungsschmerz, muss eine Perforation (das ist ein Durchbruch des Zwölffingerdarmgeschwürs in die freie Bauchhöhle) befürchtet werden.
Nicht selten sind aber auch die Erkrankten völlig asymptomatisch und die Diagnose wird zufällig gestellt. Die Diagnose eines Zwölffingerdarmgeschwürs wird über eine Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt. Im Rahmen der Untersuchung wird immer auch ein Schnelltest auf den typischen Keim Helicobacter Pylori durchgeführt. Zusätzlich wird ein kleines Gewebsstück eingeschickt, was einen sicheren Nachweis bzw. Ausschluss eines Befalls mit dem schädigenden Bakterium ermöglicht.
Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwür
Da ja meist ursächlich eine Infektion mit dem Helicobacter Pylori vorliegt, wird nach Bakterium-Nachweis die Therapie durch zwei Antibiotika ergänzt (Triple-Therapie). Dabei gehört Clarithromycin zum Standard, zusätzlich wird Amoxicillin oder alternativ Metronidazol eingesetzt. Eine chirurgische Therapie ist heute meist nur noch bei Komplikationen notwendig. Dabei werden in der Regel Teile des Magens komplett entfernt.
Typische Indikation ist eine nicht beherrschbare Blutung, ein Durchbruch des Zwölffingerdarmgeschwürs oder ein Verdacht auf einen bösartigen Tumor. Auch wenn die Säureproduktion medikamentös nicht effektiv gesenkt werden kann, kann operativ mittels Durchtrennung eines Nervenstrangs, welcher die Säureproduktion reguliert, therapiert werden.
Ergänzend sollte bei einem Zwölffingerdarmgeschwür auf Nikotin und Alkohol, sowie scharf gewürzte Speisen verzichtet werden. Ebenfalls sollte eine Stressreduktion und ein sportlich-gesunder Lebensstil angestrebt werden.
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