Kreislaufprobleme

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Kreislaufprobleme oder Kreislaufstörungen äußeren sich in der Regel durch einen Blutdruckabfall oder einer allgemeinen Schwächung des Kreislaufsystems. Typische Begleitsymptome sind daher ein blasses Gesicht, Müdigkeit, Schwindel, Augenringe und allgemeine Schwäche. Kreislaufprobleme sollten immer vom Arzt untersucht werden, um Krankheiten auszuschließen und das Allgemeinbefinden zu stabilisieren.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kreislaufprobleme?

Unter akuten oder chronischen Kreislaufproblemen oder Kreislaufstörungen versteht man eine funktionsbedingte, altersbedingte oder organisch bedingte Störung des gesamten Blutkreislaufs. Es kann sich auch um eine Störung in einzelnen Gefäßen oder einem Gefäßbereich handeln. Kreislaufprobleme ist ein verallgemeinernder Begriff, der als Ursachenbeschreibung äußerst vage bleibt.

Mit Kreislaufprobleme ist lediglich das Symptom benannt. Meist tritt eine Kreislaufstörung relativ plötzlich auf und macht sich durch Schwindel, Sehstörungen, Hitzewallungen, Panik, Gangunsicherheit, Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwächegefühle, Blutdruckveränderungen und ähnliches bemerkbar.

Meist gehen die akuten Kreislaufprobleme relativ schnell vorbei, obwohl sie sich bedrohlich anfühlen. Es kann sich aber auch eine ernsthafte Erkrankung hinter akuten Kreislaufproblemen verbergen. Im schlimmsten Falle bedeutet eine gravierende Kreislaufstörung Ohnmacht, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen bis zum Tod.

Ursachen

Als Ursachen für Kreislaufprobleme bzw. Kreislaufstörungen kommen zahlreiche Dinge in Betracht. Eine Kreislaufstörung, die länger anhält, gravierende Symptome verursacht oder oft auftritt, gehört immer in die Hand eines Arztes und muss abgeklärt werden.

Als Ursache für Kreislaufprobleme kann ein niedriger Blutdruck gelten, ebenso aber kann eine Infektionskrankheit oder eine Folgeerkrankung nach einem Zeckenbiss als Auslöser in Frage kommen. Starker Blutverlust, eine überstandene Narkose, Alkohol-, Nikotin- oder Drogenmissbrauch, schwerer Durchfall, Bluthochdruck, eine Vergiftung, Schockzustände, Unterkühlung oder Stoffwechselstörungen können eine Kreislaufstörung auslösen.

Außerdem können Herzerkrankungen, bestimmte Medikamente, Asthma bronchiale, eine Embolie, Arteriosklerose oder Nervenerkrankungen Kreislaufprobleme verursachen. Als Folge einer schweren Arteriosklerose ist eine Kreislaufstörung die häufigste Todesursache in Deutschland. Auch im Alter kommen Kreislaufprobleme häufig vor, weil die Gefäße verkalken, alte Menschen sich weniger bewegen und viel zu wenig Wasser zugeführt wird. Einer altersbedingten Kreislaufstörung kann man somit gut vorbeugen.

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Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland
(ICD-10: I95-I99 Sonstige und nicht näher bezeichnete Krankheiten des Kreislaufsystems) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Meist verlaufen Kreislaufprobleme ohne langfristige Folgen. Die größte Gefahr geht von einem Kreislaufzusammenbruch und der daraus resultierenden Ohnmacht aus. So kann ein Sturz zu ernsthaften Verletzungen wie Knochenbrüchen und Kopfverletzungen führen. Unmittelbar kommt es durch Kreislaufbeschwerden zu Schwindel, Herzrasen und vergleichbaren Störungen des Herz-Kreislaufsystems.

Liegt ein ernstes Grundleiden wie ein Herzklappenfehler oder Stenosen vor, kann es im Verlauf außerdem zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Bei Schwangeren können Kreislaufbeschwerden in seltenen Fällen zu einer Frühgeburt führen. Das Risiko für schwere Komplikationen dieser Art ist bei einem Kreislaufkollaps jedoch gering.

Bei der Behandlung können dagegen mitunter größere Probleme auftreten, da die zugrunde liegende Grunderkrankung dem Notarzt vor Ort meist nicht bekannt ist. So kann es etwa zu einer weiteren Überlastung des Kreislaufsystems kommen, wenn ungeeignete Medikamente verabreicht werden. Langfristig führen Kreislaufbeschwerden zu einem verringerten Wohlbefinden und einem Absinken der Leistungsfähigkeit im Beruf.

Bei ständigem Schwindel und Schwächeanfällen steigt überdies das Risiko von Unfällen. Gefährlich gestaltet sich dies vor allem im Straßenverkehr und beim Sport, doch auch davon ab sind Kreislaufbeschwerden ein ernstes Warnzeichen und Auslöser verschiedener Komplikationen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Kreislaufprobleme sollten stets von einem Fachmann untersucht werden, um Erkrankungen auszuschließen und das Allgemeinbefinden zu stabilisieren. Ein Arztbesuch empfiehlt sich insbesondere dann, wenn Schwindelgefühle und Übelkeit ohne ersichtlichen Grund auftreten oder länger als üblich bestehen bleiben. Bei Koordinationsschwierigkeiten, die potentiell zu Unfällen führen können, empfiehlt sich der Arztbesuch. Akute Kreislaufprobleme deuten ebenfalls auf eine behandlungsbedürftiges Grundleiden hin und sollten in der Notaufnahme abgeklärt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn es begleitend zu Schmerzen im linken Arm oder einem Stechen in der Brust kommt.

Weitere Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Hörprobleme, Benommenheit und Fieber, aber auch Herzstolpern, Schlappheit und Atemnot. Kreislaufprobleme während oder nach einer Ohrenerkrankung, Grippe oder Infektionskrankheit sollten in jedem Fall ärztlich untersucht werden. Beschwerden nach einem Tag an der Sonne deuten auf einen Hitzschlag hin und bedürfen einer Behandlung, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Bei Kreislaufproblemen in Folge eines Unfalls sollte umgehend der Notarzt angerufen werden. Halten die Kreislaufprobleme länger an oder kommt es begleitend zu Krämpfen oder einem Kreislaufzusammenbruch, liegt ein Notfall vor. Dann muss umgehend der Rettungsdienst alarmiert werden.

Behandlung & Therapie

Unter akuten oder chronischen Kreislaufproblemen oder Kreislaufstörungen versteht man eine funktionsbedingte, altersbedingte oder organisch bedingte Störung des gesamten Blutkreislaufs.

Bei akut auftretenden Kreislaufproblemen sollte man die Beine des Patienten höher lagern, damit das Blut zum Herzen zurück fließt. Man kann den Kreislauf zusätzlich anregen, indem man bei einer leichten Kreislaufstörung kalte Umschläge macht. Sind die Kreislaufprobleme jedoch gravierender, muss man möglicherweise ins Krankenhaus. Man sollte bei einer länger anhaltenden oder akut schweren Kreislaufstörung den Arzt rufen.

Im Falle eines Kreislaufstillstandes sind sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich. Sind die Kreislaufprobleme krankheitsbedingt aufgetreten, muss die Grunderkrankung diagnostiziert und behandelt werden. Meist bessert sich dann auch die Kreislaufstörung.

Bei rein funktioneller oder altersbedingten Kreislaufproblemen kann man den Kreislauf durch Ausdauer-Sport, Saunagänge, Bürstenmassagen in Richtung auf das Herz, regelmäßige Gymnastik, Kneippbehandlungen wie kalte Unterarmgüsse, Wechselduschen oder flotte Spaziergänge anregen. Eine reduzierte Salzzufuhr und vermehrtes Trinken von klarem Wasser kann ebenfalls gegen eine Kreislaufstörung eingesetzt werden.

Aussicht & Prognose

Kreislaufprobleme sollten immer sehr ernst genommen werden. Ohne Behandlung können sie zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Sollten schwere Kreislaufprobleme auftreten, muss daher ein Arzt aufgesucht werden. Ohne Behandlung treten neben diesem Symptom auch weitere Nebenwirkungen wie Schwindel, Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen auf. Diese können ebenfalls von einer Müdigkeit und einer Antriebslosigkeit begleitet werden. Falls durch die Kreislaufprobleme kein gewöhnlicher Alltag mehr möglich ist, muss eine Behandlung durch den Arzt durchgeführt werden.

Das Problem kann verschiedene Ursachen haben, die unterschiedlich gut behandelt werden können. Oft kann schon eine Umstellung der Ernährung oder der Entzug von bestimmten Drogen die Kreislaufprobleme verschwinden lassen. Bei akuten Notfällen muss der Notarzt gerufen, da die Kreislaufprobleme auch zur Ohnmacht führen können. Eine Behandlung mit Medikamenten findet nur kurzfristig statt, um den Blutdruck zu erhöhen. Diese Medikamente sollten allerdings nicht dauerhaft eingenommen werden.

Sollten die Kreislaufprobleme bei jungen Menschen auftreten, ist eine Behandlung durch den Arzt nicht zwingend notwendig. Hier reicht es oft aus, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich sportlich mehr zu betätigen. Bei älteren Patienten können Kreislaufprobleme auf andere Symptome hindeuten und müssen genauer von einem Arzt untersucht werden.

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Vorbeugung

Als Vorbeugung von Kreislaufproblemen kann man nur ein gesundes, bewegungsreiches Leben empfehlen. Gesunde Organe und Gefäße kann man mit entsprechend viel Bewegung, einer sinnvollen Flüssigkeitsaufnahme und einer vitalstoffreichen Ernährung erhalten. Zu empfehlen ist zur Vermeidung einer Kreislaufstörung auch das Nichtrauchen. Nikotin verengt die Gefäße.

Im Falle von Übergewicht kann man mit einer Senkung des Gewichts und einer verbesserten Ernährung bereits das Risiko späterer krankheitsbedingter Kreislaufprobleme verbessern. Übergewicht ist einer der Risikofaktoren einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Viel Bewegung, Antioxidantien, gesunde Fette, eine erhebliche Zuckerreduzierung und Vitamine der B-Gruppe können vorbeugend gegen eine Kreislaufstörung und spätere Herz-Kreislauf-Erkrankung eingesetzt werden.

Das können Sie selbst tun

In der Regel können Kreislaufprobleme durch einige einfache Methoden vermieden werden. Dazu gehört ein allgemein gesunder und aktiver Lebensstil. Der Patient sollte viel Obst und Gemüse zu sich nehmen und auf fettiges und ungesundes Essen idealerweise verzichten. Ebenso sollten der Konsum von Alkohol und anderen Drogen und das Rauchen eingestellt werden. Sollten die Kreislaufprobleme vor allem beim Sport auftreten, so sollte der Betroffene überprüfen, ob der Körper nicht zu sehr belastet wird. Hier hilft es oft, die sportliche Belastung zu reduzieren und den Körper zuerst richtig zu trainieren. Denn grundsätzlich kann gesagt werden, dass Sport und Aktivität den Kreislauf stärken und somit auch Kreislaufprobleme minimiert werden.

Nicht selten treten die Kreislaufprobleme auch aufgrund eines wechselhaften Wetters aus. Das Symptom wird begleitet von Kopfschmerzen, einem Druck auf den Ohren oder auf der Nase und einer Übelkeit. In diesem Fall helfen Spaziergänge und Entspannungsübungen. Die Kreislaufprobleme können vermehrt in der Schwangerschaft auftreten und stellen ein gewöhnliches Symptom dar. Sie werden in der Regel auch nicht behandelt. Daher sollten Schwangere körperliche Aktivitäten langsam ausführen und sich viel Zeit lassen.

Wer an Kreislaufproblemen leidet, sollte zu schnelles Aufstehen und allgemein hektische Bewegungen vermeiden. Gegen die Kreislaufprobleme können auch Medikamente eingesetzt werden, die den Blutdruck steigern. Schwangere sollten allerdings zuerst einen Arzt aufsuchen, bevor sie Medikamente einnehmen.

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