Hitzewallungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Hitzewallungen sind zumeist spontan auftretende Anfälle von starken Hitzegefühlen bzw. Wärmewellen, die den Körper erfassen, obwohl die Außentemperatur unverändert ist. Hitzewallungen kommen zumeist bei Frauen in den Wechseljahren vor. Jedoch leiden auch manche reifere Männer unter diesem Symptom. Hitzewallungen werden häufig von Schweißausbrüchen begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen kommen am häufigsten während der weiblichen Wechseljahre vor. Nicht alle Frauen leiden darunter. Warum manche Frauen während der Wechseljahre überhaupt keine Hitzewallungen haben, ist nicht geklärt. Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Man kann so einiges gegen sie tun.

Meist spüren die betroffenen Frauen Hitzewallungen zuerst im Brustbereich. Sie spüren unangenehme Hitze und die Haut rötet sich. Von der Brust steigt die Hitze hoch in den Hals, Nacken, den Kopf und anschließend verteilt sie sich über den gesamten Körper.

Das Herz schlägt schneller als sonst. Zusammen mit der Hitzewallung neigen die betroffenen Frauen zu Reizbarkeit und sind besonders empfindlich. Weitere Symptome sind Schweißausbrüche. Im Anschluss an die "fliegende Hitze", wie die Hitzewallungen auch genannt werden, wird der Betroffenen kalt oder es kommt sogar zu Schüttelfrost.

Besonders abends oder nachts treten Hitzewallungen auf. Entweder reißen Hitzewallungen die Betroffenen aus dem Schlaf und lässt sie nicht wieder einschlafen oder morgens ist das ganze Nachthemd inklusive Bettwäsche durchgeschwitzt.

Ursachen

Woher kommen nun die Hitzewallungen? Während der Wechseljahre schwankt der Hormonspiegel stark. Dies führt unter anderem dazu, dass das Zentrum im Gehirn, dass für die Temperatursteuerung zuständig ist, nicht richtig ausgeglichen ist. Es spielt besonders dann verrückt, wenn der Östrogen-Spiegel plötzlich abfällt. Die Betroffene nimmt eine scheinbare Überhitzung wahr und das Blut im Körper wird in die Haut gepresst, um es abzukühlen.

Auch durch einen Schweißausbruch soll die Temperatur des Körper herabgesetzt werden. Deswegen frieren Betroffene auch nach der Hitzewallung. So eine Hitzewallung dauert meist eine Minute, manchmal auch bis zu fünf und in seltenen Fällen dauert es auch eine halbe Stunde. In welcher Frequenz Hitzewallungen auftreten, ist ebenfalls von Frau zu Frau verschieden, zwischen ein paar mal in der Woche bis zu ein paar Mal in der Stunde. Das ansteigende Herzklopfen während der Hitzeattacke kommt vom Stresshormon Adrenalin. Es wird ebenfalls ausgeschüttet, um den Körper abzukühlen.

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Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N95 Klimakterische Störungen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Krankheiten

Komplikationen

Hitzewallungen sind ein häufiges Symptom bei Frauen, wenn sie in ihre Wechseljahre eintreten (Klimakterium). Der Körper tritt in einen Umschwung der Hormone ein und muss sich erst in einigen Jahren an den Östrogen- und Progesteronmangel gewöhnen. Das Herz rast in dem Moment und die Blutgefäße sind weit offen, so dass der Kopf rot anläuft. Zudem kommt es zur starken Schweißbildung.

An sich ist die Hormonumstellung ein natürlicher Prozess und tritt bei jeder Frau ab dem 40. bis 50. Lebensjahr ein und dementsprechend hat dies keine weiteren schwerwiegenden Folgen, da es sich nur um ein kurzzeitiges Symptom handelt. Jedoch treten die Hitzewallungen vor allem im Schlaf auf, so dass es zum Schlafmangel kommen kann. Auch ist die starke Schweißproduktion, die dabei entsteht, meist eine große psychische Belastung für die Betroffenen.

Hitzewallungen können aber auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten. Deswegen sollten diese, wenn sie unabhängig der Wechseljahre auftreten, vom Arzt abgeklärt werden. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann ebenfalls Ursache der Hitzewallungen sein. Zu viele Schilddrüsenhormone können zur thyreotoxischen Krise führen, die neben Schwindel und Benommenheit bis zum Koma und Tode führen kann. Auch ein Diabetes kann Hitzewallungen verursachen. Unbehandelt kann ein Diabetes zu verschiedenen Komplikationen wie Erblindung, Sensibilitätsstörungen oder Nierenversagen führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sind Hitzewallungen auf einen erhöhten Konsum von Kaffee, Tee, Nikotin, Alkohol oder bestimmte Gewürze zurückzuführen, sind diese zumeist harmlos und können leicht durch einen Verzicht auf diese Genussmittel vermieden werden. Schubweise Hitzewallungen sind oftmals durch Wechseljahre bedingt und gehen in aller Regel lediglich mit mäßigen Beschwerden einher, die keine ärztliche Behandlung erfordern.

Von schubartigen Hitzewallungen sind nicht nur Frauen nach Ausbleiben ihrer Menstruation betroffen. Auch bei Männern können aufgrund eines Abfalls des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) im Alter Hitzewallungen beobachtet werden. Sind diese Schübe so ausgeprägt, dass Alltagsleben und Lebensqualität deutlich eingeschränkt sind, sollte ein Arzt konsultiert werden. Zudem sollten Hitzewallungen immer dann ärztlich abgeklärt werden, wenn diese nicht mit der hormonellen Umstellung während der Wechseljahre im Zusammenhang stehen.

Hier müssen mögliche Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, eine Schilddrüsenunterfunktion, Tumore oder Allergien als mögliche Ursachen ausgeschlossen werden. Bei einem Verdacht auf medikamentös bedingte Hitzewallungen sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden, um die Medikation gegebenenfalls anpassen zu können.

Behandlung & Therapie

Hitzewallungen kommen am häufigsten während der weiblichen Wechseljahre vor. Die betroffenen Frauen spüren unangenehme Hitze und die Haut rötet sich.

Auch wenn Hitzewallungen und die Wechseljahre Frauen sehr belasten - man kann etwas dagegen tun. Für viele ist es gar ein Anlass, ihren bisherigen Lebensstil zu überdenken. Für viele wird es immer wichtiger, sich selbst etwas Gutes zu tun und mehr auf sich und seine ganz eigenen Bedürfnisse zu achten.

Oftmals ist es gar nichts großes, dafür aber Dinge, die man schon länger ändern wollte: Sei es, sich gesünder zu ernähren, weniger Alkohol zu trinken oder mit dem Rauchen aufzuhören. Sich mehr bewegen trägt oft schon eine Menge dazu bei, die Hitzewallungen in den Griff zu bekommen.

Doch es gibt auch vieles, was man tun kann, wenn die Hitze akut wird. Betroffen sollten zum Beispiel darauf achten, Räume kühl zu halten und nicht zu überhitzen, denn sonst werden Hitzewallungen gefördert.

Betroffen sollten sich nach dem Zwiebelprinzio anziehen, also mehrere Schichten übereinander, damit man bei Bedarf einzelne Teile ausziehen kann. Die Kleidung sollte allgemein locker sitzen und aus Naturmaterialien bestehen. Es lohnt sich, ein Ersatznachthemd und gegebenenfalls eine Ersatzdecke bereitliegen zu haben. Falls es dann nachts mal wieder durchgeschwitzt ist, kann man schnell wechseln.

Aussicht & Prognose

Handelt es sich bei den Hitzewallungen um Wechseljahrsbeschwerden, können diese in ungünstigen Fällen bis zu zehn Jahre andauern. Allerdings gibt es mittlerweile diverse Behandlungsmöglichkeiten, die diese Begleiterscheinungen des Klimakteriums zumindest mildern. In der Naturheilkunde werden Hitzewallungen und Schweißausbrüche mit Tabletten und Tinkturen, die beispielsweise das Extrakt der Traubensilberkerze enthalten, behandelt. Helfen können außerdem Präparate auf Basis von Soja, Rotklee, Salbei, Frauenmantel und Schafgarbe. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist nicht wissenschaftlich bestätigt, sie bewähren sich aber vielfach in der Praxis.

Physikalische Therapien wie Moorbäder und Kneippanwendungn können ebenfalls helfen. Diese naturheilkundlichen Methoden führen in aller Regel nicht zu einem vollständigen Verschwinden der Hitzewallungen, sie können diese aber auf ein für die Betroffenen erträgliches Maß reduzieren.

Frauen, denen diese sanften Methoden nicht helfen, können sich einer Hormonersatztherapie unterziehen, die die Hitzewallungen in aller Regel zeitnah abklingen lässt. Die regelmäßige Einnahme von Hormonen geht jedoch mit erheblichen Gesundheitsrisiken einher. Insbesondere steigt das Risiko für Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Thrombosen.

Hitzewallungen bei Männern, die auf einen gestörten Hormonhaushalt zurückzuführen sind, werden in der Regel durch die Gabe von Testosteron erfolgreich behandelt.

Hitzewallungen, bei denen es sich um medikamentöse Nebenwirkungen handelt, klingen nach dem Absetzen des ursächlichen Wirkstoffs von alleine ab.

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Vorbeugung

Was kann man vorbeugend gegen Hitzewallungen tun? Wer sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt, leidet im Allgemeinen weniger unter Hitzewallungen. Man sollte sich nicht zu sehr stressen, sondern sich möglichst viel Ruhe und Entspannung gönnen. Hilfreich dabei können Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sein.

Wichtiger Aspekt zur Vorbeugung gegen Hitzewallungen ist die richtige Ernährung. Grundsätzlich sollte man scharfe Speisen meiden und viele Nahrungsmittel mit Isoflavonen, also pflanzlichen Östrogenen essen. Diese sind zum Beispiel in Sojaprodukten enthalten. Außerdem sind Isoflavone in vielen Hülsenfrüchten wie Erbsen, Linsen und Bohnen enthalten.

Viele Frauen scheuen sich, Medikamente bzw. Hormone einzunehmen. Hilfreich sind oftmals Kräuter. Sie enthalten Phythohormone, die gegen Hitzewallungen wirken. Diese sind zum Beispiel in Mönchspfeffer, Weinraute oder Hopfen enthalten.

Das können Sie selbst tun

Hitzewallungen können vor allem für Frauen sehr unangenehm sein und bei diesen den Alltag stark einschränken. Es gibt allerdings viele Methoden zur Selbsthilfe bei Hitzewallungen, die einfach anzuwenden sind.

In der Regel sollte die Kleidung immer an die aktuelle Temperatur angepasst werden. Damit kann ein Großteil der Hitzewallungen vermieden werden. Es empfiehlt sich, Kleidungsstücke zu tragen, die einfach umgezogen werden können. Dazu gehören vor allem Jacken und Hemden. Sollten die Hitzewallungen auftreten, kann der Patient diese Kleidungsstücke schnell ausziehen. Kleidung aus Naturfasern unterstützt das Ableiten der Wärme und verhindert damit unnötiges Schwitzen.

Eine gesunde Ernährung und ein allgemeiner gesunder Lebensstil wirken sich ebenso positiv auf die Hitzewallungen aus. Der Patient sollte viel Obst und Gemüse essen und auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Ebenso sollte auf Kaffee verzichtet werden. Würziges Essen führt bei vielen Menschen zu einem übermäßigen Schwitzen. Bei Hitzewallungen sollte dieses vermieden werden. Für das Schlafen empfehlen sich kühle Räume oder die Anschaffung eines Ventilators. Damit können unangenehme Hitzewallungen in der Nacht vermieden werden. Ebenso gut helfen Stressübungen und Yoga gegen das Symptom und beruhigen der Körper.

Bücher über Wechseljahre & Hitzewallungen

Quellen

  • Kaufmann, M., Costa, S., Scharl, A.: Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Leidenberger, F., et al.: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Springer, Heidelberg 2009
  • Schwenkhagen, A., Schaudig K.: Kompass Wechseljahre. Trias, Stuttgart 2015

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