Brustkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Brustkrebs, Brustdrüsenkrebs bzw. Mammakarzinom ist eine bösartige Krebserkrankung der Brustdrüsen. Am häufigsten erkranken Frauen an diesem Tumor. Annähernd 60.000 Burstkrebskranke gibt es pro Jahr in Deutschland. Typische Anzeichen für Brustkrebs sind Knoten und Knotengeschwülste im Bereich der Brust. Da es kaum weitere Symptome gibt, ist eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs bzw. Mammakarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Brustdrüsen-Läppchen (lobuläres Carcinom) oder häufiger des Gangepithels (duktales Carcinom). In Deutschland ist es das häufigste Krebsleiden der Frau, circa jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens.

Die Inzidenz ist weiter steigend, aber durch gute Screeningprogramme (vor allem die Mammographie ab dem 50. Lebensjahr) kann der Brustkrebs oft in frühen Stadien erkannt werden. Auch haben sich die Therapiemöglichkeiten kontinuierlich verbessert, so dass eine deutliche Reduktion der Mortalität erreicht werden konnte. In Deutschland können bis zu 70 % der Brustkrebs-Erkrankungen geheilt oder zumindest zum Stillstand gebracht werden.

Ursachen

Eine einzige direkte Ursache für Brustkrebs ist selten auszumachen. Ausnahmen sind z.B. die genetisch verursachten Brustkrebs-Erkrankungen, welche lediglich um die fünf Prozent ausmachen (Mutationen in den Genen BRCA-1 und BRCA-2).

Ansonsten kann das individuelle Risiko über Risikofaktoren abgeschätzt werden. Neben einer familiären Häufung spielt auch eine lange Hormonkonfrontation eine entscheidende Rolle. Entsprechend stellen eine frühe Menarche, eine späte Menopause und keine bzw. späte Schwangerschaften Risikofaktoren dar. Stillen und viele Graviditäten wirken protektiv (schützend und vorbeugend). Die Hormonabhängigkeit spiegelt sich auch oft im Tumor selbst wieder.

So sind einige Formen in der Lage, Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren auszubilden. Diese Tatsache wird auch therapeutisch genutzt. Allgemeine Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, andere Krebsleiden in der Anamnese und Exposition mit ionisierenden Strahlen erhöhen ebenfalls das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Typische Symptome & Anzeichen

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau weiblichen Brust bei Brustkrebs. Klicken, um zu vergrößern.
Nicht alle Knoten in der Brust, deuten auf Brustkrebs hin. Dennoch sollten sie in der Mammographie abgeklärt werden.

Erreicht der Brustkrebs eine bestimmte Größe, treten erste Symptome auf. Typisch sind ein tastbarer, schmerzloser Knoten, der teilweise gegen das Nachbargewebe nicht mehr verschieblich ist.

An der Brust sind Einziehungen, Dellen, Orangenhaut und eine neuaufgetretene Asymmetrie der Brust wegweisend. Eine blutige Sekretion aus der Brustwarze kann dazu kommen.

Ist die Haut über dem Brustkrebs entzündlich verändert, spricht dies für ein so genanntes inflammatorisches Carcinom mit sehr schlechter Prognose. Überschreitet der Tumor die Basalmembran des Epithels, kann es zu Absiedlungen (Metastasen) außerhalb der Brust kommen.

Der Brustkrebs metastasiert bevorzugt Lymphogen, vor allem in die Lymphknoten in der Achsel. Metastasen über den Blutweg finden sich am häufigsten in den Knochen, aber auch Leber, Hirn und Lunge sind bevorzugt befallen. Leider sind auch nach vermeintlich erfolgreicher Therapie Spätmetastasen häufig.

Komplikationen

Komplikationen bei Brustkrebs stehen insbesondere im Zusammenhang mit einer operativen Behandlung der Erkrankung. Die Wundhöhle kann sich Infizieren und Narben bilden. Infektionen und schwere Narbenbildung sind Faktoren, die besonders häufig bei Rauchern und Diabetikern zu beobachten sind.

Da die Patienten sich während der Operation nicht, und im Anschluss daran kaum, bewegen, steig das Risiko für Thrombosen und Embolien beträchtlich. Des Weiteren kann es zu einer nachträglichen Öffnung der Blutgefäße und einer dadurch bedingten Nachblutung kommen. In der Regel kann dieses Problem durch einen Druckverband gelöst werden.

Bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten wird aber eine weitere Operation erforderlich. Im Rahmen dieser sogenannten Revisionsoperation müssen dann Drainagen gelegt werden. Dabei handelt es sich um Plastikschläuche, die Blut, Wundsekrete und andere Flüssigkeitsansammlungen nach außen transportieren.

Komplikationen bei der Behandlung von Brustkrebs treten darüber hinaus häufig als Nebenwirkungen der gewählten Therapie auf. Die Zellen im Magen-Darm-Trakt sowie in den Haaren teilen sich ähnlich häufig wie Krebszellen. Sie leiden deshalb unter einer Chemotherapie oftmals sehr schwer. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Blutungen. Die Haare fallen aus und erneuern sich nicht, solange die Chemotherapie andauert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer seine Brust regelmäßig selbst abtastet, kann eventuell auftretende Veränderungen schneller und leichter feststellen. Es kann alles Mögliche dahinter stecken. Hautveränderungen an der Brustwarze, ein Einziehen der Brustwarze, oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze sollten so bald wie möglich und ohne langes Warten vom Frauenarzt untersucht werden. Hautveränderungen an der Brust, die eine Ähnlichkeit mit Orangenhaut haben, gehören auch zu den Warnzeichen.

Auch die plötzlich veränderte Größe einer der Brüste oder eine veränderte Beweglichkeit der Brust können Zeichen dafür sein, dass eine Brustkrebserkrankung vorliegt. Schmerzen treten bei einer Brustkrebs Erkrankung selten auf, wenn es aber brennende Schmerzen in der Brust gibt, ist der Besuch beim Gynäkologen dringend anzuraten. Wenn beim Abtasten der Brust eine Schwellung der Lymphknoten unter dem Arm gefunden wird, sollte diese ebenfalls beobachtet werden. Lymphknotenschwellungen können natürlich auch harmlose Gründe haben. Hier ist eine rasche Abklärung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt notwendig. Nur dort kann durch weitere Untersuchungen wie Mammografie und Ultraschall geklärt werden, worum es sich bei diesen Veränderungen handelt. Sehr oft gibt es eine harmlose Erklärung, der rechtzeitige Besuch beim Arzt kann aber auch lebensrettend sein.

Behandlung & Therapie

Die Mammographie ist eine Untersuchungsmethode zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom), der in Deutschland häufigsten Krebserkrankung bei Frauen.

An erster Stelle bei Brustkrebs steht die operative Therapie. Wenn möglich, wird brusterhaltend operiert. Entsprechend wird nur der Tumor mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt. Ist der Tumor allerdings an mehreren Stellen lokalisiert (multizentrisch), ist er sehr groß im Verhältnis zur Restbrust oder ist er bereits mit Haut oder Pectoralismuskel verbacken, muss eine Entfernung der ganzen Brust durchgeführt werden (Ablatio).

Intraoperativ wird bei einem invasiven Brustkrebs zusätzlich der Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) entfernt. Nur wenn dieser histologisch befallen ist, werden Level II und III der axillären (Achsel) Lymphknoten ebenfalls resiziert. Wurde brusterhaltend operiert, so ist eine Bestrahlung der Restbrust obligat. Nach einer Ablatio mammae wird je nach Risikofaktoren, Tumorstadium und Patientenwunsch entschieden. Ergänzend kann eine Chemotherapie durchgeführt werden. Ist der Tumor sehr groß oder liegt ein inflammatorischer Brustkrebs vor, kann auch vor der Operation zur Verkleinerung der Tumormasse eine so genante neoadjuvante Therapie durchgeführt werden.

Postoperative Chemotherapie erfolgt je nach Risikokonstellation, Tumorstadium und Metastasierung. Bildet der Brustkrebs Hormonrezeptoren aus, ist eine Hormontherapie (abhängig vom Menopausenstatus) adjuvant einzusetzen. Diese Therapie wird als direkte Maßnahme, aber auch zur Rezidivprophylaxe genutzt. Eine recht junge Therapieform sind tumorspezifische Antikörper (Herceptin). Dieser Antikörper gegen den Her-2/neu-Rezeptor wird vor allem bei einem metastasierten Brustkrebs eingesetzt.

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Aussicht & Prognose

Die Prognoseaussichten bei Brustkrebs haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Bei einer frühzeitigen Diagnose und sofortigen Behandlung ist die Heilungschance bei Brustkrebs ausgesprochen gut. Von 100 Patienten leben gemessen ab dem Zeitpunkt der Feststellung der Erkrankung nach 5 Jahren noch knapp 90%. Treten keine weiteren Komplikationen auf, können die meisten Patienten nach einem operativen Eingriff sowie einer anschließenden Krebstherapie als geheilt entlassen werden.

In vielen Fällen bilden sich im weiteren Verlauf an der Tumorstelle neue Tumore oder Tochtergeschwulste. Dies gilt es zu beobachten und rechtzeitig zu behandeln, damit ein erneuter Krebsausbruch vermieden wird. Patienten in einem Alter unter 35 Jahren erleiden häufiger einen Krankheitsrückfall und damit eine Wiederkehr des Mammakarzinoms. Wird das Brustgewebe vollständig entfernt, sinkt das Risiko eines erneuten Ausbruches erheblich.

Die Prognose des Brustkrebses ändert sich mit der Größe des entdeckten Tumors. Je größer dieser ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass neben der Brust zusätzlich das Lymphsystem von Krebszellen befallen ist. Die Aussichten auf eine Heilung schwinden ebenfalls, sobald es zu einer Bildung von Metastasen am Körper gekommen ist. Die Heilungsaussicht ist darüber hinaus abhängig von der Art des Brustkrebses. Das tubuläre Mammakarzinom hat im direkten Vergleich zum inflammatorische Mammakarzinom eine günstigere Prognose.

Das können Sie selbst tun

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet für Betroffene immer eine Umstellung der bisherigen Lebensgewohnheiten. Ergänzend zur medizinischen Behandlung werden heutzutage verschiedene Begleitmaßnahmen angeboten, durch die Betroffenen und Angehörigen der Umgang mit der Erkrankung erleichtert wird.

Durch Gespräche mit anderen Brustkrebspatienten, aber auch mit Freunden und Familienmitgliedern, können die eigenen Erfahrungen im täglichen Umgang mit der Krankheit ausgetauscht werden. Dadurch und durch Maßnahmen wie Sport, eine Ernährungsumstellung und das Finden neuer Hobbys kann die Lebensqualität gesteigert werden. Fachkundige Unterstützung kann auch bei psychologischen Krebsberatungsstellen eingeholt werden. Längerfristig können sich Betroffene an einen Psychotherapeuten wenden oder Selbsthilfegruppen aufsuchen.

Eine Beratung empfiehlt sich auch aufgrund der sozialen Risiken einer Krebserkrankung, etwa, wenn die Rückkehr an den Arbeitsplatz gefährdet ist oder die Versorgung der Familie nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen können sozialrechtlich ausgebildete Fachleute dabei helfen, die persönlichen Belange zu regeln. Zuletzt können Betroffene auch auf alternative Heilmethoden zurückgreifen. Die Wirksamkeit dieser Methoden ist zwar nicht unbedingt mit den Mitteln der wissenschaftlich-klinischen Prüfung nachgewiesen. Allerdings können zusätzliche Schritte Hoffnung spenden und den Alltag mit der Erkrankung erleichtern.

Bücher über Brustkrebs

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Heywang-Köbrunner, S.H., Schreer, I.: Bildgebende Mammadiagnostik. Thieme, Stuttgart 2015
  • Regierer, A.C., Possinger, K.: Mammakarzinom. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2005

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