Traubensilberkerze

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Traubensilberkerze zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Sie gilt als hilfreich gegen Beschwerden in den Wechseljahren.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze (Actaea racemosa) ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. Dazu gehören unter anderem Amerikanisches Christophskraut, Wilde Schlangenwurzel, Klapperschlangenkraut, Wanzenkraut, Traubenförmige Schwarzwurz, Schwindsuchtwurzel oder Frauenwurzel. Die Heilpflanze zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Ihren Namen verdankt die Traubensilberkerze ihrem Blütenstand. Dieser erinnert an eine Kerze. Bei der Frauenwurzel handelt es sich um eine krautige ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 2,5 Metern erreichen kann. Die Blütezeit des Hahnenfußgewächses liegt in den Monaten Juni und September. Die Pflanze verfügt über Früchte, die sechs Millimeter lange Kapseln enthalten, in denen sich zahlreiche Samen befinden. Zu den typischen Eigenschaften der Traubensilberkerze gehört ihr dunkles und kräftiges zylindrisches Rhizom. Die großen Laubblätter sind eiförmig.

Beheimatet ist die Traubensilberkerze im Osten von Nordamerika und Kanada. Aber auch in Nordasien und Europa kommt sie heutzutage vor. Als Standorte bevorzugt die Pflanze die Ränder von Waldgebieten, lichte Wälder sowie Böschungen und Hecken. Sie kann bis auf einer Höhe von 1500 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen.

Wirkung & Anwendung

Als Heilpflanze wird die Traubensilberkerze bereits seit dem 18. Jahrhundert verwendet. Besondere Bedeutung erlangte sie in der Frauenheilkunde. So setzten die nordamerikanischen Indianer sie als Tonikum für Frauen ein, um Ischiasbeschwerden, Arthrose, Rheuma und Schlangenbisse zu behandeln. Aber auch zur Therapie von gynäkologischen Erkrankungen oder Beschwerden in den Wechseljahren eignete sich die Pflanze, die aus diesem Grund auch die Bezeichnung Frauenwurzel erhielt.

In den meisten Fällen verabreichten die Indianer die Pflanze in Form eines Tees. Vom Stamm der Irokesen wurden die Wurzeln der Traubensilberkerze abgekocht und als Fußbad verwendet. Darüber hinaus diente das pflanzliche Mittel als Diuretikum oder um die Gesundheit zu stärken. Im 20. Jahrhundert erkannte auch die westliche Medizin die positiven Effekte der Traubensilberkerze auf die Fortpflanzungsorgane der Frau. Als es in den 80er Jahren gelang, die Wirkstoffe der Heilpflanze auf synthetische Weise herzustellen, ließen sich schließlich auch Medikamente produzieren.

Ihren Namen verdankt die Traubensilberkerze ihrem Blütenstand. Dieser erinnert an eine Kerze.

Zurückführen lässt sich die positive Wirkung der Traubensilberkerze auf die Inhaltsstoffe der Pflanze. Diese sind in deren Wurzelstock zu finden. So enthält die Frauenwurzel Triterpenglykoside wie Cimifugosid und Actein. Des Weiteren gehören Flavonoide wie Formononetin, Cimicifugasäure sowie Phenolcarbonsäuren zu den Inhaltsstoffen der Heilpflanze.

Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze verfügen über die Eigenschaft, die Botenstoffe des Nervensystems positiv zu beeinflussen. Außerdem haben sie Auswirkungen auf die Bindungen, die an den Östrogenrezeptoren bestehen. Im Rahmen von klinischen Studien ließ sich der positive Effekt der Heilpflanze nachweisen. Allerdings stellt sich die erste Wirkung erst nach zwei bis sechs Wochen ein. Nach neueren Forschungen ist auch das Bremsen von hormonell bedingtem Haarausfall mit der Traubensilberkerze möglich. Ferner lässt sich der Pflanzensaft als Schutzmittel vor Insekten verwenden.

Die Traubensilberkerze verfügt über die Eigenschaft, sich positiv auf die Hypophyse auszuwirken. Dabei kommt es zu einer Veränderung des Hormonspiegels im Körper der Frau. Auswirkungen hat dies auf die Konzentration der Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon), die für den weiblichen Zyklus maßgeblich sind. Da die Traubensilberkerze zudem Einfluss auf die Bildung von Prolaktin hat, regt sie auch die Herstellung von Muttermilch an.

Von medizinischer Bedeutung ist der getrocknete Wurzelstock der Traubensilberkerze. Zur Verwendung erfolgt jeden Sommer das Ausgraben der Wurzelstöcke, die eine Länge von 4 bis 12 Zentimetern erreichen. Anschließend werden sie gewaschen und getrocknet. Für den medizinischen Gebrauch wird die Traubensilberkerze in Form von extrakthaltigen Zubereitungen dargereicht. Diese gibt es in der Apotheke als Tabletten oder Tropfen.

Die empfohlene Tagesdosis des pflanzlichen Mittels liegt bei 40 Milligramm. Im Unterschied zu zahlreichen anderen Heilpflanzen wird die Traubensilberkerze meist nicht als Teezubereitung eingenommen. Grundsätzlich ist es ratsam, vor der Einnahme einen Arzt zu befragen. So kann der Frauenarzt entscheiden, ob die Anwendung des Mittels sinnvoll ist.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Zum medizinischen Einsatz gelangt die Traubensilberkerze in erster Linie gegen Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden, prämenstruelle Beschwerden und Probleme in den Wechseljahren. Aber auch gegen rheumatische Erkrankungen, Osteoporose (Knochenschwund) oder Asthma bronchiale lässt sich die Heilpflanze einsetzen.

Als sinnvoll gilt die Einnahme der Frauenwurzel bei Wechseljahrbeschwerden wie Schweißausbrüchen und Hitzewallungen. Das Gleiche gilt für nervöse Gereiztheit, Angstzustände und Schlafprobleme. Die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze lassen sich auch mit Johanniskraut kombinieren. Es wird empfohlen, das pflanzliche Mittel nicht länger als sechs Monate einzunehmen.

Auch die Homöopathie verwendet die Wurzeln der Traubensilberkerze zur Behandlung von Frauenleiden. Das homöopathische Mittel trägt die Bezeichnung Cimicifuga racemosa und hat positive Auswirkungen auf die Gebärmutter und die Eierstöcke. Darüber hinaus soll es die Geburt erleichtern und gegen unregelmäßige Wehen helfen. Verschlimmern sich die Beschwerden bei Kälte, bessern sich jedoch bei Wärme, ist das Mittel nach Ansicht von Homöopathen das Richtige.

Grundsätzlich gilt die Traubensilberkerze bei ihrer Anwendung als gut verträglich. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit wird jedoch von ihrer Einnahme abgeraten. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Nebenwirkungen. So treten vereinzelt Magenprobleme auf. Leidet die Patientin unter Gebärmutterkrebs, darf die Traubensilberkerze nur unter Aufsicht eines Arztes konsumiert werden. Des Weiteren sind die Zunahme von Gewicht sowie Schädigungen der Leber im Bereich des Möglichen.

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