Diabetes mellitus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. September 2017
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Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit oder einfach nur Diabetes ist eine häufig vorkommende chronische Stoffwechselerkrankung. Typisches Merkmal dabei ist der erhöhte Blutzuckerspiegel. Diabetes mellitus sollte auf jeden Fall vom Arzt behandelt werden, da die Folgeschäden zum Tod führen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Diabetes mellitus?

Bei Diabetes mellitus („ honigsüßer Durchfluss“) oder Zuckerkrankheit handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie).

Die Krankheit Diabetes mellitus ist auf einen Insulinmangel (absolut oder relativ), oder ein vermindertes Ansprechen des Körpers auf Insulin zurückzuführen.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Seine Hauptaufgabe ist die Aufnahme von Traubenzucker (Glukose) aus dem Blutstrom in die Zellen. Fehlt dieses Hormon, kann die Glukose nicht mehr in die Zellen eingebracht werden. In der Folge kommt es bei Diabetes mellitus zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Ursachen

Die beiden Hauptformen von Diabetes mellitus, Typ 1 und Typ 2, haben gänzlich unterschiedliche Ursachen. Nur etwa fünf Prozent der Diabetiker sind vom Typ 1 Diabetes mellitus betroffen. Die Krankheit beginnt meist in jugendlichem Alter und wird deswegen auch als juveniler (jugendlicher) Diabetes bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, die durch genetische Veranlagung und Virusinfektionen (vor allem Masern-, Mumps- und Grippeviren) begünstigt wird.

Bei Diabetes mellitus Typ 2 reagieren die Zellen nicht mehr ausreichend auf das körpereigene Hormon Insulin. Es entwickelt sich ein relativer Insulinmangel und in Folge eine Insulinresistenz - Insulin ist zwar vorhanden, aber die Zellen reagieren nicht darauf.

Bei den Meisten der Erkrankten werden körperliche Veränderungen vorgefunden, die als „Wohlstandssyndrom“ zusammengefasst werden. Dazu gehören starkes Übergewicht (mehr als 80 % der Betroffenen), Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin), Bluthochdruck und ein gestörter Zuckerstoffwechsel. Auch die erbliche Veranlagung spielt bei Diabetes mellitus Typ 2 eine große Rolle.

Diagnose & Verlauf

Um Diabetes mellitus zu diagnostizieren, werden der sogenannte Nüchternblutzucker (die im Blut vorhandene Glukose-Konzentration) gemessen und ein Glukosebelastungstest durchgeführt. Wenn dabei an mindestens zwei Tagen ein erhöhter Blutzuckerwert gemessen wird, gilt das als Hinweis für Diabetes mellitus.

Im Verlauf der Krankheit kann es ohne Behandlung oder bei einer falschen Einstellung des Blutzuckers zu Fehlfunktionen von Organen kommen. Im Extremfall können verschiedene Organe sogar komplett versagen. Darüber hinaus verlieren Patienten mit Diabetes vom Typ 1 ohne entsprechende Behandlung in der Regel an Gewicht, fühlen sich unwohl und müssen oft Wasser lassen. Beim Typ 2 sind die Symptome hingegen deutlich weniger ausgeprägt.

Typische Symptome & Anzeichen

Infogramm zur Anatomie und Ursache von Diabetes mellitus Typ 2. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Krankheitsverlauf

Verlauf und Prognose hängen bei Diabetes mellitus vor allem davon ab, wie gut es gelingt, den Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau zu halten. Bei Diabetes mellitus Typ 1 kommt es ohne Behandlung innerhalb weniger Wochen zu Veränderungen im Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Daraus kann sich ein diabetisches Koma entwickeln, dass bis zum Tod führen kann. Der Typ 2 Diabetes mellitus entwickelt sich langsamer und wird oft erst nach jahrelangem Verlauf entdeckt.

Symptome beider Arten sind unter Anderem, verstärkter Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme, Neigung zu Infektionen, Wadenkrämpfe, Juckreiz und Sehstörungen. Der Verlauf wird hauptsächlich durch Folgeerkrankungen (Augenschäden, Nierenschäden, Nervenschäden, Durchblutungsstörungen) bestimmt. Häufige Todesursachen als Folge von Diabetes mellitus sind Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen.

Komplikationen

Bei einem unbehandelten oder schlecht eingestellten Diabetes mellitus können sowohl akute Komplikationen als auch langfristige Organschäden auftreten. Stark erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) führen häufig zu einer Entgleisung des Zuckerstoffwechsels mit Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen, ohne sofortige Behandlung kann der Patient ins diabetische Koma abgleiten. Die Gabe von zu viel Insulin oder eine zu geringe Kohlenhydratzufuhr können dagegen eine ebenso lebensbedrohliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit der Gefahr des hypoglykämischen Schocks auslösen.

Verursacht ein hoher Blutzuckerspiegel keine akuten Beschwerden und bleibt deshalb über lange Zeit unbehandelt, schädigt er die kleinen Blutgefäße lebenswichtiger Organe. Zu den häufigsten Komplikationen zählt die diabetische Retinopathie, bei der die Gefäße in der Netzhaut der Augen betroffen sind. Zu spät erkannt kann sie zur Erblindung führen. Auch die Blutgefäße der Nieren werden von einem über längere Zeit erhöhten Blutzuckerspiegel in Mitleidenschaft gezogen (diabetische Nephropathie).

Die Filterleistung des Organs lässt nach, weitere Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen beeinträchtigen die Nieren zusätzlich. Eine durch Diabetes mellitus bedingte Schädigung der Nerven bezeichnet der Arzt als diabetische Polyneuropathie, sie macht sich durch Empfindungsstörungen bemerkbar. Schlecht heilende Wunden und Geschwüre, die vor allem an den Füßen auftreten und zum Absterben von Gewebe führen können, sind eine weitere Folge schlecht eingestellter Blutzuckerwerte.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Diabetes mellitus Typ 1 zerstören körpereigene Antikörper die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Infolge wird kein oder zuwenig Insulin produziert. Die Patienten müssen lebenslang Insulin substituieren. Diabetes mellitus Typ 1 ist die häufigste Form der Diabetes bei Kindern. Bei Verdacht auf diese Störung muss immer sofort der Arzt aufgesucht werden. Diabetes mellitus Typ 1 geht mit einer Reihe von typischen Symptomen einher. Dazu zählen insbesondere starker Durst, vermehrter Harndrang, regelmäßige Heißhungerattacken und unspezifischer Juckreiz. Die Patienten fühlen sich außerdem ständig abgeschlagen und sind sehr anfällig für Infektionskrankheiten.

Wer solche Symptome an sich oder seinem Kind beobachtet, sollte unverzüglich seinen Blutzuckerspiegel testen lassen. Diesen Test bieten auch viele Apotheken zu einem geringen Preis an. Ist der Zuckerspiegel anormal, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Gibt es keine Auffälligkeiten, sollte der Test vorsichtshalber wiederholt werden.

Diabetes mellitus Typ 2 ist die häufigste Form der Diabetes bei Erwachsenen und wird vor allem durch Übergewicht, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel verursacht. Diese Form der Diabetes ist in der Regel weniger gefährlich, kann unbehandelt aber dennoch zu schweren Komplikationen führen. Bei schlecht eingestellten Diabetikern sinkt zudem nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung. Regelmäßige Arztbesuche sind deshalb auch hier unerlässlich.

Behandlung & Therapie

Um akute Beschwerden und Spätfolgen der Diabetes mellitus zu vermeiden ist vor allem eine gute Blutzuckereinstellung von Bedeutung. Dabei steht eine gesunde Lebensweise im Vordergrund. Neben mehr Bewegung und einer Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen ist es wichtig normale Blutfettwerte und einen normalen Blutdruck zu erreichen.

Um den Blutzucker bei Diabetes mellitus in einen angemessenen Bereich zu bringen reicht eine gesündere Lebensweise oft nicht aus. In diesem Fall steht eine Bandbreite an Medikamenten, sogenannte Antidiabetika in Tablettenform (Biguanide, Sulfonylharnstoffe, Glukoseregulatoren, Insulinsensitizer) zur Verfügung.

Typ 1 Diabetiker müssen, von Beginn der Erkrankung an, Insulin spritzen, da ihre Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage ist Insulin selbst zu produzieren. Folgeerkrankungen lassen sich verhindern oder hinauszögern, wenn der Diabetes mellitus und seine Begleiterkrankungen richtig behandelt werden. Wird der Blutzuckerspiegel gut eingestellt können Diabetiker ein Leben ohne Einschränkungen und Beschwerden führen.

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Das können Sie selbst tun

Das Verhalten im Alltag und Selbsthilfemaßnahmen bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus können wichtig für den Verlauf der Krankheit sein. Bei korrekter Kontrolle und Steuerung des Blutzuckers und bei Befolgung einiger weniger Verhaltensregeln gibt es für Diabetes-Kranke praktisch keinerlei Einschränkungen und auch keine Einbußen in der Lebenserwartung. Das gilt sowohl für den erworbenen Diabetes Typ 2 wie auch für den genetisch bedingten Diabetes Typ 1, der nur etwa fünf Prozent aller Diabetes Erkrankungen ausmacht.

Der Unterschied der Behandlung zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes besteht darin, dass bei Typ 1 Diabetes, der eine Autoimmunerkrankung beinhaltet, die spezialisierten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kein Insulin mehr produzieren können, so dass das notwendige Insulin gespritzt werden muss, da es bei oraler Verabreichung durch den Verdauungsapparat unwirksam würde. Bei der erworbenen Variante Diabetes Typ 2 ist die Bauchspeicheldrüse noch in der Lage, Insulin zu produzieren.

Unabhängig von der Notwendigkeit, evtl. Insulin spritzen zu müssen, gilt für beide Krankheitsvarianten eine strikte Befolgung der individuell zusammengestellten Ernährung sowie Bewegungstherapie, die in individuellen Sportprogrammen ihren Niederschlag findet. Für Betroffene empfiehlt sich der Besuch einer Schulung über Diabetes mellitus und über die Konsequenzen bezüglich Verhalten. Sportliche Betätigungen im Rahmen der empfohlenen Bewegungstherapie sind neben der bewussten Ernährung und effektiver Einstellung des Blutdrucks wichtige Bausteine zur Vorbeugung gegen Sekundärerkrankungen wie Schädigung der Gefäße in wichtigen Organen, beispielsweise der Nieren und der Netzhaut der Augen.

Bücher über Diabetes mellitus

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Usadel, K.-H., Wahl, P.: Diabetologie und Stoffwechsel. In: Bob, A. u. K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Reißig Jacqueline kommentierte am 10.09.2012 um 17:04 Uhr

Es geht nicht um mich selber, sondern um meinen Lebensgefährten. Er hat Diabetes Typ 2. Sein Blutzuckerwert ist aber in Ordnung. Er nimmt seine Medikamente auch regelmäßig ein, hat aber trotzdem nach gewisser Zeit wieder starken Gewichtsverlust. Woran kann es liegen? Er hatte außer seiner Diabetes auch noch sehr viele andere gesundheitliche Probleme, die jetzt aber so gut wie beseitigt sind und er auf dem Weg ist zu einer vollständigen Genesung.

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