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Häufiges Wasserlassen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. August 2014
Symptomat.deSymptome Häufiges Wasserlassen

Häufiges Wasserlassen, Blasenschwäche, Häufiges Urinieren, Häufiger Harndrang sind umgangssprachliche Begriffe für Pollakisurie und Polyurie. Dabei ist es häufig so, dass lediglich ein verstärkter Harndrang besteht, ohne tatsächlich eine erhöhte Menge an Urin in der Blase zu habe. Dabei gibt es unterschiedliche Formen bei einem häufigen Urinieren. Die Polyurie ist eine krankhaft erhöhte Urinausscheidung bei vermehrtem Durst. Bei der Pollakisurie ist häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen kennzeichnend, bei der die Gesamtmenge des Urins ist dabei nicht erhöht ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist häufiges Wasserlassen?

Häufiges Wasserlassen lässt sich als erhöhte Ausscheidung von Urin definieren, wobei innerhalb von 24 Stunden mindestens 2 Liter erreicht werden (Polyurie). Um die Flüssigkeitsverluste ausgleichen zu können, verspüren Betroffene einen erhöhten Durst.

Vor allem bei Diabetes mellitus tritt dies auf. Müdigkeit und Gewichtsverlust können begleitende Symptome sein. Findet das häufige Wasserlassen eher in kleineren Mengen statt, sprechen Ärzte von Pollakisurie. Der Unterschied zur Polyurie besteht darin, dass die Urinmenge im Vergleich zum Normalzustand nicht erhöht ist. Blasenentzündungen können dafür verantwortlich zeichnen.

Dabei treten häufig ein Brennen und Schmerzen beim Urinieren auf. Auch Druckschmerzen können auftreten, was den Gang zum Arzt bedeuten sollte, um Blasenkrebs ausschließen zu können.

Ursachen für häufiges Wasserlassen

Dass der Mensch täglich ca. eineinhalb Liter Urin produziert ist völlig normal. Der Urin selbst bildet sich in den Nieren und sammelt sich dann in der Harnblase. Mit dem Urin werden auch konzentrierte Giftstoffe und Abbauprodukte ausgeschieden. Sobald die Blase voll ist, spürt man den bekannten Harndrang zum Urinieren.

Nimmt der Mensch mehr Flüssigkeit zu sich, als er benötigt, steigt auch die Urinmenge an. Dabei gibt es unterschiedliche Formen des unnatürlichen Wasserlassens.

Bei Polyurie kommt es zu einer krankhaft erhöhten Urinausscheidung mit wesentlich mehr als 2 Liter in 24 Stunden. Dabei entsteht auch ein dranghaft vermehrter Durst (Polydipsie) zum Ausgleich der Flüssigkeitsverluste. Häufig findet sich dennoch eine sogenannte Exsikkose (Austrocknung). Ursachen hierfür sind zumeist Diabetes mellitus, akute Nierenversagen, Medikamente, Alkohol, Kaffee und Herzinsuffizienz. Die Nykturie ist einr Unterform der Polyurie, die jedoch meist nur Nachts auftritt.

Als Pollakisurie bezeichnet man häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen. Die ausgeschiedene Gesamtmenge des Urins ist dabei nicht erhöht. Die Pollakisurie ist ein häufiges Symptom von Krankheiten des Harntraktes. Eine Pollakisurie kann unter anderem ausgelöst werden durch Infektionen der Harnwege, wie Blasenentzündung, eine Nierenbeckenentzündung oder eine Prostataentzündung Stresssituationen oder eine Schwangerschaft.

Nicht verwechseln sollte man die Pollakisurie mit der Überlaufinkontinenz, welche bei einer Auslassbehinderung der Harnblase auftreten kann, zum Beispiel bei der gutartigen Prostatavergrößerung. Im Gegensatz zur Pollakisurie ist die Blase maximal gefüllt und es kommt zu einem passiven Verlust kleiner Urinmengen, ohne dass die Blase sich ausreichend entleert.

Krankheiten mit Blasenschwäche

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Harnblase. Klicken, um zu vergrößern.

Diagnose und Verlauf bei häufigem Wasserlassen

Häufiges Wasserlassen ist keine Krankheit, sondern ein Merkmal einer solchen. Damit ein Arzt die Erkrankung feststellen kann, muss er zunächst mit dem Patienten in ein Gespräch eintreten, um Beginn und Auftreten des vermehrten Wasserlassens in Erfahrung zu bringen. Blut- und Urinuntersuchungen sowie Harnwegs- und Prostata-Ultraschalluntersuchungen führen in der Regel neben Blasenspiegelungen zu einer Diagnose.

Häufiges Wasserlassen zeigt sich in einem stark erhöhten Drang, urinieren zu müssen. Dabei kann die Menge an Urin im Vergleich zu einem gesunden Menschen erhöht sein (zum Beispiel 2 Liter innerhalb eines Tages), doch auch eine gleichbleibende Menge ist möglich.

Dass dennoch sehr viel häufiger die Empfindung, urinieren zu müssen, auftritt, lässt sich bei einer Blasenentzündung entdecken. Jene ist mit Schmerzen und einem brennenden Gefühl verbunden. Bereits ab 8-maligem Wasserlassen pro Tag ist von einem krankhaften Symptom die Rede, Fälle mit 100 Mal sind ebenfalls bekannt.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N39.4 Harninkontinenz) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie von häufigem Wasserlassen

Frau sitzt auf Toilette
Häufiges Wasserlassen kann auf Dauer sehr kraftraubend sein. Deshalb sollte man einen Urologen aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

Zunächst sollte einmal der Arzt aufgesucht werden. Dieser wird nun Fragen zur Tageszeit (Tags - Nachts), erhöhte oder gleichgebliebene Urinmenge, erhöhter Durst, Einnahme von Medikamenten und zum Alkohol- und Kaffeekonsum stellen. Damit kann der Arzt den Typ des erhöhten Harndrangs feststellen und dessen Ursache diagnostizieren. Gegebenenfalls fordert er auch die Betroffenen auf ein Tagebuch über das Wasserlassen zu führen. Darin sollte aufgeführt sein wann und in welchen Situationen der vermehrte Harndrang besteht, was getrunken und gegessen wurde.

Neben dem Gespräch wird der Arzt auch Blut abnehmen lassen, um Blutzucker, Elektrolytkonzentration und Hämatokritwert messen zu können. Weiterhin werden die Urinwerte bestimmt. Steht nun eine Ursache fest, kann es zu weiterführenden Untersuchungen kommen. Dazu können eine Blasenspiegelung sowie eine Ultraschalluntersuchung der Prostata und der Harnwege gehören. Zusätzlich wird gemessen, wieviel Urin in der Blase gespeichert werden kann, ob die Harnröhre richtig verschließt und ob die Beckenmuskulatur ordentlich arbeitet.

Im Falle von Herzinsuffizienz und anderen Herzursachen, werden diese primär behandelt.

Da die Ursachen sehr unterschiedlich sein können, ist eine Therapie des erhöhten Wasserlassens immer individuell. Ein Blasentraining kann helfen, wenn keine organischen Ursachen vorliegen. Hierbei wird ein Protokoll über die Toilettenaufenhalte geführt und der unnatürliche Harndrang wird unterdrückt. Dabei ist es da Therapieziel, die Blase an ihre ursprüngliche Füllmenge zu gewöhnen. Weiterhin gibt es auch Medikamente die das häufige Urinieren behandeln können.

  • Männer: Alphablocker, die die Muskelzellen der Prostata entkrampfen und den Harnausgang vergrößern
  • Frauen: Östrogene, z.B. Salben oder Zäpfchen
  • Anticholinergika und Spasmolytika, zur Herabsetzung der Kontraktionsfähigkeit der Blasenmuskulatur
  • Phytotherapeutika wie echte Goldrute oder Kürbissamen

Eine Psychotherapie kann helfen, wenn das Urinieren psychische Ursachen hat. Selbst die Erlernung von Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Akupunktur oder Autogenem Training können den Betroffenen helfen.

Sind andere Ursachen wie Diabetes oder Prostatavergrößerung Ursache des erhöhten Wasserlassens, so sollte bei diesen Erkrankungen eine Therapie begonnen werden.

Rezeptfreie Medikamente gegen Blasenschwäche

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Hausmittel und Kräuter gegen Häufiges Wasserlassen

  • Ein Bärentraubenblättertee wird bei Blasenentzündung verwendet.

Bücher über häufiges Wasserlassen und Urinieren

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

wolfgang kommentierte am 22.08.2011 um 09:04 Uhr

Wenn ich länger als eine halbe Stunde sitze, muss ich immer Wasserlassen wenn ich aufstehe. Wenn ich unterwegs bin, ist der Harndrang beim Laufen und Gehen nicht vorhanden. Ich nehme täglich 1x Detrusitol 4mg. Nachts 2x Wasser lassen. Weiß jemand mehr darüber?

Heinz Geppert 88 Jahre alt kommentierte am 12.10.2011 um 09:32 Uhr

Ich muss nachts 5-6mal zum Wasserlassen auf die Toilette. Jedesmal wenn ich mich auf die andre Seite drehe, schießt es mir in den Kopf: "Wasserlassen", obwohl dann nur eine kleine Menge abgeht. Wenn ich aber eine Busreise mache, kann ich 3 Stunden ohne Harndrang sitzen.
Wenn der Bus aber in die Raststätte einbiegt, muss ich mir in die Beine zwicken, so stark ist dann der Harndrang. Da muss doch bei der Steuerung im Hirn etwas nicht in Ordnung sein.

hok kommentierte am 15.11.2011 um 14:43 Uhr

Ich muss nachts oft und auch tagsüber 3-4x Wasser lassen, aber jedesmal größere Mengen. Nie tröpfelt es nur, wobei ich eher zuwenig trinke und auch kein Durstgefühl habe. Eine Gutartige Prostata-Vergrößerung ist bereits seit langem festgestellt. Alter 66 J. Was ist zu raten?

lilo kommentierte am 17.11.2011 um 11:27 Uhr

Ich habe gute Erfahrungen mit MANDRAGORA E RADICE D 12 Globuli gemacht. Abends habe ich Wala Globuli eingenommen.

vany kommentierte am 19.10.2012 um 03:57 Uhr

Ich habe seit heute Nacht das Gefühl alle 5 Minuten auf Toilette muss. Es ist immer sehr wenig und wenn ich wieder von der Toilette runter bin habe ich das Gefühl schon wieder auf Toilette gehen zu müssen. Ich mache mir schon Sorgen, aber hoffe, dass es am Tag dann wieder weg ist, denn sonst wäre es mir dann etwas peinlich immer wieder zur Toilette gehen zu müssen.
Wenn ich ehrlich bin (und ich möchte keinen angreifen) fühle ich mich wie eine etwas ältere Person die ihren Toilettengang nicht unter Kontrolle hat.

manfredfach kommentierte am 15.02.2013 um 16:42 Uhr

Ich muß seit acht Tagen ca. alle 10 Minuten wasserlassen. Kann das an der Einnahme von medformin850 liegen?

Meikel_59 kommentierte am 09.03.2013 um 20:47 Uhr

Ich muss nachts oft und auch tagsüber 4-5x Wasserlassen, aber jedesmal größere Mengen. Nie tröpfelt es nur, wobei ich eher zu wenig trinke und auch kein Durstgefühl habe. Eine gutartige Prostata-Vergrößerung ist bereits seit Langem festgestellt. Alter 53 Jahre. Alpha-Blocker halfen nicht. Was ist zu raten?

Dietmar kommentierte am 12.03.2013 um 18:54 Uhr

Morgens wenn ich aufstehe, muss ich in den ersten zwei Stunden 3-4 x auf die große Toilette. Tagsüber muss ich ca. alle zwei Stunden Wasser lassen und immer viel. Nachts werrde ich 1-2 x wach und muss Wasser lassen ist das normal? Ich glaube nicht. Was soll ich tun? Ich trinke täglich ca. 3 Tassen Kaffee und etwa 1 1/2 Liter Mineralwasser. Vor ca. einem halben wurde bei mir ein Blasentumor entfernt, der aber gutartig war. Seitdem habe ich diese Schwierigkeiten. Was kann ich tun? Vielen Dank.

Liebefroh kommentierte am 14.08.2013 um 03:11 Uhr

Hallo zusammen! @ hok u. Meikel_59: 3-4x Wasser lassen pro Tag ist auf keinen Fall zu oft bei größeren Mengen! Wenn nachts auch große Mengen zusammenkommen, muß die Blase natürlich auch dementsprechend öfter geleert werden. Mit Blasen- und Schließmuskeltraining kann man es zwar sehr lange hinauszögern, wenn es aber zu unangenehm wird, sollte man der Natur freien Lauf lassen. Sonst versucht der Körper immer weniger Urin zu produzieren, was für die Entgiftung nicht unbedingt förderlich ist. @ vany: Es hört sich nach einer Harnwegsentzündung an, wenns so plötzlich auftrat! Ist es jetzt wieder in Ordnung? Soweit meine eigenen Erfahrungen. Alles Gute!

Brigitte kommentierte am 19.11.2013 um 05:51 Uhr

Mein Mann ist 54 Jahre alt und seit ca. 10 Tage muss er oft Wasser lassen, nur nachts nicht. Abends, wenn er auf der Couch sitzt, muss er nicht so oft und wenn er liegt auch nicht. Nur wenn er steht oder wenn er läuft, muss er Wasser lassen. Was kann dies sein? Vielleicht kann mir jemand eine Antwort geben.