Mumps

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Dezember 2017
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Mumps, Parotitis epidemica bzw. Ziegenpeter ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit. Sie ist neben Masern und Röteln eine häufige und typische Kinderkrankheit. Sie ist hochansteckend und sollte umgehend vom Arzt untersucht werden. Eine Impfung gegen Mumps ist sehr ratsam.

Inhaltsverzeichnis

Definition Mumps

Mumps Ziegenpeter, bzw. Parotitis epidemica ist eine Viruserkrankung, die vor allem anhand von schmerzhaften Schwellungen an und unter den Ohren sowie starkem Fieber in Erscheinung tritt. Seltener schlägt sich die Krankheit auch auf andere Organe, wie Hoden, Bauchspeicheldrüse, Gehirn oder Herz, nieder.

Wie viele andere Kinderkrankheiten auch, so ist auch Mumps meldepflichtig und sollte daher vom Arzt untersucht werden.

Ursachen

Die Hauptursache für Mumps ist der sogenannte Mumpsvirus. Diese Infektion, die nur beim Menschen vorkommen kann, ist eine typische Kinderkrankheit. Mumps wird via Tröpfcheninfektion übertragen. Typische Übertragunsformen sind damit Husten, Niesen, Küssen und direkter Körperkontakt. Auch das Trinken aus einer infizierten Flasche oder das Benutzen von Besteck mit Mumps-Viren kann ansteckend sein.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch, beträgt rund drei bis sieben Tage. Danach treten die ersten Symptome auf. Vor die Schwellung der Speicheldrüsen ist druch ihre Größe gut sichtbar. Jeder Mensch, der einmal an Mumps erkrankt war, ist dann zeitlebens dagegen immun.

Symptome

Krankheitsverlauf

Mumps

Mumps entwickelt sich zumeist ohne Komplikationen. Zumeist verschwinden die Symptome von allein nach ca. ein bis zwei Wochen. Oftmals geht mit der Mumps-Erkrankung auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) einher. Diese ist aber unter ärztlicher Behandlung schnell therapiert.

Komplikationen treten bei Mumps eher selten auf. Nur selten gibt es bei der Kombination Mumps - Hirnhautentzündung eine Entzündung, die zu lebenslanger Schwerhörigkeit führen kann. Dennoch kann unter Umständen eine unbehandelte Mumps-Erkrankung bei Männern zu Hodenentzündungen und damit auch Unfruchtbarkeit führen.

Schwangere Frauen, die an Mumps leiden, können evtl. mit einer Fehlgeburt rechnen. Daher sollte besonders bei einer Schwangerschaft schnellstmöglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Komplikationen

Die am weitesten verbreitete Komplikation bei an Mumps erkrankten Kindern ist eine nicht eitrige Hirnhautentzündung, die in fünf bis fünfzehn Prozent der Fälle auftritt. Wichtigste Symptome sind dabei Nacken- und Kopfschmerzen. Betroffenen ist es meist nicht möglich, das Kinn auf die Brust zu legen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Erbrechen, Schwindel und Lähmungen.

Eine Hirnhautentzündung kann auch dann auftreten, wenn der Patient vorher ärztlich behandelt wurde. Eine weitere, sehr seltene Nebenerscheinung ist die Ertaubung auf einem oder beiden Ohren. Oft tritt diese auch nur in Form einer Schwerhörigkeit auf, weshalb eine vorsorgliche Untersuchung zu empfehlen ist. Bei männlichen Patienten kann es zu einer Orchitis kommen, wenn der Mumps auch die Hoden befällt.

Diese führt zu einem erneuten Fieberanstieg und einer schmerzhaften Schwellung der betroffenen Hoden. Es besteht die Gefahr einer Unfruchtbarkeit als Spätfolge, allerdings kommt es dazu nur sehr selten. Bei Frauen können sich die Eierstöcke in ungefähr fünf Prozent der Fälle entzünden, wobei Symptome wie Unterbauchschmerzen und Fieber auftreten.

Eine auch als Pankreatitis bezeichnete Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist ebenfalls möglich. Bei Schwangeren, die von einer Mumpserkrankung betroffen sind, ist mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten zu rechnen. Überlebt das ungeborene Kind, sind aber keine bleibenden Schädigungen nachgewiesen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Mumps konzentriert sich hauptsächlich auf die Therapie und Diagnose der Ohrspeicheldrüsenschwellung (Parotitis), die auch als sogenannte Hamsterbacken im Volksmund bekannt sind. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind: Blutuntersuchung, Urinuntersuchung, Rachenabstrich, Speicheluntersuchung und evtl. auch Gewebeproben.

Bisher gibt es keine spezialisierten Behandlungsformen oder Medikamente gegen Mumps, was allerdings auch oft nicht notwendig ist. Die Behandlung durch den Arzt beschränkt sich in aller Regel auf eine Linderung der Krankheitssymptome. Vor allem Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente gehören zur Standarttherapie bei Mumps bzw. Ziegenpeter. Ist die Mumpserkrankung mit einer Hirnhautentzündung gekoppelt, so ist zumeist eine weitere Untersuchung und Behandlung im Krankenhaus von Nöten.

Der Betroffene sollte selbst strenge Bettruhe einhalten. Ebenso sollte man dafür sorge tragen, dass nicht weitere Menschen mit dem Mumps-Virus angesteckt werden. Weiterhin sollte der Patient viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust des Fiebers auszugleichen. Kühle Umschläge an den betroffenen Arealen ist ebenso günstig. Die Ernährung während der Krankheitszeit sollte vermehrt aus breiiger Nahrung bestehen. Lebensmittel, die durch ihre Säuren unnötig die Bauchspeicheldrüse belasten, sind zu vermeiden. Ebenso sollte auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Mumps ist die Impfung. Normalerweise werden Babys bzw. Kleinkinder schon im 11. Lebensmonat gegen die typischen Kinderkrankheiten geimpft. Dazu zählen unter anderem Masern, Mumps und Röteln. Eine Aufbauimpfung erfolgt dann nochmal im 6. Lebensjahr. Danach sind die Kinder über Jahre immun. Eine Impfung im Erwachsenenalter ist selbstverständlich auch noch möglich.

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Das können Sie selbst tun

Wenn das Kind Anzeichen von Mumps zeigt, sollte zunächst der Kinderarzt eingeschaltet werden. Die typischen Beschwerden lassen sich durch verschiedene Hausmittel lindern. Bei Fieber helfen Wadenwickel oder kühlende Auflagen mit Quark oder Joghurt. Auch die sogenannten Essigsocken helfen – in Essigessenz und kaltem Wasser getränkte Socken, die über die Füße gezogen werden. Einer Drüsenschwellung wird ebenfalls mit Wickeln entgegengewirkt. Auch Heilerde aus der Apotheke kann verwendet werden, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Bei geschwollenen Ohrspeicheldrüsen helfen außerdem warme Ölwickel und Bettruhe.

Ausreichend Schonung und Bettwärme vorausgesetzt, klingt Mumps in der Regel schnell ab. Die Eltern sollten darauf achten, dass das Kind sich nicht zu lange im Freien aufhält und außerdem keinem Stress ausgesetzt ist. Sollten sich dennoch Komplikationen einstellen, wird das Kind am besten zum Kinderarzt gebracht, der den Patient noch einmal untersuchen und gegebenenfalls weitere Behandlungsmaßnahmen einleiten kann.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollten erkrankte Kinder keinen Kontakt mit gesunden Kindern aufnehmen. Begleitend zu diesen Maßnahmen muss das Kind gegen Mumps geimpft werden. Durch eine Impfung kann eine erneute Ansteckung zuverlässig vermieden werden. Da die Erkrankung mit zunehmenden Alter Komplikationen hervorrufen kann, sollte die Impfung regelmäßig wiederholt werden.

Bücher über Mumps

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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