Konzentrationsstörungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. August 2017
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Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche sind Begriffe für eine Beeinträchtigung der Konzentration, die sich unterschiedlich stark ausprägen kann. Dabei kann ein Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche nur kurz oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Konzentrationsstörungen?

Man spricht von einer Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche, wenn die Konzentration eines Menschen ungewöhnlich anders erscheint, als im Normalzustand.

Hierbei ist die Konzentration selbst die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Handeln oder Sinnereiz. Auch auf andere Personen oder Gegenstände kann die Konzentration gelenkt werden. Dabei fokussiert man mit der Konzentration Dinge genauer, während die Umgebung nur am Rande oder unscharf wahrgenommen wird. Die Konzentration legt eine geistige Anstrengung zugrunde, die daher auch nicht ewig anhält. Kinder der Grundschule, beispielsweise, können sich gerade einmal eine viertel Stunde konzentrieren. Bei Erwachsenen lässt die Konzentration spätestens nach einer Stunde nach. Schwankungen können natürlich individuell auftreten.

Lässt die Konzentration in diesem normalen Zyklus nach, kann nicht von einer Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche gesprochen werden. Eine Konzentrationsstörung kann in jedem Alter vorkommen. Häufig wird dieses Symptom jedoch Kindern zu Unrecht zugeschoben, da sie eben noch nicht die gleiche Konzentrationsfähigkeit, wie Erwachsene aufgebaut haben.

Weicht die allgemeine Konzentrationsfähigkeit jedoch von den normalen Werten ab, steckt oft eine Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche dahinter. Der Unterschied zwischen einr Konzentrationsstörung und einer Konzentrationsschwäche besteht darin, dass bei Konzentrationsstörung nur kurzzeitig anhält, während eine Konzentrationsschwäche über einen längeren Zeitraum verläuft.

Medizinisch ist nicht genau festgelegt, ab wann eine Konzentrationsstörung vorhanden ist. Dennoch können Konzentrationsstörungen in verschiedenartiger Dimension auftreten und unterliegen ebenso den verschiedensten Ursachen.

Ursachen

Kurzzeitige Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche haben zumeist keine krankhaften Ursachen. Hauptsächlich sind hierfür Stress, Burnout, Überforderung, Schlafmangel, zu viel Kaffee, Drogen, Rauchen und Alkohol die Ursache. Aber auch mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Mineral- und Vitaminmangel, Nebenwirkung von Medikamenten und Allergien können für temporäre Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche sorgen. Lang anhaltendes Computerspielen oder Fernsehgucken, gepaart von Schlafmangel sind besonders bei Kinder und Jugendlichen die Hauptursachen für deren Konzentrationsstörungen, die sich dann in den Schulnoten auch bemerkbar machen.

Konzentrationsstörungen oder Konzentrationsschwäche können aber auch im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden oder Krankheiten stehen. Vor allem psychosomatische und neurologische Probleme sind häufig auftretende Ursachen. Weitere Erkrankungen, die Konzentrationsstörungen als Symptom aufweisen, sind Schilddrüsenunterfunktion, Depressionen, Wechseljahre und Magersucht. Bei älteren Patienten kommen auch eine mangelhafte Gehirndurchblutung und Alzheimererkrankung in Frage. Eher harmlos sind Konzentrationsstörungen in den Wechseljahren der Frau.

In seltenen Fällen sind auch genetische Ursachen oder frühkindliche Schäden oder Komplikationen Gründe für Konzentrationsstörungen. In diesem Zusammenhang ist auch die als Konzentrationsschwäche bekannte Legasthenie oder die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oft in aller Munde.

Krankheiten

Komplikationen

Konzentrationsstörungen ziehen oft soziale Komplikationen nach sich. Betroffenen fällt es oft schwer, Nachrichten zu schauen, Zeitung zu lesen oder einem Gespräch zu folgen. Eine dauerhafte Konzentrationsschwäche kann deshalb weitreichende Folgen für das alltägliche Leben bedeuten. Außenstehende deuten die mangelnde Konzentration möglicherweise als Desinteresse.

Wenn eine Person zum Beispiel in einem persönlichen Gespräch immer wieder den Faden verliert oder nicht sinngemäß auf Fragen oder Äußerungen antworten kann. Auch beruflich kann dieser (falsche) Eindruck zum Problem werden. Insgesamt leidet unter Konzentrationsstörungen oft die Leistungsfähigkeit. Unter Umständen deuten Vorgesetzte und Kollegen, aber auch Lehrer und Ausbilder die Konzentrationsschwäche als Faulheit oder Dummheit.

Schlechte Noten, nicht bestandene Prüfungen oder disziplinarische Maßnahmen sind mögliche Konsequenzen. Besonders schwere Konzentrationsstörungen, wie sie zum Beispiel bei einer Depression auftreten können, führen möglicherweise vorübergehend zur Arbeitsunfähigkeit. Im Straßenverkehr, beim Bedienen von Maschinen und in anderen kritischen Situationen vergrößert die Konzentrationsschwäche eventuell das Risiko für Unfälle.

Wenn die Konzentrationsstörungen mit Gedächtnisproblemen einhergehen, können sie sich darüber hinaus auf die Einnahme von Medikamenten auswirken: Zum Beispiel besteht das Risiko, dass Betroffene die Medikamente vergessen oder versehentlich doppelt einnehmen. Dieser Umstand kann die Behandlung erschweren und weitere Probleme mit sich bringen. Darüber hinaus sind weitere Komplikationen möglich, die sich nach der Ursache der Konzentrationsstörungen richten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Konzentrationsstörungen sollten immer von einem Arzt untersucht und behandelt werden, da diese das Leben des Patienten stark einschränken können. Vor allem bei Kindern ist eine frühzeitige Behandlung der Konzentrationsstörungen wichtig, damit diese nicht in das Erwachsenenalter hinein wirken. Kinder sollten dann von einem Arzt untersucht werden, wenn sich die Konzentrationsstörungen negativ auf die Noten in der Schule und auf soziale Kontakte auswirken. Dabei kann es zu Verschlechterungen oder zu einer sozialen Ausgrenzung kommen.

Auch Erwachsene mit Konzentrationsstörungen sollten sich in Behandlung begeben, da sich diese sehr negativ auf den Alltag auswirken können. Besonders wenn die Störung plötzlich auftritt oder mit einem besonderen Ereignis verbunden ist, ist der Besuch bei einem Arzt notwendig. Sollten die Konzentrationsstörungen nur kurzzeitig auftreten und von alleine wieder verschwinden, so muss kein Arzt aufgesucht werden. In der Regel kann zuerst der Hausarzt aufgesucht werden, dieser überweist den Patienten an einen entsprechenden Spezialisten.

Behandlung

Eine Konzentrationsstörung kann in jedem Alter vorkommen. Häufig wird dieses Symptom jedoch Kindern zu Unrecht zugeschoben, da sie eben noch nicht die gleiche Konzentrationsfähigkeit, wie Erwachsene aufgebaut haben.

Zunächst steht immer das Gespräch mit dem behandelnden Arzt im Vordergrund. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Lebensbedingungen des Kindes oder Erwachsenen gelegt. In vielen Fällen sollten daher auch Gespräche mit Eltern und Lehrer geführt werden. Um eine Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche zu diagnostizieren, benutzt der Arzt oder Psychologen dann Testverfahren. Zumeist wird bei Kindern die Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit (TPK) oder KT 3-4 angewendet. Hierbei werden den Patienten bestimmte Aufgaben gestellt, um deren Konzentrationsfähigkeit zu prüfen. Besonders im Hinblick auf Ablenkbarkeit, können diese spezifischen Tests gute Ergebnisse erzielen.

Findet der Arzt oder Psychologe sodann die richtige Ursache, werden je nachdem entsprechende weitere Untersuchungen eingeleitet. Dabei sollen vor allem organische oder psychosomatische Krankheiten ausgeschlossen werden. Um diese ausschliessen zu können, werden Sehtesst und Hörtest gemacht. Ausserdem wird die Hormonkonzentration im Blut gemessen.

Sodann wird die Behandlung nach der abschliessenden Ursache durchgeführt. Autogenes Training und andere Entspannungstechniken (Progressive Muskelentspannung, Yoga, Akupunktur) können bei Stress und Burnout helfen, die Konzentrationsfähigkeit wieder zu erhöhen. In der Regel empfiehlt ihr Arzt oder Psychologe dann Konzentrationsübungen. Meist sind dies Logikspiele oder Rätsel, die aber nicht jedermanns Sache sind. Daher sind konzentrationsspezifische Sportarten, wie Surfen und Basketball gut geeignet, um nicht nur die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen, sondern gleichzeitig auch das Allgemeinbefinden zu verbessern. Joggen und Schwimmen können ebenso den Geist von unnötigem Ballast leeren und damit die Konzentration in Problemsituation schärfen.

Liegt der Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche eine organische oder krankheitsbedingte Ursache zu Grunde, so ist diese zunächst primär zu behandeln. Auch bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, gibt es passende Behandlungsmöglichkeiten, die ihnen ihr Arzt vorschlagen wird.

Aussicht & Prognose

Die Prognose für Konzentrationsstörungen hängt vor allem von den Ursachen ab. Eine Konzentrationsstörung, die durch Eisenmangel oder einen anderen Nährstoffmangel entsteht, lässt sich in der Regel gut behandeln. Die Symptome verschwinden für gewöhnlich, sobald der Mangel beseitigt ist.

Allerdings können einige Mangelerscheinungen zu dauerhaften (irreversiblen) Schäden führen. Dies ist zum Beispiel bei einem schweren Mangel an Vitamin B12 möglich. In diesem Fall kann eine Behandlung (zum Beispiel durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln) jedoch dazu beitragen, den eingetretenen Schaden nicht zu vergrößern. Vitamin-B12-Mangel im Säuglingsalter wirkt sich zum Teil auf die Entwicklung des Kindes aus und kann sie verlangsamen oder dauerhaft beeinträchtigen. In einem solchen Fall bleiben auch die Konzentrationsstörungen in der Regel bestehen.

Konzentrationsstörungen, die durch ADS oder ADHS bedingt sind, werden oft medikamentös behandelt. Die Aussicht, die Symptome zu verbessern, ist hier oft gut. Allerdings ist es nicht immer möglich, die Konzentrationsstörung vollständig zu kontrollieren. ADS und ADHS treten vor allem im Kindesalter stark auf und schwächen sich typischerweise im späten Jugend- und Erwachsenenalter ab. Allerdings bleibt die psychische Krankheit bei einigen Erwachsenen in vollem Umfang bestehen.

Auch bei anderen psychischen Störungen, die mit Konzentrationsstörungen einhergehen, ist die Prognose von der auslösenden Krankheit abhängig. Bei Schizophrenie und (Major) Depression tritt das Symptom bei entsprechender Behandlung häufig in Phasen auf.

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Vorbeugung

Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche sind vor allem ein Produkt unserer westlichen Lebensweise. Stress, Hektik und Arbeitsdruck sind zumeist die verantwortlichen Indikatoren. Daher sollte in der Vorbeugung von Konzentrationsstörungen besonders die Entspannungstechniken erlernt und regelmäßig angewendet werden. Dazu zählen, wie bereits angemerkt, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga und Akupunktur. Weiterhin sollte viel Sport getrieben werden.

Besonders Mannschaftssportarten und Ausdauersport schaffen einen freien Geist und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit. Zuletzt sei angeraten, sich gesund zu ernähren. Fettarme und zuckerfreie Kost ist da eine Selbstverständlichkeit, die von vitaminreichem Obst und Gemüse begleitet wird. Vermeiden sie übermäßig viel Kaffee und verzichten sie völlig auf Alkohol und Nikotin.

Das können Sie selbst tun

Hinter Konzentrationsschwäche bei Kindern steckt häufig ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Dieses gehört in fachärztliche Behandlung. Konzentrationsschwäche bei Erwachsenen zeigt sich mit verschiedenen Begleiterscheinungen und lässt sich auch durch Übungen und eine gesunde Lebensweise beeinflussen. Genügend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Wer viel trinkt, fördert die Durchblutung des Gehirns und kann damit auch seine Konzentration steigern.

In vielen Fällen ist eine neue Bewältigungsstrategie für Stresssituationen sinnvoll. Dabei hilft es zum Beispiel, seine Aufmerksamkeit auf ein neutrales Thema zu lenken und sich zu sagen, dass die Situation bewältigt werden kann. Wer sehr konzentriert arbeiten muss, sollte sich immer wieder Ruhepausen gönnen. Je weniger Medien konsumiert werden, desto besser für die Denkleistung. Auch Koffein, Alkohol oder Nikotin beeinflussen die Konzentrationsfähigkeit negativ. Menschen mit Konzentrationsschwäche sollten Beruhigungs- und Aufputschmittel gleichermaßen meiden. Viel sinnvoller ist ein halbstündiger Spaziergang vor dem Schlafengehen oder das Lesen eines angenehmen Buches. Auch Nackenverspannungen können zu Konzentrationsstörungen führen.

Erscheint eine Situation besonders bedrohlich, ist das Herausgehen aus der Situation wichtig. In Ruhe eine Tasse Tee oder Wasser trinken hilft bei der Bewältigung der Angst. Die störenden Gedanken zu Papier bringen, ist eine weitere bewährte Strategie. Hinter einer Konzentrationsschwäche könnte auch eine Angsterkrankung stecken. Diese muss psychotherapeutisch behandelt werden.

Bücher über Konzentrationsstörung & Konzentrationsschwäche

Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Klußmann, R., Nickel, M.: Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Springer, Wien 2009
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage, de Gruyter, Berlin 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Barbara kommentierte am 23.05.2014 um 12:16 Uhr

Hallo zusammen! Es macht mich traurig, wenn ich höre wie viele Menschen an Konzentrationsschwäche leiden. Ich leide seit meiner Kindheit an Konzentrationsschwierigkeiten und habe mich, bis jetzt, nicht weiter darum gekümmert, weil es für mich zu einem Normalzustand geworden ist. Ich kann mich sehr schlecht konzentrieren beim Lesen von Büchern, in der Schule kam ich im Mathematikunterricht nicht mit und auch heute habe ich noch Probleme damit, Aufgaben zu lösen. Außerdem passierte es mir, dass ich vor lauter Angst Blackouts hatte, wodurch ich in Klausuren oft nichts mehr wusste. Ich war vor ein paar Jahren bei einem Psychotherapeuten, der eine langjährige Depression (Kindheit) diagnostizierte. Ich konnte, Gott sei Dank, einige Dinge aufarbeiten. Nun bin ich über 40 und möchte einen naturwissenschaftlichen Berufsweg einschlagen. Das heißt, ich muss meine Konzentrationsfähigkeit stärken, um das zu schaffen. Ich freue mich sehr, diese Seite im Internet gefunden zu haben. Und ich bin auch zu einem gewissen Anteil davon überzeugt, etwas gegen meine Konzentrationsschwäche tun zu können. Die Frage ist nur, wie lange das dauert und ob ich es tatsächlich in den nächsten Monaten schaffe, mich "fit" zu bekommen. Es sollte einem nichts zu mühsam sein, wenn man das Beste aus sich herausholen will. Trägt jemand anderes die Schuld an den eigenen Defiziten, so muss man sich dem trotzdem selbst stellen. Man ist dafür nie zu alt. Allen anderen wünsche ich alles Gute und viel Kraft.

Sybille kommentierte am 06.01.2014 um 11:07 Uhr

Hallo an alle, welche ein eigenes Leiden beschreiben!
Ich arbeite viel mit konzentrationsschwachen Leuten zusammen. Oft helfen bereits bestimmte und individuell abgestimmte Fokussierungsübungen (Achtsamkeit!). Konzentration kann wieder gelernt werden, wichtig ist die ständige Anwendung der Übungen. Natürlich gilt das nur für diejenigen, welche keine hirnorganische Schädigung aufweisen. Da sind viele weitere Schritte nötig.
Mein Tipp: Da in einer psychologischen Praxis oft erst nach längerer Wartezeit ein Platz zu kriegen ist, sollten alle Betroffenen sich (mit Rezept) an eine Ergotherapie-Praxis wenden. Mitunter kann man später noch eine Rezeptverlängerung bzw. ein neues Rezept anfragen, sodass man auf ein gutes Training für etwa 1/2 Jahr kommt. Das hilft schon deultich weiter und bringt ganz sicher merkliche Verbesserungen.
Also los und nicht aufgeben!

Priska kommentierte am 01.06.2013 um 06:47 Uhr

Bin 53 Jahre alt und Leiterin für geistig-behinderte
Erwachsene. Ich muss einen Kurs besuchen mit einer schriflichen Prüfung. Leider kann ich meinen Stoff nicht behalten. Probiert habe ich es auch schon mit autogenem Training. Klappt aber nicht so gut. Habe vor 10 Jahren Brustkrebs gehabt und habe Chemo und Bestrahlung bekommen. Während der Chemo bekam ich eine Deppression und habe auch Medikamente bekommen. Vor ca. 2 Jahren habe ich diese selber abgesetzt. Es ging mir nicht sehr gut. Aber heute geht es mir besser. Könnten die Ursachen für meine Konzentrationsschwäche immer noch bei den Medikamenten liegen?

Sascha kommentierte am 13.03.2013 um 11:29 Uhr

Hey Andi, ich hoffe du bekommst das hier mit.
Ich denke, dass du auch unter einer Form von ADS leidest.
Auch ich habe das Problem und kenne deine Situation sehr gut. Ich spiele noch dazu sehr intensiv Computerspiele, wenn ich gestresst bin. Dadurch wird aber meine Unkonzentriertheit leider noch größer. Ich studiere zur Zeit und habe auch große Probleme, mir die Dinge "mal schnell" zu behalten. Wenn meine Freundin mit mir redet, schweife ich auch gerne ab, wenn zB. Fernseher oder sonstige Dinge um mich herum passieren. Auch auf der Arbeit habe ich deswegen Probleme, da ich dort anfällig für Flüchtigkeitsfehler bin.
Wichtig ist aber das du dich nicht in eine Depression aufgibst! Du solltest versuchen Sport zu machen oder kleine Geduldsspiele zb. auf dem Smartphone zu machen (keine Action nur Puzzles), um deine Konzentrationsfähigkeit zu stärken.
Evtl. solltest du auch mal zu einem Neurologen/Psychologen mit Spezialisierung auf ADHS gehen und dich beraten lassen. Ich selbst habe mich erst mit 27 in eine Behandlung begeben und mit Medikamenten plötzlich immense Fortschritte gemacht (Noten von 4 auf 2 verbessert). Auch ist es wichtig alles zu Planen und Termine usw. aufzuschreiben, damit du nicht alles wieder vergisst. Im Netz gibt es Communities zu dem Thema, da würde sich ein Blick evtl. lohnen.
Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen. MfG Sascha

andi kommentierte am 03.01.2013 um 11:12 Uhr

Da ich auch große Konzentrationsprobleme habe, schreibe ich, in der Hoffnung, dass hier jemand einen Rat für mich hat.
Bei mir ist es fast wie beim ersten Kommentator, jedoch mit dem Zusatz, dass ich mich oft bewusst konzentrieren will, zwar nicht abschweife, aber die Informationen einfach nicht "hängen bleiben". Wenn ich z.b. ein Buch lese, dann kann es durchaus sein, dass ich gleich nach beenden der Seite gar keine Ahnung habe, was eigentlich auf der Seite stand - obwohl mich das Thema des Buches eigentlich interessiert.
Mittlerweile ist es an manchen Tagen so schlimm, dass ich richtige Dämmerzustände habe. Ich fühle mich dann, als ob mein Sehfeld gestört ist und ich prinzipiell NICHTS aufnehmen kann, was mir von Nutzen sein könnte.
Oft liege ich im Bett neben meiner Freundin und will ein Buch lesen, doch, wenn sie auch nur auf kleinster Lautstärke mit Kopfhörern im Ohr neben mir liegt, muss ich die Seite im Buch immer wieder neu anfangen, da ich mich nicht darauf konzentrieren kann.
Ich vergesse oft Dinge, die ich vorher noch wusste. Mir Namen zu merken, fällt mir extrem schwer, weil sie gleich wieder flöten gehen, kaum, dass sie jemand gesagt hat.
Ich bin mittlerweile so in diesem Trott gefangen, dass ich mir einiges verbaut habe, sei es Beziehungen, Arbeitsstellen, Schule. Das ganze geht mit mangelnder Motivation einher, gepaart mit einer mangelnden Selbstreflektion und wenig Selbstbewusstsein.
Ich denke viel nach, bin oft woanders, jedoch kann ich mich nicht mal konzentrieren, wenn ich es wirklich will!
Selten, aber dennoch einige Male, waren meine Dämmerzustände so schlimm, dass ich nicht wusste, ob ich heute wirklich ins Auto steigen sollte...
Nun war ich beim Neurologen und der hat nichts feststellen können. Er verwies mich zu einem Therapeuten, jedoch habe ich unzähliche angerufen getätigt und keiner hat Zeit...
Langsam weiß ich nicht mehr, was ich machen soll.

airotkimhcs kommentierte am 28.02.2012 um 22:39 Uhr

Ich merke, dass sich wohl alle besser als ich konzentrieren können. Niemand wird so schnell abgelenkt, oder hört nur die Vögel bei einer Kursarbeit zwitschern. Mich belastet die vorhandene oder nicht vorhandene Konzentrationsschwäche sehr, da ich kein Wissensdefizite habe, allerdings trotzdem schlechter abschneide. Ich bin jedoch noch gut genug in der Schule, sodass mir niemand glaubt, dass ich oft keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich fühle mich dadurch dumm und weniger intelligent, worüber schnell geurteilt wird. Dadurch habe ich großen Selbstzweifel.

Kathi kommentierte am 13.02.2012 um 18:49 Uhr

Hallo Dennis, wenn ich Deinen Beitrag lese, so könntest Du mein Sohn sein. Deine Beschreibung paßt wirklich 100 Prozent auf meinen jüngsten Sohn. Meine Kinder haben beide die Diagnose ADD, daß heißt Aufmerksamkeits Defizit Syndrom ohne Hyperaktivität. Vorallem der jüngste hat genauso gelitten wie Du. Heute nimmt er Medikamente und es geht ihm viel besser. Der wichtigste Unterschied ist, daß er jetzt endlich ein fröhlicher Junge ist und davor das Leben nicht mehr schön fand. Mein Beitrag soll sicher keine Diagnose sein, das muß ein guter Facharzt machen, aber mein Tip ist: forsche im Internet und lese darüber. Wenn Du Dich in der Beschreibung erkennst, dann kannst Du auf die Suche nach einem Spezialisten in der Nähe machen. Dafür brauchst Du Deine Eltern doch nicht - Du bist doch volljährig - oder? Allerdings macht es mich traurig, wenn ich so eine Haltung von Eltern lese. Du könntest alle Unterstützung brauchen. Viel Glück und gib nicht auf - es liegt sicher nicht an Dir! Grüße Kathi

Angie kommentierte am 23.11.2011 um 21:30 Uhr

Hallo Dennis. Vielleicht kannst du das Konzentrieren üben? Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass mich das Internet und die Flut an Manipulationen im Alltag durch Werbung etc. zu einem hibbeligen konzentrationsschwachen Wesen gemacht haben. Die Schwäche war auch schon immer da, nur haben diese Faktoren das Ganze verstärkt. Zuhören konnte ich auch noch nie.

Ich versuche jetzt z.B. durch Lesen wieder das Konzentrieren zu lernen. Vielleicht helfen auch kreative Arbeiten, Malen, Basteln , Handwerken, Schreiben...
All sowas wird schon helfen. Und lass dich nicht verrückt machen von DIR SELBST,
du bist nicht krank und du kannst deine Gedanken schon wieder unter Kontrolle bekommen.
Aber wie alles im Leben, musst du das üben. Viel Glück bei der Suche nach einer neuen Ausbildung! LG Angie (21)

Dennis 19 kommentierte am 23.11.2011 um 14:30 Uhr

Ich habe schon seit meiner Kindheit ein starkes Konzentrationsproblem. Aber ich bin nicht hyperaktiv, sondern im Gegenteil eher ruhig und sehr verschlossen und denke viel nach. Damals zählte ich zu den "Hochbegabten" in der Schule, was dann aber ab der 5. Klasse kippte, da ich durch starkes "Träumen" immer wie in einer anderen Welt versank. Es gab immer wieder Probleme damit, z.B. in meiner Ausbildung. Da ich mir total schlecht beim ersten Mal Dinge merken konnte und immer geistig abwesend war.

Da meine Eltern wenig verständnisvoll sind und es in ihrer Welt immer meine Schuld sei und Krankheiten sowieso noch nicht existieren, gingen sie auf meinen Vorschlag, dass ich das mal beim Arzt anspreche, damals sowie heute, überhaupt nicht ein und zeigten mir einen "Vogel". Ich probiere oft mich auf irgendwelche Punkte zu konzentrieren, schweife dann aber in kürzester Zeit wieder ab. Zuhören kann ich eigentlich auch gar nicht. Mir wird zwar gesagt, ich sei ein guter Zuhörer, aber wenn mir jemand etwas erzählt, dann stelle ich mir gedanklich vieles vor, aber schweife dann wieder ab, sodass der Erzähler ins Leere redet.

Eine Ausbildung habe ich jetzt nicht mehr. Heute ging ich guten Erwartens an die Führerscheinprüfung und habe sie verhauen, da vor mir ein LKW fuhr. Kurz vor einer Ampel wechselte ich dann in den linken Fahrstreifen. Ich blieb dann da und weiß überhaupt nicht, warum ich das tat und somit war die Sache erlediigt.

Vielleicht hat jemand ein paar gute Ratschläge an mich. Ich bitte echt drum, denn so macht mir mein Leben keinen Spaß mehr. Ich bekomme ja kaum etwas mit. Drogen nehme ich gar keine. Am Wochenende trinke ich vielelicht mal etwas, nur mal vorne weg.
Mit freundlichen Grüßen.
Dennis

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