Magersucht

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
Startseite » Krankheiten » Magersucht

Magersucht oder Anorexia nervosa ist eine durch psychische Störungen verursachte krankhafte Essstörung. Typisch für die Magersucht ist einer radikaler Gewichtsverlust aufgrund einer mangelhaften Ernährung. Außerdem leiden die Betroffenen (zumeist junge Mädchen in der Pubertät) ein einer gestörten Selbstwahrnehmung und Angst dick oder gar fett zu werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Magersucht

Die Magersucht ist eine krankhafte Essstörung, die in der medizinischen Fachsprache auch als Anorexia nervosa bezeichnet wird. Häufig betrifft diese Erkrankung junge Frauen und Mädchen. Charakteristisch für die Magersucht ist ein starker Gewichtsverlust, zudem haben betroffene Patienten meist panische Angst vor einer erneuten Gewichtszunahme.

Liegt das Körpergewicht mehr als 15 Prozent unter dem Normalgewicht, spricht man im Allgemeinen von einer Magersucht. Magersucht ist eine durchaus ernst zu nehmende Erkrankung, die in etwa zehn bis 15 Prozent der Fälle sogar tödlich verläuft. Dies ist meist der Fall, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt wird.

Immerhin circa 1,5 Prozent der Frauen zwischen 14 und 35 Jahren sind von einer Magersucht betroffen. Der Anteil der unter 20-jährigen ist dabei enorm hoch; meist entwickelt sich diese Erkrankung bereits in der Pubertät. Grundsätzlich sind Frauen von diesem Symptom häufiger betroffen, jedoch können in Einzelfällen auch Männer an Magersucht leiden.

Ursachen

In den meisten Fällen lösen familiäre Konflikte und Probleme die Magersucht-Erkrankung aus. Wer psychisch labil ist, wird schneller von einer Magersucht heimgesucht. Zudem spielt die genetische Veranlagung eine große Rolle. Dies ist zwar noch nicht hinreichend erforscht, jedoch scheinen einige Menschen anfälliger für diese Krankheit zu sein als andere.

Auch eine Störung in der Hirnregion, welche für das Essverhalten und den Menstruationszyklus verantwortlich ist, kann eine Ursache für die Erkrankung Magersucht sein. Natürlich spielt auch die Gesellschaft eine ganz entscheidende Rolle. Dem heutigen Schönheitsideal entsprechen vor allem schlanke Körper; vor allem pubertierende junge Menschen werfen sich diesem schnell unter. Mädchen, die unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden, erkranken deutlich häufiger an dieser Erkrankung.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass meist mehrere Faktoren zusammenspielen, die zum Ausbruch der Magersucht führen.

Symptome

Krankheitsverlauf

Die Magersucht wird von zahlreichen Symptomen begleitet. Deutlich sichtbar ist natürlich der Gewichtsverlust; dieser kann so weit fortschreiten, dass er lebensbedrohlich werden kann. Durch die mangelhafte Ernährung fehlen natürlich lebenswichtige Nährstoffe. Kennzeichnend ist zudem die sogenannte Körperschemastörung. Betroffene Patienten halten sich grundsätzlich für zu dick und nehmen ihren Körper selbst anders wahr als Außenstehende.

Die Krankheit lässt sich in zwei Gruppen einteilen: etwa die Hälfte der Patienten hält lediglich eine Diät, während die anderen 50 Prozent zusätzlich Symptome der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) aufweisen. Diese Patienten essen zwar viel, brechen dies aber wieder aus. Einige Patienten nehmen zusätzlich Abführmittel, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Auch betätigen diese sich häufig übertrieben sportlich.

Durch die Magersucht kommt es natürlich auch zu hormonellen Veränderungen im Körper; oft bleibt die Menstruation aus. Ein Kinderwunsch bleibt für Magersüchtige häufig unerfüllt. Grundsätzlich gilt: je früher die Magersucht erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Die Komplikationen bei der Anorexia nervosa sind vielfältig und treten mit voranschreitender Dauer des Zustandes gehäuft auf. Bis zu 15 Prozent aller Betroffenen sterben an den Folgen ihrer Unterernährung - vor allem an Herzversagen - oder begehen Suizid.

Komplikationen

Körperliche Komplikationen umfassen alle Zustände, die aufgrund von Unterernährung auftreten. Darunter fallen beispielsweise verlangsamte Herzaktivitäten, die das Risiko eines Kreislaufzusammenbruchs erhöhen, eine Niereninsuffizienz infolge von Kalium- und Proteinmangel und Osteoporose. Die körperliche Schwäche kann in Kombination mit einem anfälligen Kreislauf zu Stürzen führen, die aufgrund der geschwächten Knochen dauerhafte Frakturen und Verwachsungen mit sich bringen.

Die Blutbildung und -zusammensetzung ist gestört, was weitere Organschäden infolge einer Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff fördert. Das geschwächte Immunsystem sorgt für eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen, die üblicherweise leicht zu bekämpfen sind. So können schon leichte Lungenentzündungen oder ein Darminfekt den Tod bedeuten.

Die Abnahme von Hirnmasse führt zu Gedächtnisproblemen und Koordinierungsschwierigkeiten. Dies ist nur teilweise reversibel. Die schlechte psychischer Verfassung vieler Betroffener äußert sich zusätzlich in selbstverletzendem Verhalten.

Auch eine behandelte und überstandene Phase der Magersucht hinterlässt meistens Folgeschäden, die für den Betroffenen ein lebenslang erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen bedeuten. Osteoporose und Niereninsuffizienz bleiben zumeist ein Leben lang bestehen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Behandlung & Therapie

Bei der Erkrankung Magersucht ist es in erster Linie wichtig, gegen das Untergewicht anzukämpfen, da dies natürlich alle inneren Organe in Mitleidenschaft zieht. Ernährungstherapeutische Maßnahmen sollen den Patienten weiterhin helfen, ihr Essverhalten grundlegend umzustellen und wieder zu lernen, "richtig" zu essen.

Zudem sind psychotherapeutische Maßnahmen nötig, da die Einstellung der Patienten zum Essen natürlich grundlegend gestört ist. Vor allem bei jungen Menschen haben sich hier auch Familientherapien bewährt. Da Betroffene sich aber häufig weigern, Nahrung aufzunehmen, wird diese nicht selten über Infusionen zugeführt.

Das können Sie selbst tun

Magersucht ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, die zum Tode führen kann. Die Störung muss unbedingt professionell behandelt werden. Die Betroffenen selbst sind meist nur während der Frühphase oder in weniger schweren Fällen zur Selbsthilfe in der Lage. Bei einem schweren Verlauf sind die Opfer meist nicht mehr im Stande oder nicht Willens zu erkennen, dass sie krank sind und Hilfe brauchen.

Besonders häufig sind junge Mädchen und Frauen von der Krankheit betroffenen. Eltern sollten das Essverhalten ihrer Kinder deshalb durchaus kritisch beobachten. Wobei nicht jeder Diätversuch gleich eine krankhafte Störung darstellt und behandelt werden muss. Wenn Kinder aber anfangen, beständig an Gewicht zu verlieren, kein Interesse an der Nahrungsaufnahme zeigen oder sogar Ausreden erfinden, um Situationen, in denen gegessen wird, zu vermeiden, sollten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Hilfe finden Eltern dann bei Beratungsstellen.

Betroffene, die sich ihrer Störung bewusst sind und Heilung wünschen, sollten unbedingt einen Arzt und einen Psychologen zuziehen. Darüber hinaus gibt es auch ein paar Tricks, die den Kampf gegen die Krankheit erleichtern. Sehr häufig ist das Wahrnehmungsverhältnis, soweit es Lebensmittel betrifft, gestört. Kleine Portionen werden dann als riesig wahrgenommen. Aus diesen Grund sollte das Essen immer auf sehr großen Tellern serviert werden, um diese Verzerrung zu relativieren. Auch ist es für die Betroffenen oft einfacher, Kalorien in flüssiger Form zu sich zu nehmen. Grüne Smoothies, die mit gemahlenen Mandeln oder Pinienkernen angereichert werden, sind in diesen Fällen ein gesunder Energielieferant.

Bücher über Magersucht

Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: