Schlafapnoe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Von Schlafapnoe spricht man, wenn die Atmung während des nächtlichen Schlafes aussetzt. Daher kann man auch von einem Schlafapnoe-Syndrom sprechen, bei der eine Einengung der oberen Luftwege auftritt. Außerdem kann die Ursache auch eine Fehlfunktion oder Störung der Atemmuskulatur sein. Manchmal sind auch andere Krankheiten (z.B. Herzinsuffizienz) für eine Schlafapnoe verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schlafapnoe

Die Schlafapnoe ist durch mehr als zehn Sekunden lang andauernde Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs gekennzeichnet. Die Anzahl der Apnoen in der Stunde bestimmen den Schweregrad der Erkrankung. Diese Atemstillstände führen durch kurzzeitigen Sauerstoffmangel zu oft unbemerkten Aufwachreaktionen, die den Nachtschlaf unterbrechen. Ein erholsamer Schlaf ist nicht mehr möglich.

In Deutschland sind bis zu vier Prozent der Bevölkerung betroffen. Das männliche Geschlecht leidet häufiger an Schlafapnoe. Klassische Symptome sind massives Schnarchen, Kopfschmerzen, Schwindel, trockener Mund und eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Letzteres führt zu einer deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit, Sekundenschlaf kann auftreten.

Durch den chronischen Stress kann es im Verlauf zu Depressionen, Bluthochdruck mit Gefahr für Herzinfarkte oder Schlaganfälle und erektiler Dysfunktion kommen. Die Diagnose wird durch die Anamnese und durch Überwachung im Schlaflabor gestellt.

Ursachen

Hierbei wird zunächst zwischen zentraler und peripher obstruktiver Schlafapnoe unterschieden. Die obstruktive Form ist deutlich häufiger. Dabei kommt es zu einer Entspannung der Rachenmuskeln im Schlaf. So fällt bei der Einatmung ein Teil der Luftröhre zusammen und verlegt den Atemweg (Obstruktion). Fällt der Atemweg nicht vollständig zusammen, liegt eine abgeschwächte Ausprägung vor (so genannte Hypopnoe).

Begünstigt wird ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom durch erhebliches Übergewicht, eine behinderte Nasenatmung (Polypen bei Kindern, Tumore oder Missbildungen) und Drogen (Alkohol, Nikotin, Schlafmittel). Aber auch eine Veranlagung zu einer schlaffen Rachenmuskulatur kann auslösend sein. Die zentrale Form entsteht durch Schäden (z.B. Morphinintoxikation) oder Krankheiten (z.B. Borreliose) des ZNS. Die Folge ist eine gestörte Atemregulation im Gehirn. Die zentrale Schlafapnoe ist meist erblich bedingt.

Symptome

Schematische Darstellung zur Anatomie des Rachens beim Schnarchen und Schlafapnoe-Syndrom. Klicken, um zu vergrößern.

Komplikationen

Zu den häufigsten Komplikationen einer Schlafapnoe zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Viele Betroffene leiden unter Bluthochdruck, der sich nur schwer mit Medikamente positiv beeinflussen lässt. Herzrhythmusstörungen können ebenfalls auftreten, langfristig begünstigt die Erkrankung die Entwicklung einer Koronaren Herzkrankheit. Der erniedrigte Sauerstoffgehalt des Blutes bewirkt eine Verdickung des Blutes, Patienten mit einer Schlafapnoe haben daher ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Überdurchschnittlich viele Betroffene versterben am plötzlichen Herztod. Als weitere Komplikation ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu nennen, die bei Schlafapnoikern oftmals mit einer Fettstoffwechselstörung einhergeht und in vielen Fällen schlecht auf eine medikamentöse Behandlung anspricht. Bei Operationen kommt es häufiger als üblich zu Zwischenfällen, die einen Abbruch des Eingriffs erfordern: Grund dafür können akutes Lungenversagen, eine Lungenembolie oder eine Blutdruckentgleisung sein.

Auch während der Nachsorge treten öfter Probleme auf, die einen längeren Krankenhausaufenthalt nach sich ziehen. Im Alltag macht sich die Schlafapnoe an starker Müdigkeit und Konzentrationsstörungen bemerkbar, die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, ihre beruflichen Aufgaben zu bewältigen. In vielen Fällen ist es Betroffenen durch die Neigung zum Sekundenschlaf nicht möglich, ein Kraftfahrzeug zu lenken oder Maschinen zu bedienen. Ständige Müdigkeit und Leistungseinbussen können Depressionen auslösen. Unbehandelt kann die Schlafapnoe die Lebenserwartung um bis zu zehn Jahre verkürzen.

Behandlung & Therapie

Die effektivste Behandlung bei Schlafapnoe ist - nach Reduktion der Risikofaktoren - die CPAP-Beatmung (CPAP: Continuous Positive Airway Pressure). Diese erfolgt über eine Beatmungsmaske für Mund oder Nase. Neuerdings kann auch eine Nasenbrille eingesetzt werden. Der Ventilationsmodus wird so eingestellt, dass ein dauerhafter positiver Druck (Überdruck von ca. 5 bis 20 Millibar) gehalten wird.

So kann verhindert werden, dass die Rachenmuskeln zusammenfallen ("innere Schienung"). Ebenfalls kann so das Schnarchen verhindert werden. Auch wenn die Masken im ersten Moment erschreckend wirken, so sind Anwender wenig beeinträchtigt. Es erfolgt eine schnelle Gewöhnung und die Lebensqualität wird umgehend gesteigert.

Ist diese Beatmungsform nicht möglich, kann eine BIPAP-Ventilation eingesetzt werden (BIPAP: Biphasic Positive Airway Pressure). Diese muss im Gegensatz zur CPAP-Beatmung meist kontinuierlich in den Nächten durchgeführt werden. Wird eine Beatmung vom Patienten abgelehnt, kann eine so genante Protrusionsschiene in den Mund eingeführt werden, welche ein Zusammenfallen der Luftwege verhindert. Eine Versorgung mit einem naso-pharyngealen Stent hat ein ganz ähnliches Wirkprinzip.

Zur Reduktion von Tagesmüdigkeit kann Modafinil (Medikament zur Narkolepsie-Therapie) eingesetzt werden. In leichteren Fällen ist eine Behandlung mit Theophyllin (klassische Indikation bei Asthma und COPD) möglich, welches zentral stimulierende Effekte aufweist.

Reichen die konservativen Therapien nicht aus oder möchte der Patient eine kausale Therapie, kann operativ interveniert werden. Bei der bimaxillären Operation wird chirurgisch der Rachenraum vergrößert. Die Ergebnisse sind gut. Außerdem kann durch Strom Gewebe im Rachenraum "verbrannt" werden. Durch die narbige Schrumpfung wird der Raum hinter der Zunge erweitert.

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Vorbeugung

Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Schlafapnoe ist die Gewichtsreduktion. Ein Normalgewicht sollte das Ziel sein. Auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet bzw. der Konsum eingeschränkt werden. Auch Schlafmittel sollten sparsamen Einsatz finden. Es konnte gezeigt werden, dass das Spielen von Blasinstrumenten einen protektiven Effekt hat. Dies erklärt sich daraus, dass durch das Blasen die Rachenmuskulatur gestärkt wird.

Bücher über Schlafapnoe

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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