Schnarchen

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Beim Schnarchen kommt es zu lauten Geräuschen während des Schlafes, die durch die oberen Luftwege verursacht werden. Man unterscheidet das Schnarchen in primäres Schnarchen und obstruktives Schnarchen. Bei der ersten Form treten keine weiteren Atemrhythmusstörungen auf. Beim obstruktiven Schnarchen können Atemstörungen oder Atemnot auftreten. In diesem Zusammenhang findet sich auch die typische Schnarcherkrankheit der Schlafapnoe. Circa 70 Prozent aller Männer schnarchen in ihrem Leben. Zumeist tritt das Schnarchen jedoch ab dem 50. Lebensjahr auf. Frauen schnarchen statistisch gesehen weniger.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schnarchen

Mit dem Begriff Schnarchen werden Geräusche bezeichnet, die ein Schlafender mit den Atemwegen hervorbringt. Mediziner nennen normales Schnarchen auch kompensiertes Schnarchen. Es hat keinen Krankheitswert. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher schnarcht man. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Ist das Schnarchen heftig, kann die Versorgung mit Sauerstoff gestört werden. In diesem Zusammenhang ergibt sich auch die Schlafstörung der Schlafapnoe. In diesem Fall handelt es sich um obstruktives Schnarchen. Obstruktives Schnarchen gilt bei regelmäßigem Auftreten als schlafbezogene Atmungsstörung. Die Fachbegriffe sind Rhonchopathie, Upper Airway Resistance Syndrom sowie Obstruktives Schlafapnoesyndrom.

Man diskutiert noch, ob das Upper Airway Resistance Syndrom und das Obstruktive Schlafapnoesyndrom eine Störung oder zwei unterschiedliche Formen sind, oder ob es sich um zwei Schweregrade desselben Syndroms handelt. In Studien wurde nachgewiesen, dass obstruktives Schnarchen zu einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt führt.

Ursachen für Schnarchen

Das Schnarchen hat seine Ursache in einer Bewegung des im Schlaf erschaffenden Gaumensegels, des Rachenzäpfchens, des Zungengrundes oder Rachens. Krümmungen der Nasenscheidewand, Entzündungen der Kieferhöhlen, vergrößerte Nasenmuscheln oder Allergien können einzeln oder im Zusammenwirken Schnarchen verursachen. Durch diese Umstände wird der Atemfluss für kurze Zeit unterbrochen, es kommt zu einem schnarrenden oder rasselnden Geräusch, dem Schnarchen.

Weitere Ursachen für das Schnarchen können im Raum und in der Schlafposition gefunden werden. Zu trockene Raumluft, Bettmilben oder Rückenlage begünstigen ein Schnarchen. Auch Übergewicht kann zu vermehrtem Schnarchen führen. Eine genetische Veranlagung kann Ursache von Schnarchen sein. Zusätzlich können Alkoholkonsum oder die Einnahme von Schlaf- und Betäubungsmitteln, Tranquilizern oder Psychopharmaka dazu beitragen, dass die Gaumensegel erschlaffen und Schnarchgeräusche eintreten. Einige Ursachen für das Schnarchen kann man also minimieren bzw. vorbeugen.

Behandlung von Schnarchen

Obstruktives Schnarchen und Schlafapnoe gehören in ärztliche Behandlung. Im Schlaflabor kann festgestellt werden, welche Art der Störung vorliegt. Chirurgische Eingriffe wie eine operative Straffung des Gaumensegels und der Rachenschleimhaut bzw. eine partielle Entfernung des Rachenzäpfchens machen manchmal Sinn. Erfolgreicher gegen das Schnarchen ist die Entfernung der Gaumenmandeln. In neuerer Zeit behandelt man den Gaumen mit Radiofrequenztherapie. Das Schnarchen wird dabei verringert. Auch durch eine Radiofrequenz-assistierte Uvulopalato-Plastik und eine Entfernung überschüssigen Gewebes an Gaumenbögen und Zäpfchen kann Schnarchen behandelt werden. Weichgaumen-Implantate versprechen kaum Erfolg gegen das Schnarchen.

Ist die Ursache des Schnarchens in einer Nasenscheidewand-Verkrümmungen oder Nasenmuschel-Vergrößerungen zu suchen, sind operative Begradigungen möglich. Chronische Kieferhöhlen- und Nasennebenhöhlenentzündungen als Ursache von Schnarchen werden mit verschiedenen Maßnahmen therapiert. Nasenpflaster oder Antischnarch-Apparate versprechen mehr Erfolge als sie erzielen. Sinnvoller ist eine Kiefer-Protrusionsschiene, die den Unterkiefer des Schlafenden justiert. Außerdem kann man eine andere Schlafstellung trainieren. Das Tragen einer Maske für die nächtliche Überdruckbeatmung halten die meisten Schnarcher für störender als das Schnarchen selbst.

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Vorbeugung gegen Schnarchen

Mit einer Änderung der Schlafposition oder einer Hochlagerung des Kopfes kann das Schnarchen oft effektiver behoben werden, da es in Rückenlage dazu kommt. Die Reduktion von Übergewicht und abendlich getrunkenem Alkohol hilft ebenso wirkungsvoll gegen Schnarchen wie das Weglassen betäubender Medikamente, die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit oder die Verringerung von Bettmilben durch antiallergische Füllmaterialien und schützende Überzüge.

Man kann das Schnarchen möglicherweise mit einer Schnarch-Bandage verringern. Das Muskeltraining mit einem Didgeridoo hat sich ebenfalls als hilfreich gegen Schnarchen erwiesen. Zusätzlich bietet sich als vorbeugende Maßnahme gegen Schnarchen an, regelmäßig Joggen oder Wandern zu gehen. Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft steigert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern trägt auch zu einem besseren und tieferen Schlaf bei.

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