Nasennebenhöhlenentzündung

Letzte Aktualisierung am 26. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Sie wird zumeist von Viren oder Bakterien ausgelöst und kann in akuter oder chronischer Form verlaufen. Typische Symptome sind Schnupfen und stechende und pochende Schmerzen im Bereich der Stirn und Augen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird in der Medizin auch als Sinusitis bezeichnet. Dabei sind vor allem die Nasennebenhöhlen entzündet. Eine Nasennebenhöhlenentzündung tritt in der Regel akut auf, kann sich unter Umständen auch zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln.

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen tritt recht häufig auf. Bei einer akuten Erkrankung sind zumeist die Kieferhöhle, die Stirnhöhle, Siebbein oder die Keilbeinhöhle im Schädel betroffen. Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung breitet sich die Krankheit meist nur im Siebbein oder in der Kieferhöhle aus. In seltenen Fällen sind alle Nebenhöhlen entzündet. Dies wird dann als Pansinusitis oder Polysinusitis bezeichnet.

Ursachen

Die Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung wird in akute und chronische Ursachen unterschieden und sollen nun im Anschluss genauer beleuchtet werden.

Akute Nasennebenhöhlenentzündung

Nach einer Rachenentzündung oder Schnupfen kann es zu einer Nasennebenhöhlenentzündung kommen. Dabei gelten Viren als Auslöser, die im Verlauf die Schleimhaut anschwellen lassen und die Entzündungsherde in Richtung der Nebenhöhleneingänge verlagern. Es kommt dann zu einer bakteriellen Zweitinfektion. Hierbei spielen besonders Streptokokken, Pneumokokken und die Bakterien Haemophilus influenzae eine zentrale Rolle.

Zusätzlich begünstigen bereits vorhandenen Nasenpolypen, eine vergrößerte Nasenmschel oder eine schiefe Nasenscheidewand die Entzündung. Ebenso ist als unterstützender Auslöser eine erkrankte Zahnwurzel oder eine Entzündung durch einen gezogenen Zahn möglich. Eher seltener kommt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung nach einem Bad oder Schwimmen vor, bei denen Erreger im Wasser zur Entzündung der Nebenhöhlen führen können.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Die Ursachen für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sind zumeist eine unzureichende Durchlüftung der Nasennebenhöhlen, die dann verengt sind. Ebenso gelten eine schiefe Nasenscheidewand, Nasenpolypen und vergrößerte Nasenmuscheln zu den Auslösern. Weiterhin kommen auch aggressive bakterielle Erreger gekoppelt an ein geschwächtes Immunsystem in Frage. Da hierbei über einen langen Zeitraum der Schleimtransport behindert wird, können die Bakterien zu chronischen Entzündungen führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die akute Entzündung der Nasennebenhöhlen beginnt mit Schnupfen, der nicht in der üblichen Zeit abklingt. Stattdessen verfestigt sich das Nasensekret, die Nase ist verstopft und lässt sich nicht ausschneuzen. Nasenatmung ist nicht mehr möglich, Geruchs- und Geschmackssinn sind eingeschränkt. Hinzu kommt ein Druckgefühl im Kopf und im Gesicht, das sich verstärkt und klopfend wird, wenn der Betroffene sich nach vorne beugt, vom Sitzen aufsteht oder hüpft.

Auch Niesen und Husten verstärken die Schmerzen. Die Gesichtshaut kann berührungsempfindlich werden. Welche der Nebenhöhlen entzündet ist, zeigt sich daran, in welchen Arealen sich der Schmerz befindet. Bei der Stirnhöhlenentzündung schmerzen die Stirn und die Augen.

Sind die Kieferhöhlen erkrankt, liegt der Schmerz in den Wangenknochen und im Oberkiefer. Diese Beschwerden fühlen sich manchmal wie Zahnschmerzen an und können sogar bis in den Unterkiefer ausstrahlen. Wenn der Schmerz an den Schläfen und am Hinterkopf verspürt wird, liegt die Entzündung in den Siebbeinzellen oder den Keilbeinhöhlen.

Wird die Sinusitis nicht behandelt, können Sehstörungen, extreme Kopfschmerzen oder Lichtempfindlichkeit hinzukommen. Außerdem besteht bei Nichtbehandlung die Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird. Bei diesem Verlauf verringern sich zwar mit der Zeit die bestehenden Schmerzen, aber der Allgemeinzustand verschlechtert sich und die Leistungsfähigkeit lässt nach. Der Patient fühlt sich krank.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer Nasennebenhöhlenentzündung kann positiv verlaufen, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Eine akute Nebenhöhlenentzündung wird in der Regel vom Hausarzt schnell behandelt. Bei einer chronischen Erkrankung könnte eine Entfernung von Polypen oder die Operation einer schiefen Naseninnenwand in Frage kommen.

Komplikationen können im Form von Kehlkopfentzündung oder chronischen Rachenentzündung auftreten. Ebenso auch eine akute Bronchitis. In schwerwiegenden und unbehandelten Fällen kann es gar zu einem Durchbruch der Stirnhöhle kommen, wobei dann die Stirnhaut mit entzündet werden kann. Bei der Kombination mit einer Kieferhöhlenentzündung kann ein Durchbruch der Entzündung zur Augenhöhle einsetzen. Dies führt dann manachmal zu irreversiblem Sehverlust oder Sehstörungen.

Wird das Gehirn von der Nasennebenhöhlenentzündung erfasst, kann es zur Hirnhautentzündung, Nackenschmerzen und Hirnabzessen kommen. Dabei können lebenslange neurologische Störungen auftreten. Lähmungen und Krampfanfälle sind hierbei besonders auffällig.

Durch eine Nasennebenhöhlenentzündung können unterschiedliche Komplikationen auftreten. Diese zeigen sich bei einer fachgerechten Therapie allerdings nur selten. Ohne eine entsprechende Behandlung drohen jedoch schwerwiegende Auswirkungen.

Komplikationen

Die Gefahr von Komplikationen besteht bei einer Sinusitis vor allem dann, wenn die Entzündung über einen längeren Zeitraum anhält. Dabei kann sie auch einen chronischen Verlauf nehmen oder immer wieder erneut einsetzen. So löst eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung wiederholt akute Schübe aus.

Infolgedessen zeigen sich auch Begleiterkrankungen wie eine akute Bronchitis, eine Entzündung des Rachens oder eine Kehlkopfentzündung. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einem sinubronchialen Syndrom. Ein weiteres mögliches Problem der Nasennebenhöhlenentzündung ist ihre Ausbreitung auf angrenzendes Gewebe. Zum Beispiel können die Krankheitserreger leichte Knochenhautentzündungen oder schwerwiegende Entzündungen von Knochengewebe und Weichteilgewebe verursachen.

In manchen Fällen drohen aufgrund der Sinusitis auch gravierende Komplikationen wie eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder sogar eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). Bemerkbar machen sich diese Folgeerscheinungen durch Lichtempfindlichkeit, intensive Kopfschmerzen, ausgeprägte Müdigkeit und Reizbarkeit. Treten diese Anzeichen auf, muss eine umgehende Behandlung in einem Krankenhaus stattfinden.

Gerade bei Kindern besteht die Gefahr, dass die Nasennebenhöhlenentzündung auf die Augenhöhlen übergreift. Dabei schwellen die Augenlider an und röten sich. Zur Behandlung werden Antibiotika verabreicht. Nicht selten muss zudem eine Operation erfolgen. Im Extremfall droht eine Blutvergiftung (Sepsis), die lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung verschwindet in der Regel von alleine wieder bei entsprechender Ruhe. Allerdings ist sie äußerst unangenehm, ein Arzt kann die Beschwerden lindern. Anhaltender und nicht abklingender Schnupfen sollte einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zusätzlich zu Beeinträchtigungen der geschmacklichen Wahrnehmung und Schmerzen im Gesicht oder Kopf, wird ein Arzt benötigt.

Kann der Betroffene keine ausreichende Nasenreinigung vornehmen, ist die Hilfe eines Arztes in Anspruch zu nehmen. Bei einer Störung der Atmung, einer erschwerten Sauerstoffzufuhr sowie einer nasalen Lautgebung, besteht Anlass zur Besorgnis. Der Betroffene benötigt medizinische Hilfe, damit es zu keinem akuten Zustand oder der Entwicklung verschiedener Folgeerscheinungen kommt. Störungen des Sehens, eine Empfindlichkeit gegenüber Lichteinflüssen sowie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefiziten sind mit einem Arzt zu besprechen.

Zahnschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopfinnern werden als äußert unangenehm wahrgenommen. Vor der Einnahme schmerzreduzierender Medikamente ist die Rücksprache mit einem Mediziner aufgrund der starken Nebenwirkungen zu empfehlen. Können die alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr ausgeführt werden, leidet der Betroffene unter einer Gereiztheit oder einer erhöhten Körpertemperatur, ist ein Arzt aufzusuchen. Patienten berichten von einem pochenden sowie klopfenden Gefühl im Kopf. Dies ist charakteristisch für eine Nasennebenhöhlenentzündung und sollte ärztlich abgeklärt werden. Kommt es zu Unannehmlichkeiten im Kopf, sobald sich der Betroffene leicht nach vorn beugt, ist dies als Anzeichen einer bestehenden Erkrankung zu deuten. Ein Arztbesuch ist notwendig, da es unbehandelt meist zu einer Zunahme der Beschwerden kommt.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie bzw. Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung kommen sowohl konservative Methoden als auch operative Eingriffe in Frage. Die akute Nebenhöhlenentzündung in der Regel mit konservativen Maßnahmen behandelt. Es sollte in jedem Fall ein Arzt zu weiteren Untersuchung aufgesucht werden. Bei der konservativen Behandlung haben sich besonders abschwellende Nasentropfen bewährt. Diese können direkt verabreicht werden oder mit einem Wattestück in die betroffene Nasenhöhle eingeführt werden.

Um die allgemeinen Beschwerden und Symptome, wie den stechenden Schmerzen der Stirnhöhle, zu lindern, werden vom Arzt fiebersenkende, entzündungshemmende und schleimlösende Medikamente (oftmals mit den Inhaltsstoffen Ibuprofen oder Paracetamol) empfohlen oder verschrieben. Nur in seltenen Fällen muss Antibiotika verabreichen werden. Unterstützende hilft Rotlichbestrahlung, um den Schleim zu lösen. Ebenso können auch homöopathische Mittel und Akupunktur helfen. Viele Ärzte bieten auch eine Spülung der Nebenhöhlen an.

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung wird überwiegend eine Operation der Ursachen durchgeführt. Hierbei hat sich besonders die Nebenhöhlenpunktion als erfolgreich beweiesen. Bei der Operation werden je nach Ursache entweder eine krumme Nasenscheidewand gerichtet, Polypen entfernt oder die Nasenmuscheln verkleinert. Als Operationsinstrument wird das Enoskop mit mikrochirurgischen Aufsätzen verwendet. Der operative Eingriff kann in kleinen Fällen ambulant erfolgen oder bei grösseren OP's auch im Krankenhaus.

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Das können Sie selbst tun

Die Verwendung von Nasenspülungen hilft bei einer Nasennebenhöhlenentzündung unterstützend zu einer eingeleiteten medizinischen Behandlung. Die Spülung der Nase kann durch eigens dafür entwickelte Spülapparate und unter Verwendung einer Salzlösung eigenverantwortlich genutzt werden. Durch die Nasenspülung wird die Abschwellung der Schleimhäute im gesamten Nasenbereich gefördert. Zusätzlich kommt es zu einem verbesserten Abfluss des Nasensekrets. Die Krankheitserreger werden durch diesen Vorgang aus dem Nasenbereich transportiert und können vom Organismus ausgeschieden werden.

Die Inhalation mit verschiedenen Heilmitteln wird ebenfalls bei einer Nasennebenhöhlenentzündung empfohlen. Es kann mit Salzlösung, aber ebenso mit Kamille inhaliert werden. Der Vorgang ist mit oder ohne die Verwendung eines Inhaliergerätes möglich. Verkrustungen an den Nasenwänden werden gelöst, die Schleimhaut befeuchtet und der Abtransport des Nasensekrets gefördert. Die Inhalation ist ein schonender Vorgang, bei dem die Schleimhäute abschwellen und Krankheitserreger ausgeleitet werden.

Das im Volksmund bekannte Hochziehen der Nase ist nicht zu empfehlen. Da eine laufende Nase ein Hinweis auf eine Absonderung des erkrankten Sekrets ist, würde das Hochziehen zu Verkrustungen führen und den Heilungsprozess unterbrechen. Regelmäßiges gründliches Säubern der Nase ist in diesen Fällen anzuraten. Dabei sollte nicht zu viel Kraft verwendet werden, da ein hoher Druck im Kopf und den Nasennebenhöhlen ungünstig ist.

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006

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