Herzinfarkt

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Der Herzinfarkt, Herzanfall oder Myokardinfarkt ist oftmals eine lebensbedrohliche und akute Krankheit des Herzens. Dabei kommt es zum Absterben (Infarkt) von Herzgewebe bzw. Herzmuskel (Myokard). Die dann folgende Durchblutungsstörung (Ischämie) führt zum bekannten Herzinfarkt.

Inhaltsverzeichnis

Definition Herzinfarkt

Als Herzinfarkt wird eine Erkrankung des Herzens bezeichnet, die für den Menschen lebensbedrohlich ist. Man bezeichnet diesen umgangssprachlich auch als Herzanfall oder Myokardinfarkt. In der Humanmedizin wird die Abkürzung AMI (sogenanntes acute myocardial infarction) für den Herzinfarkt genutzt. Doch was genau versteht man unter einem Herzanfall? Ein Teil des Herzmuskels (sogenanntes Myokard) stirbt durch den Verschluss eines der drei Herzkranzgefäße ab.

Dies geschieht aufgrund einer Durchblutungsstörung, die regelmäßig über einen Zeitraum von länger als 20 Minuten auftritt. Meistens geschieht dies durch ein Blutgerinnsel, welches eines der Herzkranzgefäße bei einem Herzinfarkt verstopft. Das Blut kann dort nun nicht mehr zirkulieren. Die Folge ist eine Unterbrechung der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zum Herzen. Ist es nicht möglich, diesen Verschluss des Herzmuskels wieder zu öffnen, stirbt der Teil des Herzmuskels ab, der eigentlich von diesem Gefäß versorgt werden sollte.

Ursachen für Herzinfarkt

Doch welche Ursachen gibt es für einen Herzinfarkt? In den Industrieländern kommt eine derartige Erkrankung des Herzens immer häufiger vor. Bezogen auf Deutschland, erleiden etwa 250.000 Menschen jedes Jahr einen Herzinfarkt. Ganze 50 Prozent dieser neu-erkrankten Patienten sterben innerhalb von vier Wochen nach dem Erleiden eines Herzinfarktes.

Verschiedene Risikofaktoren begünstigen eine Erkrankung des Herzmuskels: so beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch das Konsumieren von Nikotin. Weitere altersunabhängige Faktoren können sein: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), ein zu hoher Blutdruck oder aber auch eine familiäre Belastung (insbesondere Herzerkrankungen bei nahen Blutsverwandten).

Ein weiter zunehmender Risikofaktor ist zudem der Stresspegel. Plötzliche Belastungen und/oder extreme Stresssituationen, die eine starke Schwankung des Blutdrucks zur Folge haben, können einen Herzinfarkt auslösen. Etwa 40 Prozent aller Herzinfarkte werden morgens (in einem Zeitraum von 6 bis 10 Uhr) und vor allem auch an Montagen registriert.

Typische Symptome und Anzeichen bei Herzinfarkt

Krankheitsverlauf Herzinfarkt

Herzinfarkt

Wie erkenne ich das Auftreten eines Herzinfarktes? Zumeist äußert sich das Auftreten eines Herzinfarktes durch Brustschmerzen unterschiedlicher Stärke und Qualität, je nachdem, wie es die erkrankte Person empfindet. Das Gefühl eines starken Drucks hinter dem Brustbein oder aber ein Gefühl der Enge (Beklemmung) im gesamten Bereich des Brustkorbs sind typische Anzeichen eines Herzinfarktes.

Die empfundenen Schmerzen wirken sich meist auch auf den linken Arm, die Schulter, den Hals, den Oberbauch oder den Rücken aus. Zumeist tritt dieser Schmerz mehr als 20 Minuten anhaltend auf.

Begleiterscheinungen eines Herzinfarktes sind nicht selten Schweißausbrüche, Übelkeit oder gar Erbrechen. Das Auftreten gefährlicher Herzrhythmusstörungen in der sogenannten Akutphase eines Herzinfarktes machen auch kleinere Infarkte lebensbedrohlich.

Insbesondere bei Frauen treten andere Symptome für einen Herzinfarkt hinzu: Atemnot, Allgemeine Schwäche, Magenverstimmung und körperliche Erschöpfungszustände.

Behandlung von Herzinfarkt

Aber auch nach einem Herzinfarkt stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die alle zum Ziel haben (sollten), den geschädigten Herzmuskel zu entlasten, ebenso jedoch auch, eine weitere Ausdehnung des Infarktes zu vermeiden und die Durchblutung wieder herzustellen. Natürlich lassen sich nachfolgende Behandlungsmethoden auch miteinander kombinieren, um das Ergebnis zu steigern:

1. Blutverdünnende Therapie (oft werden dazu Aspirin und Heparin genutzt).

2. Betablocker, die zur direkten Entlastung des Herzmuskels führen.

3. Medikamente zur Senkung des Blutdrucks, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel.

4. Die Öffnung des durch den Herzinfarkt verschlossenen Gefäßes kann durch die sogenannte Lysetherapie erfolgen oder aber durch die Ballondilatation mit Hilfe einer Herzkatheteruntersuchung.

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Vorbeugung von Herzinfarkt

Wie kann man das Risiko eines Herzinfarktes reduzieren bzw. vorbeugen? Mit Hilfe folgender Punkte kann das Risiko eines Herzinfarkts deutlich gesenkt werden:

1. Man sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen (lassen). Insbesondere Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren sollten mindestens einmal jährlich ihren Blutdruck überprüfen lassen, Ein zu hoher Blutdruck belastet das Herz. Werte unter 130 zu 80 gelten als gut.

2. Man sollte sich gesund ernähren. Eine bewusste und gesunde Ernährung verringert das Risiko eines Herzinfarktes. Auf gesättigte Fettsäuren vor allem in tierischen Produkten wie Butter, ahne, Schweinefleisch u. a. sollte verzichtet werden, da diese den Cholesterinspiegel im Blut ansteigen lassen.

3. Man sollte ausreichend Sport treiben. Insbesondere leichte Sportarten der Ausdauer wie Nordic Walking, Radfahren oder auch Schwimmen verringern das Infarkt-Risiko.

4. Sofern man übergewichtig ist, sollte man dieses Übergewicht senken. Bereits 10 Kilo zu viel haben eine negative Auswirkung auf unsere Gesundheit, sowohl der Blutdruck als auch die Blutfettwerte erhöhen sich.

5. Man sollte sich selbst ein Rauchverbot erteilen. Bereits sechs Zigaretten pro Tag verdoppeln das Risiko eines Herzinfarktes, also Finger weg davon!

6. Man sollte zudem Stress möglichst vermeiden. Im Grunde hält der Körper Stresssituationen durchaus stand, dennoch sollte man es hier nicht übertreiben, da diese zu Bluthochdruck führen können.

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