Herzinfarkt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2017
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Der Herzinfarkt, Herzanfall oder Myokardinfarkt ist oftmals eine lebensbedrohliche und akute Krankheit des Herzens. Dabei kommt es zum Absterben (Infarkt) von Herzgewebe bzw. Herzmuskel (Myokard). Die dann folgende Durchblutungsstörung (Ischämie) führt zum bekannten Herzinfarkt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzinfarkt?

Als Herzinfarkt wird eine Erkrankung des Herzens bezeichnet, die für den Menschen lebensbedrohlich ist. Man bezeichnet diesen umgangssprachlich auch als Herzanfall oder Myokardinfarkt. In der Humanmedizin wird die Abkürzung AMI (sogenanntes acute myocardial infarction) für den Herzinfarkt genutzt. Doch was genau versteht man unter einem Herzanfall? Ein Teil des Herzmuskels (sogenanntes Myokard) stirbt durch den Verschluss eines der drei Herzkranzgefäße ab.

Dies geschieht aufgrund einer Durchblutungsstörung, die regelmäßig über einen Zeitraum von länger als 20 Minuten auftritt. Meistens geschieht dies durch ein Blutgerinnsel, welches eines der Herzkranzgefäße bei einem Herzinfarkt verstopft. Das Blut kann dort nun nicht mehr zirkulieren. Die Folge ist eine Unterbrechung der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zum Herzen. Ist es nicht möglich, diesen Verschluss des Herzmuskels wieder zu öffnen, stirbt der Teil des Herzmuskels ab, der eigentlich von diesem Gefäß versorgt werden sollte.

Ursachen

Doch welche Ursachen gibt es für einen Herzinfarkt? In den Industrieländern kommt eine derartige Erkrankung des Herzens immer häufiger vor. Bezogen auf Deutschland, erleiden etwa 250.000 Menschen jedes Jahr einen Herzinfarkt. Ganze 50 Prozent dieser neu-erkrankten Patienten sterben innerhalb von vier Wochen nach dem Erleiden eines Herzinfarktes.

Verschiedene Risikofaktoren begünstigen eine Erkrankung des Herzmuskels: so beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch das Konsumieren von Nikotin. Weitere altersunabhängige Faktoren können sein: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), ein zu hoher Blutdruck oder aber auch eine familiäre Belastung (insbesondere Herzerkrankungen bei nahen Blutsverwandten).

Ein weiter zunehmender Risikofaktor ist zudem der Stresspegel. Plötzliche Belastungen und/oder extreme Stresssituationen, die eine starke Schwankung des Blutdrucks zur Folge haben, können einen Herzinfarkt auslösen. Etwa 40 Prozent aller Herzinfarkte werden morgens (in einem Zeitraum von 6 bis 10 Uhr) und vor allem auch an Montagen registriert.

Typische Symptome & Anzeichen

Infogramm zur Anatomie und Ursachen von Herz- & Gefäßerkrankungen wie z.B. Herzinfarkt. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Krankheitsverlauf

Oftmals liegt einem Herzinfarkt eine Verengung der Herzkranzgefäße zugrunde, die man als Arteriosklerose bezeichnet. Wird eine solche Engstelle durch ein Blutgerinnsel verstopft, werden alle darauf folgenden Herzmuskelareale nicht mehr mit Blut und Saueratoff versorgt.

Wie erkenne ich das Auftreten eines Herzinfarktes? Zumeist äußert sich das Auftreten eines Herzinfarktes durch Brustschmerzen unterschiedlicher Stärke und Qualität, je nachdem, wie es die erkrankte Person empfindet. Das Gefühl eines starken Drucks hinter dem Brustbein oder aber ein Gefühl der Enge (Beklemmung) im gesamten Bereich des Brustkorbs sind typische Anzeichen eines Herzinfarktes.

Die empfundenen Schmerzen wirken sich meist auch auf den linken Arm, die Schulter, den Hals, den Oberbauch oder den Rücken aus. Zumeist tritt dieser Schmerz mehr als 20 Minuten anhaltend auf.

Begleiterscheinungen eines Herzinfarktes sind nicht selten Schweißausbrüche, Übelkeit oder gar Erbrechen. Das Auftreten gefährlicher Herzrhythmusstörungen in der sogenannten Akutphase eines Herzinfarktes machen auch kleinere Infarkte lebensbedrohlich.

Insbesondere bei Frauen treten andere Symptome für einen Herzinfarkt hinzu: Atemnot, Allgemeine Schwäche, Magenverstimmung und körperliche Erschöpfungszustände.

Komplikationen

Durch den Herzinfarkt kommt es zu sehr schweren und lebensgefährlichen Beschwerden und Komplikationen, die nicht selten zum Tode des Patienten führen. In der Regel ist auch nach der Behandlung des Herzinfarktes die Lebenserwartung des Betroffenen stark verringert. Die weiteren Beschwerden hängen stark davon ab, wie lange nach dem Infarkt die Behandlung eintritt.

Bei einer frühzeitigen Behandlung wird das Risiko von irreversiblen Folgeschäden minimiert. Der Betroffene leidet beim Herzinfarkt an starken Schmerzen in der Brust und an Angstgefühlen. Es kommt zu Schweißausbrüchen und zu Panikattacken. Nicht selten erbrechen die Betroffenen und verlieren das Bewusstsein. Dabei kann es durch einen Sturz zu schweren Verletzungen kommen.

Im weiteren Verlauf des Infarktes kommt es zu Schäden am Gehirn und zum Absterben von Gewebe im gesamten Körper. Dadurch können Regionen im Gehirn irreversibel geschädigt werden und Organe können absterben. Die Schäden im Gehirn führen dann zu Einschränkungen im Denken und Handeln des Patienten und gegebenenfalls zu Bewegungseinschränkungen. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Medikamente oder anhand eines operativen Eingriffs. Nicht selten kommt es durch den Herzinfarkt allerdings zum Tode des Patienten, falls die Behandlung nicht früh genug eingeleitet werden kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da ein Herzinfarkt einen medizinischen Notfall darstellt, ist bei dessen Eintreten sofort ein Rettungsdienst zu alarmieren. Der Betroffene schwebt in einer akuten Lebensgefahr, die unverzügliches Handeln notwendig macht. Ohne eine schnelle und professionelle ärztliche Versorgung des Patienten kommt es innerhalb kurzer Zeit zu dessen Ableben. Bis zum Eintreffen des Notarztes ist den Anweisungen des Rettungsdienstes Folge zu leisten, um das Überleben des Patienten zu sichern. Insbesondere eine ausreichende Beatmung muss gewährleistet sein, damit die Folgeschäden möglichst gering gehalten werden. Ratsam ist es jedoch, bereits bei Warnhinweisen eines Herzinfarktes einen Arzt zu konsultieren.

Leidet der Betroffene über einen längeren Zeitraum unter Herzrasen, einem Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen, sind diese rechtzeitig untersuchen und kontrollieren zu lassen. Bei Schmerzen in der Brust oder einem Ziehen in den linken Oberarm sollte eine medizinische Abklärung der Beschwerden erfolgen. Fühlt sich der Betroffene unwohl, klagt er über ein allgemeines Krankheitsgefühl oder anhaltende Schwäche, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Eine Kontrolluntersuchung ist bei Abfall des gewohnten Leistungsniveaus, einem auffallenden Rückgang körperlicher Möglichkeiten oder dem Gefühl eines Burnouts zu empfehlen. Kommt es zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen oder Störungen der Aufmerksamkeit, ist ein Arzt zu konsultieren. Ein Druckgefühl im Brustkorb gilt als ungewöhnlich und sollte untersucht werden.

Behandlung & Therapie

Stechende oder reißende Schmerzen werden von den meisten Patienten während eines Herzinfarktes beschrieben.

Aber auch nach einem Herzinfarkt stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die alle zum Ziel haben (sollten), den geschädigten Herzmuskel zu entlasten, ebenso jedoch auch, eine weitere Ausdehnung des Infarktes zu vermeiden und die Durchblutung wieder herzustellen. Natürlich lassen sich nachfolgende Behandlungsmethoden auch miteinander kombinieren, um das Ergebnis zu steigern:

1. Blutverdünnende Therapie (oft werden dazu Aspirin und Heparin genutzt).

2. Betablocker, die zur direkten Entlastung des Herzmuskels führen.

3. Medikamente zur Senkung des Blutdrucks, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel.

4. Die Öffnung des durch den Herzinfarkt verschlossenen Gefäßes kann durch die sogenannte Lysetherapie erfolgen oder aber durch die Ballondilatation mit Hilfe einer Herzkatheteruntersuchung.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Wie kann man das Risiko eines Herzinfarktes reduzieren bzw. vorbeugen? Mit Hilfe folgender Punkte kann das Risiko eines Herzinfarkts deutlich gesenkt werden:

1. Man sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen (lassen). Insbesondere Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren sollten mindestens einmal jährlich ihren Blutdruck überprüfen lassen, Ein zu hoher Blutdruck belastet das Herz. Werte unter 130 zu 80 gelten als gut.

2. Man sollte sich gesund ernähren. Eine bewusste und gesunde Ernährung verringert das Risiko eines Herzinfarktes. Auf gesättigte Fettsäuren vor allem in tierischen Produkten wie Butter, ahne, Schweinefleisch u. a. sollte verzichtet werden, da diese den Cholesterinspiegel im Blut ansteigen lassen.

3. Man sollte ausreichend Sport treiben. Insbesondere leichte Sportarten der Ausdauer wie Nordic Walking, Radfahren oder auch Schwimmen verringern das Infarkt-Risiko.

4. Sofern man übergewichtig ist, sollte man dieses Übergewicht senken. Bereits 10 Kilo zu viel haben eine negative Auswirkung auf unsere Gesundheit, sowohl der Blutdruck als auch die Blutfettwerte erhöhen sich.

5. Man sollte sich selbst ein Rauchverbot erteilen. Bereits sechs Zigaretten pro Tag verdoppeln das Risiko eines Herzinfarktes, also Finger weg davon!

6. Man sollte zudem Stress möglichst vermeiden. Im Grunde hält der Körper Stresssituationen durchaus stand, dennoch sollte man es hier nicht übertreiben, da diese zu Bluthochdruck führen können.

Das können Sie selbst tun

Ein akuter Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Situation in der sofort der Notarzt gerufen werden muss. Patienten können aber dazu beitragen, dass es gar nicht so weit kommt und bereits bei den ersten Frühwarnzeichen einen Arzt konsultieren.

Ein Herzinfarkt kündigt sich fast immer an. Häufig haben die Betroffenen Schmerzen in der Brust, die als beklemmend beschrieben werden und empfinden einen starken Druck hinter dem Brustbein. Spätestens sobald der Schmerz beginnt, in den linken Arm oder die Schulter auszustrahlen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei Frauen treten oftmals etwas andere Symptome auf. Die Schmerzen in der Brust gehen dann mit Atemnot, Magenverstimmungen und einem Gefühl allgemeiner Erschöpfung einher. Herzinfarkt ist noch immer eine männlich besetzte Krankheit, weshalb viele Ärzte das Risiko bei Frauen unterschätzen. Patientinnen, die die beschriebenen Symptome bei sich beobachten, sollten deshalb explizit auf die Möglichkeit eines Herzinfarkts hinweisen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Person einer Risikogruppe angehört oder bereits andere Familienmitglieder einen Herzinfarkt erlitten haben.

Zu den Risiken, die die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden deutlich steigern, zählen eine ungesunde Lebensweise, insbesondere Übergewicht, zu wenig körperliche Bewegung, übermäßiger Verzehr tierischer Produkte (Fleisch, Wurstwaren, fetter Käse, Butter, Sahne) sowie regelmäßiger hoher Alkohol- und Nikotinkonsum. Das Vermeiden dieser Risikofaktoren stellt die beste Selbsthilfemaßnahme gegen Herzinfarkt dar. Wer an hohem Blutdruck leidet, sollte diesen außerdem regelmäßig von einem Arzt kontrollieren lassen.

Bücher über Herzinfarkt

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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