Kurzatmigkeit

Letzte Aktualisierung am 17. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Kurzatmigkeit sollte zunächst nicht mit Atemnot (Dyspnoe) und Hyperventilation, als eigenständige Symptome, verwechselt werden, obwohl Kurzatmigkeit, Hyperventilation und Atemnot auch in Verbindung stehen können. Wie der Name selbst es schon treffend beschreibt, ist die normale Atmung bei Kurzatmigkeit verkürzt und in der Regel krankhaft bedingt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kurzatmigkeit?

Als Kurzatmigkeit wird eine erhebliche Beeinträchtigung der normalen Atemtätigkeit bezeichnet, die für den Betroffenen manchmal sogar mit starken Schmerzen verbunden ist.

Bei Kurzatmigkeit fällt es dem Betroffenen schwer, über die Atmung genug Sauerstoff für die Versorgung des Körpers aufzunehmen, da das Atmen sehr kurz und stockig ist. Die Folge dieser Unterversorgung ist, neben einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, auch eine zum Teil erhebliche psychische Belastung, da die Kurzatmigkeit die Angst vor dem Ersticken auslösen kann.

Zu den Betroffenen gehören überwiegend ältere Menschen. Die Kurzatmigkeit tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Die Ursachen der Krankheit sind vielfältig. Sie kann mit atemtherapeutischen Maßnahmen, durch Medikamente und durch einen operativen Eingriff behandelt werden.

Ursachen

Die Ursachen für Kurzatmigkeit sind vielschichtig. Zumeist sind chronische und akute Erkrankungen der Bronchien und der Lunge für Kurzatmigkeit verantwortlich. Aber auch Herzerkrankungen sind keine selten auftretende Ursache. Seltener sind jedoch rheumatische, orthopädische oder neurologische Erkrankungen, die dann als indirekte Ursache für Kurzatmigkeit in Frage kommen.

Im Zuge der vermehrten übergewichtigkeit unserer westlichen Zivilisation, kann Kurzatmigkeit aber auch bei Fettleibigkeit bzw. Übergewicht häufig in Erscheinung treten. Diese Ursache ist nicht harmlos und sollte entsprechende behandelt bzw. bekämpft werden.

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Diagnose & Verlauf

Bei Kurzatmigkeit fällt es dem Betroffenen schwer, über die Atmung genug Sauerstoff für die Versorgung des Körpers aufzunehmen, da das Atmen sehr kurz und stockig ist.

Da die Ursachen für Kurzatmigkeit zumeist krankhafter Natur sind, sollte diese immer von einem Arzt untersucht werden. Je nach vermutetem Auslöser kommen unterschiedliche Diagnosemethoden zum Einsatz wie die Überprüfung der Lungen- und Herzfunktion, Röntgenuntersuchungen und Ultraschall.

Grundsätzlich ist dann ein verstärktes Auftreten der Symptome festzustellen, wenn der Patient aus der Ruhe heraus in eine physische Belastung versetzt. Sind zunächst intensive körperliche Strapazen nötig, um die Atemnot auszulösen, genügen hierfür im fortgeschrittenen Stadium bereits geringe Anstrengungen.

Die normale Atemtätigkeit ist eingeschränkt, wodurch der Organismus nicht mehr ausreichend mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt wird. Die Leistungsfähigkeit der Patienten ist erheblich gemindert. Oft ist die Luftnot mit Schmerzen verbunden und kann in einigen Fällen beim Betroffenen Panik auslösen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R06.0 Dyspnoe) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Kurzatmigkeit geht meist mit Komplikationen wie einer verringerten Leistungsfähigkeit, Schmerzen beim Atmen und Panikattacken einher. Der permanente Sauerstoffmangel kann unmittelbar zu Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden mit körperlichen Symptomen wie bläulichen Lippen und eingefallenen Augenhöhlen führen. Generell belastet eine Kurzatmigkeit den gesamten Organismus und bedarf deshalb einer raschen Behandlung.

Langfristig wird durch eine Kurzatmigkeit das Risiko von Herz-Kreislaufproblemen und Lungenabszessen (bei bakteriellen Erkrankungen) erhöht. Wird die Kurzatmigkeit zu spät oder nur unzureichend behandelt, kann es außerdem zu einer chronischen Atemnot mit weiteren Beschwerden kommen. Zunächst fällt die Leistungsfähigkeit weiter ab und es kommt zu einer starken Abgeschlagenheit, oft begleitet von Depression und Angststörungen.

Bei der Behandlung sind Komplikationen unwahrscheinlich. Abhängig vom Grundleiden und der Konstitution des Patienten, kommt es durch Therapiemaßnahmen wie Atemgymnastik zunächst zu einer gesteigerten Müdigkeit und aufgrund der Überanstrengung der Atemmuskeln oft auch zu Schwindel und stechenden Schmerzen in der Lunge. Diese Beschwerden gehen im Regelfall im Laufe der Behandlung zurück. Liegt ein unerkanntes Grundleiden wie eine Herz- oder Lungenerkrankung vor, können entsprechende Behandlungsmethoden allerdings auch zu einem Kollaps führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da sich hinter einer Kurzatmigkeit, Dyspnoe, verschiedene Ursachen verbergen können und diese nicht immer harmlos sind, sollte jede Form der Kurzatmigkeit frühestmöglich diagnostisch abgeklärt werden. Das subjektive Erleben von Kurzatmigkeit ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Eine akute, dramatische Kurzatmigkeit ist häufig auch mit subjektiven Begleitsymptomen wie Angst oder Erstickungsgefühl verbunden. Bei der häufigsten Ursache einer Kurzatmigkeit, der Herzinsuffizienz, gehen Betroffene leider erst viel zu spät zum Arzt, denn die Beschwerden entwickeln sich schleichend über einen längeren Zeitraum. Wer deshalb erstmalig beim Treppensteigen unter Kurzatmigkeit leidet und dieses Symptom auch wieder verschwindet, sucht meist keinen Arzt auf. Verschlimmert sich die Grunderkrankung, dann wird auch das Symptom der Kurzatmigkeit häufiger und in kürzeren Abständen auftreten.

So beispielsweise bei langsamem Gehen oder bei geringen körperlichen Anstrengungen, wie etwa beim An- oder Ausziehen der Kleidung. Schon jetzt sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen und auf keinen Fall so lange warten, bis die Kurzatmigkeit bereits in Ruhe auftritt. Dann sind die Schädigungen des Herzens und der Lunge meist so weit fortgeschritten, dass sie irreversibel sind. Kurzatmigkeit ist also in jedem Stadium ein abklärungsbedürftiges Symptom, deshalb sollte dies immer frühzeitig und rechtzeitig ärztlich diagnostiziert und behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Kurzatmigkeit sollte immer von einem Arzt untersucht werden, da die Ursachen zumeist krankhafter Natur sind.

Ist die Ursache für Kurzatmigkeit eine Lungen- oder Atemwegserkrankung, so sollte die Funktion der Lunge ausgiebig überprüft werden. Mit Hilfe der Pulsoxymetrie kann zusätzlich die Sauerstoffsättigung im Blut in Ruhe und unter Belastung gemessen werden.

Auch Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes bzw. der Atemwege und der Lunge gehören zum modernen Untersuchungsstandart. Vorzugsweise die Atemgymnastik ist hier zumeist als zusätzliche Behandlungsmaßnahme erfolgsversprechend.

Ist die Ursache durch eine Herzerkrankung bedingt, so sind auch hier zahlreiche Untersuchungen für eine Diagnose der Kurzatmigkeit notwendig. Dabei sollte unbedingt die Funktion des Herzens überprüft werden und bei Bedarf durch Röntgendiagnostik eine genaue Diagnose erstellt werden. Ihr Arzt wird sie hierbei genauer über weitere Schritte (evtl. Herzkatheter) informieren. Als zusätzliche Therapie wird oft Herzgymnastik und Trainingstherapie eingesetzt.

Ist die Ursache für Kurzatmigkeit im Magen-Darm-Bereich zu finden, so kann eine Ultraschalldiagnostik (Sonographie) des Bauchraumes Aufschluss bringen. Eventuell ist auch eine Magen-Darm-Spiegelung (Endoskopie) notwendig. Ist die Ursache durch Fettleibigkeit bzw. Übergewicht bedingt, ist der ärztliche Rat zu einer weiteren Diät- und Bewegungstherapie unbedingt einzuhalten.

Ist die Kurzatmigkeit auf neurologische oder rheumatische oder orthopädische Ursachen zurück zu führen, so sollte der behandelnde Arzt eventuell in Ergänzung andere Fachärzte zur Diagnose und Behandlung heranziehen.

Aussicht & Prognose

Eine Kurzatmigkeit kann auch bei gesunden Menschen auftreten und muss nicht zwingend zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden führen. In vielen Fällen tritt die Kurzatmigkeit vor allem in stressigen oder panischen Situationen ein. Daher ist diese oft mit Panikattacken oder Schweißausbrüchen verbunden. In diesen Fällen verschwindet die Kurzatmigkeit dann wieder, wenn sich die Situation und der Kreislauf des Patienten normalisiert haben. Es kommt dabei zu keinen weiteren Beschwerden oder Komplikationen.

Durch die Kurzatmigkeit ist allerdings der Organismus geschwächt und die Leistung ist verringert. Der Patient fühlt sich müde und erschöpft und ist nicht in der Lage, schwere Arbeiten durchzuführen. Ebenso kann sich die Kurzatmigkeit negativ auf das Herz auswirken. Sollte neben der Kurzatmigkeit auch ein Stechen im Herzen zu spüren sein, so muss dringend ein Arzt gerufen werden, da es sich dabei um einen Schlaganfall handeln kann. Hierbei können unterschiedliche Komplikationen eintreten, die im schlimmsten Falle zum Tode führen.

Bei einer Aspiration ist ebenso eine schnelle Hilfe notwendig, damit der Körper nicht zu lange einen Sauerstoffmangel erleidet. Sollte die Kurzatmigkeit anhaltend sein, so ist ebenso ein Besuch beim Arzt notwendig. Die Behandlung richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung und führt in den meisten Fällen zu einem Erfolg.

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Vorbeugung

Ein Leben ohne Rauchen ist wohl das beste Mittel zur Vorbeugung von Kurzatmigkeit. Weiterhin sind die allgemeinhin bekannten Mittel der sportlichen Bewegung an frischer Luft, sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung immer Garanten für ein gesünderes und längeres Leben.

Das können Sie selbst tun

Kurzatmigkeit lässt sich durch verschiedene Maßnahmen und Hausmittel lindern. Zunächst empfiehlt sich Atemtraining in Form von Yoga oder einer Atemtherapie; auch eine gerade Körperhaltung oder der Wechsel in die Torwart- oder Kutscherstellung kann akute Kurzatmigkeit reduzieren und den Atemfluss schnell und ohne Medikamente verbessern.

Besonders wirksam ist auch Gähnen, da dies die Sauerstoffproduktion anregt und den Atem auf natürliche Weise reguliert. Daneben hilft ausreichend Bewegung gegen Atembeschwerden. Durch regelmäßigen Sport wird der Herzkreislauf gestärkt und die Lunge entlastet, der Körper kann den Sauerstoff besser verarbeiten. Zusätzlich können Hausmittel wie Tees aus Melisse, Lavendel, Minzblättern, Gänsefingerkraut und andere, schleimlösende Mittel gegen Kurzatmigkeit eingesetzt werden. Ebenso wirksam sind Dampfbäder, Nasenduschen oder Hustenlöser, die in Kombination auch gegen ausgeprägte Kurzatmigkeit helfen.

Akut wirkt ein feuchter warmer Umschlag gegen Kurzatmigkeit und andere Atembeschwerden. Besonders Patienten, die an Asthma leiden, können durch warme Umschläge und ähnliche Maßnahmen eine schnelle Linderung der Beschwerden erzielen. Bringen erwähnte Hausmittel keine Linderung gegen die akute Kurzatmigkeit, muss ein Notarzt eingeschaltet werden. Chronische Atemprobleme sollten mit dem Hausarzt besprochen werden.

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kühn, D., Luxem, J., Runggaldier, K. (Hrsg.): Rettungsdienst heute. Urban & Fischer, München 2010

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