Gänsefingerkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Für zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden können nicht nur chemische Medikamente angewendet werden. Abseits der Pharmaindustrie existieren auch unterschiedliche pflanzliche Substanzen, die einige Störungen lindern können. Zu diesen gehört zum Beispiel Gänsefingerkraut.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut ist in unterschiedlichen Regionen beheimatet. Die Pflanze wächst in Europa, Asien und Nordamerika. Dabei bevorzugt sie Böden, die eine feuchte Beschaffenheit aufweisen. Besonders häufig ist Gänsefingerkraut auf Wiesen, Straßenrändern und Gräben anzutreffen. Botaniker bezeichnen die Pflanze als Teil der Familie der Rosengewächse.

Gänsefingerkraut nimmt eine Größe von etwa 10 Zentimetern in Anspruch und gehört zu der Nahrungsquelle von Gänsen, woraus auch ihr Name resultiert. Dementsprechend lautet ihr Artname „anserina“, während die Gattung mit „Potentilla“ angegeben wird. Der letzte Begriff kann auf das Lateinische zurückgeführt werden, wo er „Macht“ bedeutet. „Macht“ wiederum bezieht sich auf die heilenden Fähigkeiten des Gänsefingerkrauts.

Die Pflanze weist starke Wurzeln auf. Diese bilden die Grundlage für die typischen grünen Blätter, welche meistens in vierer Gruppen erscheinen. Die Unterseite der Blätter nimmt einen silbernen Farbton an und beheimatet feine Haare. Im Sommer blüht die Pflanze gelb auf. Gleichzeitig bilden die Blütenstängel Ausläufer mit einer Länge von bis zu einem Meter.

Wirkung & Anwendung

Gänsefingerkraut weist mehrere Eigenschaften auf. Im Mittelpunkt steht hier aber vor allem die krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur. Bei der glatten Muskulatur handelt es sich auch um die unwillkürlichen Muskelfasern. Zu diesen gehört beispielsweise die Gebärmutter, aber auch sämtliche Verdauungsorgane oder das Herz. Mit dem Begriff ist gemeint, dass Menschen nicht dazu in der Lage sind, die Muskulatur bewusst zu steuern.

Stattdessen erfolgen diverse Prozesse über das Gehirn. Dementsprechend werden zahlreiche Beschwerden mit Gänsefingerkraut behandelt, die auf Verkrampfungen beruhen. Hier sind Regelschmerzen, Darmkrämpfe, Wadenkrämpfe oder krampfartiger Husten zu nennen. Bereits im Mittelalter war die Verwendung der Heilpflanze unter Frauen weit verbreitet. Damals wurde sie in Milch aufgekocht. Diese Möglichkeit wird bis heute fortgesetzt.

Gänsefingerkraut nimmt eine Größe von etwa 10 Zentimetern in Anspruch und gehört zu der Nahrungsquelle von Gänsen, woraus auch ihr Name resultiert.

Dafür wird das Gänsefingerkraut mit heißer Milch übergossen und ziehen gelassen. Möglich ist ebenfalls ein Tee aus der Heilpflanze oder das Kauen der Wurzel. Darüber hinaus kann Gänsefingerkraut äußerlich Anwendung finden, wie es zum Beispiel bei bestehenden Furunkeln, Wunden oder Entzündungen der Fall ist. Dafür werden Waschungen, Teilbäder oder Umschläge verwendet. Die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung erweist sich bei zahlreichen Beschwerden als nützlich.

So werden neben Krämpfen auch Hals- oder Magenschleimhautentzündungen mit der Pflanze therapiert. Bei Entzündungen der Rachenschleimhaut empfehlen sich Spülungen oder das Gurgeln mit Gänsefingerkraut-Tee. Dafür sollten die Blätter mindestens zehn Minuten im Wasser verbleiben und anschließend entfernt werden. Generell kann die Wirkung als entkrampfend, zusammenziehend und antientzündlich erfasst werden. Solche Eigenschaften eignen sich für unterschiedliche Beschwerden.

Dennoch findet die Pflanze insbesondere bei Regelschmerzen Anwendung. Die Effizienz bei stärkeren Krämpfen hingegen gilt als zu mild, weshalb Experten in so einer Situation zu anderen Heilpflanzen raten. Die Inhaltsstoffe weisen unter anderem einen hohen Anteil an Gerbstoffen auf. Diese sind dazu in der Lage, die Schleimhäute zu schützen. Daraus ergeben sich insbesondere bei vorliegenden Entzündungen Vorteile.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Kurz vor oder während der Blütezeit werden die Blätter und Blüten zu medizinischen Zwecken gesammelt. Sie können unter Umständen eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen. Vor allem für Frauen, die regelmäßig unter Menstruationsbeschwerden leiden, verspricht die Anwendung der Heilpflanze eine Milderung der Schmerzen.

Beschwerden während der Periode lassen sich oft auf Verkrampfungen der Gebärmutter zurückführen. Gleichzeitig existieren weitere Erkrankungen, welche die Schmerzen verursachen, beispielsweise gutartige Wucherungen oder Polypen. Unabhängig von der zugrunde liegenden Störung kann sich Gänsefingerkraut positiv auswirken, weil es zur Entspannung der Gebärmutter beiträgt. Beinahe jede Person hat bereits Erfahrungen mit Durchfall gemacht.

Dieser wird durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst, wie verunreinigte Nahrung, Trinkwasser oder verschiedene Krankheitserreger. Abhängig von der jeweiligen Ursache äußert sich die Erkrankung durch mehr oder weniger starken Durchfall. Von Durchfall ist dann die Rede, wenn die betroffene Person mindestens 3 Mal am Tag flüssigen Stuhl aufweist. Während Gänsefingerkraut bei starkem Durchfall höchstens als begleitende Therapie gesehen werden sollte, kann es bei leichten Durchfällen als Alternative akzeptiert werden.

Die Gerbstoffe des Gänsefingerkrauts sorgen dafür, dass sich die Oberfläche des Darms zusammenzieht. Ausschlaggebend für diesen Prozess ist die Verbindung der Gerbstoffe mit Eiweißen. Diese Verbindung erweist sich ebenfalls bei Entzündungen als nützlich. Liegt beispielsweise eine Rachenentzündung vor, so sind die Gerbstoffe dazu in der Lage, eine Schutzschicht zu bilden. Existierende Bakterien und Keime können die Schutzschicht kaum durchdringen, so dass die betroffenen Stellen effektiv abgeschirmt werden und besser verheilen können.

Generell handelt es sich bei der Wirkung des Gänsefingerkrauts um behandelnde Eigenschaften. Die Pflanze eignet sich nicht zur Vorbeugung diverser Beschwerden. Dennoch stellt sie eine wirkungsvolle Alternative gegenüber von chemischen Medikamenten dar. Im Gegensatz zur Schulmedizin ist nur selten mit Nebenwirkungen zu rechnen. Zu diesen gehört eine Verstärkung der Symptome eines bestehenden Reizmagens.

Die Aufnahme von kleineren Mengen (bis 6 Gramm) gelten als unbedenklich. Wie bei jedem Medikament sollte die Dosierung jedoch nach Packungsbeilage oder Rat des Arztes erfolgen. Stillende Mütter, Schwanger und Kinder sollten von dem Gänsefingerkraut Abstand nehmen. Bisher liegen keine Studien vor, welche die Unbedenklichkeit dieser Gruppen belegen oder widerlegen.

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