Herz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Das Herz (lateinisch: Cor; griechich: Kardia) ist ein muskuläres Hohlorgan, das durch rhythmische Kontraktionen den Blutkreislauf aufrechterhält. Einen Herzstillstand kann der Organismus nur für wenige Minuten überleben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Herz?

Das menschliche Herz ist ein etwa faustgroßes Hohlorgan in der Brusthöhle. Als Druck- und Saugpumpe bewegt es Blut durch den Körper.

Bei normaler Konstitution wiegt das Herz ca. 250-300 g. Seine Kontur projiziert sich im Regelfall leicht nach links versetzt hinter das Brustbein zwischen der 2. und 5. Rippe.

Anatomie & Aufbau

Das Herz befindet sich innerhalb der Brusthöhle im unteren Mediastinum. Rechts und links grenzen die Pleurahöhlen an, hinten die Speiseröhre, vorne Thymus und Brustbein. Die Herzbasis liegt dem Zwerchfell auf.

Der Herzbeutel ist ein bindegewebiger Sack, der das Herz umgibt und ihm durch 10–15 ml seröse Flüssigkeit gleitende Bewegungsfreiheit verleiht. Das Herz selbst gliedert sich in eine rechte und linke Herzhälfte mit jeweils einem Vorhof und einer Kammer. Zwischen den Vorhöfen und den Kammern befinden sich Segelklappen (Atrioventrikularklappen), an den Ausgängen der Kammern Taschenklappen (rechts: Pulmonarklappe; links: Aortenklappe).

Die Wand des Herzens ist dreischichtig: Im äußeren Epikard aus Epithel-, Fett- und Bindegewebe verlaufen die Herzkranzgefäße (Koronargefäße). Darunter schließt sich das Myokard aus Herzmuskelfasern an; in diesem befindet sich auch das komplexe Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem. Innen ist das Herz mit Endokard aus Bindegewebe und Endothel ausgekleidet.

Funktionen & Aufgaben

Schematische anatomische Darstellung des Herzens mit den Herzkammern.

Aufgabe des Herzens ist es, sauerstoffarmes Blut durch den Lungenkreislauf und anschließend das dort frisch mit Sauerstoff angereicherte Blut durch den Körperkreislauf zu pumpen. Das Blut nimmt dabei folgenden Weg: Aus den großen Hohlvenen strömt es in den rechten Vorhof, von dort in die rechte Kammer und weiter in die Lungenarterien.

Nachdem es die Lunge durchströmt hat, erreicht das nun sauerstoffreiche Blut über die Lungenvenen den linken Vorhof. Von hier fließt es weiter in die linke Kammer und wird in die Aorta ausgeworfen. Um diese Strömungsverhältnisse zu ermöglichen, müssen Vorhöfe und Kammern versetzt kontrahieren. Man unterscheidet im Herzzyklus eine Systole und eine Diastole:

In der Systole kontrahieren die Kammern, während die geschlossenen Segelklappen einen Rückstrom in die entspannten Vorhöfe verhindern. Während der Diastole wiederum pumpen die Vorhöfe das Blut in die entspannten Kammern, deren Ausgänge durch die Taschenklappen verschlossen werden. Die Kontraktion des Herzens basiert auf spontaner elektrischer Erregungsbildung im Sinuskonten, dem natürlichen Herzschrittmacher.

Die Erregung breitet sich über das Vorhofmyokard zum AV-Knoten aus, der bei Ausfall des Sinusknoten selbst als sekundärer Schrittmacher mit niedrigerer Frequenz einspringen kann. Nach zeitlicher Verzögerung erreicht die Erregung die Kammermuskulatur. Frequenz und Stärke der spontanen Herzkontraktionen können über das vegetative Nervensystem beeinflusst werden.

Im Ruhezustand schlägt das Herz 50-80 Mal pro Minute und pumpt dabei ca. 5 l - also einmal das gesamte Blutvolumen - durch den Kreislauf. Bei großer Anstregung kann es sogar 20-25 l pro Minute bewegen.

Krankheiten

Das Herz leistet durch seine regelmäßige Kontraktion erhebliche Arbeit und hat dadurch einen hohen Sauerstoffbedarf. Die sogenannte Koronare Herzkrankheit, eine meist durch Arteriosklerose verursachte Sauerstoffunterversorgung des Herzens, ist die mit Abstand häufigste Todesursache in Industrienationen.

Bei Infarkten in den Herzkranzgefäßen gehen schon nach wenigen Minuten Herzmuskelzellen irreparabel unter. Aber nicht nur Alter und ein ungesunder Lebensstil gefährden die Sauerstoffversorgung des Herzens: Auch bei Leistungssportlern mit vergrößerten Herzen ist das Myokard ab einem Herzgewicht von 500 g von Sauerstoffmangel bedroht.

Herzrhythmusstörungen können angeboren oder durch ischämische Vorerkrankungen erworben sein. Sie sind sehr variabel und unterscheiden sich in Ursache, Entstehungsort, Gefährlichkeit und resultierender Herzfrequenz (erhöht: Tachykardie; herabgesetzt: Bradykardie). Bei einer Insuffizienz oder einer Stenose (Verengung) der Herzklappen können diese heute durch künstliche Herzklappen ersetzt werden.

Auch angeborene Herzfehler wie Kurzschlüsse zwischen den Kammern sind keine Seltenheit - sie betreffen ca. 0,8 % aller Neugeborenen. Mit dem gesamten Spektrum der Herzerkrankungen beschäftigt sich die Kardiologie.

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