Ornithose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Die Ornithose zählt zu den sogenannten Zoonosen - eine Krankheitsübertragung zwischen Tier und Mensch ist möglich. Menschen erkranken allerdings vergleichsweise selten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ornithose?

Die Ornithose ist eine Infektionskrankheit, die beim Menschen sehr selten auftritt. Hervorgerufen wird die Ornithose in vielen Fällen durch das sogenannte Bakterium Chlamydia psittaci.

Dieser Bakterienart verdankt die Erkrankung auch deren alternative Bezeichnung Psittakose'. Darüber hinaus wird die Ornithose gelegentlich auch als Vogelzüchterlunge oder Papageienkrankheit betitelt. Als Tierseuche unterliegt die Ornithose innerhalb Deutschlands der Meldepflicht.

Für die Erkrankung verantwortliche Erreger siedeln sich zunächst in Organen wie Milz und Leber an. Gelegentlich können aufgrund dieser Tatsache leichte Symptome einer Gelbsucht auftreten, die vom Patienten aber meist unbemerkt bleiben.

Erste spürbare Symptome einer Ornithose ähneln dann meist den Beschwerden, die eine Grippeerkrankung hervorruft; hierzu zählen beispielsweise Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und/oder Fieber. Darüber hinaus führt die Ornithose häufig zu Beschwerden, die typischerweise bei Lungenentzündungen auftreten; so wie vor allem ein trockener Husten.

Ursachen

Meist sind Vögel für die Übertragung des Erregers verantwortlich, der zur Ornithose führt. Daher sind vor allem Personen gefährdet, die häufig im Kontakt mit Vögeln stehen (wie beispielsweise Tierpfleger oder Beschäftigte im Zoohandel).

Eine Infektion mit für eine Ornithose verantwortlichen Keimen ist sowohl über direkten Kontakt als auch per Tröpfchenübertragung (wie beispielsweise während des Ausmistens von Vogelkäfigen) möglich. Infektiöse Keime dringen über die Atemwege in den Körper eines Betroffenen ein. Sind die Keime in den Organismus des Patienten vorgedrungen, vermehren sie sich in dessen Zellen.

Die Inkubationszeit (der Zeitraum zwischen Infektion mit Keimen und Krankheitsausbruch) der Ornithose beträgt dabei ca. 10 - 20 Tage.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei entsprechender Symptomatik kann die Tatsache, dass ein Betroffener häufigen Kontakt zu Vögeln hat, bereits erste Hinweise auf das Vorliegen einer Ornithose geben. Allerdings kann die Erkrankung auch bei Menschen auftreten, bei denen eine entsprechende Verbindung nicht unmittelbar zu ziehen ist.

Der weiteren Diagnostik bei Verdacht auf Ornithose dienen beispielsweise Röntgenaufnahmen des Brustkorbs eines Patienten; liegt eine Ornithose vor, so ist dies etwa anhand von Strukturen der Lunge zu erkennen. Zu den Laborwerten, die auf eine Ornithose hindeuten, zählt beispielsweise eine leichte Zunahme weißer Blutkörperchen.

Der Krankheitsverlauf der Ornithose gestaltet sich je nach Patient verschieden und ist beispielsweise abhängig von Lebensalter und Intaktheit des Immunsystems eines Betroffenen. Im Schnitt kommt es ca. während der vierten Krankheitswoche zu einem allmählichen Rückgang des Fiebers. Der Zeitraum bis zur endgültigen Genesung wird unter anderem beeinflusst von Schwere der Symptomatik und Behandlungsbeginn. Unbehandelt können vor allem schwere Formen der Ornithose zum Tod des Betroffenen führen.

Komplikationen

Bei der sogenannten Papageienkrankheit ist bereits der Verlauf der Grunderkrankung sehr belastend für die Betroffenen und geht regelmäßig mit schweren grippalen Symptomen einher. Manchmal kommt es auch zu Bewusstseinsstörungen und heftigen Magendarmbeschwerden. Nicht selten erkranken die Patientinnen und Patienten an einer Lungenentzündung.

Darüber hinaus kommt es aber nur bei besonders schweren Verläufen zu weiteren Komplikationen. In diesen Fällen breiten sich die Krankheitserreger im Körper aus und befallen auch andere Organe. Dann droht die Gefahr einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und in besonders schweren Fällen, wenn sich auch noch der Herzbeutel entzündet, eine Perimyokarditis.

Bei diesen Erkrankungen leidet der Patient unter Atemnot, Schmerzen und Druckgefühlen in der Brust, insbesondere hinter dem Brustbein sowie an Herzrasen und Herzrhythmusstörungen. Aufgrund des Sauerstoffmangels verfärben sich die Lippen, manchmal auch die gesamte Gesichtshaut, bläulich. Außerdem kann es zu einer Vergrößerung von Leber und Milz kommen.

Eine weitere seltene Komplikation ist die Endokarditis. Bei dieser Krankheit entzündet sich die Herzinnenhaut, meist gemeinsam mit den Herzklappen. Die Betroffenen entwickeln hohes Fieber, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen. Der Arzt kann zudem oft veränderte Herzgeräusche feststellen. Außerdem kommt es oftmals zu einer Störung der Nierenfunktion.

Gelegentlich befallen die Erreger der Ornithose auch das Zentrale Nervensystem und verursachen eine Meningitis (Hirnhautentzündung). Derart schwere Komplikationen sind aber in aller Regel nur zu erwarten, wenn die Ornithose nicht rechtzeitig behandelt wird oder der Patient unter einem stark geschwächten Immunsystem leidet.

Behandlung & Therapie

Die therapeutische Behandlung einer Ornithose umfasst in der Regel eine möglichst frühzeitige Antibiotikagabe (Antibiotika dienen der gezielten Bekämpfung von Bakterien). Welche Art von Antibiotikum ein behandelnder Arzt im Einzelfall gegen eine vorliegende Ornithose verschreibt, hängt unter anderem von Faktoren wie der Konstitution des Patienten ab.

Im Falle der Ornithose, die durch das Bakterium Chlamydia psittaci hervorgerufen wird, raten Mediziner häufig zur Einnahme von Antibiotika in Form sogenannter Makrolide oder Tetrazykline. Diese Antibiotikatypen sind in der Regel besonders wirksam zur Bekämpfung des für die Ornithose verantwortlichen Bakteriums, das dadurch charakterisiert ist, dass es innerhalb der Zellen eines Patienten wächst und lebt.

Makrolide und Tetrazykline stören den Eiweißhaushalt des Bakteriums Chlamydia psittaci, das in der Folge nicht weiter wachsen kann und abstirbt. Je nach Symptomatik kann die Gabe von Antibiotika im Einzelfall beispielsweise durch Maßnahmen zur Linderung akuter Beschwerden (wie etwa starke Kopfschmerzen) ergänzt werden.

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Vorbeugung

Vor allem Personen, die in Freizeit oder Beruf häufig mit Vögeln und/oder Vogelmist konfrontiert sind, empfehlen Mediziner im Falle bekanntermaßen infizierter Tiere das Tragen eines Atemschutzes, um einer Ornithose vorzubeugen. Trotz Atemschutz kann auch das Meiden eines direkten Kontakts mit Fäkalien infizierter Vögel zu einer Vermeidung der Ornithose beitragen.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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