Armschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Armschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Je nach der zugrunde liegenden Erkrankung begleiten die Beschwerden noch andere Symptome. Auch der Krankheitsverlauf und die Behandlung hängen davon ab, wodurch die Armschmerzen hervorgerufen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Armschmerzen?

Unter Armschmerzen versteht man Schmerzen der oberen Gliedmaßen. Der Schmerzreiz entsteht, wenn Gewebe im Arm geschädigt oder nicht ausreichend durchblutet ist. Aufsteigende Nervenbahnen melden dem Gehirn, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Der Mensch nimmt dies dann als Armschmerzen wahr. Dabei kann die Schädigung direkt in der betroffenen Gliedmaße liegen oder auch ein Stück davon entfernt. Man spricht dann von einem Schmerz, der in den Arm hinein ausstrahlt. In der Medizin unterscheidet man Armschmerzen, die in Ruhe bestehen und solche, die beim Bewegen des Schulter-, Ellenbogen-, oder Handgelenks entstehen.

Es gibt Knochenschmerzen und Weichteilschmerzen in Muskeln und Bindegewebe. Armschmerzen können auch die Blutgefäße betreffen.

Ursachen

Ein häufiger Grund für Armschmerzen sind Verletzungen. Das können Knochenbrüche sein, offene Wunden, Prellungen, Muskelzerrungen oder Verrenkungen. Ein Bandscheibenvorfall kann für Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, verantwortlich sein.

Aber auch Gelenkerkrankungen verursachen Armschmerzen. Ein Gelenk kann kurzzeitig überanstrengt sein oder wie bei der Arthrose bereits über einen längeren Zeitraum geschädigt oder abgenutzt. Auch eine Entzündung im Gelenk selbst oder an den umgebenden Schleimbeuteln kann Armschmerzen hervorrufen.

Doch nicht nur die Gelenke können sich entzünden, sondern auch Muskeln und Sehnen. Eine sehr ernste Ursache für starke Armschmerzen sind Knochenmetastasen im Rahmen einer Krebserkrankung. Aber auch der Verschluss einer Arterie oder eine Thrombose in einer Armvene kann zu heftigsten Armschmerzen führen.

Starke Schmerzen, die in den hinein Arm ausstrahlen, können jedoch auch Zeichen eines Herzinfarktes sein. Bei Diabetikern sind häufig die kleinen Blutgefäße und Nerven im ganzen Körper geschädigt. Dies kann bei ihnen unter anderem Armschmerzen hervorrufen.

Krankheiten mit diesem Symptom

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Verlauf

Armschmerzen, Oberarmschmerzen bzw. Schmerzen an der Schulter kommen häufig vor. Nur selten steckt eine Erkrankung, wie das Schulter-Arm-Syndrom, dahinter.

Armschmerzen, die durch akute Erkrankungen, nach einem Unfall oder einer Überanstrengung entstanden sind, haben normalerweise gute Heilungschancen. Auch Entzündungen heilen in der Regel bei richtiger Behandlung problemlos aus.

Hat der Betroffene jedoch noch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder ein geschwächtes Immunsystem, kann der Heilungsverlauf sich verzögern. Es ist möglich, dass sich aus einer akuten Entzündung eine chronische entwickelt und dadurch auch die Armschmerzen mal stärker, mal schwächer, bestehen bleiben.

Armschmerzen, die durch einen Verschluss der Arterien oder Venen entstanden sind, verschwinden in der Regel wieder, wenn das Hindernis entfernt ist. Es kann aber sein, dass sich daraus auch eine langfristige Schädigung der Blutgefäße entwickelt, die weiterhin Armschmerzen verursacht.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M79.6 Schmerzen in den Extremitäten) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Die Ursache von Armschmerzen kann sehr unterschiedlich sein. Es muss also festgestellt werden, wo die Armschmerzen eigentlich herkommen. Schmerzen im Arm weisen oft darauf hin, dass das Gewebe nicht ausreichend durchblutet wird oder dass ein Nerv eingeklemmt ist.

Die Schädigung kann direkt im Arm liegen, aber sie kann auch weiter davon entfernt sein, man spricht dann von Schmerzen, die in den Arm strahlen. Es kommt auch darauf an, ob der Arm in der Ruhephase ebenfalls weh tut oder ob er nur unter Belastung die Symptome zeigt. Ist die Ursache ein Bruch oder eine Verstauchung, ist die Diagnose relativ einfach. Es kann jedoch auch ein Bandscheibenvorfall vorliegen, die Schmerzen strahlen bis in den Arm aus. Gelenkschmerzen können ebenfalls verantwortlich sein, bei Arthrose oder Rheuma sind Armschmerzen keine Seltenheit. Vielleicht liegt auch eine Entzündung im Gelenk zugrunde, aber auch Muskeln und Sehnen können sich entzünden.

Starke Schmerzen im Arm können bei einer Krebserkrankung auch auf Metastasen in den Knochen hinweisen und Schmerzen im Arm können auch durch einen Herzinfarkt verursacht werden.

Sind die Armschmerzen durch einen Unfall oder eine kurzzeitige Überbelastung entstanden, sind sie leicht zu kurieren. Selbst bei Entzündungen können durch die richtige Behandlung die Schmerzen im Arm schnell verschwinden. Hat der Patient jedoch auch andere Krankheiten, kann sich die Heilung hinziehen, manche Armschmerzen bleiben auch mal stärker und mal schwächer für immer bestehen. Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache, aber bei Diabetes oder Krebs muss die Grunderkrankung behandelt werden. Wichtig ist nur, dass die Diagnose schnell gestellt wird, damit aus akuten Armschmerzen keine chronische Erkrankung wird.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Armschmerzen zählen zu den Schmerzarten, für die es viele unterschiedliche Ursachen gibt. Die Schmerzen können den gesamten Arm betreffen oder Teile davon: Oberarm, Unterarm und Ellenbogen. Bei durch Überanstrengung ausgelösten Armschmerzen erübrigt sich oft ein Arztbesuch, da die Schmerzen meistens schon nach wenigen Tagen verschwinden. Auch leichtere Zerrungen – zum Beispiel durch eine ungeschickte Bewegung oder beim Sport – bedürfen nicht immer einer ärztlichen Behandlung. Ansonsten empfiehlt sich bei Armschmerzen ein Arztbesuch, am besten zunächst beim Hausarzt

Bekannte Auslöser für Armschmerzen sind:

  • offene Wunden
  • Entzündungen
  • Knochenbrüche
  • Prellungen
  • Muskelzerrungen
  • Verrenkungen
  • Arthrose
  • Karpaltunnelsyndrom

Armschmerzen können aber auch durch das Ausstrahlen von Schmerzen von einem anderen Auslösungsort im Körper stammen, zum Beispiel einem Bandscheibenvorfall oder Herzinfarkt. Gefäßverschlüsse im Arm können ebenfalls zu starken Schmerzen führen. Hiervon sind häufig auch Diabetiker betroffen, bei denen im fortgeschrittenen Stadium selbst kleine Blutgefäße und dazu die Nervenbahnen im gesamten Körper einschließlich der Arme geschädigt sind. Es wird also deutlich, wie wichtig bei den meisten Armschmerzen eine gründliche Ursachenabklärung ist.

Für die Therapie von Armschmerzen kommen je nach Ursache folgende Fachärzte infrage: Internisten, Orthopäden, Kardiologen, Neurologen, Gastroenterologen und Angiologen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Armschmerzen richtet sich nach der Ursache. Gebrochene Knochen können operiert, geschient oder eingegipst werden. Ausgekugelte Gelenke werden nach Schmerzmittelgabe wieder eingerenkt. Der Verschluss einer Vene oder Arterie kann je nachdem, wo das Hindernis sitzt und wie groß die Schädigung ist, durch eine Operation oder die Gabe von Medikamenten behandelt werden.

Bei Entzündungen kann der Arzt Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente verordnen. Je nach Schwere der Entzündung ist die Verabreichung als Infusion, Spritze, Tablette oder Saft angezeigt. Die Naturheilkunde kennt außerdem verschiedene Möglichkeiten, mit Wickeln, Auflagen, Tees, homöopathischen Medikamenten oder Akupunktur, die Selbstheilungskräfte des Erkrankten anzuregen und die ärztlichen Maßnahmen zu unterstützen.

Ist eine Krebserkrankung, Diabetes mellitus oder andere Krankheiten, die den gesamten Körper betreffen, die Ursache der Armschmerzen, müssen diese Grunderkrankungen behandelt werden. Wichtig ist generell, dass eine fachgerechte Behandlung möglichst schnell und gezielt erfolgt, damit aus einer akuten Erkrankung keine chronische wird und die Armschmerzen somit noch lange andauern.

Aussicht & Prognose

Armschmerzen können aus vielen verschiedenen Gründen auftreten. Der Erfolg einer Behandlung hängt daher stark von der Ursache der Armschmerzen ab. Sollten die Armschmerzen nach einem Unfall oder nach einem Schlag auf den Arm auftreten, so muss dringend ein Arzt aufgesucht werden. Hier kann es sich um Frakturen, Brüche oder um eine Stauchung im Arm handeln, welche auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden müssen. In der Regel ist die Behandlung von Armschmerzen erfolgreich und führt nicht zu weiteren medizinischen Komplikationen.

Die Armschmerzen treten auch bei einer Überbelastung des Armes auf und stellen damit ein gewöhnliches Symptom dar. In diesem Falle benötigt der Arm Entspannung und sollte nicht mehr angestrengt werden. Bei einer weiteren Anstrengung können Entzündungen und Risse in den Muskeln entstehen.

Nur in seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig, um die Armschmerzen zu beheben. Oft hilft auch Krankengymnastik oder eine Wärmetherapie. Bei Brüchen oder anderen starken Verletzungen werden orthopädische Hilfsmittel verwendet, um für den Patienten den Alltag zu erleichtern.

Bei Überanstrengungen und Muskelkater verschwinden die Armschmerzen in der Regel innerhalb von wenigen Tagen und müssen nicht weiter durch einen Arzt behandelt werden.

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Vorbeugung

Um Armschmerzen vorzubeugen, sollte man die fortwährende gleichförmige Belastung eines Armes beim Sport oder im Beruf vermeiden. Regelmäßige Bewegung hält die Gelenke gesund und sorgt dafür, dass Muskeln und Sehnen elastisch bleiben. Auch die Knochen brauchen Bewegung, damit sie gut durchblutet werden und Armschmerzen nicht entstehen können. Eine gesunde Ernährung beugt Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus vor.

Das können Sie selbst tun

Betroffene, die unter Armschmerzen leiden, können diese teilweise selbst behandeln. Wichtig ist, dass regelmäßige Pausen eingelegt und Lockerungsübungen durchgeführt werden. Zur Unterstützung schafft das Anlegen einer Schiene, sowie das Auftragen von schmerzstillenden Salben Abhilfe. Diese sollten entweder Ibuprofen oder Salicylsäure enthalten. Nach Abklingen der Armschmerzen empfehlen sich Wärmeanwendungen sowie Wärmepflaster oder Wärmebäder.

Bei der Selbstbehandlung von Armschmerzen sind Umschläge mit kühlem Quark wirkungsvoll. Dabei wird der Quark zunächst auf ein dünnes Handtuch aufgetragen. Anschließend legen Betroffene den Umschlag auf den schmerzenden Bereich. Die Kühlung reduziert Armschmerzen. Sobald der Umschlag warm ist, kann der Betroffene einen neuen anlegen.

Alternativ haben sich Eisbeutel zur Schmerzlinderung und Kühlung bewährt. Diese sollten jedoch nur kurzzeitig auf der schmerzenden Region liegen. Um eine Unterkühlung zu vermeiden, sollten Betroffene ein Tuch zwischen Arm und Eisbeutel platzieren. Ebenso empfehlenswert ist das Einreiben mit Johanniskraut-Öl sowie Ringelblumensalbe. Diese wirken entzündungshemmend sowie schmerzlindernd.

Mitunter ist eine Bestrahlung der Armschmerzen mit Rotlicht sinnvoll. Allerdings sollten Betroffene bereits vorher ihren Hausarzt oder einen Orthopäden über die Dauer der Rotlichtbestrahlung befragen. Ferner können Armschmerzen gelindert werden, indem Betroffene ihren Arm für zwei Minuten unter kühlem Leitungswasser halten. Im Anschluss sollte dieser an der frischen Luft trocknen und für 30 Minuten ruhig gehalten werden.

Bücher über Armschmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Diemer, F., Sutor, V.: Praxis der medizinischen Trainingstherapie, Band 2: Halswirbelsäule und obere Extremtität. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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