Erbrechen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. August 2014
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Erbrechen bzw. Übergeben, Brechreiz und Brechen sind Begriffe für schwallartige Entleerungprozesse des Magens oder Speiseröhre entgegen der normalen Richtung. Erbrechen ist meist mit einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre (Sodbrennen) verbunden, das durch die Magensäure verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erbrechen?

Als Erbrechen wird das Entleeren des Magens oder der Speiseröhre durch den Mund bezeichnet.

Die teilverdaute Nahrung wird entgegen der natürlichen Richtung aus dem Körper befördert. Teilweise kann es auch zum Austritt durch die Nase kommen.

Neben der Nahrung befindet sich auch Magensäure im Erbrochenen, die ein brennendes Gefühl auslösen kann. Erbrechen ist meist das Symptom von übergeordneten Erkrankungen oder Auslösern.

Das Erbrechen wird durch einen komplexen Reflexmechanismus vom Brechzentrum des Hirnstammes gesteuert.

Ursachen für Erbrechen

Ursachen für Erbrechen oder Brechreiz sind zumeist Medikamente, Alkohol und äußere Reize, wie Ekel und physische Reize (z.B. Finger in den Hals stecken), Erkrankungen des Gehirns, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Psychische Störungen, Erbrechen während der Schwangerschaft und Erbrechen nach einer Narkose.

Das Erbrechen hat somit keine einheitliche Ursache, sondern kann durch eine Vielzahl von Auslösern initiiert werden. Eine davon sind äußere Einflüsse. Durch optische Reize, die Ekel auslösen, kann es zum Erbrechen kommen, aber auch bei einer Gleichgewichtsstörung - beispielsweise durch eine Schiffsreise. Eng mit diesem Ursachenkomplex verwandt sind Erkrankungen des Gehirns. Bei Störungen im Brechzentrum, etwa durch zu hohen Hirndruck, veranlasst dieses den Körper zum Erbrechen.

Die häufigste Ursache sind jedoch Erkrankungen des Verdauungstraktes. Bei der Lebensmittelvergiftung, der Aufnahme von schädlichen Stoffen wie Alkohol in großen Mengen oder einer Infektion mit Bakterien und Viren kommt es häufig zum Erbrechen. Gleichzeitig kann das Erbrechen Symptom schwerwiegenderer Erkrankungen sein, etwa einer Veränderung des Blutzuckerspiegels oder der Urämie.

Einen weiteren Ursachenkomplex bilden psychische Störungen. Die bekanntesten psychischen Gründe für das Erbrechen sind Essstörungen wie die Magersucht oder die Bulimie. Das Erbrechen wird dabei gezielt als Methode eingesetzt, schlank zu werden und über das gesunde Maß hinaus abzunehmen. Auch durch andere psychische Probleme kann es zum Erbrechen kommen - ein Beispiel dafür sind dissoziative Störungen.

Während der Schwangerschaft kommt es in den ersten Wochen zum Erbrechen. Die Ausprägung des Symptoms ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Manche spüren davon nichts, während andere nur noch zu bestimmten Zeiten des Tages ohne Erbrechen essen können. Erbrechen kann auch während des normalen weiblichen Zyklus vorkommen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R11 Übelkeit und Erbrechen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Krankheiten mit Erbrechen

Erbrechen

Behandlung und Therapie bei Erbrechen

Bei Erbrechen über mehrere Tage sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung des Erbrechens sollte sich bei der Medikation nach den Ursachen richten.

Je nach Ursache muss Erbrechen unterschiedlich behandelt werden. Es muss zunächst unterschieden werden, ob die Ursache psychisch oder körperlich ist. Weiterhin kommt es auf die konkrete Ursache sowie die Schwere der Erkrankung an. Bei psychischen Erkrankungen muss nicht das Erbrechen selbst, sondern die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden. Je nach Art der Ursache sind unterschiedliche Arten der Psychotherapie erforderlich.

Harmloses Erbrechen, beispielsweise bei Reiseübelkeit, kann mit einfachen Mitteln behandelt werden. Diese sind meist frei erhältlich und wirken auf das Brechzentrum des Gehirns ein. Auf diese Weise lindern sie die Übelkeit frühzeitig.

Liegt hingegen eine Erkrankung vor, muss gegen diese vorgegangen werden. Bei Bakterien und Viren reicht meist die Gabe von Antibiotika oder entsprechenden Präparaten, um das Erbrechen zu stoppen. Lässt es auch danach nicht nach oder hat eine andere Ursache, sollten weitere Untersuchungen eingeleitet werden, da möglicherweise eine ernste Erkrankung vorliegt.

Rezeptfreie Medikamente gegen Erbrechen

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Vorbeugung gegen Erbrechen

Wirksame Vorbeugung gegen das Erbrechen kann man nur in einigen Fällen leisten. Auf bakterielle bzw. virale Infektionen oder psychische Erkrankungen hat man keinen Einfluss - auf andere Ursachen hingegen schon. Bei Erbrechen in der Schwangerschaft oder vor der Regel sollte man den Arzt aufsuchen und um ein vorbeugendes Präparat bitten. Ähnlich sollte man bei Reiseübelkeit und Seekrankheit vorgehen. Mittel gegen das Erbrechen kann man sich vorher besorgen und frühzeitig einnehmen.

Bücher über Erbrechen

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

kristen09 kommentierte am 09.01.2013 um 15:03 Uhr

Ich bin 14 Jahre alt und breche immer am ersten Tag der Periode. Ich erbreche gelbe Flüssigkeit (die Magensäure), meistens aber auch weißen Schaum.
Ich war des Öfteren deswegen im Krankenhaus, aber Medikamente oder Zäpfchen helfen nicht! Was soll ich tun?