Typhus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juli 2017
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Typhus und die mildere Form Paratyphus sind hochgraig ansteckende Infektionskrankheiten. Zumeist wird Typhus in Ländern mit unzureichender Hygiene verbreitet. Hierin besonders durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrunsgsmittel. Typhus ist in Deutschland meldepflichtig und kann unbehandelt tödlich enden. Eine Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Inhaltsverzeichnis

Definition Typhus

Die Krankheit Typhus, welche auch Typhus abdominalis oder Bauchtyphus genannt wird, kommt durch Salmonellen zustande und ist eine mit Fieber verbundene Infektionskrankheit.

Bleibt Typhus unbehandelt so ist er sehr gefährlich und kann den Betroffenen den Tod bringen.

Aufgrund der Schwere der Krankheit muss in Deutschland die Erkrankung und auch jeglicher Verdachtsfall sofort gemeldet werden.

Zudem gibt es noch eine abgeschwächte Form des Typhus, welche sich Paratyphus nennt. Abgeleitet wird die Bezeichnung Typhus vom Wort typhos, welches aus dem Griechischen stammt und Nebel bzw. Dunst bedeutet.

Ursachen

Ursache für eine Infektion mit Typhus ist das Bakterium mit dem Namen Salmonella typhi. Für diese Samonellenart gilt der Mensch als einziges Reservoir. Dabei wird das Bakterium über den Stuhl ausgeschieden. Allerdings sind die Hauptinfektionsquelle nicht die Menschen mit bestehender Erkrankung, sondern eher diese, welche die Erkrankung zwar überstanden haben aber weiterhin die Erreger ausscheiden.

Problematisch ist dabei, dass diese Art der Salmonellen eine lange Zeit in Wasser überleben kann. Bei Paratyphus gibt es zwischen den verschiedenen Arten nochmals eine Unterscheidung. So werden Paratyphus A und auch C durch Salmonella hirschfeldii und Salmonella paratyphi ausgelöst, welche fast ausschließlich in subtropischen und tropischen Gebieten vorkommen. In sehr seltenen Fällen findet man diese im Gebiet des Mittelmeeres. Der Paratyphus B hingegen wird durch das Bakterium Salmonella schottmuelleri, welches auch in Europa beheimatet ist, hervorgerufen.

Übertragen werden, sowohl der Typhus wie auch der Paratyphus, vor allem durch Trinkwasser und betroffene Lebensmittel. Bei eingeschränkter Hygiene kann es dazu kommen, das diese Salmonellenart auf Nahrungsmitteln die extrem hohe Zahl an Keimen erreicht und so Auslöser für Typhus ist.

Symptome

Infogramm zur Anatomie und Symptomatik bei Typhus. Klicken, um zu vergrößern.

Krankheitsverlauf

Meist beträgt die Inkubationszeit bei Typhus zwischen einer und drei Wochen. Dabei kommt es zuerst zu Symptomen wie Verstopfung, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Fieber, welches treppenförmig ansteigt. Hinzu kommen später Bewusstseinsstörungen, Hautausschlag am oberen Teil des Körpers und eine Milzschwellung.

Ein weiteres typisches Anzeichen für Typhus ist die spezielle in der Mitte grau-weißlich gefärbte und belegte Zunge, welche jedoch an der Spitze und den Rändern rot ist. Im Körper kommt es in dieser Zeit zu einer Zerstörung von bestimmten Lymphfollikeln, welche sich Peyer-Plaques nennen und sich im Dünndarm befinden. Auf dieser Art kommt nach etwa 2 Wochen Durchfall zustande, welcher jedoch auch bei manchen Menschen vollkommen ausbleiben kann. Zudem kann Hirnhautentzündung, Haarausfall und Darmperforation auftreten.

Die Genesungsphase dauert relativ lang und geht mit dem stufenweisen Absinken des Fiebers einher. Etwa 10% der nichtbehandelten Erkrankten scheiden noch etwa 3 Monte die gefährlichen Bakterien mit ihrem Urin und Stuhl aus. Ganze 5% der Nichtbehandelten werden sogar zu Dauerausscheidern. Sie scheiden, meist durch Infektionen der Gallenwege, weiterhin die Salmonellen aus ohne dabei jedoch selbst weiterhin Krankheitszeichen von Typhus zu besitzen.

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Behandlung

Sowohl Typhus als auch Paratyphus-Erkrankte müssen durch eine langfristige Antibiotikatherapie von mindestens zwei Wochen behandelt werden. Dabei ist die frühzeitige Erkennung jedoch Voraussetzung. Für Erwachsene ist hierfür besonders Ciprofloxacin oder Cephalosporin geeignet.

Zudem kommen alternativ Ampicillin und Trimethoprim-Sulfamenthoxazol in Frage. Außerdem muss der Mineral- und Wasserhaushalt der Betroffenen ausgeglichen werden und eine Überwachung des Kreislaufs erfolgen.

Darüber hinaus müssen Erkrankte isoliert und ihre Wäsche desinfiziert werden. Jedoch bleiben trotz der besten Therapie immer 1 bis 4% der Betroffenen Dauerausscheider und übertragen somit die Krankheit Typhus weiter.

Bücher über Typhus

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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