Gliederschmerzen
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Als Gliederschmerzen bezeichnet man hauptsächlich als jede Schmerzempfindung in den Extremitäten und anderen Bereichen, die stark von Muskeln durchzogen sind. In der Pluralform werden Gliederschmerzen auch in der medizinischen Literatur für die Kombination aus überwiegend symmetrisch auftretenden Myalgien (Muskelschmerzen), Arthralgien (Gelenkschmerzen) und Ostealgien (Knochenschmerzen) verwendet.
Definition Gliederschmerz
Unter Gliederschmerzen versteht man Schmerz, der von den Extremitäten des Menschen ausgeht. In der Regel handelt es sich bei Gliederschmerzen um ein kombiniertes Schmerzempfinden, das sich aus einzelnen Empfindungen aus den Muskeln, Knochen und Gelenken zusammensetzt. Gliederschmerzen können leicht oder sehr stark, beständig oder sporadisch auftretend sein - das hängt von der Ursache und der genauen Art der Schmerzempfindung ab.
Ursachen für Gliederschmerzen
Die gelenkbasierten Gliederschmerzen werden als Arthralgien bezeichnet. Auch sie können durch Infektionskrankheiten wie die Grippe, Masern oder Windpocken] herbeigeführt werden. Eine weitere häufige Ursache für Gliederschmerzen dieser Art sind Erkrankungen wie Arthrose oder Arthritis, aber auch Rheuma. Daneben können Verletzungen eine Rolle spielen, die beispielsweise eine Prellung oder ein anderes ähnliches Trauma nach sich ziehen. Gemeinsam mit anderen Symptomen treten Arthralgien auch bei Autoimmunerkrankungen auf, etwa der Sarkoidose.
Gelegentlich sind Gliederschmerzen auch durch Schmerz aus den Knochen zu erklären. Dies wird als Ostealgie bezeichnet. Knochenschmerzen können ebenfalls bei Infektionskrankheiten auftreten, sind aber auch ein Warnsymptom für schwerwiegende Erkrankungen. Bei anhaltenden Gliederschmerzen aus den Knochen sollte man einen Arzt aufsuchen, da Krebserkrankungen wie die Leukämie zugrundeliegen könnten.
Oft werden Gliederschmerzen gar nicht wahrgenommen, da der ziehende Schmerz kaum spürbar ist. Er kann jedoch auch in Einzelfällen sehr stark werden und die Lebensqualität des Betroffenen ist eingeschränkt. Meist treten Gliederschmerzen vorübergehend auf. Chronische oder lang anhaltende Gliederschmerzen tritt eher seltener auf und betrifft zumeist die Extremitäten wie Beine und Arme.
Zumdem treten Gliederschmerzen häufig bei älteren Menschen auf, die an Arthrose, Rheuma oder Gicht leiden. Länger anhaltende Gliederschmerzen sind oft Begleitsymptom bei Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch oder Vergiftungen.
Gliederschmerzen in den Armen kommen häufig bei Nervenschmerzen und Entzündungen vor. Manchmal strahlen aber auch Schmerzen von der Wirbelsäule in die Armregion aus. Schmerzen in den Beinen können auch durch Erkrankungen des Ischiasnervs oder durch Verletzungen, Kompressionen oder Tumoren bedingt sein. Weiterhin sind auch Durchblutungsstörungen Ursache für Gliederschmerzen.
Krankheiten mit Gliederschmerzen
- Erkältung
- Grippe
- Bronchitis
- Arthrose
- Wundstarrkrampf
- Thrombose
- HIV Infektion
- Gicht
- Arteriosklerose
- Malaria
- Sarkoidose (Morbus Boeck)
Behandlung von Gliederschmerzen
Je nach Ursache können Gliederschmerzen sehr unterschiedlich behandelt werden. Bei Erkältung oder Grippe empfehlen sich kalte Wickel, die die Schmerzen lindern. Medikamente mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol helfen bei stärkeren Gliederschmerzen. Viel Flüssigkeit in Form von Lindenblütentees, sowie eine Schonung des Körpers helfen zusätzlich. Viel Schlaf und Ruhe sollten eingehalten werden.
Sind die Gliederschmerzen bedingt durch eine Krankheit, sollte diese primär behandelt werden. Kurzfristig können jedoch auch Schmerzmitteln z.B. Analgetika helfen die Schmerzen zu senken. Eine Operation sollte nur im Extremfall notwendig sein.
Gliederschmerzen, die durch Infektionskrankheiten hervorgerufen werden, lässt man in der Regel unbehandelt und konzentriert sich stattdessen auf die zugrundeliegende Infektionskrankheit. Hilfreich gegen solche Gliederschmerzen sind Wärme, Massagen und Schonung. Dadurch kann man die Beschwerden lindern oder sogar vollständig verschwinden lassen.
Spezifischere Erkrankungen wie die Arthrose, Autoimmunerkrankungen oder Krebs müssen individuell behandelt werden. Bei Erkrankungen, deren Hauptsymptom starke Gelenkschmerzen sind, werden oft Schmerzmittel verschrieben, um das Symptom zumindest erträglich zu machen. Unter Umständen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein, um ein zerstörtes Gelenk zu ersetzen, wenn das die Ursache ist.
In anderen Fällen muss die Belastung von den schmerzenden Extremitäten genommen werden, um Gelenkschmerzen zu verhindern und die Lebensqualität zu erhöhen. Daneben ist oft auch eine medikamentöse Therapie erforderlich, um die eigentliche Ursache der Gelenkschmerzen zu bekämpfen.
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Vorbeugung von Gliederschmerzen
Wenn eine Erkrankung bekannt ist, die Gelenkschmerzen verursacht, sollte man sich mit dem Arzt über präventive Maßnahmen unterhalten. Er kann Schmerzmittel verschreiben oder Tipps dazu geben, wie man im Alltag mit den Gelenkscherzen umgeht. Wenn nötig, kann er auch weitere Untersuchungen zur gezielten Schmerztherapie in die Wege leiten.
Hausmittel und Kräuter gegen Gliederschmerzen
- Eine Handvoll Gundelrebe mit kochendem Wasser übergießen und etwas abstehen lassen. Das Badewasser sollte lauwarm sein. Gundelrebe hilft bei Gicht, Gliederschmerzen und Lendenschmerzen.
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Weitere Infos
Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Gliederschmerzen?
Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
emili kommentierte am 07.10.2011 um 17:23 Uhr
Ich habe seit mehr als zwei Wochen Schmerzen in den Beinen. Ich habe Probleme beim Hinsetzen und Aufstehen. Auf der Seite kann ich nicht schlafen. Auf der Haut entstehen rote Beulen. Die werden auch grösser und tun weh. Das rechte Bein ist dick geworden. Ohne Schmerzmittel kann ich nicht normal gehen. Ich war schon bei drei Ärzten, aber die wissen nicht was das ist. Kann mir jemand sagen, was das sein kann und was ich machen soll?
stephan kommentierte am 08.12.2011 um 16:26 Uhr
Als Antwort an Emili: Borreliose kann solche Symptome entwickeln. Es ist sogar ziemlich typisch, würde ich sagen. Und wird von Hausärzten gerne übersehen.
