Wadenwickel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Wadenwickel sind lauwarme oder kalte Wickel, die vornehmlich um die Waden gewickelt werden, um Fieber und Krämpfen entgegen zu wirken. Sie versprechen eine schnelle Besserung der Beschwerden, bergen jedoch auch einige Risiken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wadenwickel?

Wadenwickel sind Tücher, die aufgewärmt und anschließend um die Waden oder um die Arme gewickelt werden. Dadurch wird die Körpertemperatur angepasst und die Beschwerden verringern sich im besten Fall.

Es gibt verschiedene Arten von Wickeln. So werden manche Wickel mit Essig behandelt, auf andere wird Quark aufgetragen und oft wird auch Heilerde verwendet, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Auch die Anwendungsverfahren können ganz unterschiedlich ausfallen. Meist werden Wadenwickel als Hausmittel verwendet, doch auch in der professionellen Medizin kommen sie durchaus zum Einsatz.

Vor allem in Kombination mit klassischen Präparaten gegen Fieber, werden Wadenwickeln oft verwendet. Trotz der vielen Verwendungsmöglichkeiten, Varianten und Zusätze, sind Wadenwickel nicht ganz risikofrei. Es gibt eine Vielzahl von Problemen, die durch den Einsatz der Wickel auftreten können.

Funktion, Wirkung & Ziele

Unter Wadenwickeln versteht man Tücher, die um die Beine und oft auch um die Arme gewickelt werden, um Fieber zu senken. Sie sind meist lauwarm und können auf verschiedene Arten hergestellt werden. So besteht die Möglichkeit, die Wickel mit bestimmten Zusätzen wie Essig oder Quark zu versehen, wodurch die Wirkung noch verstärkt werden soll. Außerdem gibt es warme und kalte Wickel.

Während kalte Wickel meist bei Fieber genutzt werden, um dem Körper Wärme zu entziehen und Entzündungen zu lindern, werden warme Wickel bei Krämpfen angewendet. Sie fördern die Durchblutung und sind somit für die Behandlung verschiedener Erkrankungen geeignet. Das Ziel einer Wickelbehandlung ist in erster Linie die Senkung von Fieber oder die Lösung von Krämpfen. Beides gelingt, indem die warmen oder kalten Wickel in die Durchblutung und auch in den Kreislauf eingreifen. Da dies nicht ganz ohne Risiko ist, sollte vor der Anwendung eines Wickels stets ein Arzt um Rat gefragt werden.

Wadenwickel sind lauwarme oder kalte Wickel, die vornehmlich um die Waden gewickelt werden, um Fieber und Krämpfen entgegen zu wirken.

Grundsätzlich sollte bei der Verwendung von Wickeln beachtet werden, dass nicht jedes Kind diese als angenehm empfindet. Eltern sollten es deshalb zunächst mit lauwarmen Wickeln versuchen und dann entscheiden, ob eine weitergehende Behandlung mit dem bewährten Hausmittel sinnvoll ist. Außerdem zu beachten: Wickel sind nur bei einer ausreichenden Bettruhe wirksam. Vor allem direkt nach der Behandlung ist es notwendig, viel Zeit im Bett zu verbringen, damit die Wadenwickel ihre Wirkung voll entfalten können. Wenn Kinder behandelt werden, sollte gut auf deren Signale geachtet werden. Fühlen sie sich wohl mit den Wickeln? Wann ist eine Linderung zu spüren? Ist der Wickel eventuell zu heiß oder zu kalt? All diese Fragen gilt es zu beantworten.

Zuletzt: Die Wickel nur anwenden, wenn keine akuten Entzündungen oder offenen Wunden bestehen. In beiden Fällen ist es sinnvoller einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eine geeignete Behandlung einleiten und auch über die Risiken und Gefahren aufklären.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wadenwickel können das Fieber senken und bei verschiedenen anderen Erkrankungen helfen. Sie bergen allerdings auch einige Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. So kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass der Kreislauf des Erkrankten während der Erkrankung zusammenbricht.

Dies ist meist dann der Fall, wenn die Wickel zu kalt sind und beispielsweise in Eiswasser getränkt wurden. Dann wird dem Betroffenen zuerst kalt, er beginnt zu frieren und ihm wird schwindelig. Im schlimmsten Fall bricht nach einigen Minuten der Kreislauf zusammen. Um dies zu vermeiden, sollten die Wickel maximal lauwarm sein. Außerdem sollte bei Fieber über 39 Grad ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann zusätzliche Therapiemethoden einleiten und somit die Risiken senken.

Eine Gefahr, die bei Wadenwickeln generell besteht, ist eine Temperaturstauung. Dabei staut sich die Wärme unter dem Wickel und es kommt im schlimmsten Fall zu einer Erhöhung des Fiebers. Um dies zu vermeiden, müssen die Wickel regelmäßig gewechselt werden. Auch die Verwendung verschiedener Wickel, die den Kreislauf nicht zu stark belasten, ist sinnvoll. Außerdem sollten geeignete Materialien genutzt werden. Baum- und Leinentücher sind besonders geeignet für Wadenwickel, da die Wärme gut zirkulieren kann und die Beine gut belüftet sind. Dadurch kann auch Sauerstoff an die Waden dringen, wodurch die Heilung beschleunigt wird.

Bei kleinen Kindern und Säuglingen sollten Wadenwickel grundsätzlich nicht angewendet werden. Es besteht die Gefahr, dass es durch den Kältereiz zu einer starken Unruhe und damit zu einer Verstärkung des Fiebers kommt. Außerdem verengen sich die Gefäße und die Wärmeableitung wird gestört. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, bei Kleinkindern auf die Anwendung von Wadenwickeln zu verzichten. Stattdessen sollte der Körper durch Waschungen auf eine angemessene Temperatur gebracht werden.

Auch fiebersenkende Medikamente können angewendet und in Kombination mit Wadenwickeln eingesetzt werden. In jedem Fall sollten die Behandlungsmethoden im Vorfeld mit einem Arzt abgesprochen werden. Außerdem muss darauf geachtet werden, um welche Art der Erkrankung es sich handelt. Nicht alle Fieberarten und Krämpfe können mit Wickeln behandelt werden, da der Körper beispielsweise zu stark geschwächt oder das Kreislaufsystem durch die Abwehrmechanismen geschädigt ist. Am sinnvollsten ist es, bei Fieber einen Arzt aufzusuchen und mit diesem gemeinsam zu entscheiden, ob der Einsatz von Wadenwickeln sinnvoll ist.

Bücher über Fieber

Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005

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