Wunde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Der folgende Text informiert über Wunden, ihre Ursachen, ihre Diagnose sowie folgender Verlauf, über ihre weitere Behandlung und vorbeugende Maßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wunde?

Eine Wunde wird generell als eine oberflächliche Verletzung der Haut (medizinisch: Gewebezerstörung oder –durchtrennung) beschrieben. Die Verletzung kann einen Gewebeverlust mit sich ziehen. Ist die Wunde infolge einer psychischen Schädigung entstanden, spricht man von einer traumatischen Wunde.

Durch die Vielfalt verschiedener Wunden, lassen sie sich nach Art oder auch nach der Ursache einteilen. Folgende Wundarten gibt es:

Mechanische Wunden: werden durch Kraft- oder Gewalteinwirkung verursacht. Zu den mechanischen Wunden zählen z. B. Schürfwunden, Schnittwunden, Platzwunden, Schusswunden, Bisswunden oder Quetschwunden.

Thermische Wunden: entstehen durch Verbrennungen, Verbrühungen oder Erfrierungen des Gewebes.

Chemische Wunden: werden durch Säure-, Lauge- oder Gifteinwirkungen verursacht und rufen Verätzungen hervor.

Strahlenwunden: sind Schädigungen durch Röntgenstrahlungen oder radioaktive Strahlungen.

Ursachen

Ursache für die häufigsten Wunden sind äußerer Gewalt oder Krankheiten.

Wunden durch äußere Gewalteinwirkungen sind:

  • Unfallswunden, die zufällig hervorgerufen werden.
  • Operations- und Laserwunden, die nötig und unvermeidbar sind.
  • Vorsätzliche Gewaltwunden, z. B durch Hieb- oder Schusswaffen.
  • Verbrennungs- oder Verbrühungswunden.
  • Wunden, die durch raue oder spitze Flächen und Gegenstände entstehen.

Wunden durch Krankheiten sind:

Diagnose & Verlauf

Eine Wunde wird generell als eine oberflächliche Verletzung der Haut (medizinisch: Gewebezerstörung oder –durchtrennung) beschrieben.

Diagnose und Verlauf der Wunde hängen davon ab, wie groß und schwerwiegend sie ist und ob ggf. eine Infektion vorliegt. Eine Wunde lässt sich anhand der folgenden Symptomen erkennen: Rötungen, Schmerzen, Wärme, Schwellung und infolge dessen Funktionseinschränkungen.

Handelt es sich um eine kleinere, nicht infizierte Wunde, muss diese nicht behandelt werden. Eine Heilung ist in 6-8 Tagen zu erwarten. Verfärbt sich die Wunde allerdings blau oder es entstehen pochende Schmerzen und ein roter Streifen (Blutvergiftung), ist ein Arzt aufzusuchen.

Ist die Wunde größer und zusätzlich verschmutzt, infiziert, stark blutend oder enthält Fremdkörper, muss die Wunde ärztlich behandelt werden. Solche Wunden sind meistens Tierbisse, Risswunden. Brandwunden oder Quetschwunden.

Komplikationen

Eine Wunde kann unterschiedlichste Komplikationen aufweisen, je nachdem wo die Wunde sich am Körper befindet. Handelt es sich beispielsweise um eine offene Fleischwunde, so muss eine solche Verletzung stets sauber gehalten werden. Ansonsten können Komplikationen wie zum Beispiel starke Entzündungen und die Bildung von Eiter auftreten.

Selbst bei einer ärztlichen Versorgung können diverse Komplikationen und unerwünschte Heilungsverläufe eintreten. Liegt eine Blutgerinnungsstörung vor, so heilt die Wunde nur sehr schlecht und es kommt wiederholt zu Blutungen. In so einem Fall ist die Einnahme von entsprechenden Medikamenten zwingend erforderlich.

Liegt eine Wunde beziehungsweise Verletzung am Kopf vor, so können Komplikationen wie Gehirnerschütterungen, Übelkeit oder ein starkes Schwindelgefühl hinzukommen. Bei Erschütterungen am Kopf besteht zudem die Gefahr an einer Hirnblutung zu leiden, die bis zum Tod führen kann. In besagten Fällen ist selbstverständlich ärztlicher Rat aufzusuchen, denn ansonsten besteht die Gefahr schwere Folgeschäden zu erleiden.

Nur wer eine erlittene Wunde stets sauber und rein hält, beugt eventuellen Komplikationen vor. Entstandene Entzündungen können mit Medikamenten wie zum Beispiel Antibiotika behandelt werden. So können häufig eintretende Komplikationen verhindert beziehungsweise effektiv behandelt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Wunde ist kein eigenständiges Krankheitsbild. Sie wird in der Regel durch äußere Gewalteinwirkung erzielt. Demnach kann eine Wunde in unterschiedlichen Schweregraden bestehen, sodass nicht immer direkt eine ärztliche Behandlung erforderlich ist. Tiefe Fleischwunden zählen zu der Sorte, die definitiv eine ärztliche und medikamentöse Behandlung nötig machen. Fleischwunden können nämlich nicht eigenständig zusammenwachsen.

Wer jedoch in so einem Fall auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der setzt sich selber einem großen Risiko aus. Wächst eine Wunde nicht zusammen, so können sich darin Bakterien und Viren einnisten. Unter Umständen kommt es dann zu einer Entzündung, die weitere Komplikationen hervorrufen kann. Nicht selten entsteht in diesem Zusammenhang eine Eiteransammlung, die natürlich ebenfalls dringend eine ärztliche Versorgung benötigt. Wird auch an dieser Stelle auf eine entsprechende Behandlung verzichtet, besteht sogar die Gefahr einer gefährlichen Blutvergiftung.

Somit gilt: Bei tiefen Wunden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. So können Entzündungen und weitere Komplikationen frühzeitig vermieden werden. Kleinere Wunden sollten völlig selbstständig abheilen, sofern keine Blutgerinnungsstörung vorliegt. Eine Behandlung durch einen Arzt oder Medikamente sind nicht notwendig.

Behandlung & Therapie

Kleinere Wunden sollen bei einer Behandlung zunächst ausbluten, dann mit Desinfektionsmittel gesäubert werden und anschließend mit einen sterilen Verband verbunden werden, der alle 2-3 Tage gewechselt wird. Kommt es zu einer Behandlung einer größeren Wunde, ist zunächst die Wunde zu desinfizieren und ggf. Fremdkörper zu entfernen, die Wunde zu röntgen oder antibiotisch zu versorgen und evtl. zeitnah zu nähen.

Während der Heilungsphase soll die Wunde ruhig gehalten werden. Bei der Behandlung und einer optimalen Heilung von den Wunden treten 4 Phasen auf:

Phase 1: In den Tagen 1-3 treten die typischen Symptome (Rötung, Schmerz, Schwellung du Wärme) auf.

Phase 2: In den Tagen 4-7 wird die Haut durch sogenannte Wundränder langsam wiederhergestellt.

Phase 3: In den Tagen 8-12 bilden sich Bindegewebefasern, die die Haut wieder festigen. Die Wundränder verwachsen.

Phase 4: Ab der 2-3 Woche ist die Haut wieder wie vor zuvor belastbar. Je größer die Wunde ist, desto länger kann dies aber dauern.

Treten bei einer Behandlung der Wunde Komplikationen auf, dauert die Heilung länger. Komplikationsursachen sind z. B. Infektionen durch Verschmutzungen der Wunde, bestehende Bluterkrankungen oder Zuckerkrankheiten.

Aussicht & Prognose

Den Krankheits- bzw. Heilungsverlauf einer Wunde vorherzusagen ist sehr schwer, da eine Wunde in unterschiedlichsten Schweregraden auftreten kann. Eine einfache Verletzung der obersten Hautschichten ist absolut kein besorgniserregendes Krankheitsbild, welches zwingend von einem Arzt untersucht oder behandelt werden muss. Auch ohne entsprechende Medikamente dürfte ein schneller Heilungsverlauf eintreten.

Dennoch sollte die betroffene Person darauf achten, dass die Wunde vor Verunreinigungen geschützt bleibt. Ansonsten kann sich sehr schnell eine Infektion entwickeln, die eine Entzündung hervorrufen kann. Bleibt eine solche Entzündung ohne jegliche ärztliche und medikamentöse Versorgung, so besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, der sollte daher eine Entzündung immer ärztlich versorgen lassen. Mit einer entsprechenden Versorgung, sieht die Prognose einer vollständigen Heilung innerhalb kurzer Zeit sehr gut aus.

Ist eine Wunde sehr tief, so muss diese unter Umständen sogar genäht werden. Eine genähte Wunde heilt in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen vollständig ab. Wer jedoch an dieser Stelle auf eine entsprechende Behandlung verzichtet, der muss auch in so einem Fall mit erheblichen Komplikationen und einer deutlich längeren Heilungsdauer rechnen. Generell gilt daher: Wunden aller Art sollten sauber und rein gehalten werden. Nur so kann ein schneller und reibungsloser Heilungsprozess garantiert werden.

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Vorbeugung

Um Wunden vorzubeugen, ist besonders auf seine Umgebung zu achten und mögliche Gefahrenquellen zu vermeiden. Dazu zählen insbesondere Unfälle. Da Wunden aber sehr schnell auftreten, ist bei einer Selbstbehandlung darauf zu achten, dass keine fetthaltigen Produkte in die Wunde gelangen.

Diese verhindern die Heilung und können eine Infektion auslösen. Fettige Salben dürfen lediglich benutzt werden, um die Ränder der Wundkruste geschmeidiger zu machen. Bei kleineren Brandwunden ist zur Vorbeugúng die Anwendung von Lebertran zu empfehlen. Oberflächliche Wunden können mit Kamillenblüten/Ringelblumentinkturen behandelt werden.

Das können Sie selbst tun

Bei der Erstversorgung einer Wunde können einige Hausmittel und Tricks helfen. Kleinere Wunden sollten zunächst unter kaltem Wasser ausgespült werden, damit keine Entzündung entsteht. Schnittwunden lassen sich stoppen, indem ein sterilisiertes, heißes Tuch auf die Wunde gelegt wird. Die akute Blutung lässt sich stoppen, indem das verletzte Körperteil hochgelagert wird.

Bei starken Blutungen sollte ein Druckverband angelegt und die Wunde ruhig gelagert werden. Allerdings darf die Wunde nicht zu fest verbunden werden, da die Haut im Heilungsprozess frische Luft benötigt. Zur Desinfizierung der Wunde eignet sich auch Schnaps oder ein anderer hochprozentiger Alkohol. Außerdem können Umschläge mit Honig oder Aloe vera angewendet werden. Um die Narbenbildung zu reduzieren, kann die Wunde anschließend täglich mit Johanniskrautöl eingerieben werden. Der Schorf sollte nach Möglichkeit mit einem Pflaster geschützt werden, bis er von alleine abfällt. Sollte die Wunde schlecht verheilen, kann Perubalsam aus der Apotheke aufgetragen werden.

Heilungsfördernd wirken auch Kamillentee, Echter Thymian und Ringelblumensalbe. Außerdem sollte viel Wasser getrunken werden. Lebensmittel mit vielen Vitaminen und Proteinen unterstützen die Bildung von Hautzellen und beschleunigen somit den Heilungsprozess. Größere Wunden, die stark schmerzen oder bluten, sollten umgehend von einem Arzt behandelt werden.

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Quellen

  • Largiadèr, F., Saeger, H.-D., Keel, M.J.B.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Plesch, C., Sieven, R., Trzolek, D.: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer, Aachen 2011

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