Schnittwunde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Schnittwunde

Als Schnittwunde bezeichnet man eine Wunde, die mittels eines scharfen Gegenstandes, wie beispielsweise eines Messers, entsteht. Anders als Verletzungen aufgrund hoher Temperaturen oder chemische Wunden gehört die Schnittwunde damit zur Gruppe der mechanischen Verletzungen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schnittwunde

Die Schnittwunde entsteht durch die Einwirkung eines scharfkantigen Gegenstandes. Damit wird sie den mechanischen Verletzungen zugeordnet, die durch scharfe Gewalt verursacht werden. Bedingt durch die scharfkantige Form des einwirkenden Gegenstandes zeichnet sich die Schnittwunde durch glatte Wundränder aus.

Außerdem klaffen diese meist nur wenig auseinander. Da eine Schnittwunde durch eine punktuelle Gewalt des wundverursachenden Gegenstandes entsteht, bleiben umliegende Hautareale meist unverletzt. Stattdessen können unter der Haut liegende Gewebeschichten betroffen sein.

Ein weiteres Kennzeichen der Schnittwunde ist daher eine starke Blutung, die besonders dann in sehr heftiger Form auftreten kann, wenn eine Arterie betroffen ist. Sind Bakterien in die Wunde gelangt, können diese durch die starke Blutung ausgespült und eine Infektion der Schnittwunde verhindert werden.

Ursachen

Die Ursachen einer Schnittwunde sind vielfältiger Natur. Klassisch ist ein Unfall im Haushalt: Eine falsche Bewegung beim Tomatenschneiden oder ein unkonzentriert ausgeführter Schnitt mit dem Teppichmesser, und schon sind statt Tomate oder Teppich die eigenen Finger betroffen.

Nicht selten passiert es auch, dass sich im Sommer eine Glasscherbe durch die dünnen Schuhsohlen bohrt und den Fuß verletzt. Und schließlich kann auch eine dünne Scheibe Papier durch ein Versehen eine Schnittwunde verursachen. Auch bestimmte Berufsfelder können für eine Schnittwunde prädestinierend sein.

So haben beispielsweise Menschen in medizinischen Berufen häufiger Umgang mit spitzen und scharfkantigen Gegenständen wie Skalpellen und Spritzen, durch die leicht eine Schnittwunde entstehen kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Faktoren für die Bestimmung von Art und Schwere einer Schnittwunde sind der Wundverursacher sowie die betroffenen Gewebe. Mit Hinblick auf die Wundart ist die Schnittwunde durch den verletzenden Gegenstand bestimmt. Dieser ist in der Regel scharfkantig, was sich in glatten Wundrändern äußert.

Die Schwere der Wunde ist unter anderem davon abhängig, ob es sich um eine innere oder äußere Verletzung handelt. So ist zum Beispiel eine Schnittwunde, durch die die äußere Haut nur eingeritzt wurde, weniger bedenklich als eine Schnittwunde, welche die inneren Organe betrifft.

Auch die Komplexität der Wunde ist entscheidend. Bei einer komplizierten Schnittwunde sind neben der Haut auch Sehnen, Gelenke oder Nerven betroffen. Je komplizierter sie ist, desto komplexer gestaltet sich die Behandlung der Schnittwunde.

Komplikationen

Kleinere Schnittverletzungen, wie sie insbesondere an den Fingern und Händen häufig vorkommen, verheilen bei gesunden Menschen in aller Regel nach wenigen Tagen komplikationslos. Allenfalls bleibt eine kleine Narbe zurück, die im Laufe der Zeit aber verblasst.

Unter bestimmten Voraussetzungen können sich aber auch Komplikationen einstellen. Bei schweren Schnittverletzungen, die größere Blutgefäße perforieren, kann es zu einem starken Blutverlust und, in Folge dessen, zu einem Kreislaufschock kommen. Dann ist eine rasche Blutstillung erforderlich, andernfalls besteht für den Betroffenen Lebensgefahr.

Mit Komplikationen ist außerdem dann zu rechnen, wenn durch den Schnitt nicht nur die Haut, sondern auch Nerven oder Sehnen verletzt worden sind. In schweren Fällen ist es möglich, dass nach Nervenverletzungen im Bereich der Hände, wie dies bei Küchenunfällen manchmal der Fall ist, einer oder mehrere Finger nicht mehr voll bewegungsfähig sind oder sich taub anfühlen. Nach Sehnenverletzung kann die Fähigkeit die Finger zu Beugen und zu Strecken eingeschränkt sein.

Darüber hinaus ist mit Komplikationen zu rechnen, wenn die Wunde mit einem kontaminierten Gegenstand verletzt und anschließend nicht gründlich gereinigt und desinfiziert wurde. In leichten Fällen infiziert sich nur das Gewebe in Wundnähe, bei einem schwereren Verlauf kann sich aber auch eine Sepsis (Blutvergiftung) entwickeln.

Behandlung & Therapie

Da in der Regel eine starke Blutung mit einer Schnittwunde einhergeht, sollte diese zunächst unterbunden werden, um einem größeren Blutverlust vorzubeugen. Zum Stillen der Blutung sollte im Idealfall eine sterile Kompresse verwendet werden. Diese wird für einige Minuten auf die Schnittwunde gedrückt, bis der Blutfluss merklich reduziert ist.

Anschließend wir die Wunde mit einem Pflaster oder einem anderen Wundverband verbunden. Ist die Schnittwunde größer oder ist nicht nur die obere Hautschicht betroffen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt, wenn die Schnittwunde durch einen verunreinigten Gegenstand ausgelöst wurde und die letzte Tetanus-Impfung eine Weile zurückliegt.

Der Arzt kann in diesem Fall die Wunde mit antibakteriellen Mitteln versorgen und so einem Wundstarrkrampf vorbeugen. Hört die Wunde auch nach längerer Zeit nicht auf zu bluten, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall kommen Klammerpflaster oder eine Wundnaht zum Einsatz.

Gesichtsverletzungen sollten ebenfalls durch einen Arzt behandelt werden, da diese zum einen meist stärker bluten und zum anderen besondere ästhetische Fachkenntnisse bei der Versorgung der Schnittwunde verlangen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Eine Schnittwunde lässt sich zum einen durch eine besondere Vorsicht im Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen vermeiden. Gerade die berufliche Handhabung dieser Gegenstände setzt oft bestimmte Schulungen voraus, welche die Verletzungsgefahr mindern. Auch eine spezielle Schutzkleidung und Schutzhandschuhe können Schnittwunden im Beruf verhindern. Zum anderen sollten Kinder altersgemäß mit scharfkantigen Gegenständen vertraut gemacht werden, um die Gefahr einer Schnittwunde zu verringern.

Bücher über Erste Hilfe bei Verletzungen

Quellen

  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin. Springer, Heidelberg 2011

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: