Gehirnerschütterung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Eine Gehirnerschütterung, auch Commotio cerebri oder Schädel-Hirn-Trauma, ist eine umkehrbare Schädigung des Gehirns, dass zumeist durch einen Schlag oder Unfall auf den Kopf ausgelöst wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Eine Gehirnerschütterung ist oftmals eine Verletzung oder Schädigung am Gehirn bzw. Kopf. Dabei kann es unter Umständen zu einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen. Zumeist wird eine Gehirnerschütterung durch einen Schlag oder Unfall auf den Kopf ausgelöst. Daraus resultiert dann eine Störung des Gehirns und seiner Funktion.

Eine Gehirnerschütterung hinterlässt in der Regel keine bleibenden Schäden, da es zu keinen inneren Blutungen oder Blutgerinnseln im Gehirn kommt. Eine Gehirnerschütterung lässt sich in eine leichte, mittlere und schwere Gehirnerschütterung unterteilen. Zur Diagnose wird dabei ein Punktesystem der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingesetzt. Je niedriger der abschliessende Wert ist, desto schwerwiegender ist die Gehirnerschütterung.

Ursachen

Die Hauptursache für Gehirnerschütterung sind zumeist Gewalteinwirkung von außen auf den Kopf. Dies kann dazu führen, dass der Kopf beschleunigt und wieder abrubt abgebremst wird. Dabei werden die Nervenzellen im Gehirn temporär aber reversibel gestört. Bisher sind aber die genauen Abläufe bei einer Gehirnerschütterung unbekannt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass bei manchen Patienten das Zellgewebe leicht verletzt ist.

Bei einer Gehirnerschütterung ist die Struktur des Hirns nicht selbst geschädigt. Jedoch können die Schädelknochen stark beansprucht werden. Typische Symptome bzw. Anzeichen einer Gehirnerschütterung sind zumeist Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit und Gedächtnislücken. Ebenso können auch starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen als Indiz für eine Gehirnerschütterung gelten.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Erste Hilfe bei Schädel-Hirn-Trauma sowie die typischen Symptome. Bild anklicken, um zu vergrößern.
Schematische Darstellung zum Coup-contre Mechanismus bei Schädel-Hirn-Trauma. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Gehirnerschütterung ist von einer Schädelprellung abzugrenzen, denn bei dieser wird das Gehirn selbst nicht verletzt und Bewusstseinsstörungen finden nicht statt.

Verschlimmern sich die Symptome, könnte auch eine tiefergreifende Gehirnverletzung oder Hirnblutungen möglich sein. Ausgeschlossen werden müssen weiterhin: Ohnmacht, epileptischer Anfall oder Beeinträchtigungen durch Medikamente oder Drogen.

Komplikationen

Eine Gehirnerschütterung hat meist keine langfristigen Folgen. Kommt es allerdings zu anhaltenden Befindlichkeitsstörungen, einem verminderten Leistungsvermögen und Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen, liegt womöglich ein Postconcussion-Syndrom oder ein chronisches posttraumatisches Syndrom vor, das von einem Arzt abgeklärt werden muss.

Zunehmende Kopfschmerzen, die möglicherweise mit Schwindel und Sehstörungen verbunden sind, deuten auf eine Blutung oder einen Bluterguss unter der Hirnhaut hin. Unbehandelt kann eine solche Blutung tödlich verlaufen. Daneben schränkt eine Gehirnerschütterung auch das allgemeine Wohlbefinden ein.

Wird das Trauma nicht umgehend behandelt, kann es zu einer Verschleppung der Beschwerden und in der Folge zur Entstehung schwerer körperlicher und seelischer Störungen kommen. Kommt es immer wieder zu Gehirnerschütterungen, kann dies langfristig die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. In schweren Fällen entwickeln sich aus den wiederkehrenden Erschütterungen des Gehirns bleibende Schäden und Erkrankungen wie Demenz.

Gehirnerschütterungen bei Babys und Kleinkindern können Sprachstörungen und Erinnerungslücken, aber auch dauerhafte Entwicklungsstörungen hervorrufen. Der noch nicht vollständig ausgebildete Schädelknochen begünstigt außerdem lebensbedrohliche Schädelfrakturen. Ein Sturz oder Schlag auf den Kopf sollte deshalb umgehend medizinisch abgeklärt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Verdacht auf eine Gerhirnerschütterung ist immer ein Anlass dafür, sich bei einem Arzt oder in einer nahen Klinik vorzustellen. Das liegt daran, dass das Ausmaß einer möglichen Gehirnbeteiligung nach einem Unfall oder einem Sturz vom Laien in der Regel nicht richtig beurteilt werden kann. Das gilt zum Beispiel für die Reaktion der Pupillen auf Licht oder auch andere neurologische Auswirkungen, die ein Betroffener oft nicht mehr richtig einschätzen kann. Zudem kann eine Gehirnerschütterung zu Beginn in ihren Symptomen wie Kopfschmerzen und Übelkeit durchaus milde verlaufen, später aber noch ernsthafte Komplikationen ausbilden. Die Abklärung durch einen Arzt bringt hier beruhigende Sicherheit.

Auch nach der Beurteilung durch den Arzt kann es sein, dass noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt der Rat eines Mediziners eingeholt werden muss. Dies ist dann der Fall, wenn sich Beschwerden plötzlich deutlich verschlechtern oder weitere Symptome dazukommen. Charakteristische Symptome, die einen erneuten Gang zum Arzt oder sogar das Rufen des Notarztes erfordern, sind heftige Kopfschmerzen, plötzliches Erbrechen, Sehstörungen sowie neurologische Ausfälle aller Art. Hier ist es wichtig, zeitnah zu reagieren und Komplikationen wie eine eventuelle Gehirnblutung ausschließen beziehungsweise rasch behandeln zu lassen. Der Arzt kann bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung auch gleich im Vorfeld eine Überwachung für 24 Stunden empfehlen.

Behandlung & Therapie

Dringende medizinische Versorgung ist bei einer Gehirnerschütterung anzuraten. Ein möglicher Krankenhausaufenthalt von mindestens 24 Stunden nach der Gehirnerschütterung ist nicht auszuschliessen. Dabei werden wichtige Körperfunktionen, wie Puls, Blutdruck und Atmung überwacht. Weiterhin wird der Bewusstseinszustand überprüft, um Verschlechterungen des Allgemeinbefindes rechtzeitig zu erkennen.

Gegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen werden passende Medikamente durch den Arzt verabreicht. Halten die Symptome an, oder verschlechtern sich, so sollte vom Arzt eine Verletzung des Gehirns bzw. Blutgefäße ausgeschlossen werden. Ausserdem sollte der Arzt die allegemeine Orientierung prüfen, um den Zustand des Bewusstseins zu überprüfen.

Uneingeschränkte Bettruhe ist zu gewährleisten. Außerdem empfiehlt sich eine Nachuntersuchung, um potentielle Gehirnblutungen oder Blutgerinnsel rechtzeitig behandeln zu können. Im Regelfall verschwinden aber die Symptome einer Gehirnerschütterung von alleine nach einigen Tagen, wenn der Betroffene sich selbst schont, seine Bettruhe einhält und auf Fernsehen und Sport verzichtet. Besser sich der Zustand können leichte Tätigkeiten jedoch durchgeführt werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einer Gehirnerschütterung kann man nicht direkt vorbeugen. Schutzmaßnahmen, wie Fahrradhelm, Motorradhelm, etc. sind aber durchaus sinnvoll. Ebenso sollte man auf zu brachiale Sportarten, wie Boxen, eventuell verzichten.

Das können Sie selbst tun

Eine Gehirnerschütterung ist ein Ereignis, das durch die Mitarbeit des Betroffenen häufig rascher und ohne Hinzukommen unerwünschter Komplikationen ausheilen kann. Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass der Patient sich konsequent an die Anweisungen des behandelnden Arztes hält und sich bei Auftreten neuer Symptome wie stärkerer Schmerzen, Schwindel oder Sehstörungen unverzüglich in medizinische Behandlung begibt.

Wichtig im Hinblick auf eine möglichst schnelle Regeneration bei einer Gehirnerschütterung ist die größtmögliche Schonung. Dies bedeutet insbesondere, alle körperlichen Aktivitäten zu vermeiden, die eine erneute Erschütterung der ohnehin belasteten Regionen bedeuten könnten. Hinzu kommt auch ein mentales Ausruhen. Der Patient kann in vielen Fällen durchaus einmal etwas lesen oder fernsehen, eine starke geistige Beanspruchung sollte jedoch eher unterbleiben. Dies gilt insbesondere für psychischen Stress oder das Tragen von Kopfhörern mit lauter Musik.

Am besten gestaltet sich die Erholung durch die Ruhe in einem abgedunkelten, ruhigen und angenehm temperierten Raum. Ideal ist es oft, wenn der Kopf dabei leicht erhöht, aber in jedem Fall bequem für den Patienten gelagert wird. Auch im Rahmen der Ernährung kann die rasche Gesundung unterstützt werden. Als optimal erweisen sich oft leicht verdauliche Speisen und eine ausreichende Trinkmenge, idealerweise durch Wasser oder Kräutertees. Auf Alkohol und Nikotin ist bei einer Gehirnerschütterung zu verzichten.

Bücher über Gehirnerschütterung

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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