Flüssigkeitshaushalt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Der Körper eines Erwachsenen besteht zu etwa 60% aus Wasser. Das Wasser ist für die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen sehr viel wichtiger als feste Nahrung, denn ohne Wasser kann der Mensch nur etwa 4 Tage überleben, ohne feste Nahrung jedoch fast 40 Tage. Wer längere Zeit auch nur 4% zu wenig Flüssigkeit konsumiert, muss mit ernsthaften gesundheitlichen Schäden rechnen. Daher ist ein guter Flüssigkeitshaushalt enorm wichtig für eine gute Gesundheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Flüssigkeitshaushalt?

Nur mit einem ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt können die vitalen Funktionen des Körpers optimal aufrechterhalten werden. Ein gestörter Wasserhaushalt führt langfristig zu Krankheiten und im Extremfall sogar zum Tod.

Da der Mensch keine Möglichkeit hat, Wasser längere Zeit zu speichern, muss er es täglich in ausreichender Menge zu sich nehmen. Etwa zwei Drittel der Flüssigkeit werden von den Zellen und ein Drittel vom Blutkreislauf und den Geweben benötigt. Da der Mensch täglich Wasser über den Urin, den Stuhlgang, die Atmung und den Schweiß ausscheidet, muss er zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts die entsprechende Menge wieder zu sich nehmen. Bei starker körperlicher Anstrengung und sportlicher Betätigung ist der Wasserverlust noch größer.

Die Flüssigkeitsaufnahme sollte möglichst gleichmäßig über den Tag verteilt erfolgen. Trinkt der Betreffende zu viel auf einmal, wird der größte Teil davon ungenutzt ausgeschieden. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher den Konsum von einem Glas Wasser pro Stunde. Insgesamt sollte der Mensch 30 ml pro kg Körpergewicht pro Tag trinken. Sportler rechnen am besten noch einen Liter Wasser pro Trainingsstunde hinzu.

Einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf haben Säuglinge und Kleinkinder. Nimmt der Mensch 0,5% zu wenig Flüssigkeit zu sich, reagiert der gesunde Körper darauf mit Durst. Er sollte unter keinen Umständen ignoriert werden. Als Durstlöscher ideal sind Wasser (sauberes Trinkwasser, Mineralwasser), ungesüßter Tee, Saft-Schorle und - in geringeren Mengen - auch Kaffee.

Funktion & Aufgabe

Wasser ist ein gutes Lösungsmittel für Nährstoffe und ist daher auch in Magensaft, Speichel, Darmsäften, Galle und Pankreassekrett enthalten. Auch das Blut besteht zum größten Teil aus Wasser (90%). So werden die über die Nahrung aufgenommenen Vitalstoffe dorthin transportiert, wo der Körper sie benötigt. Dünn- und Dickdarm entziehen der vorverdauten Nahrung Flüssigkeit und Nährstoffe und geben sie an den Blutkreislauf ab, von wo aus sie in alle Körperregionen transportiert werden. Für die optimale Verteilung der Flüssigkeit sorgen Blutdruck, osmotischer Druck und Gewebedruck. Dabei bedient sich der Flüssigkeitshaushalt vor allem der Elektrolyte Natrium und Chlor.

Überschüssiges Wasser wird über Stuhlgang und Harn ausgeschieden. Dabei werden zugleich auch Medikamentenrückstände, Nahrungstoxine und Stoffwechsel-Schlacken entfernt.

Nur mit einem ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt können die vitalen Funktionen des Körpers optimal aufrechterhalten werden.

Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist außerdem für die Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur essentiell. Sie liegt bei einem gesunden Erwachsenen zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Da Wasser viel Wärme speichern und auch wieder abgeben kann, ohne dabei seine eigene Temperatur wesentlich zu erhöhen, kann es auch die Körpertemperatur regulieren.

Ein ausbalancierter Flüssigkeitshaushalt ist auch deshalb wichtig, da Wasser an vielen chemischen Reaktionen, wie beispielsweise Aufspaltungsprozessen, beteiligt ist. In der Tränenflüssigkeit und auch im Darm fungiert es als Gleitmittel.

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Krankheiten & Beschwerden

Ein gestörter Flüssigkeitshaushalt kann zur Dehydration (Hypohydration) und letztlich zur Exsikkose (Austrocknung) führen. Wird die Flüssigkeit nicht mehr ausreichend ausgeleitet, kann es zur Hyperhydratation kommen. Das ist meist bei Menschen mit Herz- und Niereninsuffizienz der Fall. Mitunter kommt es dann zum Auftreten von Hirnödemen und Tod durch Herz- und Nierenversagen.

Da Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt eng miteinander verknüpft sind, hat der gestörte Wasserhaushalt auch Folgen für das Funktionieren der Elektrolyte. Beispiele dafür sind die Hypokaliämie (Kalium-Unterversorgung) und Hyponatriämie (Natrium-Mangel).

Eine Unterversorgung mit Wasser kann - je nachdem, in welchem Umfang sie auftritt - gravierende Folgen für den menschlichen Organismus haben. Nimmt der Mensch über einen längeren Zeitraum hinweg nur 4 bis 6 Prozent zu wenig Flüssigkeit zu sich, kann der Körper mit Mundtrockenheit, dunklerem, übel riechendem Urin, Schluckbeschwerden, Verstopfung, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Muskelkrämpfen und Nierenerkrankungen reagieren. Mehr als 10% zu wenig Wasser können Bewusstseinsstörungen bis hin zur Verwirrtheit auslösen. Das ist besonders häufig bei alten Menschen der Fall, die oft einfach vergessen, genügend Wasser zu trinken oder sich wegen ihre Immobilität nicht selbsttätig mit Getränken versorgen können.

Bei einer Unterversorgung von mehr als 20% kommt es meist zu lebensbedrohlichen Zuständen (Nierenversagen, Kreislaufkollaps ,Tod). Wird der dann schon Bewusstlose noch rechtzeitig aufgefunden, können ihm die Notfallmediziner noch mit Infusionen (Voll-Elektrolytlösungen) helfen.

Doch nicht nur die zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann zu Gesundheitsstörungen führen, sondern auch ein zu starker Flüssigkeitsverlust, der nicht rechtzeitig ausgeglichen wird. Das ist meist nach starkem, länger anhaltendem Durchfall, Erbrechen, Blutungen und extremen Verbrennungen der Fall. Auch Menschen, die eine sehr proteinhaltige Diät einhalten (müssen), sollten mehr Flüssigkeit zu sich nehmen.

Um auszutesten, ob der eigene Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen ist, empfiehlt sich der Hautfalten-Test: Der Betreffende zieht eine Hautfalte am Arm hoch. Bleibt sie kurze Zeit in dieser Position, sollte er unbedingt mehr trinken.

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