Kreislaufkollaps

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. Mai 2017
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Der Begriff Synkope stammt aus dem Griechischen, Synonyme sind beispielsweise Kreislaufkollaps und Blackout. Ähnliche Beschwerdebilder zeigen sich in Bewusstlosigkeit, Schwindel und Kreislaufproblemen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kreislaufkollaps?

Bei einem akuten Kreislaufkollaps, in Fachkreisen auch als Synkope bezeichnet, handelt es sich um einen spontanen und von kurzer Dauer anhaltenden Bewusstseinsverlust, welcher reversibel ist. Die Begleiterscheinung eines Kreislaufkollapses besteht zudem aus dem zusätzlichen Verlust der so genannten Haltungskontrolle.

Häufig werden Synkpen mit Bewusstseinsstörungen oder neurologischen Krampfanfällen verwechselt. Auch eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) gehört nicht zur Gruppe der Synkopen.

Ursachen

Die Ursache der Synkope ist zum einen die Folge einer das Gehirn betreffenden gestörten Durchblutung. Bei häufiger auftretenden Kreislaufkollaps können mehrere Ursachen zugrunde liegen, welche durch entsprechende und ausführliche Anamnese abzuklären sind.

Ursachen können beispielsweise Hinweise auf einen Herzinfarkt sein, ein Schrittmachersyndrom, Herzklappenfehler, Psychogene Synkopen, viszerale Reflexsynkope, Synkopen medikamentöser Ursachen, Herzrhythmusstörungen, Hirnarterien betreffende Stenosen, Antiarrhythmika, bei vorliegender Aortenstenose Reflexsynkope, Vorhofmyxom und Antihypertensiva, Karotissinussynkope.

Eine Abgrenzung von den rein durchblutungsbedingten Synkopen erfolgt ein vorliegender, auf anderen Ursachen bestehender Bewusstseinsverlust, wie beispielsweise: bei einem Krampfanfall, Hypoglykämie, Narkolepsie, einem zerebral verursachten oder auch metabolisch bedingten Verlust des Bewusstseins.

Diagnose & Verlauf

Bei einem akuten Kreislaufkollaps, in Fachkreisen auch als Synkope bezeichnet, handelt es sich um einen spontanen und von kurzer Dauer anhaltenden Bewusstseinsverlust, welcher reversibel ist.

Bei den aufgeführten Synkopen ist eine von den „echten“ vorliegenden Synkopen klinische Differentialdiagnose äußerst schwer zu unterscheiden, da es, um einer grundlegenden Diagnostik grundsätzlich weiterer Untersuchungen bedarf.

Für die exakte Diagnostik von vorliegenden Synkopen nimmt die Anamnese eine entscheidende Rolle ein. Hierbei soll unter anderem folgendes abgeklärt werden: der allgemein gesundheitliche Hintergrund des Patienten, die der Synkope eventuell zugrunde liegenden Umstände sowie die Abklärung der Frage, ob möglicherweise eine Stoffwechselerkrankung vorliegt beziehungsweise eine Herzerkrankung. Ferner sollen Vorerkrankungen im neurologischen Bereich untersucht werden und letztlich spielt die Medikamenteneinnahme eine entscheidende Rolle.

Die Diagnostik ist oft erschwert aufgrund des vorübergehenden und sporadischen Auftretens, also der Kurzfristigkeit der Synkopen. Die angewandten Untersuchungsverfahren sind unter anderem ein Langzeit-EKG, Elektrokardiogramm (EEG), Bildgebende Verfahren, Doppelsonografie, die Durchführung klinischer Testverfahren, MRT, Schellong Test, CT u.a.

Komplikationen

Bei einem Kreislaufkollaps, auch als Synkope bezeichnet, kommt es zum kurzzeitigem Bewusstseinsverlust, der je nach Ursache verschiedene Komplikationen mit sich tragen kann. Zum einen kann ein Kreislaufkollaps durch verschiedene Auslöser wie zum Beispiel der Anblick von Blut oder einen Schreck entstehen. Nach einigen Sekunden kommt der Betroffene jedoch meist wieder zu Bewusstsein und es entstehen keine weiteren Folgen.

Wenn der Kollabierende jedoch hinfällt, kann er sich schwere Verletzungen vor allem am Kopf zuziehen, so dass es zu Schädel-Hirn-Traumata kommen kann. Beim Karotissinussyndrom sind Rezeptoren, die den Blutdruck messen, überempfindlich und können schon bei geringsten Berührungsreizen aktiviert werden und zum Kreislaufkollaps führen. Die Betroffenen kommen meist jedoch wieder schnell zu Bewusstsein.

In den seltensten Fällen kann die Aktivierung bis zum Herzstillstand und zum Tod des Patienten führen. Auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) können eine Synkope auslösen, sowohl wenn das Herz zu langsam (Bradykardie) als auch zu schnell (Tachykardie) schlägt. Das Gehirn wird durch den unregelmäßigen Herzschlag mangeldurchblutet und bekommt nicht mehr genügend Sauerstoff.

Solche Herzrhythmusstörungen können zu den unterschiedlichsten Komplikationen führen. Nicht selten leiden Betroffene unter einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Daneben kann auch ein Herzinfarkt ebenfalls einen Kollaps auslösen. Dieser führt auch in eine Herzinsuffizienz und führt aber auch häufig zum Tode des Patienten.

Behandlung & Therapie

Eine Therapie der Synkope erfolgt nach den diagnostizierten Ursachen. So stehen beispielsweise, je nach vorliegender Diagnose Herzmedikamente, ein individuelles Herz-Kreislauf-Training und Mittel zur Blutdrucksteigerung zur Verfügung.

Tritt ein unerwarteter und unangekündigter Ohnmachtsanfall auf, sind Erstmaßnahmen hilfreich wie die Beine des Betroffenen etwas anzuheben und ihn eventuell zuzudecken. Ein Patientt sollte nach dem überstandenen Ohnmachtsanfall keinesfalls sofort wieder aufstehen. Einige Minuten des Ausruhens und Liegens begünstigen hier die Kreislaufstabilität. Sollte der Patient trotz der durchgeführten Maßnahmen nicht sofort wieder zum Bewusstsein erlangen, ist ein Notarzt zu verständigen.

Durch Vorbeugung mit Training sind Synkopen oft zu verhindern. Zwar kommen die meisten Arten von Synkopen nicht häufig vor, treffen sie jedoch Menschen, so ist dieses nicht nur unangenehm, sondern kann, je nach vorliegender Situation, sowohl für den Betroffenen als auch für andere gefährlich werden. Dieses betrifft zum Beispiel das Autofahren.

Hierbei ist der Betroffene äußerst gefährdet, jedoch auch andere Verkehrsteilnehmer durch eine plötzlich auftretende Ohnmacht, Schwächezustände aufgrund eines zu niedrigen Blutdrucks oder auch kurze Bewusstseinsstörungen, welche den Betroffenen eventuell die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren lassen und somit zu Verkehrsunfällen teilweise schwerwiegenden Ausgangs führen können.

Aussicht & Prognose

Bei einem Kreislaufkollaps hängt die Prognose vor allem von der Schwere der Synkope und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Ein Kreislaufkollaps kann einmalig auftreten und ohne Komplikationen auskuriert werden. Langzeitfolgen sind selten, können aber auftreten, wenn der Betroffene bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat oder der Kollaps zu einem Unfall führt.

Auch bei einem Kreislaufkollaps als Folge von Dehydration, Mangelerscheinungen oder Herzinfarkt ist die Prognose weniger positiv: Betroffene leiden oft noch lange unter typischen Erschöpfungssymptomen und den direkten Folgen des Kreislaufkollapses.

Wird die zugrunde liegende Erkrankung effektiv behandelt, ist die Aussicht auf eine vollständige Genesung gegeben. So kann Kreislauftraining das Risiko für weitere Synkopen stark reduzieren, während Medikamente und operative Eingriffe die allgemeine Konstitution des Patienten verbessern und so zu einer positiven Prognose beitragen. Ein Kreislaufkollaps in Folge eines Traumas bedarf unter Umständen therapeutischer Maßnahmen und kann ebenfalls effektiv behandelt werden.

Die Aussicht auf eine vollständige Genesung ist bei einem Kreislaufkollaps also generell gegeben, insofern das Grundleiden rasch behandelt wird und durch die jeweilige Erkrankung noch keine dauerhaften Schäden entstanden sind.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung eines Kreislaufkollaps haben an der Universität Amsterdam Forscher eine für alle Betroffene einfach durchführbare Methode entwickelt und mittels einer entsprechenden Studie einer Überprüfung unterzogen. Diese Methode wurde „Counterpressure Maneuvre (Kurzform: PCM) benannt. Zu Deutsch bedeutet dieses so viel wie körperliche Gegendruckmassagen.

Wie erwähnt, sind diese Übungen einfach und für jeden Betroffenen durchführbar. Sie sind erwiesenermaßen auch gut zur Vorbeugung. Die Durchführung der PCM-Methode erfolgt durch das Überkreuzen der Beine, wobei die Muskeln angespannt werden. Alternativ sollten die Armmuskeln angespannt werden oder ein Verhaken und Auseinanderziehen beider Hände erfolgen.

Da die PCM-Übungen einfach durchführbar sind, sollten Betroffene immer dann sofort, wenn sie spüren, dass eine Synkope bevorsteht, die erwähnten Übungen durchführen, welche auch an das sogenannte isometrische Training erinnern. Die Folge des durchgeführten Trainings sollte in einer Blutdrucksteigerung bestehen.

Da derzeit weltweit keine bessere Therapie beziehungsweise Vorbeugung besteht, ist die erste Wahl das PCM. Die Wissenschaftler haben mit einer grundlegen Studie an Patienten zwischen 16 und 70 Jahren überprüft, ob mit dieser Methode im Alltag vorkommende Synkopen verhindert werden können.

Da derzeit keine besseren Therapien und Maßnahmen existieren, ist PCM erste Wahl.

Ob damit im Alltag vasovagale Synkopen zu verhindern sind, haben die Mediziner mit 223 Patienten im Alter zwischen 16 und 70 Jahren überprüft, die unter wiederkehrenden Synkopen leiden und vorausgehende Symptome spüren. Um die Genauigkeit zu validieren teilte man die Probanden in zwei Gruppen ein. Alle Patienten wurden über Synkopen aufgeklärt, und es wurden Ratschläge für eine Änderung des Lebensstils gegeben. In einer Gruppe jedoch wurden den Patienten zusätzlich PCM-Übungen beigebracht.

Die Studie kam nach einer Dauer von 14 Monaten zu dem Ergebnis, dass bei Patienten ohne Training etwa 50,9 Prozent Synkopen aufgetaucht seien, während der Prozentsatz in der Gruppe, mit welcher das Training regemäßig durchgeführt wurde, lediglich bei 31,6 Prozent lag.

Das können Sie selbst tun

Bei einem Kreislaufkollaps sollte immer umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Es ist zwar möglich, durch bestimmte Vorgänge den Kreislaufkollaps zu vermeiden, allerdings sollte beim Eintreten immer ein Notarzt gerufen oder das Krankenhaus aufgesucht werden.

Sollte ein Kreislaufkollaps auftreten, so muss der Patient in erster Linie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Falls die Atmung nicht funktioniert, muss der Patient auch durch die Mund-zu-Mund-Beatmung künstlich beatmet werden, bis der Notarzt eingetroffen ist. Falls es beim Kreislaufkollaps nicht zur Bewusstlosigkeit kommt, sollte sich die betroffene Person auf jeden Fall hinlegen und die Beine anheben. Damit wird das Blut in den Kopf und in die wichtigen Organe befördert. Auf jeden Fall ist eine hohe Zufuhr an Flüssigkeit notwendig, um einen Kreislaufkollaps vorzubeugen. Dies gilt vor allem an heißen Sommertagen und bei einer ausdauernden sportlichen Aktivität. Ebenso wirkt sich eine gesunde Lebensweise positiv auf einen Kreislaufkollaps aus und kann diesen verhindern.

Ältere Menschen sollten im Sommer keine anstrengenden Arbeiten ausführen und nur leichte Kleidung tragen, damit der Körper die Wärme gut abführen kann. Sollte ein Kreislaufkollaps auftreten, so muss der Körper danach geschont werden. Dazu gehört vor allem Bettruhe. Auf Alkohol und Zigaretten sollte der Patient auf jeden Fall verzichten.

Bücher über Kreislaufkollaps & Ohnmacht

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A.J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009
  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin. Springer, Heidelberg 2011

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Sylvia Trimborn kommentierte am 11.11.2014 um 18:56 Uhr

Ich habe auch 2 bis 3 mal im Jahr einen Zusammenbruch, welcher sich ankündigt, indem von den Füßen Wärme im Körper hochsteigt und ich dann für ca. eine Minute das Bewusstsein verliere. Danach bin ich schweißgebadet und brauche etwas um mich zu erholen. Ich habe viele Untersuchungen hinter mir,
wie auch Herzkatheter, EKG usw. Was man mir jetzt aber mitteilte ist, dass ich eine Histaminintolleranz habe, womit ich es mir jetzt erkläre. Es ist nicht leicht, aber ich habe so einige Symptome dafür, wie laufende Nase, leichten Druck in der Brust und Flauigkeit im Magen. Bis jetzt kann mir keiner helfen.

Anton kommentierte am 17.11.2013 um 12:00 Uhr

Im laufenden Jahr erlebte ich dreimal eine Synkope. Alle möglichen med. Maßnahmen wie EKG, CT, MRT, Herzkartheder, Blutuntersuchungen sind erfolgt ohne einen med. Befund. Jetzt wurde mir ein Eventrekorder eingesetzt. Ich frage mich, was der bringen soll, wenn ich nicht rechtzeitig reagieren kann. Bei den Blutuntersuchungen wurde ein Kalium- und Magnesiummangel festgestellt. Kann dies die Ursache sein?

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