Mangelernährung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine Mangelernährung, Unterernährung oder Fehlernährung ist in der westlichen Welt eher selten, dennoch kann eine Mangelernährung aufgrund von falsch verstandener Diät oder einseitiger Ernährung vorkommen. Vor allem Kinder und Heranwachsende können durch eine Mangelernährung großen Schaden in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung nehmen. Dies gilt es durch gesunde und ausgewogene Ernährung zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mangelernährung?

Als Mangelernährung wird eine einseitige, mangelhafte Ernährung bezeichnet, bei der wichtige Zusatzstoffe, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine fehlen. Mangelernährung wird in Fehlernährung und Unterernährung spezifiziert.

Mangelernährung ist ein Zustand, bei dem der Körper deutliche Anzeichen für einen Mangel an Energie erkennen lässt. Die fehlenden Komponenten (Eiweiß, Vitamine) müssen dem Körper anderweitig zugeführt werden, um einen funktionierenden Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Oft ist eine Mangelernährung mit einem Vitaminmangel verbunden. Die Betroffen leiden bei einer Mangelernährung zudem meist an Untergewicht und/oder Dehydration. Mangelernährung bezeichnet, vereinfacht ausgedrückt, ein Missverhältnis zwischen Nährstoffbedarf und Nährstoffzufuhr.

Ursachen

Ältere Menschen und Pflegeheimpatienten sind in erhöhtem Maße von Mangelernährung betroffen, vor allem, wenn sie sich nicht mehr selbst um ihre Ernährung kümmern können und zu wenig Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen.

Krankhafte Magersucht (Anorexia nervosa) führt zu einer deutlichen Mangelernährung. Hier wird nicht mehr von Fehlernährung, sondern von Unterernährung gesprochen, die unbehandelt zum Tod führen kann. Besonders junge Mädchen sind von dieser Form der Mangelernährung betroffen. Diese Essstörung hat ihre Ursachen im gesellschaftlichen Bereich (Mode, Schlankheitsideal) und muss in erster Linie psychologisch behandelt werden.

Gleiches gilt für Bulimie (Ess-Brech-Sucht). Auch eine Lebensmittelunverträglichkeit oder eine exzessive Nahrungsumstellung im Rahmen einer Diät kann zu einer Mangelernährung führen. Mangelernährung wird oft mit Armut in Verbindung gebracht.

Tatsächlich leiden Menschen in Entwicklungsländern aufgrund einseitiger und fehlender Nahrungsmittel oft an einer lebensbedrohlichen Mangelernährung. Auch die Nahrungsaufnahme von nur einem Nahrungsmittel (vorwiegend Fisch, vorwiegend Reis) führt zu gravierenden Mangelerscheinungen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Mangelernährung beginnt langsam und wird anfangs kaum bemerkt. Der Körper fühlt sich schlapp und müde an, hinzu kommen Konzentrationsschwierigkeiten und eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten (Erkältung, Hautausschläge).

Erst später macht sich ein Gewichtsverlust bemerkbar, weil der Körper die fehlenden Nährstoffe bei einer Mangelernährung vorerst aus den körpereigenen Reserven zieht. Die Haut wird grau und trocknet aus, es kommt zum Muskelschwund und Magenentzündungen. Übergewichtige Menschen bekommen durch eine Mangelernährung Kreislaufprobleme.

Eine Mangelernährung kann der Hausarzt durch Inaugenscheinnahme und eine Blutuntersuchung erkennen. Untergewicht kann ein Anzeichen für Mangelernährung sein. Eltern sollten auf veränderte Essgewohnheiten ihrer Kinder achten und rechtzeitig einschreiten. Eine Dehydration (zu wenig Flüssigkeitszufuhr) kann über einen längeren Zeitraum zu Blutarmut bis hin zu einem Schlaganfall führen.

Komplikationen

Eine quantitative Mangelernährung führt immer zu einer Reihe von Folgekomplikationen, wenn sie nicht ausgeglichen wird. Über den reinen Gewichtsverlust und die Energiearmut hinaus gehen damit Folgeerscheinungen wie eine schlechte Wundheilung, ein stark geschwächtes Immunsystem und der Abbau von Knochendichte einher. Auch die Sehkraft und das Gehirn werden in Mitleidenschaft gezogen, so dass sich auch kognitive Störungen einstellen.

Mangelnde Zufuhr von Fett führt zudem immer zu einer mangelnden Zufuhr fettlöslicher Vitamine, was sich ebenfalls empfindlich auf die Zellgesundheit und das Immunsystem auswirkt. Folgekomplikationen der Unterernährung können schon durch einfache Infektionskrankheiten, leichte Verletzungen oder erhöhten Stress ausgelöst werden. Verstärkt werden alle Leiden durch die auftretenden Kreislaufprobleme und Nervenschädigungen, die auf einen Mineralstoffmangel zurückzuführen sind.

Ein Mangel an Eisen führt unter anderem zu Blutarmut. Die Komplikation, die am Ende einer jeden schwerwiegenden Unterernährung steht, ist der Tod. Gerade Kinder sind hier betroffen. Die qualitative Mangelernährung führt zu Komplikationen, die abhängig sind von der Art des nicht oder zu wenig aufgenommen Stoffes.

Mangelnde Vitamine und Mineralstoffe führen zu Nervenleiden, Immunsystemseinschränkungen und allgemeiner Schwäche. Gerade ältere Menschen sind hier betroffen. Die Kraftlosigkeit verstärkt bereits bestehende Leiden zudem, was die Mortalitätsrate bei Herzkreislaufproblemen und ähnlichem steigert.

Mangelnde Zufuhr von Eiweiß und Fett sorgt unter anderem für Muskelabbau und die Degeneration von Gewebe. Am Ende der quantitativen Mangelernährung steht nicht zwangsweise der Tod. Vielmehr sind Krankheiten, die durch eine Mangelernährung verstärkt werden, ein Risikofaktor.

Behandlung & Therapie

Eine Mangelernährung ist einfach zu behandeln. Der Auslöser, nämlich die einseitige Ernährung, muss geändert werden. Die Nährstoffzufuhr ist dem Nährstoffbedarf anzupassen. Extrem magersüchtige Patienten erhalten Elektrolyte und Nährmittellösungen per Tropf. Ein Mensch kommt über einen längeren Zeitraum mit wenig Nahrung aus. Flüssigkeit benötigt der Körper jedoch immer in ausreichender Menge.

Um einer Dehydration vorzubeugen, muss der Mensch mindestens einen Liter Wasser, Tee oder Saft täglich trinken. Zwei Liter Wasser wären optimal. Eine Mangelernährung ist in Deutschland nicht unbedingt ein Armutsproblem. Auch mit wenig Geld lässt sich eine ausgewogene Ernährung sicherstellen. Liegt bereits eine deutliche Mangelernährung vor, so wird mit Vitamin- und Aufbaupräparaten die Nahrungsumstellung unterstützt, damit sich der Körper schneller erholen kann.

Auch muss der Magen langsam erst an die verbesserte Ernährungsumstellung gewöhnt werden. Eiweißhaltige Nahrung, Milchprodukte und viel Obst und Gemüse sind wichtig. Stark übergewichtige Personen sollten eine geplante Diät von ihrem Hausarzt überwachen lassen, um einer Mangelernährung vorzubeugen.

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Vorbeugung

Einer Mangelernährung wird mit gesundem, ausgewogenem Essen vorgebeugt. Gemeinsame Mahlzeiten und eine entspannte Atmosphäre am Esstisch sind für Familien mit Kindern besonders wichtig. Schlechte Essgewohnheiten sind oft "hausgemacht" und fördern Mangelernährung durch einseitige Ernährung. Kleine Zwischenmahlzeiten in Form eines Joghurts oder eines Apfels beugen einer Mangelernährung zusätzlich vor.

Das können Sie selbst tun

Mit einer Mangelernährung muss nicht unbedingt zu einem Arzt gegangen werden. Oft genügt es bereits, die Energie- und Nährstoffdefizite durch diätetische Maßnahmen auszugleichen.

Es empfiehlt sich eine ausgewogene und vollwertige Kost, die alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe enthält. Zunächst sollte der Betroffene kleine Portionen verzehren, am besten Speisen, die er gerne mag und die leicht verdaulich und bekömmlich sind. Bei eingeschränktem Kau- oder Schluckvermögen gilt es, die Speisen vor dem Verzehr zu pürieren. Ältere Menschen benötigen manchmal eine individuelle Betreuung während der Mahlzeiten. Spezielle Hilfsmittel wie zum Beispiel Schnabeltassen erleichtern die Nahrungsaufnahme zusätzlich.

Liegt einer Mangelernährung ein ernstes Leiden zugrunde, so muss dieses zuerst behandelt werden. Darum sollte mit wiederkehrenden Mangelerscheinungen auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Bei einer ausgeprägten Mangelernährung muss der Betroffene in das nächste Krankenhaus gebracht werden. Von weiteren Selbsthilfe-Maßnahmen ist in diesem Fall abzusehen. Eine leichte Mangelernährung hat mitunter auch psychische Ursachen, die im Rahmen einer Therapie aufgearbeitet werden müssen. Grundsätzlich sollten die Ursachen abgeklärt werden, bevor sich schwere körperliche Beschwerden oder ernsthafte Essstörungen einstellen.

Bücher über Mangelernährung

Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg.) Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße 2015
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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