Erkältung
Erkältung und grippaler Infekt sind alltagssprachliche, medizinisch nicht scharf definierte Bezeichnungen für eine akute Infektionskrankheit der Schleimhaut von Nase (einschließlich der Nebenhöhlen), Hals oder/und Bronchien.
Inhaltsverzeichnis |
Ursachen
Die Infektion wird in erster Linie von Viren, manchmal zusätzlich auch von Bakterien verursacht. Die Erkältungsinfekte sind die häufigste Infektion des Menschen überhaupt, Kleinkinder sind mit bis zu 13 mal im Jahr am häufigsten betroffen. Erwachsene erkranken durchschnittlich etwa zwei- bis dreimal im Jahr. Was der Volksmund als „Erkältung“ bezeichnet, ist eine Infektion der oberen Luftwege, in deren Rahmen es zur Entzündung und sekretorischen Stimulation des Nasen–, Nebenhöhlen– und Rachenepithels kommt. Auslöser sind Rhino–, Corona–, Adeno–, RS– und Influenzaviren.
Diese werden durch Tröpfcheninfektion und durch direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln mit anschließendem Hand–zu–Mund–Kontakt) übertragen. Der ätiologische Beitrag der in vielen Sprachräumen namensgebenden „Kälte“ (Erkältung, cold) ist unklar, könnte jedoch über eine Schwächung der Körperabwehr zur Krankheitsentstehung beitragen.
Häufig wird der grippale Infekt mit der deutlich schwereren echten Grippe (Influenza) verwechselt, die für immunschwache Personen, wie vor allem für Säuglinge und alte Menschen, tödlich enden kann.
Symptome
Die Symptome sind bekannt: Rhinorrhoe (Schnupfen), Niesen, evtl. Halsschmerzen oder trockener Husten. Muskelschmerzen und Fieber sind ebenfalls häufig.
- Halsschmerzen
- Husten
- Hustenschleim
- Schüttelfrost
- Schnupfen
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Fieber
- Allgemeine Schwäche
- Geringe Belastbarkeit
- Müdigkeit
- Heiserkeit
Krankheitsverlauf
Im Zuge der Schleimhautentzündung kommt es zur Infiltration durch Entzündungszellen sowie zur zytotoxischen Schädigung der Schleimhaut; hierdurch ändern sich im Laufe der Erkrankung Farbe und Konsistenz des sezernierten Schleims. Die im Schleim nachweisbaren Bakterien spiegeln die natürliche bakterielle Kolonisierung der oberen Luftwege wider, sie sind wie auch die viel geübte farbliche Beurteilung des Sputums kein diagnostisches Kriterium, um eine angenommene „Superinfektion“ zu diagnostizieren. Bakteriell bedingte Komplikationen der oberen Luftwegsentzündungen sind die Sinusitis und die Otitis media. Nur diese sollten antibiotisch behandelt werden. In der Regel verläuft eine Erkältung nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis acht Tagen harmlos und dauert selten länger als eine Woche. In den meisten Fällen ist die Erkrankung nach etwa einer Woche überstanden, sie kann aber auch bis zu zwei Wochen andauern. Viele Menschen haben im Jahr mehrere Erkältungen, bei Kleinkindern gelten auch vier bis neun Erkrankungen pro Jahr noch als normal.
Therapie
Die Behandlung einer Erkältung besteht vor allem darin, dem Körper Ruhe zu gönnen und sich in warmen, nicht überheizten Räumen aufzuhalten. Bei Husten und Schnupfen sollte man viel Wasser, Fruchtsäfte und Tee trinken, um den Schleim flüssig zu halten und einen Flüssigkeitsverlust des Körpers durch Schweiß, Tränen- oder Nasenflüssigkeit auszugleichen, insbesondere bei kleinen Kindern. Inhalationen können helfen, die Schleimhäute anzufeuchten und vom Schleim zu befreien. Auch Halsschmerzen und Husten können durch diese Befeuchtung gelindert werden.
Abschwellende Nasensprays sollten nur kurzzeitig (in der Regel bis 5 Tage) verwendet werden. Eine dauerhafte Anwendung kann zur Austrocknung und zum Anschwellen der Nasenschleimhaut sowie zur Abhängigkeit bzw. Gewöhnung führen.
Andere Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure lindern zwar in der Regel Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen und senken auch das Fieber, doch besitzen sie abgesehen von möglichen Nebenwirkungen gerade auf Grund der beschriebenen Wirkung auch einen unerwünschten Nebeneffekt. Nach Abschwächung der Krankheitszeichen kann sich ein Patient zu früh fast wieder gesund fühlen, sich anschließend zu viel zumuten und damit die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls erhöhen.
Nicht jedem Patienten ist die offensichtliche Machtlosigkeit der Medizin gegen die häufigsten Gebrechen des täglichen Lebens zu vermitteln („Heutzutage kann man auf den Mars fliegen, und Sie sagen mir, Sie können nichts gegen meine Erkältung tun?“). In diesem Falle hilft geduldiges Aufklären über den zu erwartenden Verlauf der Erkrankung sowie der Verweis auf lindernde, im jahrtausendelangen Kampf zwischen Mensch und Virus erprobte „Hausmittel“.
Unterstützende Heilmittel
Vorbeugung
Im Gegensatz zur Grippe gibt es gegen Erkältungen keine Impfung, und auch keine sonstigen zuverlässigen Vorbeugestrategien. Eine Vorbeugung besteht darin, den Kontakt mit erkrankten Personen und deren viralen Schnupfen- und Hustensekreten zu vermeiden.
Ein gesundes und gestärktes Immunsystem kann jedem Menschen dabei helfen, diverse Krankheitserreger und damit auch die einer Erkältung besser zu bekämpfen und manchmal auch einen Krankheitsausbruch zu verhindern oder Krankheitssymptome zu mildern, beziehungsweise den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Alle Maßnahmen wie beispielsweise gesunde, ausgewogene Ernährung inklusive aller für den Organismus notwendigen Stoffe wie beispielsweise Mineralstoffe und Vitamine, ausreichend Schlaf, möglichst stressfreier Tagesablauf, regelmäßige Bewegung oder gar sportliches Ausdauertraining und regelmäßige Abhärtung durch Anwendung von Kneippschen Güssen und Saunieren können daher sehr wohl als Vorbeugemaßnahmen im weitesten Sinne angesehen werden, zumal es sich bei den Verursachern der Erkältung um an den Menschen stark angepasste Viren handelt.