Eisenmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Dezember 2017
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Eisenmangel bzw. der Mangel an Eisen entsteht, wenn der Mensch nicht genug Eisen aus der Nahrung aufnehmen kann. Der Mangel geht mit unangenehmen Symptomen einher, die teilweise sogar bedrohlich sein können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eisenmangel?

Von Eisenmangel spricht man, wenn der Ferritinwert im Blut einen zu niedrigen Wert erreicht. Ferritin ist ein Stoff, der als Speicher für Eisen dient. Ist nicht genug von ihm vorhanden, entsteht ein Eisenmangel.

Die Haut der Betroffenen wird blass, die Nägel werden brüchig und bilden Rillen, Haare fallen vermehrt aus und es kann zu kleinen, weißen Erhebungen an den Mundwinkeln kommen, die als Rhagaden bezeichnet werden.

Häufige Anzeichen sind zudem auch Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme, verstärkte Müdigkeit und eine labile Psyche.

Körperlichen und seelischen Belastungen ist der Patient mit Eisenmangel nicht mehr gewachsen, da Eisen für den Sauerstofftransport wichtig ist - es wird in das Hämoglobin eingebaut. Ohne Sauerstoff funktioniert der Körper allgemein nicht mehr richtig.

Ursachen

Am häufigsten liegt der Eisenmangel in einer schlechten Ernährung des Betroffenen begründet. Er nimmt nicht genug Nahrung auf, die Eisen in solcher Form enthält, dass der Körper es in den Stoffwechsel integrieren kann.

Industrielle Fertignahrung bringt häufig einen Mangel an Eisen mit sich, denn die enthaltenen Mengen reichen oftmals für den täglichen Bedarf nicht aus und können aufgrund der starken Verarbeitung ohnehin nicht mehr richtig aufgenommen werden.

Säuglinge, die mit Fertigmilch gefüttert werden, die nicht mit Eisen angereichert ist, haben ein erhöhtes Risiko, eines Tages an Eisenmangel zu erkranken. Besonders gefährdet sind auch Ovo- oder Lakto-Vegetarier sowie Veganer, da ihnen schlichtweg das eisenhaltige Fleisch fehlt und sie ihren Bedarf mithilfe von Gemüse nicht immer decken können.

In Frage kommen jedoch auch innere Blutungen über einen längeren Zeitraum hinweg, wie sie etwa durch Geschwüre oder Tumoren entstehen können. Schwangere Frauen leiden ebenfalls oft unter Eisenmangel sowie Frauen allgemein aufgrund zu starker Menstruationsblutungen.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein kurzfristiger Eisenmangel hat in aller Regel keine größeren Beschwerden zur Folge. Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen, diese Symptome verschwinden aber wieder, sobald dem Körper ausreichend Nährstoffe zugeführt werden. Ein chronischer Eisenmangel äußert sich durch einen Leistungsabfall, meist verbunden mit Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen.

Begleitend dazu treten oft Nervosität und innere Unruhe auf. Außerdem verspüren die Betroffenen keinen Appetit mehr und leiden an verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden. Hinzukommen Schluckbeschwerden, Sodbrennen und eine brennende Zunge. In schweren Fällen können Schwächeanfälle auftreten. Auch Störungen der Wärmeregulation gehören zu den typischen Anzeichen. Zudem besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Äußerlich ist ein Eisenmangel an der blassen Haut und Schleimhaut zu erkennen. Die Haut ist zudem ungewöhnlich trocken und es kommt schneller zu Verletzungen. An den Lippen und den Mundwinkeln macht sich dies durch Risse, Verletzungen und Entzündungen bemerkbar.

Bei einem Eisenmangel sind außerdem die Nägel brüchig und weisen typischen weißen Flecken auf. Es kommt zu einem starken Haarausfall, und das verbliebene Haar ist stumpf und brüchig. Im Allgemeinen ruft ein Eisenmangel ein starkes Krankheitsgefühl hervor, das von einer Reihe innere und äußerlicher Anzeichen begleitet wird.

Diagnose & Verlauf

Eine Blutuntersuchung der Eisenwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Diagnostiziert wird Eisenmangel über den Ferritinwert im Blut: Der Arzt wird also die Entnahme einer geringen Blutmenge anordnen. Der Eisenwert wäre viel zu unstetig, um tatsächlich einen Mangel diagnostizieren zu können.

Ferritin hingegen ist als Speicherstoff nur in so großer Menge vorhanden, wie er benötigt wird. Die Norm der Ferritinwerte unterscheidet sich natürlich bei Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts. Eisenmangel stellt sich meist so schleichend ein, dass man die krankhaften Symptome und Anzeichen erst dann bemerkt, wenn der Mangel schon fortgeschritten ist.

Die Symptome sind darüber hinaus nur dann bedrohlich, wenn es etwa zum Ohnmachtsanfall kommt - das ist nicht häufig, rüttelt die meisten Betroffenen jedoch erst wach, sich vom Arzt untersuchen zu lassen.

Komplikationen

Ein Eisenmangel kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Eine mögliche Folgeerkrankung ist die Blutarmut, welche vorwiegend bei starken Eisenverlusten oder bei einer chronischen Erkrankung auftritt. Eine solche Anämie führt zu einer Minderproduktion der roten Blutkörperchen und in der Folge unter anderem zu starker Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Zudem können ausgeprägte Hautveränderungen wie etwa brüchige Fingernägel und eingerissene Mundwinkel auftreten. Bei längeren Bestehen kommen Herz-Kreislauf-Probleme wie Herzrasen und Brustschmerzen hinzu. Selten bilden sich in der Speiseröhre membranartige Strukturen, die mit Schluckbeschwerden und Atemnot verbunden sind.

In der Folge von Eisenmangel kann auch das sogenannte Pica-Syndrom auftreten, bei dem es zu nächtlichen Muskelkrämpfen, dünnen Fingernägeln und einem starken Verlangen Erde oder Stärke kommt. Bei Frauen kann ein Eisenmangel zum Ausbleiben der Menstruation und damit zu weiteren Komplikationen führen. Schwangere mit Eisenmangel haben ein erhöhtes Risiko für Früh- oder Totgeburten.

Bei Kindern und älteren Menschen kann eine mögliche Anämie außerdem zum Kreislaufkollaps führen. Bei der Behandlung von Eisenmangel mit Hilfe von Eisenpräparaten kann es zu einer vorübergehenden Schwarzfärbung des Stuhls kommen. Des Weiteren besteht das Risiko von Allergien und Unverträglichkeiten auf die verordneten Ergänzungsmittel.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Symptome wie Kopfschmerzen, kalte Hände oder Füße sowie ein niedriger Blutdruck bemerkt werden, liegt womöglich ein Eisenmangel zugrunde. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn die Beschwerden trotz einer Ernährungsumstellung nicht zurückgehen. Bei stark ausgeprägten Symptomen sollte umgehend mit einem Arzt gesprochen werden. Warnzeichen wie Muskelkrämpfe, Abgeschlagenheit und Sehprobleme deuten auf einen fortgeschrittenen Eisenmangel hin – in diesem Fall sollte man sofort mit einem Arzt sprechen. Sollten Komplikationen wie Herzrasen, Brustschmerzen oder Atemnot auftreten, liegt ein medizinischer Notfall vor. Es muss umgehend die nächstgelegene Klinik konsultiert werden.

Dies gilt auch, wenn sich die Fingernägel verformen, ungewöhnliche Ohrgeräusche bemerkt werden oder Menstruationsbeschwerden auftreten. Schwangere sollten bereits bei ersten Anzeichen von Eisenmangel medizinischen Rat einholen. Ebenso Diabetes-Patienten, Menschen mit einer Immunschwäche und ältere oder kranke Menschen. Wer zu diesen Risikogruppen zählt, sollte einen Eisenmangel rasch abklären lassen. Wenn die Beschwerden im Rahmen der Grunderkrankung auftreten, wird am besten der zuständige Arzt kontaktiert. Eisenmangel ist generell unproblematisch, insofern die Beschwerden frühzeitig behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung besteht langfristig aus einer Ernährungsumstellung. Ernährungsbedingter Eisenmangel wird kuriert, indem der Betroffene darauf hingewiesen wird, welche Lebensmittel viel Eisen enthalten. Diese nimmt er vermehrt zu sich und verhindert, dass es noch einmal zum Eisenmangel kommt.

Stark eisenhaltig sind Gewürze wie Petersilie, grüne Minze oder Thymian, sobald sie getrocknet sind, aber auch Kakao, Leber von Schwein und Kalb, Sojabohnen oder Amaranth.

Zudem bekommt der Patient abhängig vom Alter Eisenpräparate verschrieben, die aber nicht überdosiert werden dürfen. Vitamin C kann die Resorption von Eisen verbessern; also die Aufnahme durch den Körper. Es hilft bereits, Orangensaft zu trinken, der ungezuckert und natürlich ist.

Bei Krebspatienten mit Eisenmangel arbeitet man oft auch mit Eiseninfusionen, die zu einer schlagartigen Besserung des Zustandes führen können. Vegetarier und Veganer müssen einem Eisenmangel mit der Wahl der richtigen Gemüsesorten vorbeugen, wenn sie nicht wieder Fleisch essen möchten. Nicht schwangere Frauen erhalten unter Umständen regulierende Hormone.

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Aussicht & Prognose

Eine gute Prognose bei einem Eisenmangel ist zum einen davon abhängig, dass er so früh wie möglich erkannt wird, und zum anderen, welche Ursache er hat. Wenn die Ursache untersucht und ein Eisenmangel diagnostiziert wurde, lässt er sich im Normalfall sehr gut therapieren. Ein normaler Eisenmangel durch einseitige Ernährung, nach Blutungen oder operativen Eingriffen, in der Schwangerschaft oder im Leistungssport lässt sich unproblematisch mit speziellen Eisenpräparaten behandeln. Schwieriger wird es, wenn er durch eine chronische Magen-/Darm-Erkrankung oder einen Tumor verursacht wird.

Durch eine Behandlung mit Eisenpräparaten bessert sich ein Eisenmangel meistens innerhalb von 3 bis 6 Wochen, aber die Präparate sollten ca. ein halbes Jahr lang weiter eingenommen werden, damit die Eisenspeicher ausreichend aufgefüllt werden. Während dieser Zeit wird wiederholt das Blut untersucht, um die Eisenwerte regelmäßig zu kontrollieren und eventuell versteckte Blutungen erkennen zu können. Wenn sich nach ca. 1 Woche Einnahme die Zahl der roten Blutkörperchen deutlich erhöht hat, ist die Prognose gut. Wenn nach mehrwöchiger Einnahme von Eisenpräparaten immer noch Beschwerden auftreten, müssen erneut Untersuchungen erfolgen, ob es andere Krankheiten gibt, die noch behandelt werden müssen.

Vorbeugung

Einem Eisenmangel beugt man am besten vor, indem man auf die richtige Ernährung achtet. Diese kann einen Eisenmangel verhindern, der durch die Nahrung bedingt ist. Schwangere Frauen sollten rechtzeitig einen Gynäkologen aufsuchen und regelmäßig ihr Blut testen lassen, um bereits einen leichten Eisenmangel zu erkennen und diesen behandeln zu lassen, bevor er ernsthafte Schäden anrichtet.

Das können Sie selbst tun

Betroffene Personen mit einem Eisenmangel können diesem entgegenwirken, indem sie ihre Ernährungsweise umstellen. In den Nahrungsmitteln sollte ausreichend Eisen enthalten sein. Fleisch, Fisch, Geflügel sowie Nüsse sind hervorragend geeignet. Insbesondere der Verzehr von hochwertigem Fleisch und Fisch ist sinnvoll. Das natürlich vorkommende Eisen im Fleisch lässt sich dabei besser aufnehmen als das in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Dennoch stehen zahlreiche pflanzliche Lebensmittel zur Verfügung, die bedeutsam sind. Nennenswert sind dabei Kräuter sowie Gewürze. Petersilie ist reich an Eisen und Vitamin C. Vitamin C sorgt für eine deutlich bessere Aufnahme des pflanzlichen Eisens.

Wer von einem Eisenmangel betroffen ist, sollte gänzlich auf Milch, Kaffee sowie schwarzen Tee verzichten. Diese Produkte behindern die Eisenaufnahme. Stilles Wasser hingegen ist ideal geeignet.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex einzunehmen. Mit Eisen und Vitamin C unterstützt dieser eine optimale Zellversorgung. Idealerweise enthält er ebenfalls die gesamten B-Vitamine sowie Spurenelemente. Betroffene sollten ein Produkt in flüssiger Form auswählen. Dieser sollte aus natürlichen Nahrungsmitteln hergestellt sein. Nur so ist eine optimale Versorgung mit den essenziellen Vitaminen und Mineralien gewährleistet.

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Quellen

  • Biesalski, H., Bischoff, S., Puchstein, C.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hg.) Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Verlag GmbH, Neustadt an der Weinstraße 2015
  • Schänzler, N., Bieger, W.P.: Laborwerte. Gräfe und Unzer, München 2009

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