Vitaminmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Der allgemeine, akute oder chronische Vitaminmangel - medizinisch auch Hypovitaminose genannt - ist ein Mangelzustand, der zahlreiche Erkrankungen nach sich ziehen kann. Als gut behandelbare Mangelsituation kann dem Vitaminmangel durch orale Gaben von Vitaminen und eine Kostumstellung abgeholfen werden. Alle Stoffwechselstörungen, die durch einen akuten oder chronischen Vitaminmangel entstehen, können bei entsprechender Kost und Therapie vollständig geheilt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Vitaminmangel

Vitaminmangel ist als akutes oder chronisches Nicht-Vorhandensein der benötigten Vitamine im Organismus definiert. Besteht der Vitaminmangel an einem oder mehreren lebenswichtigen Vitalstoffen über längere Zeit, kann er gravierende Vitamin-Mangelerkrankungen wie Skorbut, Pellegra oder Beri-Beri nach sich ziehen.

Vitaminmangel kann sowohl durch eine akute oder chronische Minderversorgung als auch durch eine falsche Kombination von Nahrungsmitteln, eine gestörte Verwertung der Vitamine im Organismus oder einen erhöhten Verbrauch von Vitaminen - beispielsweise bei einer Chemotherapie oder Schwangerschaft - definiert sein.

Ursachen

Angesichts der freien Zugänglichkeit zu Nahrungsergänzung und Nahrungsmitteln, die über synthetische Vitamine aufgepeppt werden, sollte ein Vitaminmangel in unseren Breiten eigentlich ausgeschlossen sein. Defizite in der Verarbeitung von industriell hergestellten Lebensmitteln oder ein Mangel an Vitaminen bei einseitiger Ernährung werden heutzutage über "Functional Food" oder Vitaminpräparate ausgeglichen.

Tatsache ist aber, dass oft ein allgemeiner Vitaminmangel als Folge unzureichender Ernährung oder einseitiger Kost auftritt. Gravierender Vitaminmangel wird in den Entwicklungsländern oder bei Magersucht verzeichnet. Im Alter kann es durch unzureichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zu einem latenten Vitaminmangel kommen. In den industrialisierten Ländern sorgt stark verarbeitete Nahrung immer öfter dafür, dass ein latenter oder akuter Vitaminmangel diagnostiziert wird.

Am Häufigsten wird chronischer Vitaminmangel auf Fehlernährung, Aufnahmestörungen, Mehrverbrauch bei Schwangerschaften oder bestimmten Erkrankungen, bestimmte Krankheiten oder als Folgeerscheinung bestimmter medizinischer Eingriffe oder Behandlungen zurückgeführt. Einem akuten Vitaminmangel begegnet der Organismus, indem er sich aus seinen Depots bedient oder Hunger anmeldet.

Die meisten Vitamine müssen allerdings täglich zugeführt werden und können nicht im Körper gespeichert werden. Auslösend für einen Vitaminmangel kann auch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren sein. Stress als Vitaminräuber in Verbindung mit einseitiger und vitalstoffarmer Ernährung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig einen Vitaminmangel nach sich ziehen.

Auch eine Chemotherapie kann einen dramatischen Vitaminmangel auslösen. Bestimmte Erkrankungen - beispielsweise akute oder chronische Leber- und Nierenfunktionsstörungen, die relativ selten vorkommende Lichtallergie oder Diabetes - können Vitaminmangel auslösen.

Diagnose & Verlauf

Je nach Ursache sind Diagnose und Verlauf von Vitaminmangel unterschiedlich. Zunächst aber muss er überhaupt auffallen. Bei chronischer Unterernährung oder mehrfacher Chemotherapie ist ein Vitaminmangel wahrscheinlich, bei anscheinend normaler Ernährung aber eher nicht.

Eine allgemeine Minderversorgung kann lange unbemerkt geschehen. Zudem kann es nur an einem Vitamin mangeln oder die Aufnahme von Vitaminen kann aus vielen Gründen gestört sein, ohne dass es auffällt. Meist bemerkt man einen Vitaminmangel erst an einer Blutarmut, chronischer Müdigkeit, an länger anhaltendem Leistungsabfall, an Hautproblemen, Kreislaufstörungen, Nachtblindheit, Osteoporose oder anderen Symptomlagen.

Neu geborene Kinder können durch einen mütterlichen Vitaminmangel an so genannten Neuralrohrdefekten, beispielsweise Spina bifida, leiden. Sie enden meist mit dem Tod des Kindes. Zu Rachitis kommt es, wenn Vitamin D fehlt, zu Skorbut durch Vitamin-C-Mangel. Beiden Vitaminmangel Erkrankungen kann man heutzutage leicht begegnen.

Komplikationen

Ein Vitaminmangel kann verschiedene Komplikationen hervorrufen. Bleibt die Erkrankung über einen längeren Zeitraum unbehandelt, macht sich dies zunächst durch ein schlechtes Hautbild und eingerissene Mundwinkel, sogenannte Rhagaden, bemerkbar. Ein Mangel an den Vitaminen B5, B6 und B12 kann eine Blutarmut hervorrufen, die sich unter anderem an übermäßiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Konzentrationsproblemen und vermehrten Infekten bemerkbar macht.

Wird ein Vitamin-D-Mangel nicht ausgeglichen, erhöht sich das Risiko für eine Osteomalazie, eine Knochenerweichung, die mit Fehlstellungen, chronischen Schmerzen und anderen Komplikationen verbunden ist. Weiterhin kann ein Vitaminmangel zu Folgeerkrankungen wie Skorbut, Beri-Beri, Korsakow-Syndrom oder Anenzephalie führen. Ebenso können Nervenschmerzen und neurologische Ausfallerscheinungen auftreten.

Ein Vitamin-A-Mangel kann eine Xerophthalmie hervorrufen, die im fortgeschrittenen Stadium zur Erblindung des Patienten führt. Schwangere, die unter Folsäuremangel leiden, riskieren, dass sich bei ihrem Kind ein offener Rücken entwickelt. Die Auswirkungen einer solchen Spina bifida können Fehlstellung und Muskelungleichgewichte im Hüft-, Knie- und Fußgelenk-Bereich sein.

Bei etwa der Hälfte der Kinder tritt eine Wirbelsäulenverkrümmung auf. Bei der Behandlung eines Vitaminmangels kann es schlimmstenfalls zu Vergiftungserscheinungen durch Nahrungsergänzungspräparate kommen. Eine intravenöse Zuführung der fehlenden Vitamine zieht gelegentlich Infektionen und Verletzungen nach sich.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Vitaminmangel ist relativ leicht. Sie kann über eine Änderung der Essgewohnheiten erfolgreich sein.

Bei bestimmten Erkrankungsformen in Folge von Vitaminmangel kann es sinnvoll sein, zusätzlich Nahrungsergänzungspräparate einzunehmen.

Um gefährliche Über- oder Unterdosierungen bestimmter Vitamine zu verhindern, sollten diese unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Bei anderen Vitaminen wird ein Überschuss einfach ausgeschieden.

Ist der Vitaminmangel nicht auf ernährungsbedingte Defizite zurückzuführen, sondern auf organische Erkrankungen oder Aufnahmestörungen, müssen diese behandelt werden.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung bei Vitaminmangel genügt eine vitalstoff- und abwechslungsreiche Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält. Bekannte Vitaminräuber wie Weißmehl, Zucker oder Stress sollten reduziert werden. Vitamin D kann nur durch Sonnenlicht gebildet werden, daher ist ein täglicher Aufenthalt an frischer Luft sinnvoll.

Bücher über Vitamine

Quellen

  • Bässler, K.-H.: Vitamin-Lexikon. Urban & Fischer, München 2002
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pietrzik, K., Golly, I., Loew, D.: Handbuch Vitamine. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008

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